Das Anschreiben

 
Das Telefonat aus dem vorigen Kapitel war möglicherweise schon die erste Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen bzw. dem Personalchef. Die erste obligatorische kommunikative Handlung ist jedoch das Anschreiben. Mit diesem Schreiben entscheidet sich meist, ob Ihre Bewerbungsunterlagen im Gespräch bleiben oder ob sie auf dem Stapel für die Ablehnungen gelegt werden. Form und Inhalt dieses Briefes sind dabei gleichermaßen wichtig.
 
 
 

Form des Anschreibens

 
Angaben, die das Anschreiben enthalten sollte, sind Folgende:
 
 
 

Auf weißem DIN-A4-Blatt von den Blattkanten oben, unten und rechts einen Abstand von 2 cm, links 2,5 cm einhalten. Linksbündig, mit einzeiligem Abstand (bei der Schreibmaschine in der 5. Zeile) mit den Absenderangaben in einer 11-Punkt großen Schrifttype beginnen.
 

Die Absenderangaben enthalten Vor- und Zuname, die vollständige Anschrift sowie die Telefonnummer mit Vorwahl. Nummern werden von hinten beginnend nach zwei Zahlen durch ein Leerzeichen getrennt (z. B.: Tel. (0 30) 3 99 61 25).

In der ersten Zeile rechtsbündig Absendeort und Datum (ohne Artikel "den" davor), durch ein Komma getrennt, angeben. Mögliche Schreibweisen für das Datum findet man im Duden. Am besten eignet sich bei einem Bewerbungsschreiben folgende Schreibweise: 10. März 1998
 

Das Anschriftenfeld beginnt etwa 5,5 cm vom oberen Blattrand entfernt (gegebenenfalls hier zuerst noch Informationen über die Versendungsart einfügen). In den nachfolgenden Zeilen stehen der Firmenname (ohne "An"), darunter "Personalabteilung" (gegebenenfalls mit Kennzifferangaben), darunter - falls angegeben - der Titel (abgekürzt) und der Name des Ansprechpartners (ohne "zu Händen" oder "z. Hd.", nur "Frau Voss" oder "Herr Voss"), Straße mit Hausnummer und - nach einer Leerzeile - Postleitzahl und Ort.
 

4 Zeilen unterhalb der Adresse steht der Betreff. Das Wort "Betreff" wird nicht mehr geschrieben. Geben Sie hier stets die Quelle an, in der Sie das Stellenangebot gesehen haben, bei DV-Job.de z. B.: "Ihre Stellenanzeige 'Softwareentwickler/in' am 10.03.98 in DV-Job.de". Wurde eine Kennziffer angegeben, sollte man sie (nach einen Komma oder Gedankenstrich) in jedem Fall angeben.
 

Zwei Leerzeilen unterhalb des Betreffs folgt die Anrede. Entweder wird die Kontaktperson persönlich angesprochen (Sehr geehrte Frau Voss, Sehr geehrter Herr Voss) oder, falls diese nicht bekannt ist: "Sehr geehrte Damen und Herren,".
 

Nach einer Leerzeile beginnt der Text. Die einzelnen Absätze sollten inhaltlich sinnvoll gegliedert, durch eine Leerzeile voneinander getrennt und maximal 5 Zeilen lang sein.
 

Die Grußformel "Mit freundlichen Grüßen" ist ebenfalls durch eine Leerzeile vom Text getrennt. Links darunter handschriftlich die Unterschrift mit Vor- und Zunamen schreiben.
 

Sämtliche Anlagen werden unter oder - falls wenig Platz vorhanden ist - neben der Überschrift "Anlagen:" aufgezählt (z. B.: Lichtbild, Lebenslauf, Diplom, (Anzahl)

Zeugniskopien, (Anzahl) Zertifikate).
 

Falls das Anschreiben eine zweite Seite erfordert, auf der ersten Seite unten rechts auf die Nachfolgeseite verweisen "- 2 -" und die zweite Seite in der Mitte mit "2" kennzeichnen. Die zweite Seite sollte aber möglichst vermieden werden.
 

Inhalt des Anschreibens

 

Das Anschreiben darf keine Rechtschreib-, Zeichensetzungs-, Tippfehler oder ungünstige Silbentrennungen enthalten. Nach maximal sechs Zeilen sollte ein neuer Absatz beginnen.

Ihre Sprache sollte höflich aber selbstbewußt sein. Verwenden Sie für Berichte über Ihren schulischen und beruflichen Werdegang stets Aktivverben, sie hinterlassen einen positiveren Eindruck als Passivformen. Statt "xy-Kenntnisse wurden mir vermittelt": "xy-Kenntnisse eignete ich mir ... an". Vermeiden Sie umständliche, bürokratische oder wissenschaftlich klingende Formulierungen und denken Sie immer daran: Zwei Sätze sind besser als einer.

Logisch: Je höher die gewünschten Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle, desto mehr Informationen enthält Ihr Anschreiben. Aber achten Sie darauf, dass es nicht zu üppig ausfällt. Eine Schreibmaschinenseite Text ist in der Regel genug. Ein Absatz sollte maximal drei Sätze enthalten.
 

Versenden Sie kein Anschreiben von der Stange. Beginnen Sie mit einer Begründung für Ihr Schreiben, bringen Sie darin Ihre Motivation für die Bewerbung auf genau diese Stelle und diesen Aufgabenbereich zum Ausdruck. Manchmal kann die Motivation auch aus den die Stellenbeschreibung ergänzenden Angaben abgeleitet werden, beispielweise bei einem Angebot auf Mitarbeiter-Beteiligung oder einem Unternehmen von einer bestimmten Betriebsgröße etc..

Grundsätzlich müssen Sie auf jede der in der Anzeige genannten Anforderungen eingehen.
 

Sofern Sie es vermeiden können, machen Sie keine Einschränkungen und relativieren Sie Ihre Aussagen niemals. Denn Sie verfehlen das Ziel, wenn Sie schreiben: "Meine Spanischkenntnisse sind gut, aber derzeit fehlt mir die nötige Sprachpraxis". Wenn Sie von einer Sache wirklich nicht sehr viel verstehen, läßt sich dies auch positiv zum Ausdruck bringen. Statt: "Die Programmiersprache xy beherrsche ich nur ein wenig" schreiben Sie: "In der Programmiersprache xy verfüge ich über ausbaufähige Grundkenntnisse."

Das Anschreiben sollte mit einem Satz enden, in dem Sie zum Ausdruck bringen, daß Sie sich über die Einladung zu einem Gespräch sehr freuen würden.
 

Feinheiten
 

Ein gut formuliertes Anschreiben weckt Aufmerksamkeit und Interesse. Hilfreich ist dabei die "AIDA" Formel:
 

 

Es kommt darauf an, in kurzer Form alle wichtigen Punkte zu formulieren. Länger als eine Seite sollte das Anschreiben nicht sein. Die Punkte sollen sein:
 
 

 

Mit diesen vier, maximal acht gut formulierten, überzeugenden Sätzen endet Ihr Bewerbungsanschreiben mit der Bitte um ein Vorstellungsgespräch, der Grußformel, Ihrer Unterschrift und dem Hinweis auf die Anlagen.
 

Das A und O beim Bewerbungsanschreiben sind ein gelungener "Auftakt" und ein guter "Abgang".
 

Aller Anfang ist schwer - und gerade beim Bewerbungsanschreiben ist eine gute Eröffnung ähnlich wie beim Schach sehr wichtig. Typische und sehr langweilige Eröffnungen sind :"Hiermit bewerbe ich mich um ..." oder "Ich beziehe mich auf Ihre Anzeige...". Leider sind genau dies die beiden am häufigsten geschriebenen Sätze, die eine Bewerbung einleiten. Weiter unten finden Sie alternative Vorschläge.

Beim Briefende werden schon weniger Fehler gemacht, aber auch dabei gilt es, verbindlich-freundlich und gut zu formulieren.
 
 

Formulierungsvorschläge

 

Hier einige Vorschläge zur Eröffnung des Anschreibens:
 

 
Nun einige Vorschläge für Abschlußformulierungen:
   
 
 

Lesen Sie das Beispiel für ein Bewerbungsanschreiben und beschreiben Sie, was Ihnen daran gefällt bzw. nicht gefällt.
 
Entwerfen Sie dann ein Anschreiben für eine der vier Anzeigen aus Kapitel 1.

Denken Sie dabei daran, dass das Anschreiben kurz sein soll, dass es alle wichtigen Informationen enthalten soll und dass sie keine "typischen" und "langweiligen" Formulierungen verwenden. Orientieren Sie sich an den Beispielen.

Denken Sie auch an die übliche Formatierung des Anschreibens, was Adresse, Absender, Datum, Unterschrift und Hinweis auf Anlagen angeht!!  Denn: Die korrekte Formatierung entscheidet darüber, ob Ihre Bewerbung überhaupt gelesen wird, oder gleich auf dem Ablehnungsstapel endet.
 
 

 
 
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