Redewendungen
und Aberglauben rund um Katzen 
Teil 2
katzenfreundlich
Als "katzenfreundlich" bezeichnet man Leute,
die hinterhältig oder falsch sind. Dieses Wort
verdeutlicht, daß der Katze oft Falschheit nachgesagt
wird. Es ist vermutlich im Zusammenhang damit entstanden,
daß Katzen einem um-die-Beine-gehen, wenn sie Hunger
haben, aber trotzdem ihre eigenen Wege gehen und
unabhängig bleiben.

Katzengedächtnis
Wenn jemand ein "Katzengedächtnis" hat, so
bezeichnet dies ein schlechtes Gedächtnis, derjenige ist
vergeßlich. Auch vergißt er schnell ihm erwiesene
Wohltaten. Damit tut man der Katze jedoch unrecht, denn
sie weiß sehr genau, wer ihr Gutes oder Schlechtes
erwiesen hat, und vergißt das auch nicht.

Katzenglaube
"Katzenglaube" ist gleichbedeutend mit
Aberglaube.

Katzengold
"Katzengold" ist ein Ausdruck für falsches
Gold, d. h. für Metall, das nur aussieht wie Gold, zum
Beispiel Pyrit, Biotit oder Magnesiaglimmer.

Katzenjammer
Einen Katzenjammer zu haben, bezeichnet eine schlechte
körperliche und psychische Verfassung. Sprachforschern
zufolge hieß das Wort ursprünglich
"Kotzenjammer".

Katzenkopf
Als "Katzenkopf" bezeichnet man einen Schlag
auf den Hinterkopf oder eine Ohrfeige.

Katzenpetersilie
Katzenpetersilie ist ein giftiges, der Petersilie
ähnliches Doldengewächs.

Katzensprung
Als nur einen "Katzensprung" entfernt wird ein
kurzes Stück bezeichnet, das man bequem zu Fuß
erreichen kann, das praktisch gleich um die Ecke liegt.

Katzenwäsche
Als "Katzenwäsche" wird ein sehr
oberflächliches Saubermachen bezeichnet. Damit tut man
der Katze mehr als unrecht, denn kaum ein Tier ist so
reinlich wie eine Katze, die mehrere Stunden täglich
damit verbringt, sich zu putzen. Möglicherweise ist
dieser Ausdruck im Zusammenhang mit dem
"Verlegenheitsputzen", ein flüchtiges
Sich-Lecken der Katze als Verlegenheitsgeste, entstanden.

Laufkatze
Den am Kran beweglichen Schlitten, der den Haken in die
gewünschte Position bringt, bezeichnet man als
Laufkatze.

Läuft
die Katze von rechts nach links - Glück bringt's.
Nach dieser Redensart soll es Glück bringen, wenn eine
Katze den Weg kreuzt und dabei von rechts nach links
läuft. Läuft sie nach rechts, so bringt dies Pech.

Nachts
sind alle Katzen grau.
Im übertragenen Sinne bezieht sich dieses Sprichwort auf
die Gleichheit bei ähnlichen Bedingungen oder
Voraussetzungen. Man sieht ironischerweise über Mängel
hinweg.

Wenn
die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem
Tisch.
Diese Redewendung bezeichnet eine Situation, in der
Vorsicht leicht in Übermut umschwenkt. In Abwesenheit
der "Katze" werden Vorsicht und Verbote schnell
außer acht gelassen.

Wer
die Katze nicht leiden mag, bekommt Regen am
Hochzeitstag.
Nach diesem Sprichwort soll es angeblich bei der Hochzeit
von Katzenfeinden regnen.

...
wie die Katze auf die Füße fallen
Wer "wie die Katze auf die Füße fällt",
kommt in allen Situationen gut zurecht.

...
wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen
Jemand, der "um den heißen Brei
herumschleicht", kommt nicht zur Sache, rückt nicht
mit der Sprache heraus, er redet drumherum.

wie
Hund und Katze sein
Zwei, die sich wie "Hund und Katze" benehmen,
verstehen sich überhaupt nicht, sie würden sich am
liebsten gegenseitig die Augen auskratzen. Dies
bezeichnet einen Abscheu mit eher harter
Auseinandersetzung. Allerdings ist das in der Natur nicht
immer der Fall. Die Diskrepanzen zwischen Hund und Katze
basieren im Grunde nur auf
"Verständigungsschwierigkeiten", die auf die
unterschiedlichen Verhaltensweisen der beiden
zurückzuführen sind. Lernen sie diese zu verstehen oder
sind womöglich zusammen aufgewachsen, können Hund und
Katze die besten Freunde sein.

Rolf Thum aus Hockenheim schrieb
einen sehr interessanten Kommentar zu den Redewendungen,
den ich gerne hier anfügen möchte: "Das
Katzenfrühstück oder der Katzenjammer kommt genauso wie
der Muskelkater vom "Kartarrh", hat also
ursprünglich nix mit der Katz zu tun. Der Volksmund hat
dann die Redewendungen verkauderwelscht und heute
rätselt man, was die armen Tiere mit solchen
Gefühlsregungen zu tun haben mögen. Noch was, am Rande:
Die "schwarze Katze" als Unglücksbringer war
im eigentlichen (Hoch)Mittelalter nicht bekannt. Das kam
erst in der Zeit der Hexenverfolgung und die war in der
Renaissance, also in einer Zeit, in der die
mittleralterliche Weltanschauung durch die Aufklärung
ersetzt wurde und es überhaupt viele Verunsicherungen in
der Bevölkerung gab und damit Zuflucht zu irrationalen
Ansichten."


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