Indem man in der Gegenwart eines Mönches oder einer Nonne zum Buddha, zum Dhamma und zur Sangha. Zuflucht nimmt und die fünf Übungsregeln für buddhistischen Laien annimt, wird man der Form nach ein Buddhist.
Der Mönch oder die Nonne spricht die Worte vor und derjenige, der die Zuflucht nimmt, spricht sie nach:
Ich nehme Zuflucht zum Buddha. Ich nehme Zuflucht zum Dhamma. Ich nehme Zuflucht zum Sangha. Zum zweiten Mal: ich nehme Zuflucht zum Buddha Zum zweiten Mal: ich nehme Zuflucht zum Dhamma Zum zweiten Mal: ich nehme Zuflucht zum Sangha. Zum dritten Mal : ich nehme Zuflucht zum Buddha. Zum dritten Mal: ich nehme Zuflucht zum Dhamma. Zum dritten Mal: ich nehme Zuflucht zum Sangha.Die Zufluchtnahme ist nicht nur eine formale Handlung, sondern sie findet auch innerlich statt. Zuflucht nehmen bedeutet, sich in Situationen der Unsicherheit, der Ungewißheit, der Gefahr anzuvertrauen und Rat, Schutz und Hilfe zu suchen, obwohl der Körper des Buddha nicht mehr existiert und viele Bestandteile zerfallen ist, leben sein Vorbild und seine Tugenden noch in uns durch die Erzählungen und Berichte über ihn. Wie der Buddha selber lehrte, kann man nicht sagen, daß er nach dem Parinibana noch existiert, doch man kann auch nicht sagen, daß er nicht mehr existiert. Die Buddha-Natur ist unaussprechbar. So können wir unser Herz in Situationen der Not dem Buddha zuwenden. Das kann eine sehr große Hilfe sein. Die innere Zufluchtnahme zum Buddha ist sehr bedeutungsvoll. Sie kann zu einer Quelle der Kraft und des Mutes werden, vor allem wenn wir die Zuflucht zum Buddha zu einer Gewohnheit machen.
Das Dhamma ist die Lehre des Buddha, die Worte und Handlungen, durch die der Buddha auf die Wahrheit gewiesen hat. Das Dhamma ist auch diese letzte Wahrheit selber. Das Dhamma ist unsere Zuflucht, dadurch daß wir, wenn wir unsicher sind, wenn uns etwas nicht klar ist, wenn wir Rat brachen, uns fragen, was denn die Buddha-Lehre dazu sagt. Das Dhamm ist unsere Zuflucht dadurch, daß wir uns an der Buddha-Lehre orientieren und ihr folgen.
Unter dem Begriff Sangha versteht man die Gemeinde der erleuchten Mönche. Diesen erleuchten Mönchen und Nonnen vertraut man, und man sucht Rat bei ihnen. Wen wir zu diese erleuchteten Gemeinde Zählen möchten und wen nicht, das müssen wir selber entscheiden.
Zufluchtnahme ist die innere vertrauensvolle Hinwendung zum Buddha, zum Dhamma und zur Sangha. Sie ist eine Handlung des Vertrauens, das auf vernünftiger und weiser Überlegung basiert, Es ist zu empfehlen, daß Vertrauen und Weishet im Gleichgewicht sein sollten. Zunächst hört man sich das Buddha-Dhamma an, dann prüft man es, denkt darüber nach, probiert es aus, und dann paßt man Vertrauen, Ein anderer hat von vorne herein Vertrauen aufgrund der Roben oder dem Klang der Zeremonien, und dann prüft er trotzdem, ob das, was ihm gelehrt wird, der Wahrheit enstspricht. So gehen Vertrauen und Weisheit Hand in Hand.
Nach der Zuflucht bittet man den Mönch oder die Nonne um die Übungsregeln, Sie werden vorgesprochen und man spricht sie nach:
1. Ich nehme die Übungsregel auf mich, nicht zu töten. 2. Ich nehme die Übungsregel auf mich, nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde. 3. Ich nehme die Übungsregel auf mich, nicht ehezubrechen. 4. Ich nehme die Übungsregel auf mich, nicht zu lügen. 5. Ich nehme die Übungsregel auf mich, keine Rauschmittel einzunehmen.Die Übungsregeln schützen vor unheilsamen Handlungen und den schlechten Wirkungen die daraus enntstehen. Wir üben uns in der Einhaltung der Regeln, so gut wir können. Das Brechen einer Regel an sich zieht keine Bestrafung nach sich. Jeder bekommt die Wirkung auf sein Kamma. Die fünf Übungsregeln für die Laienanhänger schützen vor dem gröbsten Unheil.
Die Regel, nicht zu töten, bezieht sich auf alle fühlenden Wesen. Wer das Leben anderer Lebewesen schützt, der wird selber lange leben. Achtung vor dem Leben der anderen, das jedem so kostbar ist, ist wesentlich. In einer Welt, wo das Leben der anderen nicht geachtet wird, da ist kein Friede, da fühlt sich niemand sicher. Ein Ort, wo alle selbst das Leben von Ameisen achten, wo einem Wurm, der auf den Weg geraten ist, geholfen wird, damit er nicht zertreten wird, ein solcher Ort strahlt Frieden aus. Wespen und Mücken kann man vertreiben, man muß sie nicht töten, um sich vor ihnen zu schützen.
Nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde, bedeutet, daß man sich nichts nimmt, was einem nicht zusteht was andere brauchen, was anderen zusteht. Selbst wenn etwas gegeben wurde, doch es steht einem nicht zu, es war z.B. ein Irrtum, dann sollte man die Situation klären, und die Sache nicht annehmen bzw. zurückgeben.
Die dritte Regeln, nicht ehezubrechen, bezieht sich auf jeglichen sexuellen Verkehr, der die gesellschaftlichen Normen bricht, Sexueller Verkehr an sich ist nicht unmoralisch, aber es dient dem Frieden, wenn man die gesellschaftlichen Normen berücksictigt, die in vielen Jahrtausenden gewachsen sind und ein ausgeklügelltes System bilden. Warum sollte man sie brechen, wenn nicht aus Gier, Haß oder Verblendung.
Nicht zu lügen bedeutet, nicht absichtlich falsche Dinge zu behaupten, und vor allem nicht aus bösen Absicht. In manchen Fällen mag es der Takt oder die Diplomatik gebieten, nicht zu fest, und der wortwörtlichen Wahrheit fest zuhalten. Vielleicht findet man einen Ausweg, indem man im übertragenen Sinn antwortet. Im Notfall ist es besser zu schweigen als zu lügen, z.B. wenn man vor Gericht einen Freund nicht belasten möchte.
Die fünfte Übungsregel gebietet die Abstinenz von Rauschmitteln. Rauschmittel trüben den Geist. Wer berauscht ist, weiß nicht mehr klar, was er tut. Und wer keine Kontrolle über sich hat, ist nicht mehr in der Lage, die vier ersten Übungsregeln zu beachten. Deshalb sind alle Arten von Rauschmitteln, die den Geist betäuben oder die Wahrnehmnug beeinträchtigen, abzulehmen und zu vermeiden, und möglichst auch geringe Menge davon.