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Vergebung praktisch
Wenn Du Deine Wut rausgelassen und gefühlt hast...
Wenn Du getrauert hast über die Verluste, die Du erlebt hast: die Entbehrung einer unbeschwerten
Kindheit, die Last, viel zu viel zu wissen, das jahrelange Gefangensein...
Wenn Du mit anderen zusammen den Missbrauch ein Stück weit aufgearbeitet hast...
... erst dann wird Dein Herz frei, Vergebung zu empfangen.
Du kannst Gottes Vergebung natürlich schon vorher annehmen und auch anderen Vergebung zusprechen.
Aber wirklich spüren wirst Du sie wahrscheinlich erst dann, wenn der ganze Müll raus ist.
Wie Gott Dir vergibt, beschreibt Paulus in der Bibel sehr schön:
„(13) Einst wart ihr tot, denn Ihr wart (...) in ein Leben voller Sünde verstrickt. Aber jetzt hat Gott Euch
mit Christus zusammen lebendig gemacht. Er hat uns unsere ganze Schuld vergeben.
(14) Den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen belastet hatte, hat er für ungültig erklärt. Er hat
ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.
(15) Die unsichtbaren Mächte hat er entwaffnet und sie zu ihrer Schande vor aller Welt in seinem
Triumphzug mitgeführt.“ Kolosser 2, 13-15 (Gute Nachricht)
Zu Vers 13:
Wenn Du ihm Deine Schuld bringst, dann vergibt er Dir alles! Alles, was Du getan hast – selbst das, was
Du dir noch nicht einmal selbst eingestehen willst (Aber denke dran, wie ich schon in Sehnsucht/
Ersatzbefriedigung/ Wut geschrieben habe: für das, was ein anderer Dir angetan hat, kannst Du nicht
um Vergebung bitten. Das war nicht Deine Schuld! Du brauchst dafür Heilung für Deine Wunden!).
Er wusste auch schon alles, was Du noch tun wirst. Und mit diesem Wissen hat er sich für Dich
entschieden und Dich angenommen.
Glaubst Du wirklich, dass er Dir alles vergeben hat? Wenn nicht, dann sag ihm, dass Du es nicht glauben
kannst. Er wird Dir den Glauben schenken!
Zu Vers 14:
Wenn es Dir schwerfällt, Gottes Vergebung anzunehmen, dann kannst Du es Dir auch zur Hilfe
verbildlichen, wie Paulus beschreibt, den Schuldschein als Kreuz zu nageln. Du kannst die Dinge
aufschreiben, die Du Dir nicht vergeben kannst. Dann verbrenne sie, nagel sie an einem selbst
gebastelten Holzkreuz fest, zerreiß sie oder was auch immer. Da darfst Du kreativ sein. Aber manchmal
ist es wichtig, eine Umkehr greifbar zu machen. Sonst kann der Teufel Dir leicht einreden, dass Du
damit gar nicht wirklich zu Jesus gekommen bist. Es kann deswegen besonders wichtig sein, einen
Zeugen dazuzunehmen.
Ich will Dich ermutigen, nicht nur einfach so im Stillen um Vergebung zu bitten, sondern das auch vor
einem Zeugen festzumachen, dem Du vertrauen kannst. Er kann Dir dann die Vergebung zusprechen und
Dich später, wenn Du Zweifel hast, wieder daran erinnern.
Wenn es keinen gibt, dann bitte Gott, dass er Dir jemanden schenkt!
Die Bitterkeit hat jetzt kein Recht mehr an Dich! Der Schuldschein hängt am Kreuz!
Zu Vers 15:
Das ist der Sieg, den wir nach unsrer bewussten Umkehr erleben werden! Diese Gewalten und Mächte,
die uns bis dahin noch in der Hand hatten, werden bloßgestellt! Mit der Zeit wird Gott die eigentliche
Schwachheit dieser Mächte entlarven. Sie können Dich dann nicht mehr fesseln, denn Gott hat Deine
esseln durchgeschnitten. Er wird das Wunder bewirken, dass Du seine Liebe und Schönheit genießen
kannst, während die Feinde (die oben genannten Mächte und Gewalten) neidisch zuschauen müssen.
Kennst Du den Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte“)? Da heißt es im Vers 5: „Du bereitest vor mir einen
Tisch angesichts meiner Feinde“. Du darfst also mit Jesus das schönste Festmahl einnehmen, während
Deine Feinde machtlos mit zusehen müssen. Tolle Aussicht, oder?
Aber wie vergebe ich anderen? Und muss das überhaupt sein?
Haben die meine Rache nicht
verdient?
Vergebung ist etwas, das wirklich nur Jesus schenken kann. Wir selbst sind einfach zu schwach dazu.
Was, wenn Du gar nicht willst? Vielleicht willst Du viel lieber sehen, wie Dein Missbraucher leidet.
Aber selbst den Willen dazu kann Dir Jesus schenken. Wieso er das tun sollte?
Weißt Du, wenn Du jemandem nicht vergeben willst, dann ist nicht er es, der am meisten darunter leidet –
sondern Du selbst!
Du selbst nimmst Dir das Vorrecht, von Jesus geheilt zu werden. Denn wenn soviel Bitterkeit in Deinem
Herz ist, wird kein Platz mehr für schöne Dinge sein. Wenn Du an Deinem Hass festhältst, wirst Du nie
erleben, was Liebe ist.
Deshalb wünsche ich Dir, dass Du Dein Recht auf Rache an Gott abgeben kannst. Er hat mit Dir gelitten,
als Du missbraucht worden bist! Glaub mir das!
Über Kindesmissbrauch sagt Jesus in Matthäus 18,6:
„Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es
besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“
(Selbst, wenn Du nie an Jesus geglaubt hast: Du warst auch gemeint mit den „Kleinen, die an mich
lauben“. Denn jedes Kind hat ursprünglich ein Wissen darüber und auch den Glauben daran, dass es Gott
gibt. Bis es ihnen von den Erwachsenen ausgeredet wird...)
So denkt Jesus über die Menschen, die Dich in Deiner Kindheit verletzt haben! Überlass es ihm, wie er
mit diesen Menschen umgehen wird. Ob er sie strafen oder zur Umkehr bewegen wird – das Wichtigste
ist, dass Du frei von Bitterkeit werden kannst!
Mir hat es sehr geholfen, den Menschen, die mir weh getan haben, erst einmal Gottes Vergebung
zuzusprechen. Weil Jesus mit all unseren Sünden am Kreuz starb, ist unsere Vergebung schon fertig.
Er ist als einziger fähig, jedem zu vergeben. An uns selbst liegt es, ob wir diese Vergebung annehmen
wollen oder nicht.
Weil ich also weiß, dass Jesus diesen Menschen vergibt, kann ich seine Vergebung nehmen und an sie
weitergeben.
Am besten ist auch hier wieder, dass Du dieses Gebet nicht alleine für Dich sprichst, sondern dass Du
Dir, wie oben beschrieben, einen Vertrauten als Zeugen dazunimmst. Mit ihm zusammen kannst Du dann
den Menschen, die Dich verletzt haben, Gottes Vergebung zusprechen.
Überlasse diejenigen, die an Dir gesündigt haben, bewusst Gottes Händen und seiner Vergebung! Dann
kann Gottes Vergebung auch in Dir völlig zur Entfaltung kommen!
Gott erhört dieses Gebet. Du wirst zwar wahrscheinlich nichts Besonderes fühlen. Denn Vergebung braucht Zeit.
Aber Gott wird Dein Herz mit der Zeit so verändern, dass Du immer freier von der Bitterkeit werden
kannst.
Vergebung bedeutet nicht, das Verhalten des anderen zu entschuldigen – ganz im Gegenteil. Sie erkennt
die Tragweite und die Auswirkungen dieser Schuld an.
Aber Vergebung macht Dich frei von den Fesseln, mit denen Du an diesen Menschen gebunden warst.
Erst dann wird er keine Macht mehr über Dich haben können!
Doch stelle Dich nicht selbst in Frage, wenn es sehr lange dauert. Hab Geduld mit Dir. Das geht nicht
alles auf einen Schlag, sondern es braucht Zeit. Vergebung ist ein Prozess.
„Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit:
Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten,
Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, Zeit fürs Weinen und
Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen, Zeit fürs Steinewerfen und Zeit fürs
Steinesammeln, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs sich Fernhalten vom Umarmen, Zeit fürs Suchen und
Zeit fürs Verlieren, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen, Zeit fürs Zerreißen und Zeit
fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden, Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen,
Zeit für Kriegen und Zeit für Frieden. (...) Alles hat Er schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat Er die
Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk nicht ergründet, das Gott getan hat, vom
Anfang bis zum Ende. (...) Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird.“
(Prediger 3,1-8+11+14a)
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