LYRIK & POP ¦¦ Alexandre Martins


Beiträge zur modernen Populärmusik


[A-F]    [G-O]    [P-U]    [V-Z]


[A-F]

Afonso, José
Portugiesischer Liedermacher und Komponist (1929-1987), die herausragendste Persönlichkeit des Protestlieds mit einem Œvre von beinahe drei Jahrzehnten. Afonso stammt mit Adriano Correia de Oliveira aus der jüngeren Generation der Vertreter der Coimbra-Ballade der 1950er und 1960er. Er öffnete sich in musikalischer und poetischer Hinsicht und führte damit eine neue Strömung an, die bald als "canção de intervenção política" bezeichnet wurde. Die Nähe zum literarischen Neo-Realismus (Poesie der 1940 und 1950) ist offensichtlich und geht über die rein ideologische Bindung als oppositionelle Bewegung hinaus. Afonso wird als einer der wichtigsten Avantgarde-Künstler Portugals betrachtet. Das in Paris aufgezeichnete Album Cantigas do Maio (1971) gilt als eine der bahnbrechendsten musikalischen Beiträge der zweiten Jahrhunderthälfte in Portugal.

Cazuza
Brasilianischer Sänger und Songschreiber, der ab 1981 mit der Gruppe "Barão Vermelho" und vier Jahre später in seiner Solokarriere eine besondere Fusion zwischen seiner Rockgeneration und der durchaus poetischen Bossa Nova entwickelte. Agenor Miranda Araújo Neto (1958-1990), so sein bürgerlicher Name, schrieb mit dem Gitarristen Roberto Frejat viele große Erfolge der 1980er. Seine ob des frühen Todes an AIDS kurze, aber markante Intervention in der brasilianischen Musikszene hinterließ wahre Schätze wie Codinome Beja-Flor, Faz parte do meu Show, Exagerado, Todo Amor que houver nesta Vida und Brasil.


[G-O]

Gurtu, Trilok
Der indische Ausnahmeschlagzeuger stammt aus einer musikalischen Familie (Mutter Shoba Gurtu ist eine bedeutende Sängerin der klassischen indischen Musik). Nach vielen Einsätzen bei Jazzprojekten der 1970er und 1980er (u.a. Jan Garbarek) entwickelte Gurtu nicht nur sein außergewöhnliches Perkussionset, das er meist in der Hocke bedient, sondern ab 1988 auch ein Soloprojekt, das natürlich umgehend in der world music-Schublade landete. Gurtu verbindet - auch in unzähligen Gastauftritten - indische, afrikanische und auch südamerikanische Musik- und vor allem Rhythmustradidionen zu einem multiethnisch geprägten Jazzrock. Seine Konzerte sind ein Ereignis, unter anderem auch dank der fliegenden Rotation Gurtus zwischen Trommeln, digitalen Drumpads, Becken, rhytmischem Kathak-Gesang und Tablas.

Kraftwerk

Die Pioniere der elektronischen Musik um die Düsseldorfer Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben haben seit 1970 insgesamt 11 Studioalben herausgebracht. Das programmatisch und konzeptuell wichtigste Werk, Die Mensch Maschine, erschien 1978. Kraftwerk stehen auch im 21. Jahrhundert weiterhin für klassisch orientierte Melodien, synkopierte Rhytmusstrukturen und für das maximale Ausloten synthetischer Klangräume. Auf der Konzeptebene verarbeitet das Projekt modernistisch-urbane Motive und Diskurse rund um die Themenfelder Mensch und Maschine (Die Mensch-Maschine, 1978; Computerwelt, 1981; Electric Café, 1986) und zentraleuropäischer Identität (Autobahn, 1974; Trans Europa Express, 1977; Tour de France Soundracks, 2004). Während die Abstände zwischen Studioalben immer größer werden, bleiben die Kraftwerker weiterhin ihren Arbeitsprinzipien treu: fast jeden Tag tüftelt die aktuelle Besetzung Hütter/Schneider/Hilpert/Schmitz im mittlerweile legendären Kling Klang-Studio an Rhytmen, Klängen und Samples - getreu dem bewährten Motto "Wir spielen die Maschinen, die Maschinen spielen uns" (Ralf Hütter). So definieren sich die Kraftwerker nicht als Musiker, sondern vielmehr als "Musikarbeiter", die nicht an ihren Kompositionen, sondern am "Data Mix" werkeln.

Lukather, Steve
US-Amerikanischer Auftragsgitarrist, der mit anderen Sessionmusikern 1977 die Gruppe "Toto" (Africa, Rosanna) gründete, wo der Musiker bis heute auch gesanglich und kompositorisch entscheidend mitwirkt. Seit 1989 führt Lukather seine mehr oder minder regelmäßige Solokarriere (Lukather, 1989; Candyman, 1994; Luke, 1997), widmete sich in den letzten Jahren aber intensiv seiner Stammband, wobei auch sein Auftragsspiel sich allmählich in geordneteren Bahnen bewegt: seit seiner Jugend wurde Lukather im Akkord als Sessionmusiker gebucht und ist somit auf hunderten von Alben - quer durch die stilisische Landschaft - zu hören, darunter auf Werken von so wohlklingende Namen wie Barbara Streisand, Michael Jackson und Al Jarreau. Dies unterstreicht seine nahezu perfekte und bisweilen rasante Spieltechnik..

Madredeus siehe Magalhães, Pedro Ayres

Magalhães, Pedro Ayres
Seit über zwei Jahrzehnten gehört der Portugiese P. A. Magalhães zu den produktivsten Initiatoren von Musikprojekten. Sein im Rahmen der modernen Populärmusik beachtlicher Output an poetischen Musiktexten vervollständigt dies. Der Gitarrist und Bassist (geb. 1959) begann Ende der 1970er mit dem Projekt Corpo Diplomático, dessen Stammbesetzung ab 1981 unter dem Namen Heróis do Mar - mitten im Sog des "New Wave" - für Aufruhr sorgen sollte. Wenige Jahre nach dem Sturz der Diktatur (1974) konnte der programmatische Bezug der Gruppe (Bandname, Auftreten, Liedtexte) nur polarisierend auf das zumeist junge Publikum wirken. Doch das Projekt setzte sich durch und hatte an der Seite von Rui Veloso, Xutos e Pontapés und UHF seinen Anteil am "Novo Rock Português". Texter Magalhães´ besingt hauptsächlich das (alte) Portugal der Seefahrt und der saudade - letzteres ein motivisches und metaphorissches Feld, das der Dichter auch in zukünftigen Projekten durchhalten sollte. Als Heróis do Mar 1986 mit dem Album Macau ihren musikalischen Höhepunkt erreichen, hatte sich Magalhães bereits für eine Einbringung seiner poetischen Feder in einem anderen musikalischen Kontext interessiert. Die Bevorzugung von einer akkustisch-klassischen Instrumentierung ließ ihn und Gabriel Gomes (von Sétima Legião) nach einer entsprechenden Stimme suchen. Fündig wurden sie bei der jungen Studentin Maria Teresa Salgueiro, mit der unter dem Namen Madredeus und mit teils wechselnder Besetzung in den nächsten Jahren eine Weltkarriere gestartet wurde, die bis heute anhält. Da lässt es sich verkraften, wenn Madredeus fälschlicherweise als internationale Vertreter einer neuen Art des Lissabonner Fado bezeichnet werden - dabei ist dieser Bezug rein literarisch. Parallel beteiligte sich der Texter und Musiker kurzzeitig bei der Gruppe Delfins, die Ende der 1980er bis Mitte der 1990er mit ihrem seichten Pop einige Erfolge hatte. Anfang der 1990er initiierte Magalhães zudem ein kurzlebiges, aber erwähnenswertes Projekt. Unter dem Namen Resistência vereinten sich zahlreiche Musiker verschiedenster Pop- und Rockgruppen, die sich damit nicht nur gegen den geringen Anteil portugiesischer Musik im nationalen Radioprogramm manifestierten, sondern mit zwei Studioalben und einer landesweiten Tournee das Liedgut von zwanzig Jahren (gemäß der "unplugged"-Welle) in rein akkustisch umarrangierten Vesionen neu aufleben ließen. Es wurden Stücke vor allem von José Afonso, A. Variações, Xutos e Pontapés, Delfins und Rádio Macau neu aufgelegt. Resistência steht damit zugleich für den ersten umfassenden internen Diskurs der modernen portugiesischen Populärmusik.


[P-U]

Pink Floyd
1965 zunächst unter dem Namen "Tea Set" gegründet im Rahmen eines sich psychedelisierenden Bluesrock britischer Spielart. Kreativer Kopf der Band war zunächst Roger Keith "Syd" Barret (1946-2005; Gitarre, Komposition und Dichtung), dessen beträchtlicher LSD-Konsum ihn allmählich mental auf Eis legte. Kurz vor Barrets schleichenden Rauswurf unterstützte ab 1968 Gitarrist David Gilmour die Gruppe. Letzterer sollte dann für die nächsten gut drei Jahrzehnte den charakteristischen Klang des Quartetts entscheidend mit prägen. In lyrisch-konzeptueller Hinsicht setzte sich ab Mitte der 1970er (The Dark Side of the Moon, 1974) Bassist Roger Waters durch. Sein ideell-ideologischer Beitrag kulminierte in der Rockoper epischen Ausmaßes The Wall (Doppelalbum, Live-Aufführungen und Kinofilm 1979-1982) und in dessen quasi-Fortsetzung The Final Cut (1983). Waters kreativer Ideenreichtum war in dieser Phase gleichbedeutend mit der Bewältigung autobiographischer Traumata, gepaart mit einer stark politisierten Sozialkritik an einer konsumistischen Gesellschaft, deren Nachkriegsträume von Wohlstand und Frieden zu relativieren seien. Das dadurch Pink Floyd fast zu seinem eigenem Projekt wurde, dessen Funktion Waters selbst allmählich als voll erfüllt betrachtete, führte zum Zerwürfnis mit den verbliebenen anderen beiden (Gilmour und Schlagzeuger Nick Mason; Keyboarder Richard Wright war bereits im Laufe der The Wall-Phase ausgeschlossen worden). Ein Rechtsstreit brachte 1987 folgendes Ergebnis: Der Bandname verblieb bei Gilmour/Mason, die Rechte an der Aufführung von The Wall besitzt seitdem Waters (was er im Sommer 1990 für ein pompöses Wiederaufführen in Berlin auch nutzte). 1987-1995 kehrte die Besetzung Gilmour/Mason/Wright als Pink Floyd zurück (zwei Alben, zwei Welttourneen). Waters teils vielbeachtete Solokarriere entwickelte seinen Ansatz weiter (vier Alben und kürzlich die Oper Ça Ira). Ein aufsehenerregendes Zusammentreffen aller vier im Rahmen von Bob Geldofs Live8 (London, 2005) wird wohl eine einmalige Aktion bleiben, denn nun hat sich auch Gilmour seiner bisher nur sporadisch gepflegten Solokarriere gewidmet (On an Island, Album und Tournee 2006). Schlagzeuger Nick Mason veröffentliche 2005 seine Sicht der Bandgeschichte (Inside Out - mein persönliches Portrait von Pink Floyd), wobei auch die Kritiken und Anregungen der anderen drei (mittlerweile wieder versöhnten) Mitglieder einflossen.
 

Spliff
Berliner Quartett, das bis 1979 als "Nina Hagen Band" für gleichnahmige Punkdiva im Dienst (zwei Studioalben) war und in der ersten Hälfte der 1980er eine der wenigen ernsthaften Ansätze der Strömung darstellten, dessen seichtere und kommerziellere Variante heute nur noch mit dem definitorisch höchst unscharfen Sammelbegriff Neue Deutsche Welle bezeichnet wird. Unter dieser Betrachung bleibt Spliff die Band der Erfolgstitel Carbonara, Das Blech und Heut´ Nacht. Spliff bestachen durch hervorragende instrumentelle Qualität (Herwig Mitteregger saß am Schlagzeug) und entsprechenden elektroakustischen Klangwelten zwischen Punk, Jazz und Rock. Die Texte geben sozialkritisch die Absurdidität der Moderne wieder. Ein für 1986 angekündigtes Album kam (leider) niemals heraus, da sich die Musiker mittlerweile verschiedenen Projekten widmeten. Schlagzeuger Mitteregger lancierte seine Solokarriere, Bassist Manfred Praeker lebt in Portugal, wo er ein Tonstudio besitzt, in dem schon das eine oder andere internationale Erfolgsalbum produziert wurde. Reinhold Heil tritt konstant als erfolgreicher Filmmusikkomponist und -produzent in Erscheinung (Lola rennt, Das Parfum). Die 1993 erschiene Zusammenstellung (Alles Gute - Das Beste von Spliff) enthält einen Überblick über die kurze aber markante Karriere.

Silly
Ostrockband um die charismatische Sängerin Tamara Danz. 1978 gegründet, erlangte die Gruppe 1982 mit dem Album Mont Klamott den Durchbruch. Spätestens 1986 (Batallion d´Amour) erlangte die Gruppe, deren Auftreten und Texte immer kritischer bis rebellischer wurden, Kultstatus. Auch im Westen, wo die Langspielplatten als Nachzügler veröffentlicht wurden, wurde die Gruppe immer bekannter. Auch nach der Wende begleitete das Schaffen der Band die erste Ernüchterung des wiedervereinigten Deutschlands. Texter in der ersten Phase war hauptsächlich Werner Karma, später Gerhard Gundermann und in der letzten Phase die Sängerin Danz selbst. Ihr Krebstod 1996 bedeutete das vorläufige Ende für eine der expressivsten (gesamt-)deutschen Musikgruppen.

Trovante

Portugiesische Formation, 1976 gegründet und 1992 aufgelöst. Die Generation der Musiker von Trovante bilden auch in musikalischer und poetischer Hinsicht den Übergang von der Protestmusik der 1960er und 1970er zur Pop- und Rockwelle der 1980er in Portugal. Bis Mitte der 1980er instrumentell noch sehr in der popularen Musiktradition verhaftet, entwickelte die Gruppe vor allem ab dem Album Terra Firme (1987) einen urbaneren Klang. Das letzte Studioalbum Um destes dias... erschien 1991 und wurde von der nationalen Musikkritik mehr als nur unterschätzt, obwohl es interessante intermediale Bezüge beinhaltet (Histórias de Motel, angelehnt an Sam Shepards Motel Chronicles, sowie Baltazarblimunda, inspiriert von den Protagonisten in José Saramagos Memorial do Convento). 1999 gab es auf Einladung des damaligen Staatspräsidenten Jorge Sampaio ein Zusammentreffen aller Mitglieder der Gruppe. Das Konzert wurde als Doppellivealbum veröffentlicht (Uma noite só - Ao vivo no Pavilhão Atlântico, 2000). Manuel Faria, der bei Trovante für die Tasteninstrumente, Arrangements und einige Kompositionen zuständig war und heute die Musikproduktionsfirma Indigo unterhält, publizierte 2003 eine interessante Sicht der Werdegangs seiner Band und auch der nationalen Musikszene seit Mitte der 1970er (Trovante - Por detrás do palco).


[V-Z]

Variações, António
Portugiesischer Sänger und Songschreiber. Für die Entwicklung einer eigenständigen Popszene war der Nordportugiese António Joaquim Rodrigues Ribeiro (1944-1984) das, was José Afonso für das Protestlied der 1960er und 1970er war. Variações setzte stilistisch, ästhetisch und auch inhaltlich Maßstäbe, wobei er sein bewußt vertretenes Konzept der bedingungslosen Fusion von angelsächsischer Modernität und nordportugiesischer Volksmusik mit seinem eigenen Wahlspruch "...zwischen New York und der Pfarrkirche von Braga" selbst am Besten beschrieb - und auch recht kompromisslos umzusetzten wusste. Diese so simple wie geniale Absicht erscheint bis zum heutigen Tage einzigartig, wobei betont werden  muß, dass Variações keine musikalische Vorbildung hatte und auch kein Instrument beherrschte. Sein Plattenvertrag von 1978 wurde erst ab 1982 unter antwaltlichem Druck eingelöst. Bis zu seinem jähen Tod an der Immunschwäche AIDS veröffentlichte der extravagante Frisör lediglich zwei Alben (Anjo da Guarda, 1983 und Dar e Receber, 1984), ließ aber noch genügend Material, das 1989 die Sängerin Lena D´água (Tu aqui) und erst kürzlich das Projekt Humanos (Humanos , 2004) einspielen durften.

José Cid
Die ersten Beiträge moderner Beat- und Rockmusik in Portugal sind untrennbar mit dem Komponisten, Texter und Tastenmann José Cid Tavares verbunden. In den 1960ern begann er mit der Gruppe "The Babies", wandte sich aber schnell von dem ewigen Darbieten von Beatles-Coverversionen ab und wurde ab 1965 Kopf der ersten portugiesischen psychedelischen Gruppe "Quarteto 1111". Gleichzeitig mit mehreren Projekten verbunden (u. a. Green Windows), nahm er 1978 das auch international sehr anerkannte progressive Rockalbum 10000 anos depois entre Vénus e Marte auf. In den siebziger und Anfang der achtziger Jahre war Cid verlässlicher Lieferant von Titeln für den Eurovision Song Contest. In der Folgezeit wurde er von Kritikern wegen der Tendenz zu seichten Popsongs in die Schublade der folkloristisch-banalen música pimba gesteckt. Weder Text noch Musik lassen diese Abwertung zu, gehört José Cid zu den produktivsten und einflussreichsten Textern, Komponisten und Musikern seines Landes.

Rui Veloso
Gilt seit seinem Debütalbum Ar de Rock (1980) als "Vater" des portugiesischen Rock. Velosos rockig-bluesiges und sololastiges Spiel ist seitdem Vorbild für jeden Liebhaber des elektrischen Gitarrenspiels. In einem lange Zeit vom Fado und Carlos Paredes dominierten Land mit Sicherheit eine hart erkämpfte und verdiente Position. Fester Bestandteil von Velosos Werk - und damit für den textlichen Anteil zuständig - ist Dichter und Musiker Carlos Tê. Kürzlich ließ sich Veloso zum runden Jubiläum seines Debüts von anderen Gruppen feiert, legte mit dem Album A espuma das Canções (2005) aber erneut ein verlässliches Werk mit neuen Titeln vor.

Kiss
Hardrock-Formation aus New York, die sich 1972/73 um den Bassisten Gene Simmons (*1949) und Gitarristen Paul Stanley (*1952) gründete. Anfangs kompensierte man das Fehlen musikalischer Qualität mit Lautstärke, Horror-SciFi-Kostüme, viel Schminke und einem glamourös-schaurigen Bühnenauftritt. Nach einer kometenhaften Karriere bis zum 1979er-Album Dynasty (mit dem Welthit I was made for lovin´ You) führten einige personelle Wechsel 1983 schließlich zur Aufgabe des Versteckspiel hinter den Schminkmasken - dem eigentlichen Markenzeichen der Gruppe. Kiss reihten sich im Popjahrzehnt also eher unspektakulär in die endlosen Reihe der melodischen Poprock-Gruppen härterer Gangart, wobei in dieser Zeit musikalisch einige interessante Songs entstanden. 1998 kam es schließlich zur Wiedervereinigung der Originalbesetzung Simmons/Stanley/Frehley/Criss und zu mehreren Welttourneen, wobei nach wenigen Jahren erneut die Besetzung einigen Änderungen unterworfen war. Kiss sind allem voran ein Beispiel für die konsequente Vermarktung eines Gruppenimages und stehen damit für die größmögliche Kommerzialität im Feld des Heavyrock.


zurück


© Alexandre Martins, 2006
1