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Sehnsucht anerkennen,
Ersatzbefriedigungen eingestehen,
Wut rauslassen

Du kannst nicht einfach so vergeben. Zuerst musst Du das rauslassen, was Du Dein Leben lang in Dich reingefressen hast.
Nach dieser Seite schaue hier rein:Vergebung praktisch

Wir mögen Schmerz nicht. Aber wir empfinden Schmerz darüber, dass wir in einer enttäuschenden und schlechten Welt leben. Wir finden immer neue Wege, um diesen Schmerz zu trüben, auszulöschen, von uns wegzuschieben, zu betäuben.
Wenn wir unsre Sehnsüchte nach demjenigen abtöten, für den wir geschaffen worden sind, drücken wir damit aus, dass Gott nicht genug ist.

Johannes 7,37: „Wenn jemand dürste, so komme er zu mir und trinke!“

Du empfindest Durst und Hunger – gerade auch in Deiner Seele. Einige dieser Sehnsüchte kannst Du stillen, andere nicht. Bei manchen musstest Du schon in der Kindheit lernen, dass sie anscheinend fehl am Platz sind (Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe, Anerkennung, Beachtung, Zärtlichkeit, Bewunderung,...). Vielleicht hast Du gelernt, Dir mit Ersatzbefriedigungen abzuhelfen (Hilsbereitschaft und gute Leistungen bringen = Anerkennung; hilfsbedürftig wirken = Liebe, Zuwendung; Flucht in Beziehungen = Geborgenheit, Zärtlichkeit;...).
Und jetzt verwechselst Du die ursprüngliche Sehnsucht mit der Sehnsucht, in die Du geflüchtet bist, die im Hier und Jetzt für kurze Zeit gestillt werden kann, die aber mit Sicherheit in Enttäuschungen und neuen Verletzungen endet.

Überlege, welche Sehnsüchte Du als Kind hattest, die nicht erfüllt wurden. Und dann denke darüber nach, wie Du jetzt mit ihnen umgehst. Gibst Du Gott eine Chance, dass Er sie stillen kann? Oder erwartest Du, dass andere Menschen sie stillen?
(Am besten ist, wenn Du nicht nur überlegst, weil Du dann leicht in Deinen Gedanken steckenbleiben kannst. Schreibe sie lieber auf!)

Joh. 7,37+38: „Wenn jemand dürste, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Jesus sagt nicht nur, dass er Deine Sehnsucht stillen wird, wenn Du zu Ihm kommst. Sondern dass Du so ausgefüllt werden wirst, dass auch andere Menschen davon profitieren werden!
Jer. 2,13+14: „Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten. Ist Israel (setz hier Deinen Namen ein, wenn es auf Dich zutrifft) ein Sklave, oder ist er (bzw. sie) gar ein Sklavensohn (bzw. –tochter)? Warum ist er zur Beute geworden?“

Überlege, wo Du Dich von Gott abgewendet hast. Wo hast Du die Quelle lebendigen Wassers mit rissigen Zisternen vertauscht? Wo hast Du Deine Sehnsucht nach Gottes Liebe mit Sehnsucht nach kurzzeitiger Befriedigung ausgetauscht?

Vielleicht versuchst Du Dich jetzt zu rechtfertigen: „Was hätte ich denn anderes machen sollen?“ oder „Ich komme aber von meinen Zwängen / von meinem Verhalten nicht los!“.
Du musst unterscheiden zwischen dem, was Du als Kind (oder in Ausnahmesituationen) gelernt hast und wie Du Dich jetzt als Erwachsener verhältst. Wenn Du als Kind von Deinen Eltern, Geschwistern, Freunden, Verwandten, Autoritätspersonen,... nicht das bekommen hast, was Du gebraucht hättest (siehe die Sehnsüchte von oben) und/oder verletzt worden bist, dann musstest Du Wege finden, Dir diese Sachen auf einem anderen Weg zu holen. Als Kind war das wichtig für Dich. Ganz ohne Sehnsüchte kann ein Mensch nicht leben. Aber viele Verhaltensweisen, die wir als Kinder gelernt haben, übernehmen wir als Erwachsene weiter. Wir lassen nicht zu, dass Gott unsre Sehnsüchte nun endlich stillen kann, sondern suchen weiter nach Ersatzbefriedigungen.
Der erste Schritt, da raus zu kommen, ist zu erkennen, dass dieses Verhalten Sünde ist. Damit meine ich nicht nur die offensichtlichen Gewohnheitssünden, sondern auch die krampfhafte Suche nach Anerkennung, Bestätigung, Erfolg. Durch dieses Verhalten hast Du Dich von Gott abgewendet und ihm keine Chance gegeben, Dich zu heilen (selbst, wenn Du vielleicht um Heilung gebetet hast!).

Für das, was jemand anders Dir angetan hat (besonders, wenn es in der Kindheit war, hast Du Dir vielleicht dafür die Schuld gegeben und fühlst Dich jetzt noch schuldig), kannst Du nicht Buße tun. Das wird Dich nicht frei machen! Du lebst dann nämlich nur mit den Auswirkungen der Sünde. Die Sünde selbst hat ein anderer an Dir getan. Du brauchst dafür keine Vergebung, sondern Heilung und Befreiung. Deine Sünden sind in diesem Fall die falschen Verhaltensweisen, die Du Dir bis jetzt behalten hast - die ursprünglich als Kind Dein Schutz waren. Die kannst Du nicht entschuldigen, sondern musst sie Gott bringen und Vergebung von Ihm empfangen.

Anderen vergeben zu können, die uns Verletzungen zugefügt haben, braucht Zeit. Gott verlangt nicht von uns, dass wir das sofort tun müssen. Aber Er möchte, dass wir unser Recht auf Rache an Ihn abgeben. Vergeben bedeutet nicht, den anderen in seinem Verhalten zu rechtfertigen oder in Schutz zu nehmen, sondern Gott zu überlassen, wie Er ihn dafür strafen oder zur Umkehr führen will.
Wenn wir selbst innerlich noch nicht von diesen Rachegedanken loskommen können, werden wir bitter. Wer am meisten darunter leidet, ist nicht der, der uns den Schmerz zugefügt hat, sondern wir selbst. Wir nehmen uns das Recht auf Freiheit.
Wenn wir dem anderen Gottes Vergebung zusprechen, werden wir die sein, die frei werden!
(Diesen Absatz findest Du ähnlich auch in "Vergebung praktisch" wieder, weil ich ihn sehr wichtig finde und daher nicht oft genug sagen kann. Dort gibt es dann auch praktische Schritte dazu. Aber ließ erst hier weiter.)

Jer.6,14: „Und sie heilen den Bruch der Tochter meines Volkes oberflächlich und sagen: Friede, Friede! – und da ist doch kein Friede.“

Es gibt eine tiefe Wunde, die Du zulassen musst. Das, was andre Dir angetan haben, kannst Du nicht einfach mal schnell vergeben. Du darfst Deinen Zorn zulassen, wenn Du ihn unser Leben lang unterdrückt und in Dich reingefressen hast.
Dabei ist es wichtig, dass Du eine Vertrauensperson (Therapeut/in oder Seelsorger/in) hast, bei der Du den Zorn rauslassen kannst; bei der Du auch weißt, dass sie ihn aushalten kann. Bitte tu es nicht an demjenigen, der Dich verletzt hat. Dann werden noch größere Wunden entstehen!
Heilsam ist auch, wenn Du einen Brief an denjenigen schreibst, der Dich verletzt hat oder der Dir als Kind das vorenthalten hat, was Du gebraucht hättest (dieser Brief ist natürlich nicht zum Abschicken gedacht!). In diesem Brief kannst Du Deine Wut zulassen und ausdrücken. Dann bleib aber nicht in Deinem Zorn stecken, sondern bring ihn zu Jesus.
Hilfreich ist es auch, wenn Du diesen Brief Deiner Vertrauensperon vorliest und ihn mit ihr zusammen zum Kreuz bringst. Wir müssen den versteckten Zorn zulassen, damit Gott ihn aus unserem Leben räumen kann!

Genauso müssen wir die Trauer über unseren Verlust zulassen. Wir haben etwas nicht bekommen, was wir dringend gebraucht hätten. Das tut weh. Und wir dürfen traurig sein!

 

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