Die John Watson Story

Das grandiose Kommenatoren Duo Ben Edwards (ganz links) und John Watson 1996

II. "Mr.Eurosport"

Wer noch nie einen dieser packenden Eurosport F1-Kommentare von John Watson gehoert hat, sollte zunaechst mal schleunigst in meine Watson-Sample-Seite gehen, damit klar ist, worueber ich hier schreibe. Heinz Prueller in "Grand Prix Story 1995" ueber Wattie: "Am meisten gesteigert finden alle, hat sich John Watson bei Eurosport: Anfangs total trocken, jetzt immer leidenschaftlicher, ein echter Profi geworden: Das ist kein Ex-Rennfahrer mehr, der jetzt plaudert, sondern ein echter TV-Supermann, der zufaellig mal frueher Rennen gefahren ist. Damals gab ihm Willi Dungl gelegentlich Hafer ins Fruehstuecksmenue, "um ihn agressiv zu machen wie ein Rennpferd" -jetzt wieder?"
Wer wie der Verfasser dieser Zeilen Wattie schon in seiner aktiven Zeit geschaetzt hat, der freute sich natuerlich besonders ueber sein F1-Comeback vor dem Mikro. Gerade dem introvertierten Iren haette wohl kaum jemand eine derart gute TV-Praesenz zugetraut. Er ist einfach brilliant. Watson hat die Faehigkeit, in 30 Sekunden mehr Infos unterzubringen als jeder andere F1-Kommentator, den ich kenne. Das ist in so einem extrem schnellen Sport wie der F1 essentiell. Es macht einfach Spass sich von seiner der Begeisterung mitreissen zu lassen - fuer ihn ist seine Arbeit im F1-Circus nicht einfach ein Job, sondern Lebensinhalt, und das merkt man in jeder Sekunde seiner Moderationen...

John Watson zusammen mit Johnny Herbert (Mitte) Doch bevor John Watson auch in deutschen Wohnzimmern zu vernehmen war, musste noch einige Zeit im tiefen dunklen Tal der RTL-Willy-Knupp-Tristesse ausgeharrt werden. Doch dann zeigte Eurosport wie F1-Berichterstattung auszusehen hat: Der Qualitaetssprung gegenueber RTL ist gigantisch. Zunaechst kommentiert Watson zusammen mit Allard Kalff (der auch Tourenwagenrennen faehrt) und spaeter mit Ben Edwards. 1997 verliert Eurosport dann die kompletten F1-TV-Rechte an RTL. Der Sender, dessen Geldgier nur noch durch die Niveaulosigkeit der F1-Kommentatoren uebertroffen wird, verleibt sich das totale Free-TV-Monopol ein. Ein Leserbrief in der MSA treffend: "Was fuer ein Qualitaetsverlust". Beim F1 Grand Prix in Spa 1997 machen F1-Fans (kennt die jemand zufaellig?) auf drastische Weise ihrem Unmut Luft. Genau vor der RTL-Kommentatorenkabine wird ein Banner mit den Worten "Nehmt Jochen Mass das Mikro weg" postiert. Mass mag ein passabler F1-Pilot gewesen sein (siehe auch meine Spa-Story) - als Kommentator ist er allerdings mindestens so fehl am Platze wie der Ex-Club-Robinson-Animateur Heiko Wasser oder der Koenig der Flachheit im Reich des RTL-F1-Studios Florian. Einzig dem Ersatz fuer Mass (endlich hat man es gemerkt), Ex F1 und IndyCar Pilot Christian Danner, gelingt heute der Berichterstattung bei RTL Qualitaet einzufloessen...

Die jetzige TV-Situation sieht so aus: Entweder man ertraegt RTL und die EINUNDZWANZIG Minuten Werbung pro Rennen (eine Frechheit - insbesondere beim dem Slogan "Wir zeigens Ihnen", der jedem F1-Enthusiasten die Traenen in die Augen treibt). Oder man zahlt sich beim Pay TV Sender DF1 dumm und daemlich, bekommt dann aber einen wirklich guten Kommentar von Marc Surer. Sein DF1-Kollege Jacques Schulz konnte sich zum Glueck auch deutlich verbessern.

Mein Tip fuer Besitzer einer Sat-Anlage ist der italienische Sender Rai, der die F1 leicht verschluesselt, aber noch erkennbar zeigt - ideal fuer die monstroesen RTL-Werbepausen... Nur fuer den unsaeglichen RTL-Kommentar ist mir noch keine Loesung eingefallen. Wer eine Tip hat - bitte Mail an misch :-) . Bei den Eurosport Uebertragungen der britischen Tourenwagenserie, der BTCC, kommt man uebrigens auch heute (Stand 14.5.99) noch in den Genuss von John Watson.

Update (Stand 18.3.2002): John Watson und Ben Edwards kommentieren wieder! Diesmal fuer Sky-Digital.
Heute (Stand 2007) arbeitet Wattie für Sky Sports und kommentiert A1 Grand Prix zusammen mit Ben Edwards.



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