Meditation


Meditation ist für die buddhistische Praxis von großer Bedeutung. Die medition ist eine des Geistestreainings, durch das die drei Konzentrationsglieder des achtfachen Pfades geübt und gestarkt werden.

Heute wird in der westlichen Welt so viel über Streß geklagt, und viel Krankheiten werden auf Streß zurückgeführt. Streß ist eine extreme Art der Geschäftigkeit. Das entgegengesetzte Extrem, das auch ungesund ist, in das aber viele verfallen, oft um sich vom ersten Extrem zu erholen, ist der Konsum von Bestäubungsmitteln wie Alkohol und die passive Dauerberieselung durch die Medien. Ein Mittelweg zwischen diesen Extremen ist die Meditation, bzw. ein meditatives Leben. Unnötig Unruhe, Hast, Zwang zu großen Leistungen werden vermieden. Man sitzt still und unbeweglich und veschränkt sein Denken und seine Aufmerksamkeit auf ein wohl begrenztes Objekt.

Betäubung und Sinnlose Passivität werden vermieden. Man untersucht und durchdringt das begrenzte Objekt aktiv, hellwach und klar bewußt. Die Zeit, die man auf diese Weise mit Meditation verbringt, ist ein wirklicher Gewinn.

Achtsamkeit ist der Weg des Todlosen.
Unachtsamkeit ist der Weg des Todes.
Der Achtsamt stirbt nicht.
Der Unachtsame ist schon wie tot.

Achsamkeit ist der winzige Weg zur Überwinddung des Leides. Durch Meditation entfalten wir Achsamkeit und Konzentration. Die Achsamkeit auf die Atmung, Entfaltung der liebenden Güte und Widerholung des Names des Buddha sind Meditationsverfahren, die in buddhistischen Ländern von jedermann praktiziert werden. Je nach Veranlagung nimmt man sich eine hable oder bis zu zwei Stunden Zeit an einem Ort, wo man relativ ungestört ist, und dann widemet man diese Zeit einzig der Meditation. Üblicher Weise setzt man sich dafür nieder, mit gekreuzten Beinen und aufrechtem Rücken.

Ein erfahrener Meditationslehrer beobachtet den Schüler und gibt ihm dann ein Meditationsobjekt,das aud seinen Charakter und seine Fähigkeiten abgestimmt ist. In regelmäßigen Abständen konsultiert der Schüler den Lehrer und erhält von ihm Weiter führende Anleitung.

Für die Konzentrationsmethoden ist der Rückzug aus dem Alltag erforderlich, eventuell in ein Kloster oder Meditationszentrum, um höhere Grade der Konzentration, wie es die Vertiefungen sind, zu erreichen. Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, wo heute noch Kasina-Meditation u.ä. praktiziert wird.

Durch extreme Meditation kann man magische Fähigkeiten erlangen. Manche streben dies an, um so das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und sie der Buddha-Lehre zuzuführen.

Achtsamkeit, Konzentration und rechte Anstrengung sind notwendig, um den Gest in die Lage zu versetzen, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind, nämlich vergänglich, leidhaft und ohne Wesen, ohne Ich, ohne selbst. Am Anschluß an die Konzentrations- oder Achtsamkeitsübung folgt eine Zeitspanne, in der man den erlangten Konzentrations- und Achtsamketsgrad einsetzt, um tiefere Einsicht in die wahren Eigenschaften der Dinge zu erwerben. Danach wendet man sich wieder den normalen Dingen des täglichen Lebens zu.

Meditation muß nicht auf bestimmte Zeiträume beschränkt bleiben. Das ganze Leben kann zur Meditation werden. Wir versuchen ständig, möglichst achtsam und konzentriert zu sein, wir beobachten ständig, welche Geistobjekte in uns sind, und vermeiden die unheilsamen und stärken die heilsamen. Selbst, wenn wir dies im Berufs-und Familienleben nicht dauernd schaffen, weil alles zu schnell geht, so können wir unser Leben mit dem bereichern, was am edelsten und kostbarsten ist, mit Einsicht und Weisheit.

Und auch sonst entdecken wir, daß der scheinbar graue Alltag volller Wunder ist. Vieles, was wir vorher nicht beachtet haben, bekommt einen Sinn, eine Bedeutung. Große Reisen und Abenteuer sind unnötig. Die Wahrheit über die Welt und die Existenz finden wir hier und jetzt in diesem Körper.

Förderlich für die Meditation ist ein ruhiges, zurückgezogenes Leben ohne große Ausschweifung, Mäßigung bezüglich des Essens, Gewissenhaftigkeit in Bezug auf Moral und Tugend. Mit einem schlechten Gewissen ist man abgelenkt und zerstreut. Enthaltsamkeit von jeglicher Art von Rauschmittel ist ebenfalls wesentlich. Rauschmitttel schwächen den Geist, betäuben ihn, und das ist keine Meditation. Auch Aufputschmittel sind vollkommen untauglich, denn durch sie wird der Geist zu einer Leistung gebracht, zu der er eigentlich nicht fähig und vielleicht noch nicht reif ist.

Eventuell gelangt man zu einer kurzfristigen Erfahrung, doch durch solche Mittel wird mehr zerstört als gewonnen. Dies ist vergleichbar mit einer Autofahrt, bei der man Vollgas gibt und den Motor mit zu hoher Drehzahl aufheulen läßt. Es ist sichere und besser, sich zugedulden und beständig zu üben, dann stellen sich die Ergebnisse wie von allein ein.

Gestillheit, Zufriedenheit, mit dem, was wir an Ort und Stelle vorfinden, ist eine weitere wichtige voraussetzung für die Meditation, denn so beruhigen sich die Wagen des Lebens, und es wird möglich, daß wir den Blick ganz und gar auf das Hier und Jetzt richten.

Gemäß der Lehre des Buddha sind es fünf Hindernisse, die den Geist daran hindern, Zustände höherer Konzentration, die bereits beschriebenen Vertiefungen zu erreichen:

Diese fünf Hindernisse sind

  • Begehrlichkeit
  • Haß
  • Aufregung und Unruhe
  • Schlaffheit und Starrheit
  • Skeptischer Zweifel
  • Wenn der Geist frei von diesen Hindernissen ist, empfindet man zunächst Glück und Freude und später Gleichmut. Die Meditation läßt erahnen, wie jemand sich fühlt, der ganz von diesen Hindernissen befreit ist. Zur Zeiten der intensiven Medtation werden diese Hindernisse dadurch, daß man sich mit aller Kraft, die man aufbieten kann, auf ein Objekt konzentriert, unterdrückt. Solange sie nicht vollkommen beseitigt sind, treten sie wieder auf, sobald ihrer aktive Unterdrückung nachläßt. Der Buddha und andere vollkommen erleuchtete Wesen sind ganz und gar frei von den fünf Hindernissen.

    Die Befreiung von den Hindernissen erfolgt nicht durch ihre Unterdrücken sondern durch Einsicht in die wahre Natur der Dinge.

    Ende des Meditation-Abschnitts 1