Escenas:
2 3 4 5In Sachsens Werkstatt. Im Hintergrunde die halbgeöffnete Ladentüre, nach der Strasse führend. Rechts zur Seite eine Kammertüre. Links das nach der Gasse gehende Fenster, mit Blumenstöcken davor, zur Seite ein Werktisch. Sachs sitzt auf einem grossen Lehnstuhle an diesem Fenster, durch welches die Morgensonne hell auf ihn bereinscheint; er hat vor sich auf dem Schosse einen grossen Folianten und ist im Lesen vertieft. - David zeigt sich, von der Strasse kommend, unter der Ladentüre; er lugt herein und, da er Sachs gewahrt, fährt er zurück. Er versichert sich aber, dass Sachs ihn nicht bemerkt, schlüpft herein, stellt seinen mitgebrachten Handkorb auf den hinteren Werktisch beim Laden und untersucht seinen Inhalt; er holt Blumen und Bänder hervor und findet endlich auf dem Grunde eine Wurst und einen Kuchen; er lässt sich an, diese zu verzehren, als Sachs, der ihn fortwährend nicht beachtet, mit starkem Geräusch eines der grossen Blätter des Folianten umwendet.
DAVID
(fährt zusammen, verbirgt das Essen und wendet sich zurück)SACHS
DAVID
(verwundert über Sachsens Freundlichkeit)SACHS
DAVID
SACHS
DAVID
(für sich)SACHS
DAVID
SACHS
DAVID
(der allmählich wieder zu stehen gekommen )SACHS
DAVID
(lächelnd)SACHS
(immer ruhig, ohne seine Stellung zu verändern)DAVID
SACHS
DAVID
SACHS
DAVID
SACHS
DAVID
SACHS
DAVID
(für sich)SACHS
Escenas:
1 3 4 5Walther tritt unter der Kammertür ein. Er bleibt einen Augenblick dort stehen und blickt auf Sachs. Dieser wendet sich und lässt den Folianten auf den Boden gleiten.
SACHS
WALTHER
Ein wenig, aber fest und gut.
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
(lächelnd)SACHS
(lachend)WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
(sich zu Hans Sachs am Werktisch setzend, wo dieser das Gedicbt Waltbers nacbschreibt)SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
(gerübrt)WALTHER
SACHS
(sehr gerührt)WALTHER
(schnell aufstehend)SACHS
(sich ebenfalls erhebend und mit freundlicher Entschiedenheit zu Walther tretend)WALTHER
SACHS
Escenas:
1 2 4 5Man gewahrt Beckmesser, welcher draussen vor dem Laden erscheint, in grosser Aufgeregtheit hereinlugt und, da er die Werkstatt leer findet, hastig hereintritt. Er ist sehr aufgeputzt, aber in sehr leidendem Zustande. Er hinkt und streicht sich den Rücken und die Knie. Er setzt sich auf den Schusterschemel, fährt aber schnell schmerzhaft wieder auf. Er hinkt immer lebhafter umher. Wie um nicht umzusinken, hält er sich an dem Werktisch an und starrt vor sich hin, - sein Blick fällt durch das Fenster auf Pogners Haus. Ärgerliche Gedanken entstehen ihm dadurch. Die Eifersucht übermannt ihn; er schlägt sich vor den Kopf. Er wendet sich mechanisch wieder dem Werktische zu. Sein Blick fällt auf das von Sachs zuvor beschriebene Papier, das auf dem Werktisch zurückgeblieben war; er nimmt es neugierig auf, überfliegt es mit wachsender Aufregung und bricht endlich wütend aus.
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
(wütend)SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
(auf den Werktisch blickend)BECKMESSER
(das Blatt hervorziehend)SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
(in freudigem Schreck aufspringend)SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
(ganz zutraulich)SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
(sich vergnügt die Hände reibend)SACHS
BECKMESSER
SACHS
(Beckmesser gedankenvoll lächelnd nachsehend)Escenas:
1 2 3 5Eva, reich geschmückt, in glänzend weisser Kleidung, etwas leidend und blass, tritt zum Laden herein.
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
EVA
SACHS
WALTHER
(den begeisterten Blick unverwandt auf Eva)SACHS
WALTHER
SACHS
WALTHER
SACHS
SACHS
EVA
(indem sie Sachs zurückhält und von Neuem an sich zieht)SACHS
SACHS
EVA
SACHS
WALTHER
DAVID
MAGDALENE
SACHS
(zu den Übrigen sich wendend)Escenas:
1 2 3 4Nach dem Vorspiel ist die Bühne verwandelt. Sie stellt jetzt einen freien Wiesenplan dar, im ferneren Hintergrunde die Stadt Nürnberg. Die Pegnitz schlängelt sich durch den Plan. Buntbeflaggte Kähne setzen unablässig die ankommenden, festlich gekleideten Bürger der Zünfte, mit Frauen und Kindern, an das Ufer der Festwiese über. Eine erhöhte Bühne, mit Bänken und Sitzen darauf, ist rechts zur Seite aufgeschlagen; bereits ist sie mit den Fahnen der angekommenen Zünfte ausgeschmückt; im Verlaufe stecken die Fahnenträger der noch ankommenden Zünfte ihre Fahnen ebenfalls um die Sängerbühne auf, so dass diese schliesslich nach drei Seiten hin ganz davon eingefasst ist. - Zelte mit Getränken und Erfrischungen aller Art begrenzen im Übrigen die Seiten des vorderen Hauptraumes. Vor den Zelten geht es bereits lustig her: Bürger, mit Frauen, Kindern und Gesellen, sitzen und lagern daselbst. - Die Lebrbuben der Meistersinger, festlich gekleidet, mit Blumen und Bändern reich und anmutig geschmückt, üben mit schlanken Stäben, die ebenfalls mit Blumen und Bändern geziert sind, in lustiger Weise das Amt von Herolden und Marschällen aus. Sie empfangen die am Ufer Aussteigenden, ordnen die Züge der Zünfte und geleiten diese nach der Singerbübne, von wo aus, nachdem der Bannerträger die Fahne aufgepflanzt, die Zunftbürger und Gesellen nach Belieben sich unter den Zelten zerstreuen. - Soeben, nach der Verwandlung, werden in der angegebenen Weise die Schuster am Ufer empfangen und nach dem Vordergrund geleitet.
DIE SCHUSTER
(mit fliegender Fahne aufziehend)DIE SCHNEIDER
(mit fliegender Fahne aufziehend)DIE BÄCKER
(mit fliegender Fahne aufziehend)DIE SCHUSTER
DIE SCHNEIDER
LEHRBUBEN
DAVID
(vom Landungsplatz vorkommend)EIN PAAR LEHRBUBEN
(David winkend)DAVID
GESELLEN
(vom Ufer her)LEHRBUBEN
DAVID
LEHRBUBEN
ALLES VOLK
SACHS
POGNER
SACHS
(zu Pogner)BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
BECKMESSER
SACHS
KOTHNER
(hervotretend)BECKMESSER
(darauf strauchelnd, unsicher tretend undDAS VOLK
(sich gegenseitig anstossend)DIE LEHRBUBEN
(in Aufstellung)KOTHNER
BECKMESSER
(nach einem Vorspiel auf der Laute, um sich zu ermutigen)DIE MEISTER
(leise unter sich)DAS VOLK
(leise unter sich)BECKMESSER
(zieht das Blatt verstohlen hervor und lugt hinein; dann steckt er es ängstlich wieder ein.)DAS VOLK
Schöner Werber! Der find't wohl seinen Lohn.
Bald hängt er am Galgen! Man sieht ihn schon!
DIE MEISTER
BECKMESSER
(sich verzweiflungsvoll und ingrimmig aufraffend)BECKMESSER
(wütend den Hügel verlassend und auf Sachs zustûrzend)VOLK
KOTHNER
(zu Sachs)NACHTIGALL
(zu Sachs)VOGELGESANG
(zu Sachs)ORTEL UND FOLTZ
SACHS
(der ruhig das Blatt, welches ihm Beckmesser hingeworfen, aufgenommen hat)MEISTERSINGER
VOLK
SACHS
DIE MEISTER
SACHS
DAS VOLK
SACHS
DIE LEHRBUBEN
(in Aufstellung)WALTHER
DAS VOLK
(leise flüsternd)DIE MEISTERSINGER
(leise flüsternd)SACHS
WALTHER
DAS VOLK
(immer leiser, für sich)DIE MEISTERSINGER
SACHS
WALTHER
(sehr feurig)DAS VOLK
DIE MEISTER
(sich erhebend)POGNER
EVA
(zu Walther, indem sie ihn mit einem Kranz aus Lorbeer undSACHS
(zum Volk gewandt, auf Walther und Eva deutend)DAS VOLK
(in jubelnder Bewegung)DIE MEISTERSINGER
(feierlich sich zu Pogner wendend)POGNER
(mit einer goldenen Kette, dran drei grosse Denkmünzen, zu Walther)WALTHER
SACHS
(auf Walther zuschreitend und ihn bedeutungsvoll bei der Hand fassend)VOLK