Hildegard Kneef

Hildegard Knef kam am 28. Dezember 1925 in Ulm zur Welt und wuchs in Berlin auf. Nach Absolvierung der Mittelschule in Schöneberg erhielt sie ab 1942 eine Ausbildung als Trickzeichnerin bei der Ufa. Nachdem sie 1944 als Darstellerin für den Film entdeckt worden war, hatte sie ihren ersten großen Erfolg mit Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns (1946), dem ersten deutschen Nachkriegsfilm und einem der wenigen Filme, der sich mit antifaschistischer Gesinnung mit der Schuld des deutschen Volkes unter dem nationalsozialistischen Regime auseinander setzt. Es folgten Zwischen gestern und morgen (1947, Regie Harald Braun) und Film ohne Titel (1947, Regie Rudolf Jugert), die das Lebensgefühl in Deutschland nach Kriegsende überzeugend wiedergeben. Knef avancierte innerhalb kurzer Zeit zu einem der beliebtesten Stars des deutschen Nachkriegsfilmes und wurde zu „Deutschlands liebstem Trümmermädchen” (Georg Seeßlen). Anschließend ging sie nach Hollywood, wo sie zwar bei David O. Selznick unter Vertrag war, jedoch in drei Jahren keine einzige Rolle erhielt. 1950 kehrte sie nach Deutschland zurück und drehte mit Willi Forst Die Sünderin. Der Film rief wegen des Euthanasie-Themas, Querelen um die FSK-Freigabe und einer harmlosen Nacktszene einen Skandal hervor und bedeutete für Knef eine Veränderung ihres Images.

 

Ab den fünfziger Jahren hatte sie auch in den Vereinigten Staaten Erfolg, sowohl am Broadway mit Cole Porters Musical Silk Stockings (1954-1965, nach Ernst Lubitschs Film Ninotchka, 1939) als auch in Hollywood, wo sie bei einigen Produktionen vor der Kamera stand, z. B. in dem Spionagefilm Decision before Dawn (1950; Entscheidung vor Morgengrauen) und The Snows of Kilimanjaro (1952; Schnee am Kilimandscharo; nach dem Roman von Ernest Hemingway) an der Seite von Gregory Peck und Ava Gardner. In Deutschland drehte sie u. a. das Henrik-Galeen-Remake Alraune (1952, nach dem Roman von Hanns Heinz Ewers), in England The Man Between (1953; Gefährlicher Urlaub), einen Spionagefilm von Carol Reed, und Svengali (1954), in Frankreich La Fete à Henriette (1952; Auf den Straßen von Paris).

 

In den sechziger Jahren begann Hildegard Knef eine große Karriere als Chansonsängerin mit Liedern, für die sie zum Teil selbst den Text schrieb und die sie mit rauchiger Stimme vortrug. Sie war weiterhin in Spielfilmen zu sehen, u. a. als Jenny in Staudtes Dreigroschenoper (1962, nach Bertolt Brecht), Alfred Vohrers Jeder stirbt für sich allein (1975, nach Hans Fallada) und Billy Wilders Fedora (1977). 1977 wurde sie mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. 1970 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen unter dem Titel Der geschenkte Gaul, 1982 den Roman So nicht. Ab Ende der sechziger Jahre wirkte sie auch immer wieder in Fernsehfilmen mit. Ihre 1999 erschienene CD 17 Millimeter wurde von der Kritik sehr gelobt.

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