Kampf auf dem Weg in die Zukunft
Ich war gerade mal zwölf Jahre alt,
als sich mein Leben langsam anfing zu ändern.
Ich kam in das Pubertäre Alter
Und ließ die Kindheit Stück für Stück zurück.
Nicht nur die Welt änderte sich,
sondern auch Ich.
Doch es blieb nicht nur bei positiven Veränderungen,
nein, es entwickelte sich in mir ein Kampf zwischen Leben und Tod.
Monat für Monat wurden meine schulischen Leistungen schlechter
und schon bald war ich Versetzungsgefährdet.
Ich hatte keine Freunde und alle schienen, gegen mich zu sein.
Hausaufgaben, Nachhilfeunterricht und der einfach nicht erreichbare Traumkörper überforderten mich Immermehr und rissen mich regelrecht in die Tiefe der Verzweiflung.
Alpträume, Ängste und fast kein Selbstbewusstsein waren die Folgen.
Ich litt unter schweren Depressionen und kam irgendwann auf den Gedanken; mich selbst zu töten.
Ich fand in diesem Leben keinen Sinn mehr
Doch es war genauso schwer, sich selber umzubringen.
Steckdosen, elektrische Geräte und scharfe Gegenstände
zogen mich immer wieder in den Bann des Suizids.
Was wollte ich noch auf diesem Planeten ?
Im Himmel ist es doch viel schöner.
Es vergingen Jahre und so schaffte ich, meine letzte Klassenstufe, geradeso zu bestehen. Und die Suizid-Gefahr ?
Nein, die wurde dadurch nicht viel weniger.
Ab und an stand ich am frühen Morgen mit blutenden Wunden oder blauen Flecken auf.
Die Angst vor dem Tod, war genauso groß,
wie die Kraft, es zu tun.
Doch dann kam eine weitere Wende in meinem Leben:
Ich begann eine Ausbildung und anhand vieler netter Leute,
die ich kennen lernte, stieg mein Selbstbewusstsein immer mehr an.
Alpträume, Angst und Depressionen ließen nach
Und rückten in den Hintergrund meiner seelischen Belastung.
Ich fing an, mehr und mehr an Gott zu glauben,
indem ich die Heilige Schrift anfing zu lesen.
Es half mir sehr und somit glaubte ich auch, die Suizid-Zeit endlich hinter mich gelassen zu haben.
Doch eine neue Last griff mich an:
Mir wurde bewusst, dass ich nur auf gleichgeschlechtliche Menschen stehe, welches in mir wieder alles aufflammen ließ.
Meine Seele landete in einem Gefängnis,
aus dem es scheinbar kein Entkommen geben konnte.
Schlaf- und Essstörungen sind zwei von vielen Folgen gewesen.
Jeden Abend überlegte ich mir: Wie geht es weiter ?
Letztendlich blieben mir nur zwei Auswege:
Selbstmord oder Coming-Out !
Ich entschied mich für letzteres, weil mir mit der Zeit bewusst wurde, dass es die Zukunft gibt,
dass das Leben noch einen Sinn hat,
dass man den Kampf verloren hat, wenn man aufgibt,
dass es weiter gehen muss, auch mit Fehlern und Tiefen,
dass man auch an sich selbst, ganz fest glauben sollte und
dass meine Mitmenschen es nicht verdient haben,
mich tot zu sehen.
Das Leben sollte man nicht einfach so aufgeben,
denn man wurde geboren, um zu Leben.
[Die ganze Geschichte zeigt den wahren Inhalt meiner Vergangenheit.]
„Kampf auf dem Weg in die Zukunft“, geschrieben von Christian Frohs, am Donnerstag,
18. November 2004 in Weißwasser.
Wörter: 457