Stufe IX:
Hauptwerkzeug des nachmittelalterlichen Hausteinbaus
bleibt das um die Mitte des 15. Jahrhunderts aufkommende
Scharriereisen, das sich von jenem der Stufe VIII durch die größere
Breite von bis zu 12 cm unterscheidet. Vor allem in der
Spätrenaissance und im Manierismus wird eine rustikale
"Stelzung" der Hiebrillen beliebt. Teilweise
greift diese optisch stark wirksame Textur der Stelzung
auch auf den mittelbreiten Randschlag über.
Schrägscharrierungen, wie sie für das ausgehende
Mittelalter eine Rolle spielten, scheinen ab der Neuzeit
keine Bedeutung mehr gehabt zu haben. Mit der Renaissance
werden eine Reihe von antiken Bearbeitungsweisen
wiederbelebt und in unterschiedlicher Weise kombiniert
(Friederich, Stufe X)
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