Katzen in der Literatur - Gedichte

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                                                   Gedichte                                               

Die Katze (von Charles Baudelaire)

Katzen (von Eleanor Farjeon)

Katzentier

Die Nachtigall und die Katze

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Die Katze
Charles Baudelaire, ins Deutsche übertragen von Carlo Schmid

Komm, schöne Katze, auf mein liebend Herze
Und halte noch zurück der Pfote Krallen;
Laß tauchend mich in Deine Augen fallen,
Worin sich mischen der Achat und Erze.

Wenn meine Finger streicheln ohne Hasten
Dein Haupt und den geschmeidigsten der Rücken,
Die Hände trunken werden vom Entzücken,
Den Leib, der Ströme ausschickt, abzutasten,

Seh` ich mein Weib im Geist! Sein Blick versehrt
Wie Deiner, du so liebenswertes Tier,
Gleich tief und kalt und schneidend wie ein Schwert.

Und von dem Fuß zum Haupte schwimmen ihr
In flüchtigen Häuchen Düfte voll Gefahren,
Die ihres braunen Leibes Reiz sich paaren.

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"Katzen"
Eleanor Farjeon

Katzen schlafen überall,
auf jedem Tisch, jedem Stuhl,
auf dem Klavier, der Fensterbank,
in der Mitte, in den Ecken,
in der Schublade, im leeren Schuh,
auf irgendeinem warmen Schoß,
eingezwängt in einem Pappkarton,
im Kleiderschrank bei deinen Sachen -
was soll man machen?
Ganz egal, Katzen schlafen
überall!

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Katzentier

Eines Sonntags, völlig arglos,
sitzt beim Kaffee du um vier
Plötzlich maunzt es, raschelt, kratzt es-
es erscheint ein Katzentier

Mit den Pfoten samtenzart
unnachahmlich in der Art,
schleicht es sich mit viel Allüre
heimlich durch die Hintertüre

Schlabbert zierlich und mit Wonne
Milch, die du ihm eingegossen
Und schon hast du ganz ungeplant
einen neuen Hausgenossen

Unnütz, Unmut zu bekunden
denn noch eh du dich versehn,
hat er seinen Platz gefunden
und das Wunder ist geschehn.

Schnurrend drang er in Dein Leben
das er zärtlich nun regiert
Macht zum Katzennarr dich eben-
stahl dein Herz ganz ungeniert.

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Die Nachtigall und die Katze

Die Nachtigall sie schlaget
In Blitz und Donner fort,
So lang' ein Baum noch stehet,
Bleibt jubelnd sie am Ort.
Sie jauchzet auf am Morgen,
Sie liebt das Tageslicht,
Doch Katzen, ihre Feinde,
Vertragen solches nicht.

Die Katze webt im Dunkeln,
Ist Königin der Nacht,
Doch Nachtigall trotzt singend,
Nächtlich der finstern Macht.

Die Dichter alle dichten,
Trotz Nacht, Verrat und Spott,
Inmitten ihrer Feinde
Ruhig getrost auf Gott! -

Von jedem Platz der Erde,
Von dem er nicht verbannt,
Hat stets der wahre Dichter
Sein Veto ausgesandt.

Und Beide, Beide hören
Zu singen niemals auf:
Ihr Katzen und Philister,
Mein Ehrenwort darauf!

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