Danke, mein Freund
Ich stehe hier nun vor deinem Grab
Und sehe dich
Geschrieben auf einem Stein
Daneben ein kleines Bild von dir
Ich schaue dich genau an
Und in meinen Gedanken
Wirst du wieder lebendig
Als wir beide noch klein waren
Spielten wir im Sandkasten
Und panschten mit Wasser ganze Sandburgen zusammen
Dann kamen wir in die Grundschule
Ja sogar in die gleiche Klasse
Im Hort bauten wir aus Holzklötzern
Verschiedene Dinge zusammen
Doch es schien, als wenn sich unsere Wege trennen würden
Du auf das Gymnasium und ich auf die Mittelschule
Aber wir hielten weiterhin Kontakt
Und blieben als Freunde zusammen
Damals konnte uns wirklich niemand trennen
Wir kamen zur selben Zeit in die Pubertät
Und konnten über alles reden
Am Wochenende trafen wir uns
Und spielten auf Brett, Computer oder mit Karten
Oder halfen uns gegenseitig
Bei Hausaufgaben und anderen Situationen
Später gingen wir häufig schwimmen
Drehten mit dem Fahrrad ein paar Runden
Oder legten uns einfach nur auf eine Wiese
Ich bekam dann Probleme in der Schule
Nahm Drogen und trank viel Alkohol
Aber du hast zu mir gehalten
Mich unterstützt
Und mich wieder aufgebaut
Du warst auch für mich da
Als ich Liebeskummer hatte
Hast mit mir geredet
Mir Mut zugesprochen
Selbst wenn ich manchmal am Boden war
Hast du mir wieder geholfen, aufzustehen
Du hast mich aus den Tiefen gerettet
Und mich aus meinen Ängsten befreit
Bei dir konnte ich mich ausheulen
Du hattest immer Mitgefühl
Und als wir beide erwachsen wurden
Gabst du mir das Selbstbewusstsein
Du konntest mich immer gut ablenken
Wir gingen auf Partys
Oder machten einfach nur verrückte Sachen
Wir hatten Spaß und haben viel gelacht
Bis hin zu jener Nacht
Auf der Heimfahrt von der Disco
Waren wir selbst im Auto noch in Stimmung
Doch das Schicksal wollte es ganz anders
Das Auto geriet bei Eisglätte ins Schleudern
Und du lenktest das Auto auf deiner Seite gegen den Baum
Du hast dein Leben für mich geopfert
Aber warum ?
Du warst doch derjenige
Der ein glücklicheres Leben hatte
Nun steh ich hier
Während der Wind seicht durch mein Haar zieht
Und in der Stille die Schneeflocken
Ganz leise auf dein Grab hinabfallen
Doch eins habe ich dir immer vergessen zu sagen:
DANKE
Denn du warst mein allerbester Freund
Ich werde dich niemals vergessen
Und dich immer in meinem Herzen tragen
Ich verspreche dir, wir werden uns wieder sehen
Ruhe in Frieden und
Danke, mein Freund.
„Danke, mein Freund“, verfasst von Christian Frohs am Dienstag, 25. Januar 2005 in Weißwasser.
Wörter: 406