Goethe, Goethe, Goethe - auch in diesem Fall hat in diesem Gedicht wieder unbewusst geholfen. Goethe schrieb ja nicht für Gedicht und Balladen, er verfasste auch viel größere Werke. Eines seiner größeren Werke, das ich in der Schule lesen musste, hiess
Faust - Teil 1, denn es gibt neben diesen Teil noch
Faust - Teil 2. So weit ich mir an diesen ersten Teil von
Faust erinnere, verkauft der Alchemist Dr. Faust (den es früher wirklich als
Dr. Faustus gegeben haben soll) seine Seele an den Teufel, der hier
Mephisto (kurze Form von Mephistopheles) genannt wird. Aber Mephisto kam nicht aus freien Stücken zu Faust. Er hatte am Anfang des Werk eine Wette mit dem Gott abgeschlossen, dass der die Seele von Faust aufkaufen könnte. Eines der Sätze von Faust, die er am Anfang sagt und heute oft berühmt in der Wissenschaft rezitiert werden, sind folgende Worte:
"was die Welt im Innersten zusammenhält". Als ich diese Wort las, wusste ich, wie mein nächstes Gedicht auszusehen haben könnte.
Der Reim von
"was die Welt im Innersten zusammenhält" ist hier etwas ganz besonderes. Normalerweise schreibt man reimende Paare von Wörter an das Versende und fängt dann mit der nächsten Zeile. Doch werden beide Verse mit den reimenden Wörterpaaren als ein Vers betrachtet und dementsprechend auch als ein einzigen Vers niedergeschrieben.
Wenn ich mit die Wortfolge
"was die Welt im Innersten zusammenhält" so recht betrachte, dann fällt mir, das dies einer der häufigsten Fragen in der Wissenschaft ist. Die Wissenschaftler fragen wie kleine Kinder nach dem "Warum" nach allen Zeug, was kompliziert ist und sie verstehen wollen z. B. wie die Welt aufgebaut ist oder warum es die Zeit gibt. Und in diesem Fall trifft es auch bei
"was die Welt im Innersten zusammenhält" zu. Dank
Nils Bohr, einem Wissenschaftler von der Mitte des 19. Jahrhunderts, der die Grundlagen und ein erstes Modell für das Atom erstellte, hat man heute eine Antwort auf die Frage
"was die Welt im Innersten zusammenhält" gefunden. Es sind nämlich die Atome, die die Welt und alles Existierende zusammenhalten. Doch die Atomen sorgen nicht allein für die zusammenhaltende Bindung in der Welt. Vielmehr besteht das Atom wiederum auch kleinen Elementarteilchen, die für diese Bindung mithelfen wie etwa Elektronen, Neutronen, Protonen oder den Quarks.
Da man nun
"was die Welt im Innersten zusammenhält" als eine wissenschaftliche Frage deuten kann, habe ich mir für meinen Gedicht ebenfalls lauter solche reimende Fragen und Verspaare, die aber jeweils on einem Vers stehen, ausgedacht und ich muss sagen, es hat sogar einen heiden Spaß gemacht.
Da das Gedicht aus vier Abschnitten mit je fünf Versen besteht, findet man die reimende "Versfragen" jeweils in der Mitte des Gedichts wieder - also im 2. und 3. Abschnitt. Der 1. und 4. Abschnitt dienen lediglich als Einführung und als Ende für das Gedicht.
Mein Titel des Gedicht habe ich als
"Fragen an das Universum" getauft, denn ich stelle mir das so vor das die handelnde und anonyme Person, dessen Identität in diesem Gedicht nicht weiter genannt wird - aber man davon ausgehen kann, dass sie ein Wissenschaftler ist - sich irgendwie im Weltraum befindet und einen Dialog mit dem Universum führt. Theoretisch würde die Person nun Selbstgespräche mit sich führen, doch das Universum soll in diesem Fall wie eines unbekanntes Wesen, die in einer Person auftritt bzw. dass man die Umrisse einer riesigen menschlichen Person erkennen kann. Das Universum bleibt aber nun stumm und hört sich die ganze Sache nur an, was die anonyme Person in diesem Gedicht sagt und welche Fragen sie stellt, auf die sie keine Antwort kennt.
Dabei stellt die anonyme Person nun folgende Fragen, die ich hier in einer normalen und "nicht reimenden" Frage wiedergebe:
- Wie groß ist das Weltall?
- Was gibt es alles im Universum?
- Gibt es Leben im All?
- Was hält die existierende Welt im Innersten zusammen?
- Was existierte vor dem großen Urknall?
- Wie alt wird das Universum?
Das sind die Hauptfragen, die in dem Gedicht nun auftreten. Und wie ich bereits zu teils oben schon erklärt habe, sind es auch der wissenschaftliche und meta-physikalische Fragen, mit denen sich die Physiker unserer heutigen Zeit beschäftigen und in manchen Fragen noch keine konkreten Anworten gefunden haben, sondern nur ansatzweisige Grundmodelle hierfü liefern.
Dem gut beobachtenden Leser, der zur Hintergrundinformation das Gedicht gelesen hat, wird aufgefallen sein, dass zwei Stellen im Gedicht sich recht ähneln und doch in ihrer Aussage verschieden sind. Ich spreche vom 5. und vom 20. Vers.
Der 05. Vers: "Was ich nicht weiß, daß macht mich heiß."
Der 20. Vers: "Was man nicht weiß, daß macht einen heiß."
Optisch erkennt man nun, dass sie sehr ähnlich und lediglich von mir nur zwei Wörter nur zwei andere Wörter ersetzt worden sind, was den Sinne ihrer Aussagen vollkommen ändert. Klären wie aber nun das eine.
Zuerst behandeln wir den 5. Vers. Eine ähnliche Auge kennt man schon vielleicht, wenn man über irgendwelche Menschen lustig macht, denn das man auch ab zu und zu "was er nach nicht weiss, dass macht ihn nicht heiss". Diese gerade gestellte Aussage ist aber auf eine dritte und nicht sehr stark beteiligte Person bezogen. Man kann nun diese Aussage in eine Ich-Form umwandeln. Dann käme folgendes heraus:
"was ich nicht weiss, dass macht mich nicht heiss" und das ist genaue die Aussage, die man im 5. Vers wiederfindet.
Die Aussage im 20. Vers im vom Grundansatz auch ähnlich, doch hier ist die Situation nur anders dargestellt, wovon sie schlußfolgernd ein anderer Ausgang bildet. Stellt Euch einfach mal, Ihr habt eine Freundin (oder Freund - je nach dem Geschlecht), die ihr schon seit sehr langem kennt und mit ihr auch dementsprechend zusammen seid. Eines Tages sitzt Ihr mit ein paar Kumpels zusammen und sie machen ein paar Andeutungen, dass Eure Freundin möglicherweise fremdgehen würde (und sie meinen es natürlich ernst und wollen ihn mich verarschen). Ihr wisst aber davon (noch) nicht und möchtet von Euren Kumpel alles darüber wissen, also mit wem sie nun insgeheim zusammen ist. Kurz gesagt: Ihr seit auf ein bestimmten Thema "heiss" (in diesem Fall das "Fremdgehen Eurer Freundin"). Man kann also sagen:
"was ich nicht weiss, dass macht mich heiss". Wandeln wir das ganze in eine unbestimmte, dritte Person um, dann kann man sagen:
"Was man nicht weiß, daß macht einen heiß" und das ich genau die Aussage, die Ihr im 20. Vers wiederfindet.
Zwei Aussagen, die ähnlich klingen, aber trotzdem unterschiedlich sind. Das ist ähnlich, wie mit zwei Vögelarten: z. B. ein Spatz und ein Strauß. Beide haben gemeinsam, dass sie Vögel sind - doch der Unterschied ist, dass der Spatz fliegen kann und der Strauß leider nicht. Lasst Euch davon nicht verwirren!
Noch ein paar kleine Worte aber an die zitierten Wort von Goethe in diesem Gedicht.
"Was die Welt im Innersten zusammenhält" findet Ihr übrigens in meinen Gedicht in Vers 10 wieder. Ich habe auch einmal noch kurz die Stelle aus dem Anfang von
Faust - Erster Teil hier wiedergegeben, wo
"was die Welt im Innersten zusammenhält" herstammt:
"In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer
FAUST unruhig auf seinem Sessel am Pulte.
FAUST. Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie!
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum -
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel -
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr, mit sauerm Schweiß,
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu nicht mehr in Worten kramen.
O sähst du, voller Mondenschein,
Zum letztenmal auf meine Pein,
Den ich so manche Mitternacht
An diesem Pult herangewacht:
Dann über Büchern und Papier,
Trübsel’ger Freund, erschienst du mir!
Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehn,
Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,
Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,
Von allem Wissensqualm entladen,
In deinem Tau gesund mich baden!
Weh! steck ich in dem Kerker noch?
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Wo selbst das liebe Himmelslicht
Trüb durch gemalte Scheiben bricht!
Beschränkt von diesem Bücherhauf,
Den Würme nagen, Staub bedeckt,
Den, bis ans hohe Gewölb hinauf,
Ein angeraucht Papier umsteckt;
[...]"