Ein Sommertag in Portugal

 

Es ist Samstag, der 5. Juni. Zurzeit befinde ich mich in einem wunderschönen 3-Sterne-Hotel an der portugiesischen Algarve. Nach einem ausgiebig, leckeren Frühstück gehen meine Eltern und ich, die knapp 200 Stufen hinab zum Strand. Der Sand ist schön warm und weich, das Meer noch ziemlich ruhig. Der Strand ist sehr breit, denn es herrscht zurzeit tiefste Ebbe. Es ist fast windstill und die Sonne prallt bereits jetzt mit großer Kraft auf die nackte Haut. Nach etwa 500 Metern Strandspaziergang stellen wir unsere Strandmuschel auf, die uns den nötigen Schatten spendet. Doch bevor es ins Wasser geht, ist erst einmal Frisbee spielen angesagt. Jeder schießt zu jedem, und das in jeweils wechselnder Reihenfolge, damit jeder Mal dran ist. Dabei passiert es nicht allzu selten, dass der ein oder andere Wurf mal ins Wasser geht. Hauptsache, man hat seinen Spaß dabei. Nach einer Viertelstunde hat uns der Spielsport, gemeinsam mit der Hitze, ordentlich ins Schwitzen gebracht. Die Sonnencreme läuft zusammen mit dem Schweiß den Körper hinunter. Das Thermometer zeigt im Schatten fast 30 °C an, in der Sonne geht es bis auf 60 °C hoch. Und weil die Sonne um diese Zeit fast senkrecht am Himmel steht, bekommt man ungeschützt schon nach 10 bis 15 Minuten Sonnenbrand. Also, ab ins kühle Nass, welches mit 18 °C doch recht erfrischend wirkt. Wir schwammen zwei Runden und ließen uns dann von der Sonne trocknen. Da ja noch Ebbe ist, lohnt es sich jetzt, auf Entdeckungstour zu gehen. Wir befinden uns zwar nicht in einem Wattenmeer, aber dennoch können wir so einerlei finden. Zwischen dutzenden Muscheln mit bizarren Formen, Gestalten und verschiedenen Größen, finden wir immer wieder kleinere Krabben, Krebse und Seesterne. Doch wenn sie nicht bald wieder von der Flut zurückgeholt werden, werden sie in der Sonne vertrocknen und verenden. Plötzlich finden wir etwas, was uns als sehr unbekannt erscheint. Nach mehrmaligem Wenden und Drehen des unbekannten Etwas, sehen wir, dass es bereits ein verendeter Tintenfisch ist, der seine zwanzig Zentimeter langen acht Fangarme eingewickelt hat. Die Krake sieht zwar schlecht aus und es ist Schade, dass sie so enden musste, aber dennoch war es die Entdeckung wert, ein solches Tier mal zu sehen. Nachdem wir ein paar Muscheln gesammelt und uns getrocknet haben, beschlossen wir ins Zelt zurück zu kehren. Jetzt ist ein Familienspiel angesagt: „Mensch ärgere dich nicht“. Nach mehreren Anläufen und gewaltiger Spielspannung schaffte ich es dennoch zum Sieg. Doch es dauerte nicht lange, da wurde einem wieder warm; also wieder ins Wasser, welches ein paar Meter zu uns vorgedrungen ist. Der Weg zum Meer ist also kürzer geworden und auch die Wellen haben etwas zugenommen. Wieder ging es nach zwei Runden aus dem erfrischenden Nass. Ich lege mich in Zelt und nach ein paar Minuten schlief ich ein.

Plötzlich werde ich von einem lauten Donnerknall geweckt. Ich schaue zum Himmel: nicht eine Wolke. Schon wieder, und mir wird schnell klar, was es ist: Wellen. Ich schnappte mir mein Surfbrett und tobte mich so richtig in den Wellen aus, die häufig die 3-Meter-Grenze überschritten. Über 100 Meter weit tragen mich die Brecher in Richtung Strand. Die Flut hat mittlerweile den Höchststand erreicht und den Strand, seit der Ebbe, halbiert. Nach eineinhalb Stunden bin ich schon fast entkräftet, denn wenn man ins Meer will, muss man auch ständig gegen die Strömungen ankämpfen. Es ist ja auch schon am späten Nachmittag und auf das Abendessen im Hotel freut man sich immer wieder. Also bauen wir unser Zelt ab und gehen den Strandabschnitt zurück. Unterwegs sehen wir so typische Strandhobbys. Kinder buddeln im Sand und bauen Burgen, die jugendliche Generation spielt diverse Strandspiele und die älteren Leute machen es sich lieber auf den Strandliegen unter schattigen Sonnenschirmen bequem. Dann geht es wieder die Stufen nach oben. Zurück lassen wir einen richtig herrlichen Sommertag in Portugal.

 

 

[Unser Portugalurlaub 2004 ein wenig zusammengefasst, aber alles schon erlebt.]

 

 

„Ein Sommertag in Portugal“ von Christian Frohs, verfasst im Juni 2004 in Albufeira (Algarve, Portugal) und in Weißwasser.                                                                                                                                          Wörter: 636

 

 

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