Allgemeine Informationen zur Aufzucht von Pfefferpflanzen: 

Praktisch alle Pfefferpflanzen, sowohl "heiße" als auch "glockenartige", sind in den tropischen Bereichen von Süd- und Zentralamerika heimisch und deshalb empfindlich gegen Frost. Bedingt durch das kühlere Klima in Deutschland sollte man die Samen 8-10 Wochen vor Ende der typischen Frostperiode (Eisheilige) aussähen (z.B. in halbe Milchkartons, abgeschnittene 1,5 Liter Plastikflaschen, Aluminiumdosen oder kleine, 8-10 cm tiefe, Plastikbecher. Wichtig sind Löcher im Boden für die Be- und Entwässerung. 
Gefüllt werden die Behälter mit sauberer, feiner Pflanzerde. Auf keinen Fall darf nur Gartenerde verwendet werden, da sie oft zu hart wird - Mischungen zusammen mit Torf oder Kompost sind auch geeignet. Die Samen leicht wässern und eine Minimaltemperatur von ca. 21°C halten (manche Pfefferarten benötigen jedoch 25-30°C). Niedrigere Temperaturen verlängern die Zeit bis zum Keimen erheblich. Bei 27°C keimen die meisten Pfefferarten innerhalb von 10 - 15 Tagen aus, bei 21°C dauert es etwa 3 - 4 Wochen. Plätze wie z.B. auf dem Kühlschrank (Abwärme) oder auf Boilern/Heizungskörpern sind deshalb am Günstigsten. Licht ist bis zum Erscheinen der ersten Sämlinge nicht nötig.  
Nach dem Wuchs der ersten Blätter ist Licht der wichtigste Wachstumsfaktor. Am Besten installiert man eine "Pflanzenlampe". Das Licht sollte direkt von oben auf die Pflanzen scheinen mit einem Abstand von nicht mehr als 2,5 cm (optimal sind 14 - 16 Stunden am Tag). Auswirkungen von zu wenig Licht sind u.a. blasse, schwache dünne Pflanzen mit langen Stämmchen.  
Weil die Pflanzerde meist selbst wenige Nährstoffe besitzt, muß nach dem Wuchs der ersten Blätter wahrscheinlich gedüngt werden. Je nach Bedarf sollte man einmal in der Woche einen normalen, flüssigen Dünger einsetzen. Die Pflanzen sollten aber nicht eher gegossen, bis die Erdoberfläche trocken ist, sonst besteht die Gefahr von Pilzbildung. Pottasche und Phosphor werden von den Wurzeln und Blüten benötigt; Stickstoff von den Blättern. Eine Überdüngung mit Stickstoff bewirkt, daß die Pflanzen groß und buschig werden, aber ohne Blüten bleiben. 
Pfefferpflanzen benötigen gleichmäßige Bewässerung und eine gute Dränage.  
Nach und nach können die Sämlinge ins Freie gestellt werden: zuerst in eine schattige Umgebung, dann langsam an immer sonnigere Plätze (am Tag: 21°C - in der Nacht: 12°C) Die Schärfe der Früchte ist abhängig von Hitze und Sonnenlicht; heißere Sommer und volles Sonnenlicht führen zu schärferem Pfeffer. Dabei ist zu Beachten, daß die Pflänzchen nicht ganz austrocknen oder verbrennen. Wenn die ersten Blätterpaare gewachsen sind, kann umgepflanzt werden.  
Für das Anpflanzen in Behältern sollte man ausreichend große, schwarze Plastiktöpfe verwenden. Sie speichern das Wasser am Besten und geben Sonnenwärme durch ihre Farbe optimal an die Wurzeln ab:  Oft wird auch auf dem Boden zuerst eine ca. 5 cm Steinschicht eingefügt, um Wurzelfäulnis vorzubeugen. Da die Wurzeln der Pfefferpflanzen wesentlich stärker in die Tiefe, als in die Breite wachsen, sollten die Töpfe eine Tiefe von 30 - 46 cm haben. 

WICHTIG: nur EINE einzelne Pflanze pro Topf einsetzen! Tabasco-Pflanzen können dabei nach 2 Jahren eine Höhe von 1,70 m und einen Durchmesser von 1,80 m erreichen. Ein Zurückschneiden der Pflanzen in der Ruhephase (Winter) fördert später ein verstärktes Wachstum. 
In der Reihenaufzucht im Gartenbeet sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen 25 - 40 cm betragen; beim "Hügelanbau" setzt man höchstens drei Pfefferpflanzen zusammen.  

Chilepflanzen beginnen bei einer Höhe von 13 - 16 cm Blüten auszubringen. Blüten sind bekanntlich die Grundlage für spätere Früchte. Da es bei der Aufzucht in der Wohnung keinen Wind gibt, kann man die Blüten durch leichtes Schütteln bei der Selbstbefruchtung unterstützen oder mit einem kleinen Pinsel bzw. Qtip die Pollen verteilen. Streß für die Pflanze (etwas austrocknen lassen) kann zur Steigerung der Schärfe der Früchte führen. Um den Streß zu maximieren (und um Wasser zu sparen) stellt man die Behälter in hohe Untersetzer; beim Gießen dann soviel Wasser verwenden, bis auch die Untersetzer randvoll sind. Nach einigen Tagen (abhängig von Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind) sind die Pflanzen gut trocken und können wieder auf die gleiche Weise gewässert werden. Nach bisherigen Erfahrungen erhält man dadurch auch die höchste Fruchtproduktion.  

Falls Ihr Fragen habt oder diverse Sämereien braucht: einfach eine Email schicken; ich melde mich dann! 


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