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studiolo Steinbearbeitung von Quadermauerwerk:
Friederich, Stufe X
Inhalt

Friederich Abb. 77Stufe X:

Ab der Neuzeit und in vermehrtem Maße noch im 17. Jahrhundert ist außer der Verwendung des sehr breiten Scharriereisens (Friederich, Stufe IX) die Gestaltung des Werksteins mit unterschiedlichen Bearbeitungsmöglichkeiten Gegenstand der Steinmetzukunst. Neben den schon im Mittelalter bekannten Techniken der gepickten (weniger der abgespitzen) Oberfläche, der Anwendung des Zahneisens und des Scharriereisens stehen an ein und dem selben Werkstück geschliffene oder gehobelte Partien ohne ausgeprägte Textur. Praktisch seit dem 12. Jahrhundert aufgegebene Abspitzungen und Musterungen der Stufe I treten unter anderem im Bereich der Sockel, der Rustika oder bei Grottenarchitekturen auf. Vorbild dürfte jedoch hier weniger das Mittelalter sein, sondern eher der direkte Rückgriff auf die Antike.

Die bewußte Gestaltung der Werksteinoberfläche durch Werkzeugspuren endet schließlich in den polierten und geschliffenen Oberflächen des Klassizismus, der auf ein vermeintliches Ideal antiker Marmorarchitektur zurückgreift. Erst dem 19. Jahrhundert blieb es vorbehalten, im Zuge des Historismus und des erwachenden Verständnis der Denkmalpflege für mittelalterliche Handwerkstechniken blieb es vorbehalten, teilweise die nachantiken bauhandwerklichen Traditionen wieder zu beleben, wenn auch manchmal aus dem Blickwinkel einer romantischen Sehweise.


E-Mail 28.09.98 10:48
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