Der Tag der Schwarzen Sonne

11. August 1999:
"Es geschah am helllichtem Tag: Dunkelheit über Deutschland! Fast schlagartig lassen die sommerlichen Temperaturen nach. Es wird merklich kühl. Das Firmament verblaßt und nimmt eine merkwürdig grünliche Färbung an. Am verdunkelten Himmel blinken plötzlich Sterne auf. Finsternis senkt sich über die Erde. Die Vögel verstummen, Blüten schließen sich, Hunde fangen ängstlich an zu bellen..."

Das hier klingt wie ein perfekter Weltuntergang, oder?! Ist es aber nicht. Das ist lediglich eine dramatisierte Beschreibung über den Beginn der totalen Sonnenfinsternis vom 11. August 1999. Doch die totale Sonnenfinsternis (SoFi) vom 11. August 1999 und der Weltuntergang zur Jahrtausendwende haben schon etwas gemeinsam. Astrologische und esoterisch-veranlagte Insider wissen schon, auf was ich anspielen will. Oder Ihr wisst es auch schon?!
Jeder muss schon einmal etwas über den bekannten Wahrsager und Visionär Nostradamus gehört haben, der im Mittelalter in Frankreich lebte. Er ist "weltberühmt" geworden, weil es viele Vorhersagen und Prophezeiungen aussprach und sie auf Papiere niederschrieb. Dieser Papiere, wo seine Vorhersagen standen, packte es in Bände zusammen. Er nannte sie "Centurien".
Leider ist "Michel de Notre-Dame" - so sein bürgerlicher Name zur damaligen Zeit - seit knapp 2½ Jahrhunderte verstorben, doch seine Centurien hat man für die Nachwelt aufgehoben. Ob heute die Originalpapiere dieser Centurien noch existieren, weiss ich leider nicht, doch dessen schriftlichen Inhalt wurde in vielen anderen Büchern, die sich mit Nostradamus und seinen Weissagungen befaßten, abgedruckt, so dass, falls die Originalstücke zu Staub zerfallen sind, noch "Kopien" existieren.
In Nostradamus' Centurien gibt es viel bedeutsame Weisungen. Ursprünglich lagen sie in einer verschlüsselten Form vor, doch die Wissenschaftler haben versucht, die zu entschlüsseln. Daraus entstand dann ein französischer Vers. Doch unter Vers versteht man nicht eine Gedichtszeile, sondern eine bestimmte Gruppe von diesen Zeilen, die durch einen Absatz oder einer Leerzeile getrennt sind. Meist hatte Nostradamus sie in einer Gruppe von vier Zeilen zusammengesetzt, deshalb man auch von Vierzeilern spricht.
In Nostradamus' Centurien fand man unter anderem auch folgenden Vierzeiler (Vers) in seiner Landessprache:

(Centurie X, Vers 72)
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois,
Du ciel viendra un grand roy d'effrayeur:
Resuciter le grand Roy d'Angolmois,
Avant après Mars regner par bon heur.

Mehrere Astrologen und Historiker haben versucht, aus der diesen Vierzeiler zu übersetzen. Doch jeder, der diesen Vers ins Deutsche übersetzte, bot eine neue und etwas andere Übersetzung an. Eine sehr bekannter Astrologe unserer Zeit ist Kurt Alegeier. Er hatte diesen Vers von Nostradamusü bersetzt. Seine Version lautet folgendermaßen:

Im Jahr 1999, im siebten Monat,
kommt vom Himmel ein großer Schreckenskönig.
Er wird den großen Herrscher von Angoulême zur Macht bringen
Vor und nach einem Krieg wird er zu guter Stunde regieren.
(Kurt Allgeier, 1999)

Doch es gibt auch andere Versionen. Ich zähle diese nun diese auf, die mir in der Literatur untergekommen sind:

Im Jahr neunzehnhundertneunundneunzig, im siebten Monat,
wird vom Himmel ein großer König des Schreckens kommen,
um den großen König des Angoumois wiederauferstehen zu lassen.
Vor und nach einem König wird er mit Erfolg regieren.
(Pfändler, 1997)

Im Jahr 1999, im siebten Monat,
wird vom Himmel kommen ein großer König des Schreckens,
zurückbringen den großen Mogulkönig,
bevor und nach dem Mars regiert.
(Oxfornd-Theologe und Skeptiker Damian Thompson, 1997)

Im Juli (dem siebenten Monat des Jahres) 1999
wird ein mächtiger Schreckensherrscher über den Himmel (auf de Luftweg) kommen,
um den großen Eroberer des Angoumois wiedererstehen zu lassen.
Davor und danach wird Krieg herrschen, zum Glück.
(Jean Charles de Fontbrune, 1982)

Im Jahre 1999 im siebenten Monat (julianischen Kalenders)
Wird am Himmel ein großer Schreckenskönig (die größte Sonnenfinsternis unseres Jahrhunderts) erscheinen:
Er wird auferstehen lassen den großen König von Angoulême (französische Königsstaat).
Vor und nach einem Weltkrieg (Mars) wird er aufgrund seines guten Horoskop regieren
(N. Alexander Centurio, 1981)

Im Jahr 1999 und sieben Monate
wird ein großer Schreckenskönig vom Himmel herabsteigen,
wird wieder auferstehen der große König von Angolmois.
Mars regiert vorher und nachher durch Glück.
(Elizabeth Teissier)

Alle übersetzten Verse sprechen von einem ominösen Datum: der Juli 1999. Obwohl die einzelnen Verse von sich untereinander unterscheiden, sagen sie alle, dass etwas Schreckliches geschehen wird. Hat Nostradamus mit dem Juli 1999 vielleicht den 11. August 1999 gemeint, an dem die Totale Sonnenfinsternis stattfand?

Mit dieser Theorie stand ich nicht allein da. Alle, die von einem dieser übersetzten Verse gehört haben, hatten eine ähnliche Vorahnung. Man sagte sich, dass Nostradamus mit diesen Datum den Beginn des Weltuntergang kennzeichnete, der mit der totalen Sonnenfinsternis begann.
Doch das wohl merkwürtigste an dieser Sache ist, dass während der Zeit der totalen SoFi sich eine Konstellation von astrologischen Objekten ereignete, die ein Kreuz bildeten. Die Astrologen interpretieren dieses Kreuz als ein sehr schlechtes Omen. Das der Bildung des "Todeskreuzes" waren die Sonne, Saturn, Uranus und Mars beteiligt. Zwei dieser kosmischen Objekte hatten zudem eine negative Bedeutung: Mars und Saturn. Der Mars stand - wie jeder wissen sollte - für den Krieg, weil u. a. seine rote Färbung an das Blut erinnert. In der Mythologie wird der Mars (Ares) zudem als Kriegsgott dargestellt. Beim Saturn sah es ähnlich aus. Er stand allgemein für den Tod. Er wird symbolisch nämlich mit einer Sense dargestellt und die Sense setzt man mit dem Tod gleich (der Tod ist übrigens einer der vier apokalyptischen Reiter).

Okay, genug der Astrologie. Ich habe davon viel genug geschrieben. Kommen wir lieber zu meine Gedicht, um dem es sich drehen soll...
Dieses Gedicht habe ich an der Anlehnung dieser bekannten Prophezeihung von Nostradamus geschrieben. Ursprünglich hatte ich es schon einmal versucht, zur totalen Sonnenfinsternis ein Gedicht zu schreiben. Ich hatte dabei ein fröhliches und humorvolles Gedicht im Sinn, doch er erste Versuch wurde zur einer apokalyptischen Variante. Mit dem zweiten Versuch nun, aus dem dann das Gedicht entstand, wurde es wieder eine apokalyptische Version. Offenbar war mein Gedicht über die SoFi nur dafür geschaffen.
Leider weiss ich wirklich nicht mehr, wann ich das erste Mal versucht hatte, dieses Gedicht zu schreiben. Es muss aber irgendwann zwischen 1997 und 1998 gewesen sein. Dieses Gedicht war übriges das zweite, was nicht für ein Sternguckerfest geschrieben wurde; und mit ihm folgten noch weitere...
Das Gedicht ist in vier Absätze geteilt und erzählt langsam wie mit dem Beginn der totalen Sonnenfinsternis der Weltuntergang beginnt. Ich erzähle nun nicht, wie der Weltuntergang stattfinden wird. Hierfür habe ich mir auch noch nie die konkreten Gedanken gemacht. Man kann diese Überlegungen den Leser überlassen, wie er den Beginn des Weltunterganges und mit welcher Ursache interpretiert. Auch mir macht es Freude, darüber zu spekulieren.
Der erste Absatz ist als ein kleine Einleitung oder als Intro gedacht. Mit "Es naht die nullte Stund', wenn sie Sonne und Mond vereinen" ist das große Ereignis gemeint: die Totale Sonnenfinsternis; denn das "Vereinen" sich von der Erde auch der Mond und die Sonne zu einem Objekt. Im 6. Vers wird erwähnt "wenn sich Sonne, Saturn, Uranus und Mars zum Todeskreuz plazieren.", dass dann die SoFi und der damit bevorstehende Weltuntergang beginnt. Der Leser wird zwar nicht wissen, welchen konkreten Hintergrund (Todeskreuz = astrologischer Aspekt) diese Zeile hat, doch er empfindet ihm als einen Auslöser für das kommende Ereignis. In Vers 7 mit "Baphomet" der Teufel (Satan, Beelzebub, Diablo) gemeint und der "Höllenschlund" ist sein Reich (Hölle). In Vers 7 werden die vier apokalyptischen Reiter aufgezählt ("Hunger, Elend, Pest und Tod") und sie "apellieren" für den Weltuntergang mit dem Auftritt des Bösen - von Baphomet.
Der zweite Absatz verlässt die Intro-Szene und die Hölle und spielt nun auf der blauen Erde. Dieser Abschnitt erzählt, dass die Menschen sich auf der Erde zusammen versammelt haben und die totale Sonnenfinsternis beobachten. Sie sind dabei zum Teil auf die Hobbyastronomen, weil die die nötigen Mittel wie Fernrohre und Sonnenfilter besitzen, um so in die Sonne zu beobachten und sich die Augen nicht zu verletzen. Obwohl: Wenn die Sonne sich durch den Mond verfinstert, können die gefährlichen Sonnenstrahlen die Augen nun nicht verletzen. In diesem Absatz habe ich übrigens wieder mein Spaß mit den Reimen gehabt. Falls Ihr es schon beim Durchlesen des Gedichts bemerkt habt, die ersten vier Verse enden immer auf den Wortlaut "el[l]t". Die nächsten vier Versendungen enden mit "i[e]l" und die letzten vier Vers auf den Wortlaut "annt/andt". Mit dem Einleiten der letzten vier Verse beginnt auch somit der Weltuntergang und das Maximum der totalen Sonnenfinsternis. Bei den "vier Reitern" in Vers handelt es sich um die vier apokalyptischen Reiter: "Dann ist es da. Das große Ereignis - und das Böse ihre vier Reiter entsandt".
Der zweite Absatz besteht ja aus 3 x 4 Versen (= 12). Die ersten drei Verse der ersten beiden Vierzeilers erzählen etwas über die Menschen und wie sie die Sonnenfinsternis beobachten. Doch der letzte und vierte Vers klingt immer nach der bevorstehenden Bedrohung. Genau anders herum verhalten sich die letzten vier Verse dieses zweiten Abschnitts. Nur vom ersten Vers hört man noch etwas Gutes und von den letzten Drei etwas Schlimmes.
Im dritten Absatz kommt etwas ganz besonderes. Die hier stehenden Verse wirken wie Schlagreime. Diese kann man sich ungefähr mit denen des Karnevals vergleichen. Alle Versendungen reimen sich gleich und zwar auf "üßen". In jedem dieser Verse kommt ein anderer Begriff für den Weltuntergang vor. Im ersten Vers des dritten Abschnitts ist es der Begriff "Apokalypse". Sie ist eine biblische Bezeichnung vom Weluntergang. Wer die Bibel kennt, weiss, wovon ich spreche... Im zweiten Vers kommt die Bezeichnung "Armageddon" vor. Dieser Name sagt Euch sicher etwas. Nach ihm wurde auch der Kinohit "Armageddon" mit Bruce Willis benannt, in dem dort ein großer Asteroid auf die Erde stürzt. Der Begriff "Armageddon" hat seine Abstammung aus dem Hebräischen. Dort wurde es als "Harmageddon" bezeichnet und könnte (bin aber mir nicht sicher) "Hügel" oder "Berg" bedeuten. Im dritten Vers kommt der Begriff "Doomsday" vor. Dieser "Schicksalstag" (so aus dem Englischen übersetzt) wird gelegentlich auch als "Jüngstes Gericht" umschrieben, denn die Wortfolge "Jüngstes Gericht" findet man in der Bibel für den Weltuntergang wieder. Der Begriff "Doomsday" könnte somit aus dem christlichen England herkommen und davon abgeleitet sein. Zum Schluss kommt noch im vierten Vers das Wort "Ragnarök" vor. Das ist der Weltuntergang aus der nordgermanischen Götterlehre. Götter wie Thor, Odin oder Loki sind dort die "Hauptdarsteller".
Im letzten Absatz habe ich die bekannte Weissagung von Nostradamus hier in einer reimenden Form wiedergegeben. Worum es genau geht, brauche ich nicht mehr erläutern, denn alles nötige habt Ihr schon im ersten Teil erfahren.
Glaubt Ihr an Horoskope oder nicht? Horoskope beruhen ja auf den astrologischen Aspekten und Stellungen der Planeten, der Sonne und dem Mond. Seit ich aber dieses Gedicht geschrieben habe, fühlte ich mich irgendwie anders. Einfach gesagt, ich spürte eine geistige Energie in mir. Ja, Ja, das klingt selten komisch - ihr könnt nun lachen. Aber war ist es trotzdem. Diese "geistige Energie" hatte erstmals bei mir die Wirkung, dass ich in einer relativ sehr kurzen Zeit schöpferisch sehr aktiv war. Seit ich dieses Gedicht verfasste, schrieb ich nachfolgend darauf weitere Gedichte, wobei ich mir nur wenig Zeit für eine Pause ließ.

"Man sollte viel öfter nachdenken... und zwar vorher."



Quellennachweis:
Harder, Bernd
Nostradamus: ein Mythos wird entschlüsselt
1. Auflage
2000 Alibri Verlag Aschaffenburg
ISBN 3-932710-23-1


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