Stufe I:
Die Abspitzung der Bosse mit Zweispitz oder Spitzeisen
ist die bevorzugte Oberflächenbehandlung der
Frühromanik. Die Hiebrillen verlaufen noch weitgehend
unorganisiert. Der Rand- oder Saumschlag ist sehr schmal
- bis zu 1,5 cm.
Im Unterschied zu der erst ab Stufe
II verwendeten Glattfläche hinterlassen Spitzeisen
und Zweispitz unregelmäßigere Hiebspuren. Kennzeichnend
sind die oft langen und an den Rändern stark
ausgezackten Rillen, außerdem weist eine durchlaufende
Rille stärker unterschiedliche Tiefen auf - man spührt
gleichsam wie jeder Schlag entlang der Rille ein kleines
Stück heraussprengt und dann das Eisen vom Klüpfel
weitergetrieben wird. Naturgemäß erlaubt der
beidhändig geführte Zweispitz keine so feine
Bearbeitung, wie das Spitzeisen.
Eine Variante dieser frühen Werktechnik - nach
Friederich die Stufe I a -
ordnet die Hiebrillen bewußt in zwar einfachen aber
eindrucksvollen geometrischen Mustern an.
Nach Friederich ging man in Mitteldeutschland noch im
Laufe des 11. Jahrhunderts dazu über, nach einem groben
Abarbeiten mit Spitzeisen oder Zweispitz, in einem
weiteren Schritt mit der Glattfläche die Quader
nachzuarbeiten. Dies leitet zur Stufe
II über.
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