Vier Freunde – ein Urlaub mit Spannungen, Gefühlen und Freunden
Es ist Freitag, der 22. Juli, als Anja Krone morgens um 7 Uhr die Treppen in ihrem Haus hinaufging, um ihre beiden Söhne zu wecken. Zuerst ging sie in Philipps Zimmer, der ziemlich schnell hellwach wurde. Sie sagten sich „Guten Morgen“ und sie ging weiter in das Zimmer von Dennis. Doch hier brauchte sie etwas länger, denn Dennis kommt am frühen Morgen nicht immer so leicht aus den Federn. Als sie ihm sagte: „aufstehen“, öffnete er seine Augen nur ganz kurz und sagte im Halbschlaf ein müdes „Ja“. Auf dem Flur traf sie dann wieder Philipp und bat ihn darum, sich um seinen Bruder zu kümmern, damit er nicht noch die Abreise verschläft. Er ging also in das Zimmer seines jüngeren Bruders und sagte: „Dennis, nun komm schon, steh endlich auf. Heute ist doch ein großer Tag, wir fahren an die Ostsee. Ich weiß ja, dass es noch so früh am Morgen ist, aber wir müssen nun mal raus, sonst kommen wir noch zu spät von hier weg. Ich gehe jetzt ins Bad und wenn ich wiederkomme, bist du wach.“ Dennis verstand die Worte seines älteren Bruders und sagte zu ihm: „Jaja Bruderherz, ich hab’s schon verstanden. Gehe du ruhig ins Bad, denn ich möchte auch gleich rein.“ Nach diesen Worten ging Philipp unter die Dusche, während Dennis sich nach allen Seiten streckte und auf seinen Bruder wartete. Draußen schien die Sonne schon am Himmel und heizte die Räume der beiden Geschwister schnell auf, denn vormittags sind ihre Fenster auf der Sonnenseite. Nach etwa fünfzehn Minuten kam Philipp aus dem Bad heraus und ging sich in seinem Zimmer anziehen. Unterdessen verschwand Dennis im Bad, als die Mutter die beiden zum Frühstück rief. Philipp eilte die Treppen hinab und setzte sich an den Tisch, mit den Worten, dass sein Bruder gerade duschen gegangen ist. Allerdings brauchte Dennis anscheinend länger als normal und so ging sein älterer Bruder hinauf zum Bad, klopfte an und fragte, ob er eingeschlafen sei. Er antwortete mit einem klaren „Nein“ und kam anschließend aus dem Bad heraus. Doch er sah irgendwie anders aus. Aber bevor Philipp nur ein Wörtchen aus seinem Mund loslassen konnte, sagte Dennis zu ihm: „Ja ich weiß, ich sehe ein bisschen verändert aus, besser gesagt hübscher, denn heute treffe ich doch wieder mein Schatz, wenn du verstehst. Und ich möchte schließlich gut aussehen, wenn ich ihn gegenüber trete.“ Philipp schaute erst ein wenig verdutzt seinen Bruder an, der dann anfing zu lachen und sagte anschließend mit einem ebenso lächelnden Gesicht: „Aber nicht das du mir dann mit einem Schminkkoffer ankommst. Der passt dann garantiert nicht mehr ins Auto.“ Dennis konnte seinen Bruder beruhigen und versprach ihm, keinen Schminkkoffer mitzunehmen. Dann ging er hinunter und aß noch in Ruhe sein Frühstück, während Philipp das Auto für die Reise startklar machte. Unterdessen war auch Maria schon fast für die Fahrt gerüstet. Doch dieses Mal hatte sie keine Medikamente eingepackt, da ihr Freund Philipp das ab sofort machte, weil er sich besser in den medizinischen Dingen auskannte. Während Maria noch Ratschläge von ihren Eltern Stefanie und Bruno bekam, war es bei Peter noch lange nicht soweit. Er war noch beim Frühstück und hatte auch noch nicht einmal alle Sachen fertig zusammengepackt. Mutter Margitta wurde schon hektisch und war in Sorge, dass ihr Sohn vielleicht Schuld haben könnte, dass sie alle zu spät wegkommen. Vater Paul allerdings beruhigte sie und sagte, dass die anderen doch noch nicht da sind. Nach diesen Worten verabschiedeten sich Dennis und Philipp bei ihrer Mutter, die ihnen eine gute Reise und einen schönen Urlaub wünschte. Anschließend fuhren sie zu Maria, wo sie nach wenigen Minuten ankamen. Sie verstauten alles sachgemäß, bevor es weiter zu Peter ging. Zehn Minuten vor neun zeigte die Uhr, als sie an der Tür klingelten. Margitta öffnete die Tür und sagte, dass Peter noch zwei Minuten braucht, denn er sitzt vor Aufregung noch auf dem Klo. Die anderen lächelten und warteten am Auto auf Peter. Tatsächlich kam er dann hinausspaziert und verabschiedete sich noch von seinen Eltern. Er fragte sogleich, ob seine Gitarre auch noch hineinpasst, worauf Philipp ganz frech antwortete: „Tja Peter, es tut mir Leid, deine Gitarre passt leider nicht mehr rein. Aber ich habe die Lösung: Wir nehmen die Gitarre und du bleibst hier.“ Sofort fingen alle an zu lachen. Sogar Peter, der dann allerdings mit ehrlichen Worten sagte: „Kann denn einer von Euch Gitarre spielen ? Ich glaube nicht, also hätte es Euch auch nichts genützt, wenn ihr die Gitarre, statt mich an Bord genommen hättet.“ Mit freudigen Gesichtern stiegen sie alle ein und auch die Gitarre hatte noch viel Platz, denn die ganze Zeltausrüstung befand sich auf dem Dach in einer Art Sarg. Im Kofferraum befanden sich alle Reisetaschen, wo die Sachen der vier Freunde verstaut waren. Der Beifahrer, am Anfang war es Dennis, hatte die Kühltasche zwischen den Beinen und diejenigen, die hinten saßen, hatten alle Schlaf- und Rücksäcke verstaut. Und dann ging die Reise um pünktlich neun Uhr los in Richtung Ostsee. Maria fragte Dennis, wie lange denn die Fahrt dauern wird, worauf er antwortete, dass sie ohne Stau in etwa fünf bis sechs Stunden ankommen müssten. Sie stöhnte ein wenig, denn sie wusste, dass die Fahrt über die Mittagszeit andauern würde und am Himmel noch keine Wolke zu sehen war. Philipp fuhr vor Cottbus auf die Autobahn in Richtung Berlin. Wenige Kilometer vor dem Schönefelder Kreuz stockte auf einmal der Verkehr, der aber immerhin noch fließend vorankam. Als sie in Richtung Osten auf den Berliner Ring abbogen, war die Strecke endlich wieder frei. Nachdem sie die Hälfte des Weges hinter sich gelassen hatten, machten sie eine Rast an einem Waldrand neben der Autobahn. Sie fühlten sich wohl, denn der Wald bot ihnen einen herrlichen Schatten. Philipp meinte zu den anderen, dass sie mit Getränken ein wenig sparen sollten, denn man weiß nie, wie viel Staus sie vor der Insel noch haben werden. Dann fuhr Dennis die Strecke weiter. Es war schon halb zwei auf den Uhren, als sie von der Autobahn abfuhren, um auf der Landstraße weiterzufahren. Draußen erreichte die Temperatur bei strahlendem Sonnenschein mit 33 Grad ihren Höchststand. Sie hielten an einem Feldweg an, wo die drei Jungs ihren Oberkörper freimachten und Maria sich etwas Luftigeres anzog, denn im Auto war es trotz Klimaanlage schweißtreibend warm. Sie erreichten die Stadt Anklam, wo sie erneut in einen Stau gerieten. Bis zur anderen Seite der Stadt brauchten sie eine knappe dreiviertel Stunde, ehe sie wieder fließend weiter fahren konnten. Doch sie fuhren, um auf die Insel Usedom zu kommen, über Wolgast, wo sie nun schon zum dritten Mal am Tag im Stau steckten. Kurz vor der Überquerung auf die Insel hatten sie so ein Durst, dass sie alles, was sie für den Proviant mitnahmen, auch leer tranken. Aber sie waren auch froh, denn der Weg war nun nicht mehr so weit. In Karlshagen angekommen gingen sie zuerst in eine Kaufhalle, wo sie sich viel zu trinken einkauften, bevor sie zum Zeltplatz fuhren. Dort parkten sie an einer Seite, stiegen aus und gingen anschließend weiter in Richtung Anmeldung. Die Uhr zeigte mittlerweile schon sechzehn Uhr, aber trotzdem haben die vier Freunde die Fahrt erst einmal gut hinter sich gebracht. An der Rezeption sahen sie, dass der Zeltplatz in fünf Sektoren von A bis E unterteilt war. Sie meldeten sich verständnisvoll und sagten, dass sie zwei kleine Zwei-Mann-Zelte hätten. Der Rezeptionsleiter schaute auf den Plan und gab den vier Freunden den Platz B 15, der direkt an den Dünen liegt. Sie freuten sich, denn sie waren froh einen Platz an den Dünen bekommen zu haben. Der Leiter gab ihnen noch einen Zettel mit der Platzordnung und wünschte einen schönen Aufenthalt. Die Kinder bedankten sich und konnten somit den Zeltplatz passieren. Sie parkten auf einem Parkplatz, der nur etwa hundert Meter von ihrem Zeltstellplatz entfernt war. Dann räumten sie erst einmal den auf dem Dach befestigten Sarg aus, wo sich das ganze Material für das Zelt befand. Am Platz B 15 angekommen, überlegten sie, wie sie die Zelte aufbauen wollen. Letztendlich einigten sie sich, die Zelte mit den Eingängen gegenüber zu stellen. Das Zelt von Maria und Philipp schaute mit der Öffnung in Richtung Dünen, während das andere Zelt mit der Öffnung entgegengesetzt stand. Sie setzten die Zeltstangen nacheinander richtig zusammen, bevor dann das Zelt drüber gespannt wurde. Anschließend befestigte Peter mit Heringen und Seilen die Zelte, damit sie auch bei Wind gut standhalten. Doch dann passierte ein kleines Missgeschick. Maria stolperte über eines der gespannten Seile und ließ somit das Zelt in eine Schieflage versetzen. Daraufhin Peter in einem doch recht unschönen Ton: „Mensch Maria, pass doch mal auf, wo du lang trittst. Schau mal, was du da so angerichtet hast. Jetzt steht das Zelt schief und ich kann noch mal von vorne beginnen.“ Maria schaute ein wenig verdutzt, entschuldigte sich aber für die peinliche Panne, worauf sich Peter wieder ein wenig beruhigte. Während er mit dem erneuten Spannen der Zelte beschäftigt war, gingen die anderen drei wieder zum Auto, um die restlichen Sachen und Taschen zu holen. Dann erinnerte sich Philipp an den Rat eines Studienkollegs, nämlich einen Graben um die Zelte zu schaufeln. Er fing auch sogleich mit dem Campingspaten an, worauf Dennis allerdings genervt fragte: „Sag mal Bruderherz, was machst du denn jetzt schon wieder für ein Blödsinn ! Buddeln kannst du die nächsten Tage noch genug am Strand.“ Philipp gab folgende Antwort: „Mensch Dennis, dieser Graben ist hier wichtig, hab ich gehört. Wenn es nämlich regnet, dann kann das Wasser vom Zelt in den Graben laufen. Würde ich das nicht machen, kann es durchaus passieren, dass das Wasser nicht in den Graben, sondern unter die Plane in das Zelt läuft.“ Doch Dennis verstand seinen Bruder auf eine Art trotzdem nicht: „Ja, aber warum machst du das denn schon jetzt ? Ist doch in den nächsten Tagen noch gar kein Regen in Aussicht. Du kannst das doch dann immer noch machen.“ Nach diesen Worten hatte Philipp allerdings schon um beiden Zelten den Graben fertig und somit war auch dieses Thema gelöst. Dann ging es an das Einräumen weiter. Den Tisch, den sie zum Essen und Spielen brauchten, stellten sie in das Zelt von Dennis und Peter, den kleinen Camping-Lebensmittelschrank verstauten sie in das andere Zelt. Jeder hatte allerdings auch seinen Stuhl und seine Reisetaschen und Rucksäcke mitgenommen, sodass beide Zelte etwa gleich gefüllt waren. Nachdem sie alles ordentlich untergebracht hatten und die Zeit so schnell verging, dass es bereits kurz nach sechs Uhr abends war, machten sie sich auf den Weg zu Petras Bistro, der nur einen halben Kilometer, am Ende des Zeltplatzes stand. Dort aßen und tranken die vier Freunde ihr Abendessen, welches genau richtig für sie portioniert war. Zum Glück hatte sich die Luft schon ein wenig abgekühlt und der gesamte Campingplatz stand unter einem schattigen Nadelwald. Nach dem sie sich satt gespeist hatten, kaufte sich jeder noch ein kleines Eis und anschließend spazierten sie wieder zurück zu ihren Zelten. Dann zogen sie ihre Badesachen an und liefen hinunter zum Strand, wo sie sich erst einmal von der noch etwas wärmenden Sonne aufwärmten. Schließlich gingen um halb neun Uhr abends Dennis und Peter zuerst ins Meer baden, bevor auch Maria und Philipp ihre Runden schwammen. Obwohl im Meer auch ein paar Wellen waren, war die Luft draußen ziemlich ruhig. Nach knapp zehn Minuten kamen sie wieder aus dem Wasser heraus und trockneten sich ab, während die Sonne langsam schon hinter dem Wald verschwand und eine Stunde später auch unterging. Die vier Freunde wollten an diesem Abend allerdings nichts mehr unternehmen, denn sie waren von dem frühen Aufstehen und der Fahrt in der Wärme ziemlich kaputt und müde, sodass sie sich schon um zehn Uhr abends in ihre Schlafsäcke verkrochen und ziemlich schnell einschliefen. An dieser Stelle ist es mal wieder an der Zeit zu erzählen, was die vier in den letzten Monaten so alles noch erlebt hatten. Nach ihrem Abenteuer bei den Tschechen konnte Philipp sein Bein Tag für Tag wieder besser belasten und auch die Wunde heilte sehr gut. Dafür hatte sich scheinbar Dennis eine Erkältung zugezogen und war für mehrere Tage krank geschrieben. Am 4. Juni verstarb die 82-jährige Großmutter von Maria, die allerdings schon lange an einer Krankheit litt. Bis Mitte Juli mussten sie allerdings alle noch weiter lernen oder arbeiten. Peter und Maria bekamen dann Schulferien, Philipp seine Semesterferien und Dennis bekam für diese Reise zwei Wochen Urlaub. Bei ihm selber geht alles ganz gut und er macht seine Tätigkeiten als anlernender Frisör auch mit viel Stolz. Nur mit der Theorie in der Berufsschule hapert es bei ihm noch ein wenig. Sein Freund Peter kommt nun nach den Sommerferien in die 11. Klasse, wo er seine Leistungskurse Deutsch und Geschichte beginnt. Und auch bei Philipps Medizin-Studium ist soweit alles in Ordnung, auch wenn es ab und an ein wenig stressig ist, was ihn allerdings überhaupt nicht stört. Und nun liegen sie in ihren Schlafsäcken und haben sicherlich noch einen schönen Sommerurlaub vor sich.
Am nächsten Morgen wachten die vier Freunde so gegen sieben Uhr auf, zogen ihre Badesachen an, nahmen sich ein Handtuch und gingen anschließend an den Strand. Doch zuerst war eine Runde Joggen angesagt, damit ihr Körper in Schwung kommt und sich ein wenig aufheizt. Sie joggten 500 Meter zur einen Seite, diese wieder zurück und dann auf der anderen Seite des Strandes weiter. Letztendlich haben sie also zwei Kilometer Wegstrecke hinter sich gebracht. Dann machten sie noch ein paar kleine Übungen, ehe sie in die Fluten der Ostsee sprangen, um ein paar Runden in ihr zu schwimmen. Frisch und aufgemuntert kamen sie wieder aus dem Wasser heraus, welches eine Temperatur von etwa 19 Grad hatte. Die Sonne wärmte zwar schon ein wenig, dennoch schaffte sie es nicht, die Freunde zu trocknen, sodass sie ihr Handtuch benutzen mussten. Schließlich war es noch früh am Morgen. Dann gingen Dennis und Peter zum Kiosk, um frische Brötchen und eine Zeitung zu holen, während die anderen beiden den Tisch und die Stühle zwischen die Zelte stellten und für das bevorstehende Frühstück deckten. Kurz nach acht Uhr gab es dann endlich für alle ein leckeres Frühstück in morgendlichem Sonnenschein. Währenddessen kam ein älteres Ehepaar aus einem benachbarten Zelt heraus gekrochen und der Mann sagte zu den Freunden: „Guten Morgen. Seid ihr hier alleine oder habt ihr noch irgendwo Eure Eltern hier auf dem Platz ?“ Philipp, der älteste, antwortete daraufhin: „Guten Morgen. Nein, wir sind alleine für zehn Tage in den Urlaub gefahren. Dennis ist mein Bruder und die anderen beiden sind unsere besten Freunde. Aber unsere Eltern haben das erlaubt. Wir zelten aber auch öfters mal zusammen, auch wenn wir jetzt das erste Mal an der Ostsee sind.“ Der Mann fragte noch die Kinder, ob sie denn zu der eher ruhigen Truppe von den Jugendlichen gehören, worauf Philipp sein Versprechen gab, dass alle nach 22 Uhr ruhig sein werden. Die vier Freunde begrüßten ebenso noch die ältere Dame, die ihnen wiederum einen guten Appetit wünschte. Den hatten sie scheinbar auch, denn es gab neben Honig, Nutella und Marmelade auch etwas Wurst und Käse. Und da es draußen nicht allzu kalt war, tranken sie gut gekühlte Milch dazu. Kaum haben sie sich vom Frühstück satt gegessen, schlug Dennis die Zeitung auf, um unter anderem auch nachzulesen, wie das Wetter die nächsten Tage wird. Er las vor, während die anderen abräumten und in einer kleinen Schüssel abwuschen: „Laut diesen Angaben bleibt es bis Montag, einschließlich heute, superschön und vor allem warm bei um die 30 Grad. Erst am Dienstag soll es nicht so toll werden. Also meiner Meinung nach könnten wir heute den ganzen Tag am Strand in der Sonne liegen.“ Die anderen überlegten erst, aber stimmten ihm dann doch zu. Dann wollten Dennis und Peter sich als erste auf den Weg machen, auf die Toilette zu gehen. Philipp sagte sogleich noch: „Wartet mal Jungs. Könntet ihr vom Kiosk etwas zu trinken mitbringen bitte ? Sagen wir mal, für jeden einen Liter müsste für den Anfang reichen.“ Die beiden verstanden die Worte von Philipp und gingen somit gleich nach dem morgendlichen Toilettengang am Kiosk vorbei, um dort etwas zu trinken zu kaufen. Peter fragte noch den Besitzer, ob die Kaufhallen am Sonntag offen hätten, worauf er antwortete, dass beide Kaufhallen in der Stadt nur von 14 bis 17 Uhr am Sonntag geöffnet hätten. Dann gingen die beiden wieder zurück zum Zelt, wo anschließend Philipp und Maria zu den Toiletten gingen. Nachdem auch die beiden von ihrem Bedürfnis wieder zurückkehrten, packten alle die Sachen für den Strand zusammen und gingen danach auch gleich, gegen neun Uhr morgens, hinunter zum Strand, wo sie sich direkt an den Dünen platzierten. Obwohl der Wind ziemlich schwach war, bauten sie den Windschutz trotzdem auf, ebenso die Strandmuschel, um ein schattiges Plätzchen zu haben. Doch sie legten sich alle erst einmal in die Sonne und ließen ihre Haut ein wenig bräunen. Die Lufttemperatur erreichte mittlerweile fast 25 Grad, was mit Hilfe der Sonne angenehm warm war. Nach etwa zwanzig Minuten sagte Peter: „Schatz, kommst du mit ins Wasser ? Mir wird langsam warm in der Sonne und ich brauch jetzt unbedingt eine Abkühlung.“ Dennis stimmte den Worten seines Freundes zu und auch den anderen beiden wurde es langsam zu warm. Sie gingen also wieder ins Meer baden und schwammen ein paar Runden im kühlen Wasser. Doch dann kam Maria auf die Idee, dass sie doch Frisbee spielen könnten, schließlich war der Wind nicht allzu stark. Ihr Freund Philipp bestätigte das und rannte noch einmal raus, um die Frisbeescheibe zu holen. Und somit vergnügten sich alle vier, indem sie auf einer Sandbank die Frisbeescheibe hin und her fliegen ließen. Da sie dadurch ständig in Bewegung waren, wurde ihnen auch nicht kalt im Wasser. Es vergingen mit dem Frisbeespiel zwanzig Minuten, ehe sie wieder an Land gingen, wo die warme Sonne ihre Haut trocknete. Auch wenn sie in der Sonne wieder anfingen zu schwitzen, lagen die jeweiligen Pärchen nah beieinander. Die Luft und das Wetter waren einfach herrlich, so dass die vier Freunde die Zeit richtig genossen. Eine knappe halbe Stunde lagen sie auf dem Strand, bis Philipp auf die Idee kam, eine Runde Boccia zu spielen. Maria und Peter bekamen das mit und hielten den Gedanken für einen guten Vorschlag. Nur Dennis bekam von der ganzen Sache mal wieder nichts mit, denn er war auf Peters Bauch eingenickt. Peter merkte das und kitzelte seinen Freund wach, während die anderen zusahen und schon fast lachen mussten. Und dann verließen sie ihre kleine Ecke an den Dünen und suchten sich Platz am Strand für eine Runde Boccia. Sie machten sich aus, wer am nächsten an der Kugel ist, bekommt die meisten Punkte und so reihen sich die Punkte je nach Entfernung der weißen Kugel, weiter an. Gewonnen hat der jenige, der als erster hundert Punkte erreicht hat. Und somit verlief das Spiel recht lustig und jeder überholte immer wieder den anderen, so dass es richtig spannend wurde, bis Maria ganz knapp vor Peter, Dennis und Philipp gewann. Anschließend spielten sie noch eine Runde, bevor es ihnen deutlich zu warm wurde. Nach dem zweiten Spiel gingen sie also wieder ins Wasser um sich beim Schwimmen ein wenig abzukühlen. Als sie wieder am Strand waren und auf die Uhr schauten, zeigte diese schon halb eins an. Das wiederum bedeutete, dass sie sich zum Mittagessen aufmachten, indem sie am Strand entlang liefen. Sie gingen, wie zum Vorabend, in Petras Bistro essen, denn dort gab es nicht allzu große Portion und in der Hitze, die mittlerweile knapp 30 Grad erreichte, brauchte man auch nicht viel essen. Stattdessen tranken die vier reichlich und nahmen am Ende auch noch ein erfrischendes Eis mit, welches sie auf dem Rückweg genüsslich verspeisten. Wieder am Strand angekommen, legten sie sich in die schattige Strandmuschel und verdauten ihr Essen mit einer Runde „Mensch ärgere dich nicht“. Das Spiel dauerte auch nicht lange, denn Dennis war ziemlich schnell im Ziel. Und es machte ihnen, wie immer viel Spaß und Freude. Dann legten sich Dennis und Peter in die Sonne, während Maria an einem Buch las und Philipp an einer Rätselzeitschrift seine Gehirnzellen ein wenig anstrengte. Plötzlich flog ein Ball in die Nische der vier Freunde und traf beinahe den armen Peter, der sich vor Schreck in die Höhe erhob uns seinen Freund auch noch mitriss. Sie nahmen den Ball, stellten sich hin und schauten über den Windschutz, um zu sehen, wem der Ball wohl gehören könnte. Da kam schon ein junger Kerl angerannt, um sich das runde Etwas abzuholen. Dennis konnte sich seinen Augen nicht trauen, was er sah. Der jugendliche Mann war komplett nackt und hatte einen gut durchtrainierten Körper, der durch den Schweiß regelrecht glänzte. Und dann sah er noch jünger aus, als er selber, vielleicht im Alter von Peter. Der junge Mann sprach zu den beiden, die ihn nun weiter oben ansahen: „Sorry, der Ball ist wohl leider bei Euch gelandet, das sollte nicht so sein. Aber wie ich sehe, scheint ihr Euch ein wenig zu langweilen. Wie wär’s, wollen wir zusammen eine Runde Beachvolleyball spielen ? Es macht echt Laune, kommt doch einfach mal mit.“ Die vier Freunde schauten sich ein wenig überrascht an und stimmten dennoch im Anschluss dieser Worte zu und gingen mit auf das Feld. Wo vorher noch auf jeder Seite zwei Spieler waren, waren es nun jeweils vier Spieler, die gegeneinander spielten. Peter und Dennis waren mit dem jungen Kerl und einem anderen Mädchen auf dem Feld, Philipp und Maria befanden sich mit zwei weiteren Jungs auf der anderen Seite. Letztendlich hat das Spiel allen Spaß gemacht und somit lud Peter den neuen Typen ein, sich ein wenig zu unterhalten. Er kam Tatsache mit und setzte sich mit zu den vier Freunden. Er stellte sich auch sogleich vor und sagte, dass er Kevin heiße, und die anderen sagten anschließend auch ihre Namen, bis Maria weiter sprach: „Sag mal Kevin, ich staune, dass einer wie du in dem Alter FKK macht. Stört dich das denn überhaupt nicht ? Ich meine, von uns vieren würde das sicherlich keiner in der Öffentlichkeit machen.“ Daraufhin antwortete Kevin: „Nein, mich stört das absolut nicht. Klar, in meinem Alter, ich bin übrigens sechzehn, sieht man absolut nicht viele hier herumlaufen, was ich eigentlich auch schade finde, denn es fühlt sich absolut toll an, nichts auf der Haut zu tragen. Und ihr könntet das auch ruhig mal machen, schließlich seht ihr doch alle super aus, ihr habt doch nichts zu verbergen.“ Als er dies sagte, schaute er vor allem zu Dennis, der ja auch eine schlanke Figur hatte. Doch genau diesen Blick verstand Dennis angeblich falsch und schaute Kevin von oben bis unten mehrmals an, wobei er am meisten in der Mitte seines Körpers stehen blieb. Sofort sagte er zu Kevin: „Na so toll sehen wir ja auch nicht aus. Wenn man deinen tollen Body sich mal anschaut, dann könnte man glatt ins Schwärmen kommen. Ich finde dich ehrlich gesagt, echt geil aussehend“. Den anderen drei Freunden ging so einiges durch den Kopf, als Dennis das erzählte, denn er sagte die Worte viel zu schnell und wusste auch nicht, wie Kevin darauf reagieren würde. Aber es war schon zu spät und Kevin setzte voll auf contra: „Ey, sag mal bist du schwul oder was ? Das ist zwar ein nettes Kompliment, aber das hätte ich lieber von einem Mädchen hören wollen. Demnächst versuchst du mich noch zu streicheln. Das ist ja widerlich. Komm mir bloß nicht zu nahe.“ Kevin setzte sich in Windeseile ein Stück weiter weg von Dennis, der wiederum zu Kevin sagte: „Ich bin schwul, na und ? Was hast du bloß gegen Schwule. Wenn du nicht willst, dass ich dich berühre, brauchst du es doch bloß sagen, ich tu dir absolut nichts.“ Im weiteren Verlauf setzte sich der Dialog zwischen den beiden fort, beginnend bei Kevin: „Schwule sind doch total abnormal. Mit denen kann man doch nichts unternehmen, ohne dass sie einem an die Wäsche gehen. Wenn ich schon daran denke, wie Schwule sich gegenseitig die Schwänze in den Mund oder Arsch stecken, dann krieg ich schon das Kotzen. Ehrlich, mit dir möchte ich nicht unbedingt was unternehmen.“ „Na und ? Genauso können wir Schwule uns nicht vorstellen, wenn Hetero-Pärchen miteinander schlafen. Aber die meisten lassen bei einem nur Vorurteile raus, die einfach viel zu Ernst genommen werden. Sei mal ehrlich, als wir vorhin Volleyball spielten, hättest du gedacht, dass ich schwul bin ?“ „Nein, in der Hinsicht nicht…“ „Siehst du, wir kommen doch noch in Wirklichkeit ziemlich normal rüber. Also sprich nicht soviel Schrott über uns.“ „Ach labere nicht so viel rum, du willst mich doch bloß anmachen und mit mir in die Kiste steigen…“ „Nein, will ich nicht, ich will mich nur mit dir normal unterhalten, aber das scheinst du ja nicht zu kapieren du Arsch.“ „Ey, wenn du das noch mal sagst, klatsch ich dir eine“ „Ha, wer es glaubt, wird selig.“ Dann griff endlich Maria ein: „Schluss jetzt. Das kann man sich ja gar nicht mehr anhören. Immer diese Streitereien, furchtbar. Und Kevin höre bitte auf über Dennis so schlecht zu reden. Er ist in Wirklichkeit ein ganz Lieber, dass wirst du schon noch sehen. So, und jetzt ist erstmal gut mit dem Gequatsche. Schwulsein hin oder her, erzähl doch mal bitte was über dich, vorausgesetzt du willst noch was von uns, ansonsten kannst du gleich gehen.“ Die beiden hörten auf die Worte von Maria, die innerlich auch stolz war, einen Streit vorerst zur Ruhe gebracht zu haben. Dann erzählte Kevin, ohne jemals einen Blick zu Dennis zu werfen, über sich: „Also ich komme aus der Nähe von Frankfurt und werde dort demnächst die elfte Klasse auf dem Gymnasium beginnen. Nebenbei gehe ich sehr viel ins Fitnessstudio und unternehme mit Freunden sehr viel, also ich gehe jede Woche mindestens zwei Mal in Diskotheken oder irgendwelchen anderen Clubs, wo man den ganzen Abend Spaß haben kann. Hier im Urlaub bin ich mit meinen Eltern, was ich nicht so toll finde, deshalb habe ich hier in der Stadtdisko paar Kumpels kennen gelernt, mit denen ich viel am Strand verbringe. Ehrlich gesagt möchte ich demnächst nur noch alleine in den Urlaub beziehungsweise mit Freunden, sodass man den Urlaub nach seinem Willen frei genießen kann. Tja und eine Freundin habe ich nicht, ich suche auch nicht unbedingt eine Beziehung, sondern ich bin eher für kleine Sachen zwischendurch. Ja, und jetzt wisst ihr halt so ein bisschen was über mich.“ Während Kevin über sein Leben erzählte, schaute Peter ihn eine ganze Weile an und in seinen Gedanken kamen irgendwie Erinnerungen hoch, bis er schließlich Kevin fragte: „Sag mal Kevin, kann das sein, dass du mal im Osten gelebt hast ?“ Daraufhin antwortete er: „Ja, ich hab mal in Weißwasser gewohnt und bin mit zehn Jahren nach Frankfurt gezogen, also vor fast genau sechs Jahren war das, wieso wusstest du das ?“ Peter fing an zu Lächeln und sagte folgendes zu ihm: „Jetzt bin ich mir irgendwie sicher. Wir kommen auch aus Weißwasser und ich kannte einen Kevin, der auch vor sechs Jahren nach Frankfurt zog. Mit diesem Kevin, der mein Nachbar war, bin ich auch zur Grundschule gegangen. Ich glaube, ich weiß jetzt, wen ich vor mir sitzen habe. Mensch, erinnerst du dich kaum noch an die Zeit damals ? Einmal haben wir bei uns im Vorgarten gespielt und ich bin dann gegen die Leiter meines Vaters gerannt, der daraufhin auf die Wiese fiel.“ Nach diesen Worten sprang Kevin auf, fing an vor Freude zu strahlen, ging zu Peter und umarmte ihn mit folgenden Worten: „Mensch Peter, klar, du bist es ja wirklich. Das hätte ich mein Leben lang nicht gedacht, dass wir uns mal wieder sehen, und dann auch noch hier auf demselben Zeltplatz. Ich fasse es nicht. Die Zeit ist ja schon ewig her, als wir uns das letzte Mal sahen. Wir haben uns aber auch ganz schön verändert. Man, ich bin so froh, dich hier zu sehen. Leider muss ich am Dienstag früh zeitig wieder abreisen. Aber wir können doch alle bis dahin noch was unternehmen oder habt ihr was geplant gehabt ?“ Philipp, der lange nichts mehr gesagt hatte, kam nun auch zu Wort: „Also geplant haben wir bis jetzt noch nichts und meinetwegen können wir zusammen was unternehmen. Allerdings wäre es nett von dir, wenn du auch meinen Bruder dabei mitbeachten könntest, wenigstens die paar Tage noch.“ Kevin antwortete: „Ja ok, ich war vielleicht vorhin ein bisschen zu grob zu Dennis. Aber er muss mir auch versprechen, mich nicht anzumachen.“ Dennis nickte mit dem Kopf und die beiden gaben sich auch kurz und flüchtig die Hand, ohne sich allerdings dabei angesehen zu haben. Dann gingen alle fünf ins Meer baden und hatten dort auch ein wenig Schwimmspaß. Das Angebot von Kevin, ein Wettschwimmen zu machen, haben die anderen mit lächelndem Gesicht abgeraten, denn sie würden gegen seine kräftigen Muskeln sowieso verlieren. Nachdem sie sich alle wieder an Land zogen hatten, sagte Kevin zu den anderen, dass er mal wieder zu seinen Freunden aus der Diskothek hinübergeht und fragte, ob sie morgen wieder am Strand seinen. Daraufhin antwortete Peter ihm: „Weißt du was Kevin, komm doch heute Abend so gegen zwanzig Uhr mal bei uns vorbei. Wir befinden uns am Platz B 15. Wir laden dich einfach mal zu einer kleinen Unterhaltungsrunde ein, wenn du möchtest. Müsstest allerdings einen Sitzplatz mitbringen.“ Kevin überlegte erst, aber versprach anschließend, am Abend zu kommen. Somit verließ er wieder die Truppe und unsere vier Freunde waren wieder ohne ihn am Strand. Dennoch ließen sie es sich nicht nehmen, bis zirka achtzehn Uhr noch einmal paar Runden zu schwimmen, sowie Boccia und Frisbee zu spielen. Danach packten sie wieder alles zusammen und liefen zurück zu ihren Zelten, wo sie sich für das Abendessen bei Petra startklar machten. Und wieder aßen sie mundgerechte Portionen und es schmeckte ihnen auch ganz gut. Mit langsamen Schritten gingen sie anschließend wieder zurück zu ihrem Zelt und warteten dort auf die Ankunft von Kevin. Auf dem Tisch standen eine Flasche Wein und rundherum fünf Becher, die von Maria langsam mit dem Wein gefüllt wurden. Wenige Minuten nach acht Uhr abends kam schließlich Kevin, mit einem Stuhl unter dem Arm, bei den vier Freunden an. Sogleich sagte er zu ihnen: „Hallöchen, zum Glück hab ich es nicht weit zu euch. Unser Zelt steht nämlich bei A 27. Das geht noch und deshalb brauchte ich nicht den Stuhl so weit schleppen.“ Peter bot ihm an, sich zu setzen und mit dem Wein anzustoßen, worauf Kevin nicht „Nein“ sagte. Und somit stießen alle fünf an und tranken den Wein auf noch schöne bevorstehende Tage. Dann sagte Peter noch zu ihm, dass sie bei jedem Zusammentreffen sich Geschichten aus dem Leben erzählen und er vielleicht auch eine erzählen könnte. Kevin fand die Idee irgendwie spannend und fing auch gleich an, aus seiner Vergangenheit zu erzählen: „Vor zweieinhalb Jahren, als ich in der achten Klasse war, war ich bereits zwei Jahre lang mit einem aus meiner Schulklasse gut befreundet, der Daniel hieß. Er war es auch, der mich überredete, in ein Fitnessstudio zu gehen. Wir unternahmen aber auch sehr viel. Wir hatten viel Spaß beim Fahrrad fahren, gingen sehr gerne schwimmen und später dann auch in Diskotheken. Dort lernte Daniel auch ein hübsches Mädchen namens Katrin kennen, in die er sich unwahrscheinlich verliebte. Sie waren sogar über einen Sommer hinaus zusammen und führten eigentlich eine tolle Beziehung. Doch zu Beginn der achten Klasse trennte sie sich von Daniel, weil sie einen anderen hatte. Und durch diese Trennung wurde Daniel immer schlechter in der Schule und rutschte im Gesamtdurchschnitt innerhalb des halben Schuljahres um zwei Noten tiefer, sodass er Versetzungsgefährdet war. Ich bot ihm meine Hilfe an und wollte ihn wieder aufbauen, aber scheinbar hatte er sich auch von mir abgewendet. Je nachdem, an einem 30. März schien draußen die Sonne und es war ungewöhnlich mild draußen. Denn an dem Tag, nur ein Jahr zuvor, lernten sich Daniel und Katrin in der Disko kennen. Und an dem Tag fasste er einen gravierenden Entschluss. Er ging auf eine Brücke, wo darunter eine Eisenbahnlinie führte. Im richtigen Augenblick sprang er und wurde vom Zug noch hunderte Meter mitgeschleift, sodass er bis zur Unkendlichkeit zerfetzt wurde. Ich erfuhr es dann noch am selben Abend und konnte es einfach nicht fassen, dass Daniel so etwas nur machen konnte. Damals ging ich eine Woche lang nicht mehr in die Schule und trauerte echt um ihn, denn so einen guten Freund hatte ich seit dem nicht mehr gehabt. Wir hatten echt noch viel vor. Auch solche Abenteuer wie ihr.“ Nach diesen Worten konnte Kevin seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Die anderen saßen auch ganz still da, sprachen ihm aber letztendlich doch mutige Worte zu, sodass er sich wieder beruhigte. Aber nicht nur Kevin liefen die Tränen über die Wangen, sondern auch Dennis war davon betroffen. Kevin schaute ihn nur kurz an, sagte zu ihm aber nichts. Um die Stimmung wieder ein wenig aufzuheitern, fing Maria schnellstens an, ihre Geschichte zu erzählen: „Als ich etwa acht Jahre alt war, kauften meine Eltern und ich etwas leckeres in der Kaufhalle ein, unter anderem auch ganz paar Scheiben Wurst, die wir für das Mittagessen brauchten. Meine Mutter war gerade am Abwaschen, als ich die Scheiben Wurst aus dem Kühlschrank holte und mit denen Tatsache versuchte, Frisbee zu spielen. Eigentlich ging das ja mal gar nicht so schlecht, bis allerdings eine Scheibe genau um Abwasch landete. Klar, dass die dann mit Fitwasser voll gesogen war und wir sie anschließend wegschmeißen konnten. Na ja, das Essen hat dann trotzdem geschmeckt.“ Alle fingen bei der Geschichte an zu lachen und Philipp erwähnte, dass sie früher wohl oft mit dem Essen gespielt hat, weil sie letztens auch so etwas Ähnliches von einem Restaurant erzählte. Danach war Dennis an der Reihe und schilderte folgende Situation: „Es war im Mai, als ich mein Praktikum in der Naturschutzstation machte. Am Vormittag fuhren wir mit zwei Kollegen in einen Nachbarort, um dort einen Waldzaun zu reparieren. Draußen war es ziemlich warm und schwül und ich ahnte, dass sich was für den Nachmittag zusammenbraute. Nach dem kleinen Mittagsimbiss fuhren wir wieder zur Station zurück, wo mir meine Chefin den Auftrag gab, in die Stadt zu fahren, um dort nach Mauserseglern Ausschau zu halten. Doch noch während ich mit dem Fahrrad unterwegs war, zog ein heftiges Gewitter auf. Ich kannte die Gefahren, denn man sollte bei Gewitter nicht mit dem Fahrrad unterwegs sein. Und um zur Naturschutzstation zurück zu fahren, musste ich noch an einem Wald durch. Da ich zu dem Zeitpunkt in der Nähe von Zuhause war, rief ich von da aus die Station an und fragte, ob ich die restliche Stunde frei haben könnte, da es draußen gewitterte und ich nicht bei dem Wetter mit dem Fahrrad unterwegs sein wollte. Und Tatsache gab mir die Chefin frei.“ Philipp sagte anschließend weiter: „Jaja, so ist mein kleiner Bruder nun mal. Er geht wie immer frei nach dem Motto ´Nicht machen, machen lassen`. Na ja, je nachdem fällt mir in Sachen Gewitter auch was aus der Vergangenheit ein: Es war abends, vielleicht so gegen zwanzig Uhr, als von Westen ein Unwetter herannahte. Während Dennis mit unserer Mutter ein Buch las, wurde es draußen so richtig ungemütlich. Plötzlich blitzte und donnerte es auf die Sekunde genau, man hörte einen lauten Knall und draußen quietschten die Reifen eines Autos. Zuerst dachten wir, dass draußen der Blitz beim Auto einschlug und dadurch einen Unfall verursachte, aber es war ganz anders, als wir dachten. Der Blitz schlug in unser Haus ein und ließ die Telefonleitung schmoren, sodass unser Telefon kaputt ging. Dabei hatten wir das Telefon erst ein knappes halbes Jahr. Tja, somit konnten wir uns ein neues kaufen.“ Die anderen schmunzelten ein wenig, bevor Maria ins Zelt ging und eine Kerze holte, da es draußen auch schon langsam dunkel wurde. Als die kleine Kerze brannte, erzählte nun auch der Letzte aus der Reihe, nämlich Peter, seine Geschichte: „Es war in der sechsten Klasse, als ich mich in ein Mädchen ein wenig verguckte. Wir schrieben uns während des Unterrichts und auch während der Pausen hunderte kleine Zettel, da wir einfach zu schüchtern waren, uns zu unterhalten. Doch einmal gelangte ein Zettel von mir in falsche Hände, weil ich schlecht geworfen habe. Das Problem war, das ausgerechnet das Mädchen den Zettel bekam, welches in der Klasse ganz unten in der Rangliste stand. Sie sah damals ziemlich dick und hässlich aus und keiner mochte sie irgendwie. Und auf dem Zettel stand eine Liebesbotschaft, die ja für meine Freundin galt und am Ende des Zettels war ein Kuss abgebildet. Doch dann passierte es: Während des Unterrichts kam diese Dicke auf mich zu, sah mich an und sagte vor allen anderen: `Das ist aber lieb von dir, ich liebe dich auch. ´ Und das schlimmste kam noch. Sie gab mir tatsächlich einen Kuss auf die Wange. Ich war voll am Boden. Die ganze Klasse konnte sich vor Lachen kaum halten und meine Freundin war dementsprechend stinksauer auf mich. Es dauert etliche Tage und Zettel, bis ich sie wieder beruhigen konnte und sie mir somit glaubte, dass ich den Zettel schlecht geworfen habe. Der Dicken habe ich voll abgrundtiefe Worte geschrieben, worauf sie mit mir nie wieder Worte wechselte. Mit meiner damaligen Freundin muss ich heute noch darüber lachen.“ Als Peter das den anderen erzählte, konnten sie sich kaum vor Lachen halten. Dennis war in seinen Gedanken erleichtert, dass sich die Liebe von Peter und dem Mädchen nicht noch weiter verstärkte. Maria fragte dann noch, was denn mit der Dicken heutzutage ist, worauf Peter antwortete, dass sie nur zwei Jahre später auf die Mittelschule wechselte und er sie seit dem nicht mehr wieder gesehen hatte. Draußen war es mittlerweile schon fast dunkel, als die Freunde sich noch ein wenig unterhielten und genüsslich den Wein austranken, bis Kevin um 22 Uhr sich für den Abend bedankte und bei allen verabschiedete, sowie eine gute Nacht wünschte. Nach diesen Worten machten sich auch die anderen fertig fürs Bett. Der Tag an sich hat ihnen recht gut gefallen und somit schliefen sie langsam in ihren kuscheligen Schlafsäcken ein und träumten wahrscheinlich von ihren damaligen Erlebnissen. Da das Wasser der Ostsee mit zirka zwanzig Grad recht warm war, kühlte sich auch die Nacht nicht weiter ab, sodass man getrost mit nur leichter oder gar keiner Kleidung schlafen konnte.
Am nächsten Morgen, Sonntag, den 24. Juli, wurde Peter vom lauten Gähnen seines Freundes Dennis geweckt. Es war kurz vor acht Uhr, als sie auch die anderen beiden weckten. Mit leichter Bekleidung ging es wieder zum morgendlichen Frühsport und auch das Schwimmen wurde dabei nicht ausgelassen. Anschließend besuchten sie auch wieder die Toiletten, holten am Kiosk frische Brötchen und auch schon fertig gekochte Eier für das Frühstück. Draußen schien wieder die Sonne und es war auch schon angenehm warm, sodass den vier Freunden wieder einmal ein herrlicher Tag bevorstand. Nach dem sie ihr leckeres Frühstück verspeist hatten, machten sie sich bereit für den Strand, wo sie wieder den Windschutz und die Strandmuschel aufbauten. Dann aalten sie sich in der Sonne, um möglichst bald auch braun zu werden. Eine halbe Stunde später tauchte Kevin auf, der die Freunde fragte, ob sie nicht Lust hätten, wieder eine runde Beachvolleyball zu spielen. Doch sie sagten diesmal, dass sie erstmal eine Runde schwimmen gehen wollten. Kevin verstand die Worte und sagte, dass er solange noch mit seinen Disco-Kumpels übt. Nachdem die vier Freunde aus dem Wasser kamen, gingen sie hinüber zum Volleyballfeld, wo sie sich auch gleich in die Mannschaften einreihten. Nach einigen Sätzen beendeten sie auch wieder das Spiel und erlebten den ganzen Vormittag einen tollen Spielspaß mit Kevin. Egal ob Boccia, Frisbee, Mensch ärgere dich nicht oder einfach nur schwimmen. Sie verbrachten einfach schöne Stunden am Strand. Dann schaute Kevin auf die Uhr, die gerade ein Uhr nachmittags anzeigte. Er sagte zu den anderen, dass er seinen Eltern versprochen hatte, um ein Uhr zum Mittagessen zu gehen. Den vier Freunden war das recht, denn auch sie machten sich wieder auf zu Petras Bistro, wo sie ihren kleinen Hunger stillten. Als sie zum Strand zurückkehrten, merkten sie, dass der Wind und auch die Wellen zugenommen haben. Dennis und Peter, die zwei begeisterte Surfer waren, freuten sich zwar, aber Dennis hatte an diesem Tag irgendwie keine Lust dazu. Also holte nur Peter sein kleines Surfbrett aus dem Zelt und verschwand regelrecht in den Wellen, während die anderen drei ganz normal mit den Wellen Spaß hatten. Dann sahen sie, wie auch schon Kevin sich in die Fluten des Meeres stürzte und in den Wellen austobte. Zehn Minuten später sagte Maria den anderen, dass sie und Dennis schon an den Strand zurückkehren. Die drei sagten „Ok“ und vergnügten sich weiterhin mit den Wellen. An Land angekommen, legten sich Maria und Dennis nebeneinander in die Sonne und schauten sich an, bis Maria zu ihm sagte: „Wenn ich dich so anschaue, dann kann ich mir gut vorstellen, wie es ist, wenn man ständig diesen Kevin auf den Hals hat. Zum Glück ist er übermorgen schon wieder weg. Ich kann ihn auch nicht gerade leiden Dennis und fand es echt scheiße von ihm, wie er dich gestern angemacht hat. Ich freu mich zwar, dass Peter seinen alten Nachbarsjungen wieder getroffen hat, aber er hätte dich auch mal in Schutz nehmen können. Schließlich ist er doch auch schwul. Ich glaube er sagt es nicht, damit die Freundschaft zu Kevin jetzt nicht zu Bruch geht. Würdest du dem Kevin sagen, dass ihr beide ein Paar seid ?“ Dennis antwortete ihr: „Nein Maria, ich könnte es ihm zwar sagen, aber ich glaub nicht, dass Kevin mir glauben würde. Und selbst wenn, würde ich es auch nicht wollen, dass Peter seinen damaligen besten Kumpel wieder verliert. Das wäre nicht fair.“ Der Dialog zwischen Maria und Dennis ging weiter, indem Maria sagte: „Ja schon, aber Kevin war zu dir doch auch nicht fair. Er hat dich doch voll diskriminiert.“ „Du hast schon Recht, aber ich will mich nicht unbedingt mit ihm anlegen. Er ist zwar zwei Jahre jünger, aber trotzdem stärker als ich. Ich halte dann besser Abstand von ihm und warte die beiden Tage noch ab, bis er weg ist.“ „Als Kevin nackt vor dir stand, was dachtest du eigentlich ?“ „Zu dem Zeitpunkt hatte er mir echt den Kopf verdreht, aber halt nur optisch. Er sieht mit 16 Jahren halt super aus. Er hat eine echt tolle Figur und auch sein Intimbereich und sein knackiger Po gefallen mir sehr. Klar überlegte ich erst, ob er vielleicht auch schwul sein könnte.“ „Aber du warst auch ein bisschen schnell mit deinen Worten, find ich.“ „Ja schon, als er zu uns gesagt hat, dass wir ganz gut aussehen und auch beruhigt den Rest unserer Sachen ausziehen können, hat er gerade in dem Moment mich angeschaut. Logisch, dass meine Reaktion gleich zurückkam, ihm ein Kompliment zu machen, aber auf der Basis, um zu wissen, ob er auch schwul ist. Ich konnte ja nicht ahnen, dass er mich gleich so mit Vorurteilen angreift.“ „Da kann man mal wieder sehen, inwiefern man sich in einen Menschen optisch täuschen kann. Hast du dich in Kevin verknallt, Dennis ?“ „Nein, ich glaub nicht. Wie gesagt, optisch sieht er schon traumhaft aus, aber verliebt bin ich noch immer in Peter.“ Während des Gesprächs sah Maria, dass die Augen von Dennis vor Feuchtigkeit in der Sonne glitzerten. Dann sagte sie noch zu ihm: „Ach Dennis, wir beide halten schon noch die zwei Tage aus. Versuchen wir halt das Beste draus zu machen. Ganz abschneiden dürfen wir uns natürlich nicht von den Dreien, aber wir brauchen auch nicht ständig hinter ihnen her hängen.“ Dennis verstand die Worte von seiner besten Freundin und somit schlossen sie die Augen, um die Sonne, die auf ihren Rücken schien, zu genießen. Es dauerte auch nicht lange, da kamen auch schon Peter, Philipp und Kevin vom Badespaß zurück, wobei Kevin erst mal zu seiner Strandecke lief. Peter und Philipp machten dabei ihre Liebsten in einem Überraschungsmoment nass, worauf es Maria und Dennis vor Schreck in die Höhe jagte und die beiden zur selben Zeit sagten: „Das war aber jetzt gemein, dafür ist ein Kuss fällig.“ Tatsächlich gaben die beiden Wasserratten ihren Sonnenhungrigen einen dicken Kuss. Nach wenigen Minuten kehrte auch Kevin wieder zurück und so verlebten die fünf Freunde noch einen recht herrlichen Nachmittag mit diversen Strand- und Wasserspielen. Dennis und Maria hielten sich zwar ein wenig zurück, machten aber dennoch alles mit, um nicht ganz die Laune der anderen zu verderben. Bis zum Abendessen hatten sie also jede Menage Spaß auf dem Land und in der Ostsee. Die Wege zwischen Kevin und den vier Freunden trennten sich zwar am Abend, allerdings tauchte er zu dem Zeitpunkt wieder auf, als die vier gerade ihr Abendbrot bei Petra verspeisten. Er setzte sich mit zu ihnen und gab folgenden Vorschlag bekannt: „Wie wäre es, wenn wir heute Abend alle in die Disco gehen würden ? Ich habe nämlich von meinen Kumpels gehört, dass in der Stadtdisko auch am Sonntag immer jede Menge Stimmung herrscht. Ich lad euch alle zu einem Drink ein und wir können auch jederzeit wieder gehen, wenn ihr wollt. Also, wer kommt von Euch mit ?“ Die vier Freunde überlegten sich zwar den Vorschlag einige Minuten lang, aber dennoch konnte Kevin letztendlich alle davon überzeugen, mitzugehen. Schließlich waren alle schon mal in der Disko gewesen. Kevin freute und bedankte sich und sagte, dass er sie gegen halb neun Uhr abends beim Zelt abholen wird. Danach gingen auch die Freunde zurück zum Zelt und machten sich für den bevorstehenden Disko-Abend bereit. Pünktlich um halb neun Uhr abends kam schließlich Kevin angelaufen und fragte nun, ob sie für den Disko-Abend bereit wären, worauf alle anderen mit einem deutlichen Nicken zustimmten. Also gingen sie los und kamen nach zwanzig Minuten endlich in der Stadtdiskothek an. Zum Glück war die Disko für Personen ab 14 Jahren, sonst hätte Maria wohl draußen warten müssen. In der Disko tanzten sich alle fünf ganz locker auf die Bühne, wo mittlerweile auch fünfzig weitere Personen tanzten. Die Musik wechselte sich dabei ständig zwischen Pop, Techno und House ab, sodass es nicht allzu langweilig wurde. Nach einer knappen Stunde frohen Tanzes setzten sich alle erst einmal an die Bar und tranken ein paar Cocktails, wobei jeder einen anderen Cocktail vor sich hatte. Kevin, der weiter außen saß, wurde plötzlich von einem hübschen Mädchen aus versehen leicht angerempelt. Er drehte sich zu ihr um, während sie ihn dabei nett anlächelte und sich entschuldigte. Bei Kevin war der sanfte Stoß allerdings schon längst vergessen und sagte zu ihr: „Hey, na du bist ja ein hübsches Girl. So was Schönes wie dich, hab ich ja hier noch nie gesehen. Bist du denn auch hier im Urlaub ?“ Nach diesen Worten sagte Peter zu Kevin, dass sie wieder auf die Tanzfläche gehen, worauf Peter nur ein „Ok“ von sich gab. Auf der Tanzfläche schauten die vier Freunde zum Kevin hinüber, bis Philipp sagte: „Man, unser Kevin scheint das Mädel ja ganz schön anzuflirten. Hauptsache er vergisst uns jetzt nicht.“ Nach etwa fünfzehn Minuten sagte Maria zu ihrem Schatz, dass sie gerne gehen und lieber noch einen Spaziergang draußen machen möchte. Dennis bekam das mit und stimmte der Idee von Maria zu. Die beiden gingen also schon einmal nach draußen, während Philipp und Peter zu Kevin gingen, um ihn Bescheid zu sagen. Das hübsche Mädchen stellte sich mit dem Namen Bianca vor, während auch die beiden Jungs sich mit Vornamen vorstellten. Dann sagte Bianca, dass sie auch lieber gerne gehen möchte. Also bezahlte Kevin die Getränke und alle zusammen gingen nach draußen, wo Maria und Dennis bereits auf sie warteten. Außerhalb der Diskothek stellte Kevin die anderen beiden vor: „Darf ich vorstellen, dass ist die süße Bianca. Bianca, das sind Maria und Dennis, der gleichzeitig auch einer von den schwulen Kanaken ist.“ Während er diese Worte zu Dennis sagte, grinste er ganz schäbig und provozierte somit Dennis, dass dieser wütend wurde. Doch es kam noch schlimmer: Dennis platzte der Kragen, nahm allen Mut zusammen und ohrfeigte den Kevin mit einem für ihn recht ungewöhnlich harten Schlag. Es war vorauszusehen, dass Kevin den Schlag nicht einfach so hinnahm. Mit aller Kraft ging er auf Dennis zu und fing in Windeseile eine Prügelei mit ihm an. Peter und Philipp eilten so schnell es ging hin, um die handgreifliche Auseinandersetzung zu stoppen, aber selbst die beiden hatten es schwer, das Problem zu lösen. Währenddessen ging Maria zu Bianca und erklärte ihr die Situation, wie alles mit Kevin begann und erwähnte auch die Sache zwischen ihm und Dennis. Und Maria wusste auch, dass Bianca eine Nacht mit Kevin vor hatte und sagte zu ihr: „Sieh ihn dir an Bianca. Ist es wert mit ihm eine Nacht zu erleben ? Er ist ein fieser Mensch und greift andere ziellos mit Vorurteilen an, obwohl sie diese weder besitzen, noch dafür können.“ Bianca unterbrach Maria, verstand aber die Worte von ihr ganz deutlich und ging mitten auf Kevin zu. Währenddessen wurden die beiden Raufbolde von Peter und Philipp zurück gehalten. Bianca sagte schließlich zu Kevin: „Sag mal, wie cool kommst du dir eigentlich vor ? Meinst du, mit solchen Worten könntest du mich vor allen anderen beeindrucken ? Nein Kevin, was du machst ist schamlos und unverantwortlich. Dennis ist auch nur ein Mensch, wie alle anderen. Er kann absolut nichts dafür, dass er schwul ist. Schließlich will er auch mal die Liebe seines Lebens finden. Aber solche Leute wie du, haben nichts weiter in der Birne, als andere zu beleidigen und zu verurteilen. Das ist sein Leben Kevin. Und wenn du wirklich mit mir in die Kiste willst, dann bitte ich dich, sofort bei allen zu entschuldigen, aber nicht nur mit Worten, sondern Hand geben ist das mindeste, was ich noch dazu verlange.“ Kevin war perplex und ging der Reihe nach zu jedem hin, um sich zu entschuldigen. Als er bei Dennis ankam, sagte er allerdings: „Es tut mir ja Leid, ich wollte dir nicht wehtun, aber die Hand geben möchte ich dir trotzdem nicht. Ich wünsch dir aber viel Glück, dass du deinen Freund findest.“ Bevor Bianca was sagen konnte, griff Dennis mit seinen Worten ein: „Ich habe bereits die Liebe meines Lebens gefunden, er steht neben dir, Kevin. Irgendwann musste es ja raus Peter.“ Kevin, der im ersten Moment überrascht war, es aber noch nicht glauben wollte, fragte mitlachendem Gesicht seinem besten Kumpel: „Hast du das gehört Peter ? Der will doch tatsächlich behaupten, dass er mit dir zusammen ist.“ Peter schaute beide an und sagte: „Kevin, das was Dennis sagt, stimmt. Ja, er und ich führen eine glückliche Beziehung. Als wir uns gestern am Strand kennen lernten und du Dennis so fies angemacht hast, wollte ich nicht gleich eingreifen, damit nicht unsere langjährige Freundschaft aus dem Grund kaputt geht. Aber mittlerweile merke ich, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Mir ist jetzt scheiß egal, was du denkst Kevin. Aber ich liebe Dennis und mir ist die Beziehung mit ihm wichtiger, als die Freundschaft zu dir. Denn Bianca hat Recht. Das, was du meinem Schatz an Worten rüber geschoben hast, war echt fies von dir. Und Dennis, entschuldige bitte, dass ich nicht früher eingegriffen habe. Es tut mir echt Leid. Wenn ich nicht so dumm gewesen wäre, hätte diese Auseinandersetzung nie stattgefunden.“ Dennis schaute seinen Liebsten an und Peter sah, dass Dennis ihm verzieh. Doch Kevin stand mit leicht gesengtem Kopf da und war nun ganz sprachlos, da er von allen böse angeschaut und mit klaren Worten attackiert wurde. Nach einer Weile sagte er jedoch: „Ich kenne keinen, der mir jemals so klare Worte gesagt hat und deshalb würde ich Euch drum bitten, dass ich das alles gern noch mal überschlafen möchte.“ Die anderen gaben ihm die Nacht, alles noch einmal in Ruhe zu überdenken und verabschiedeten sich nun von Bianca und Kevin, bevor sie zurück in Richtung Zelt gingen. Bianca schaute Kevin an und sagte zu ihm: „Weißt du was, ich werde mit dir schlafen, aber unter folgender Bedingung: Ich möchte mit dir weder eine Beziehung eingehen, noch ein zweites Mal mit dir schlafen und die überdenkst die Sache mit Dennis ernsthaft und gehst morgen früh zu Ihnen hin und sagst es denen, zu welchem Entschluss du gekommen bist.“ Kevin akzeptierte die Bedingung und ging mit ihr an den Strand, wo sie beide in der Nacht einen One-Night-Stand erlebten. Unterdessen kamen die vier Freunde auch wieder an ihrem Zelt an, wo Philipp erst einmal seinen jüngeren Bruder verarztete, da er aus der Nase blutete und Schmerzen am rechten Oberarm und im Brust- und Bauchbereich hatte. Dennis fragte ihn, ob er Kevin wegen Körperverletzung anzeigen sollte, aber Philipp antwortete: „Nein Bruderherz, ich glaube nicht, dass das jetzt der richtige Schritt wäre. Ich fand es ja schon mutig, dass du dich überhaupt mit ihm angelegt hast, obwohl er stärker war. So etwas hätte ich dir echt nicht zugetraut, aber ich bin stolz auf dich. Wir wissen zwar beide, dass Probleme nicht mit Fäusten gelöst werden können, aber er hatte trotzdem seine Ohrfeigen verdient, auch wenn ich natürlich nicht gewollt hätte, dass du dabei mit draufgehst. Wir werden ja morgen sehen, wie er die Sache überschlafen hat.“ Nachdem Philipp seinen Bruder sachgemäß behandelte, legten sich alle in ihre Schlafsäcke, schließlich war es schon halb zwölf Uhr nachts und alle waren müde vom vielen Tanzen und laufen. Aber Peter sagte noch zu Dennis: „Ach Schatz, ich hab dich so lieb und ich möchte nicht, dass unsere Beziehung wegen Kevin kaputt gemacht wird. So, wie ich ihn nach den vielen Jahren wieder kennen gelernt habe, hätte ich nicht gedacht, dass er sich so vielseitig verändert hat.“ Dennis sagte anschließend zu Peter: „Das ist schon ok Süßer. Ich verzeih dir ja und ich wollte es ja auch nicht sagen, denn schließlich wollte ich auch eure Freundschaft nicht auseinander treiben. Aber nun ist ja, denk ich mal wieder, alle in Ordnung, hoffe ich.“ Unterdessen sprachen die beiden im anderen Zelt über Bianca. Philipp fragte Maria: „Was hältst du von Bianca ? Wie findest du sie charakteristisch aus deiner Sicht ?“ Daraufhin antwortete sie: „Sie ist in ihrer Art eigentlich ein Mädchen, welches sich auf die gerechtere Seite stellt. Sie ist auch verständnisvoll und sagt ganz klar ihre Meinung und das finde ich bei ihr auch toll. Und das sie nett und hübsch aussieht, das haben wir ja alle sehen können. Ich glaube aber auch, dass sie so schlau ist und mit Kevin trotzdem in die Kiste steigt, damit er seine Entscheidung auch auf dem richtigen Weg landet. Sie wickelt ihn sozusagen um den Finger, denn ich glaube, sie hat bei ihm die Schwachstelle gefunden.“ Philipp stimmte seiner treuen Freundin zu und beide gaben sich einen Kuss. Danach schliefen alle nach diesem recht aufregenden Tag in Ruhe ein.
Am nächsten Morgen wurde Peter um kurz nach acht Uhr als erster wach und weckte seinen Freund mit einem leidenschaftlichen Kuss. Als beide ihr Zelt verließen und sich ausstreckten, sahen sie in der Ferne, wie Kevin angelaufen kam. Peter sagte sofort den anderen Bescheid, die auch in Windeseile aus dem Zelt krochen. Und kaum standen alle vier vor ihren Zelten, war auch schon Kevin bei ihnen angekommen und sagte: „Guten Morgen, na ausgeschlafen ? Ich wollte euch nur sagen, dass ich mir letzte Nacht alles noch einmal in Ruhe überlegt habe und ich muss gestehen, dass ich ein echter Idiot war und ich mich vollkommen unfair gegenüber euch und vor allem zu Dennis benommen habe. Ich möchte das irgendwie wieder gut machen. Dennis, es tut mir echt Leid, dass ich so grob zu dir war, bitte verzeih mir.“ Nach diesen Worten umarmte er vor allem Dennis, der wiederum sagte: „Ist schon ok, ich war ja auch nicht gerade nett zu dir, schließlich habe ich die Schlägerei angefangen. Aber eins würde mich noch interessieren. Kommen die Worte von dir, weil Bianca dich überredet hat oder sieht sie uns vielleicht von irgendwo jetzt zu ?“ Kevin antwortete: „Nein Dennis, ich schwöre, dass das von mir persönlich kam und Bianca schaut uns auch nicht zu. Es tut mir wirklich Leid. Ich habe mich somit zum ersten Mal in meinem Leben in einem Schwulen verschätzt. Ich hab mir echt Gedanken darüber gemacht und ich finde, dass du wirklich normal rüber kommst und auch ganz nett sein kannst. Mit dir macht es sogar Spaß, verschiedene Sport- und Wasseraktivitäten zu gestalten und das finde ich echt super. Du hast mich auch nicht ständig angemacht, bis auf das eine Mal, was dir sicherlich herausgerutscht ist. Wenn ich wieder einem Schwulen über den Weg laufe, werde ich an dich denken und somit auch alle akzeptieren. Aber eins musst du an dir noch verbessern Dennis: Schlag mich bitte nächstes Mal richtig kräftig, denn ich hab es verdient.“ Die vier Freunde fingen an zu lachen, aber Dennis sagte zu Kevin letztendlich: „Ich glaube dir Kevin und ich nehme deine Entschuldigung an, ohne dich jemals noch mal schlagen zu wollen. Und ich denke, ich kann auch im Namen meiner Freunde sprechen, dass du nichts wieder gut machen brauchst, denn eine Entschuldigung von dir, ist schon wie ein Geschenk und wir danken dir auch, dass deine Entscheidung richtig gewählt war.“ Dann sagte noch Peter ein Wörtchen zu Kevin: „Ich bin auch froh Kevin, dass wir uns alle wieder versöhnt haben und hoffe, dass wir weiterhin Freunde bleiben können.“ Alle lächelten und Kevin sagte als letzter noch einmal: „Ich muss Euch danken und ich möchte auch, dass wir alle Freunde bleiben. Leider haben meine Eltern und ich heute noch einen Ausflug geplant, von dem wir vielleicht erst im Laufe des Nachmittags wieder zurückkommen. Und da wir morgen abreisen, hoffe ich, euch heute noch mal zu sehen.“ Philipp sagte, dass sie gleich einkaufen gehen und nachmittags am Strand sein werden. Anschließend verabschiedeten sich alle von Kevin und hofften, sich später am Strand wieder zu treffen. Danach machte sich Kevin auf den Rückweg, während unsere vier Freunde ihren morgendlichen Aktivitäten nachgingen. Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Weg, um einzukaufen. Neben Lebensmitteln, Proviant und Getränken suchten sie auch Sachgeschenke für ihre Eltern. Aber auch Postkarten kauften sie sich ein, die sie auch sofort schrieben und in den nächsten Briefkasten warfen. Auf dem Rückweg liefen sie auf dem Fußweg, Bianca entgegen, die auch gerade beim einkaufen war. Alle begrüßten sich und erklärten ihr, wie Kevin sich entschieden hatte. Bianca war ganz außer sich und freute sich sehr, dass er endlich zur Vernunft gekommen war. Anschließend fragte Maria, was sie denn überhaupt an der Ostsee so alleine suche oder ob sie vielleicht hier wohnt. Daraufhin antwortete sie: „Nein, ich wohne nicht hier. Ich besuche bloß zusammen mit meinen Eltern meine Großeltern, die allerdings hier in Karlshagen wohnen. Wir machen das jedes Jahr so und sind immer eine Woche im Sommer hier. Donnerstag früh geht es wieder nach Hause, besser gesagt nach München. Ich bin zwar in Dresden geboren, wohne aber dort schon seit elf Jahren, also seit ich sechs Jahre alt bin. Und ihr macht hier scheinbar Urlaub ohne euren Eltern ?“ „Ja, wir sind das erste Mal gemeinsam an der Ostsee und uns gefällt es hier richtig doll. Wir kommen alle aus Weißwasser. Das liegt zwei Autostunden von Dresden entfernt, fast an der polnischen Grenze. Sag mal, hättest du Lust am Nachmittag an den Strand zu kommen ? Wir sind an den Dünen vor dem Abschnitt B, direkt hinter einem Beachvolleyballfeld. Kevin wollte erst am späten Nachmittag kommen, da er mit seinen Eltern noch einen Ausflug macht.“ „Ja, ich weiß, dass Kevin heute was mit seinen Eltern vorhatte. Aber ok, ich komme gerne zu Euch am Nachmittag vorbei. Also, bis später dann.“ Die Freunde verabschiedeten sich von Bianca und gingen weiter in Richtung Strand, wo sie dieses Mal an einer anderen Imbissbude ihr Mittagessen verspeisten. Nachdem sie sich gesättigt hatten, liefen sie den Weg bis zu ihrem Zelt, am Strand beziehungsweise am Wasser entlang zurück. Zuerst packten sie alles aus, was sie eingekauft hatten, bevor sie ihre Taschen wieder mit Strandmaterial füllten. Dazu gehörten natürlich auch jede Menge Getränke, um gegen die Hitze halbwegs ankommen zu können. Draußen waren es mittlerweile wieder dreißig Grad und die Sonne schien fast ungehindert auf die Erde. Die wenigen harmlosen Wolken boten deshalb auch keinen Schatten. Am Strand angekommen, rannten sie erst einmal alle ins Wasser, um sich abzukühlen. Nach ein paar Schwimmrunden, holten sie wieder die Frisbee-Scheibe und spielten ein paar Partien auf der im Wasser sich befindlichen Sandbank. Dabei wurden sie immer wieder von einer Welle überrascht, die so manch einem das Fangen der Scheibe verhindern ließ. Kaum waren sie dann auch wieder aus dem Wasser, schon trafen sie auf Bianca, die ihr versprechen hielt und zu den Freunden an den Strand kam. Nach einer kurzen Plauderrunde, erklärten sie ihr das Spiel Boccia, welches sie noch gar nicht kannte. Und obwohl sie es auch zum ersten Mal spielte, gewann sie auch gleich das erste Match. Allerdings machte es ihr scheinbar so viel Spaß, dass sie auch gar nicht mehr aufhören wollte, die Kugeln zu werfen. Und somit verging die Zeit wie im Fluge, bis um kurz nach fünf Uhr nachmittags Kevin wieder aufkreuzte. Alle umarmten ihn und man konnte sehen, dass Kevin es auch ernst mit seinen Worten meinte. Es dauerte auch nicht lange, da lud er wieder einmal alle zum Beachvolleyball spielen ein. Da sie ja nun zu sechst waren, gab es also auch zwei Mannschaften mit je drei Spielern. Peter, Kevin und Maria spielten auf der einen Seite des Feldes, Bianca, Philipp und sein jüngerer Bruder auf der anderen Seite. Nach einem Durchgang mit deutlichem Vorsprung auf Kevins Seite, gewann beim zweiten Duell die Seite von Dennis, bis Kevin sagte: „Wenn ihr jetzt noch einmal gewinnt, dann seid ihr die ersten, die das bei mir seit Jahren wieder geschafft haben.“ Der dritte Durchgang war dann auch richtig spannend. Am Ende stand es 14 zu 14, wobei das Team mit den beiden Brüdern Matchball hatten. Unterdessen kamen im Hintergrund die Kumpels von Kevin und warteten gespannt darauf, ob man Kevin auch schlagen konnte, denn sie hatten es den ganzen Urlaub nicht geschafft. Dennis nahm den Ball, hob ihn in die Luft und schmetterte ihn genau auf Kevin zu. Bianca, die dem Kevin gegenüberstand, zwinkerte dem Kevin zu, der dadurch scheinbar ein wenig abgelenkt wurde und somit den Ball nicht rechtzeitig erreichte, sodass dieser zu Boden fiel und das Team um Dennis das Spiel gewann. Rundherum klatschten die Leute und die Kumpels von Kevin flüsterten sich zu: „Jetzt haben wir ja endlich die Schwachstelle von Kevin entdeckt. Leider reist er morgen wieder ab, aber ich sage euch Jungs, bei so einem schönen Girl, würde ich auch meine Konzentration verlieren.“ Die beiden Mannschaftskapitäne Dennis und Kevin umarmten sich anschließend trotz Durchgeschwitztem Körper, gaben sich die Hand und bedankten sich für das wohl spannendste Match, den die beiden wohl in ihrem Leben erlebt hatten. Danach war es auch schon sechs Uhr abends, als die Leute nach und nach den Strand verließen, der sich somit langsam leerte. Dann kam Kevin auf eine tolle Idee: „Was haltet ihr davon, wenn wir heute Nacht hier am Strand übernachten ? Zuerst machen wir ein schönes Lagerfeuer, dann erzählen und singen wir ein wenig, schauen in den Sonnenuntergang und dann übernachten wir an diesem Strand.“ Alle waren von der Idee begeistert und freuten sich auf den bevorstehenden Abend. Doch bevor sie sich am Strand niederließen, gingen sie alle gemeinsam zu Petra essen, wo sie sich anschließend noch ein leckeres Eis gönnten. Dann holte jeder seine Sachen, die er für die Nacht brauchte und letztendlich trafen sich die sechs Freunde um halb neun Uhr abends wieder am Strand. Peter, der seine Gitarre dabei hatte, spielte auch sogleich etwas vor, während Dennis sich um das Lagerfeuer kümmerte. Als es dann auch schließlich brannte, erzählten sie sich so einige Geschichten, die mal mehr und mal weniger lustig waren. Dann war es soweit, die Sonne ging langsam unter. Allerdings nicht in der Ostsee, sondern hinter der Insel. Nun erschien das Feuer in der steigernden Dunkelheit immer heller und die Augen der Freunde strahlten somit auch viel mehr. Als es dunkel war, ging Philipp noch mal ins Zelt und holte dort drei Flaschen Wein heraus, die sich die sechs teilten. Und mit Hilfe des Alkohols kamen sie erst einmal so richtig in Stimmung. Sie sangen, tanzten und lachten vor Spaß und schmissen sich dabei gegenseitig in den noch warmen Sand. Und selbst, als es Mitternacht wurde, hörten sie noch immer nicht auf. Aber eine halbe Stunde später gingen ihnen dann doch langsam die Kräfte aus. Der zunehmende Mond schien auch schon und die Sterne funkelten am nächtlichen Himmel. Sie legten sich alle auf den Rücken und schauten in die Höhe, wo sie jede Menge Sternschnuppen sehen konnten. Um kurz nach ein Uhr nachts, sagte Kevin: „Freunde, es war der schönste Urlaub meines Lebens gewesen. Ich danke Euch vielmals, dass ich Euch getroffen habe.“ Dennis, der neben Kevin lag, sagte daraufhin: „Nein Kevin, wir müssen uns bei dir bedanken. Ohne dich wären die ersten Tage vielleicht langweilig gewesen. Bist ein echt toller Kerl.“ Nach diesen Worten nahmen sich die beiden kurz in die Hand und drückten diese als Zeichen der Freundschaft fest zusammen. Und somit kam die Idee, dass sich alle in der Reihe an die Hand nehmen und so in die Nacht einschliefen. Mit 22 Grad war die Nacht allerdings ungewöhnlich mild, zumal auch kein Lüftchen wehte und keine Welle sich auf dem Meer brach. Nur wenige Stunden später wachten die ersten wieder auf und sahen, dass es bereits schon hell war, jedoch die Sonne noch nicht aufgegangen ist. Philipp und Maria weckten die anderen und sagten, dass es gleich soweit sein müsste. Die See war spiegelglatt, die Luft ganz ruhig und am Himmel waren nur wenige Schleierwolken zu erkennen, die sich im aufgehenden Licht unterschiedlich färbten. Und dann erhob sich aus dem Meer ein feuerroter Ball, der sich langsam in Richtung Himmel schob. Das Rot war sehr kräftig und die Stimmung dadurch einfach romantisch. Jedes Pärchen gab sich dabei einen leidenschaftlichen Kuss und auch Kevin küsste Bianca, wenn auch nur auf die Backe, aber auch sie tat es noch einmal. Nachdem sich die Sonne endgültig aus dem Meer befreite, sagte Dennis mit seinen Kenntnissen: „Morgenrot, schlecht Wetter bot. In den nächsten sechs Stunden wird es sich zu ziehen und ich rechne sogar mit Regen.“ Die sechs Freunde schauten sich traurig an, bis Kevin leider sagen musste: „So Freunde, ich werd dann mal langsam wieder zurück zu meinen Eltern gehen, damit wir pünktlich abreisen können. Es war der schönste Urlaub meines Lebens gewesen und ich werde ihn nie vergessen, darauf könnt ihr Gift nehmen. Ich werde euch echt vermissen, denn mit euch kann man wirklich alles machen und ich würde mich freuen, wenn wir noch weiter Kontakt halten könnten. Denn ihr seid die wahren Freunde, die man für das Leben braucht. Leider verging die Zeit einfach zu schnell, aber ich würde euch alle gerne wieder sehen wollen.“ Peter sagte zu Dennis und anschließend zu Kevin: „Schatz, hole mal bitte aus meinem Rucksack ein paar Zettel und einen Stift. Ach Kevin, nun sei doch nicht traurig. Für jedes Problem gibt es doch eine Lösung. Ich verspreche dir, dass wir uns wieder sehen und auch neue Abenteuer mit dir erleben werden. Und den Kontakt bis zum nächsten Treffen halten wir auf alle Fälle.“ Dann kam Dennis schon mit den geforderten Utensilien zurück und übergab diese seinem Schatz Peter, der weiterhin sagte: „Auf diese Zettel schreiben wir unsere Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse drauf, damit wir uns nie verlieren. Denn das Schicksal wollte es, dass wir uns hier treffen, um ewig den Kontakt zu halten.“ Alle Freunde schrieben ihre Daten auf die Zettel und nach einer Viertelstunde hieß es dann, von Kevin Abschied zu nehmen. Alle umarmten und drückten sich und hatten Tränen in den Augen. Und da keiner einen langen Abschied mochte, rannte Kevin schnell zum nächsten Dünenübergang, winkte noch einmal allen zu und verschwand endgültig aus der Sichtlinie der fünf Freunde. Während auch Bianca anschließend nach Hause ging, legten sich unsere vier Freunde in die Zelte und schliefen noch zwei Stunden, denn sie waren müde, von der letzten Nacht, die ja sehr kurz war. Um kurz nach acht Uhr standen sie wieder auf und gingen ihren morgendlichen Aktivitäten nach. Allerdings schwammen sie dieses Mal keine Runde im Wasser, denn draußen war es ziemlich windig und kühl und auch die Sonne war nur noch durch einen milchig-weißen Wolkenvorhang zu erkennen. Dennis sagte beim anschließenden Frühstück zu den anderen: „Das Wetter bedeutet nichts Gutes. Ich befürchte ernsthaft, dass eine Schlechtwetterfront nicht mehr allzu weit von hier entfernt ist. Am besten wir bleiben am Vormittag erst einmal noch hier bei unseren Zelten.“ Nach dem sie ihr Camping-Geschirr abgewaschen hatten, hörte man plötzlich ein leises Grollen aus der Ferne. Sofort rannten sie alle zum Strand hinunter, sodass sie sehen konnten, was sich da anbahnte. Und tatsächlich war die Vermutung von Dennis genau richtig. Langsam schob sich eine dunkle Wand in Richtung Küste aus der man immer wieder das Grollen hörte. Der Wind, der von Land kam, pfiff recht ordentlich und deshalb gingen die Freunde lieber wieder in ihre Zelte zurück. Tische und Stühle sicherten sie noch in ihren Zelten unter, bevor es schon anfing zu tröpfeln. Das anschließende Gewitter dauerte fast zwei Stunden, ehe es vollkommen auf die See weiter zog. Aber es war kein Ende in Sicht. Es regnete weiter und das nicht allzu wenig. Doch ein Gewitter auf See wollten sich die Freunde nicht entgehen lassen. Damit nicht all ihre Sachen nass wurden, gingen sie gerade mal mit Badesachen an den Strand, von wo aus sie die Blitze und Donner sehen konnten. Es war ein herrliches Spektakel. Nachdem sie sich wieder in ihren Zelten trockneten, beschlossen sie, Mittagessen zu gehen. Zum Glück war dort die Terrasse überdacht, so dass sie ihre Mahlzeit im Trockenen essen konnten. Ein Eis kauften sie sich heute mal nicht, denn sie hatten nicht die Stimmung dafür. Mit schnellen Schritten gingen sie wieder zurück zu ihren Zelten, wo sie sich mit Lesen und Unterhalten beschäftigten. Um kurz nach zwei Uhr machte der Regen seine erste Pause und schon bald tauchte Bianca auf und die vier Freunde ließen sie in ihre Zelte. Letztendlich gingen Dennis und Peter in das Zelt der anderen beiden, weil es da durch Maria ordentlicher aussah. Am Nachmittag vergnügten sich dann alle fünf mit verschiedenen Spielen, während es draußen immer wieder regnete oder auch mal ein kurzer Donner zu hören war. Es war zwar mit 21 Grad nicht allzu kalt, dennoch saßen sie alle mit wärmeren Sachen da, weil der Wind auch durch das Zelt kam. Um halb sechs machte der Regen eine längere Pause und der Himmel lichtete sich auch wieder ein wenig, aber Dennis meinte, dass jetzt erst etwa die Hälfte vorbei sei und es heut Nacht noch weiter regnen wird. Die fünf Freunde gingen an den Strandvorplatz, wo viele Buden, Imbisse und Restaurants standen. Dort luden sie Bianca zum Essen ein, die sich natürlich freute. Sie sagte zu den anderen, dass sie am frühen Morgen mal bei deren Zelten vorbeischaue, falls das Wetter nicht so toll sein sollte. Die anderen vier stimmten ihr zu und somit trennten sich die Wege, weil Bianca zurück zu ihren Eltern und Großeltern ging. Kaum waren die Freunde wieder bei ihren Zelten angelangt, verzog sich der Himmel und es fing erneut an zu regnen. Philipp schaute unterdessen nach dem Graben, der um die Zelte verlief und schaufelte an der ein oder anderen Stelle noch einmal nach. Dann spielten sie alle gemeinsam noch ein paar Runden, lasen anschließend ein Buch oder plauderten mit dem jeweiligen Partner, ehe sie sich gegen 22 Uhr in ihre warmen Schlafsäcke kuschelten, während auf ihren Zelten der Regen vor sich hin prasselte.
Am nächsten Morgen ließ der Regen dann endgültig nach und zwei Stunden später erwachten dann auch unsere vier Freunde wieder aus ihrem Schlaf. Allerdings ließen sie heute den Morgensport mal ausfallen, da ihnen das Wetter am Vortag die Lust dazu weggenommen hatte. Während des Frühstücks tauchte Bianca auf und fragte: „Na, guten Morgen. Was habt ihr denn heute so alles vor, wenn ich fragen darf ? Zum Baden ist es ja echt zu kühl und windig oder ?“ Philipp antwortete ihr: „Ja, zum baden ist heute absolut kein richtiges Wetter. Die Sonne will auch nicht so richtig durch die Wolken hindurch scheinen. Wir wissen noch nicht, was wir heute machen sollen. Was hast du denn vor Bianca ?“ „Meine Eltern, Großeltern und ich wollen heute noch mal einen schönen Tag zusammen verleben, wobei ich da auch nicht so richtig Lust drauf habe. Aber da wir ja morgen wieder abreisen, war ich noch mal einverstanden damit. Und ihr wisst nicht, was ihr machen sollt ? Ich habe eine Empfehlung an euch: Fahrt doch mal ins Raumfahrtmuseum Peenemünde. Das ist echt interessant dort. Ihr könnt dort mit Zug, Auto, Bus oder zu Fuß hingelangen. Am Nachmittag müsstet ihr wieder da sein.“ Die Freunde fanden Biancas Idee gar nicht mal so schlecht und beschlossen, mit der Bahn hinzufahren und den Rückweg zu laufen. Und somit machten sie sich für den bevorstehenden Tag bereit und packten die wichtigsten Sachen für unterwegs zusammen. Dann gingen sie noch mit Bianca bis zum Bahnhof, wo sie so lange wartete, bis der Zug sie abholte. Die Fahrt bis nach Peenemünde ging durch viel Wald und an der Straße entlang. Nach nur acht Minuten waren sie dann endlich da, bezahlten den Eintritt und schauten sich die verschiedenste Technik in dem Museum genauer an. Das Luft- und Raumfahrtmuseum Peenemünde beherbergt jede Menge Flugzeuge, Raketen und Schiffe aus dem zweiten Weltkrieg, sowie Hubschrauber, ein U-Boot und ein Kraftwerk, in dem diese technischen Maschinen gebaut wurden. Dazu sahen sie einen Videofilm an, bei dem gezeigt wurde, welche Pannen die V2, die erste deutsche Rakete, bewältigen musste. Gerade für Peter war Peenemünde ein unvergessliches Erlebnis, da er sich für Geschichte sehr interessierte. Sie aßen dort auch gleich Mittag und nach insgesamt knapp fünf Stunden Besichtigungstour durch das Museum, machten sie sich auf den Rückweg in Richtung Karlshagen. Noch im Ort Peenemünde liefen sie an einer alten Fabrik vorbei, die kurz vor dem Zerfall stand. Über eine Seitentür gelangten sie in das Gebäude, gingen aber nicht sehr weit hinein, weil es einfach zu gefährlich und gespenstisch war. „Wahrscheinlich wurde diese Fabrik Ende der achtziger Jahre aufgelöst und steht nun einfach so da. Die Witterung muss sie dabei so beschädigt haben, dass es wie nach einem Bombenangriff aussieht.“, sagte Peter zu den anderen. Sie gingen weiter, verließen den Ort und liefen nun durch den Wald. Nach etwa einem Kilometer wies Dennis auf ein Gebüsch hin, unter dem sich ein Deckel befand, der verschlossen, aber geheimnisvoll aussah. Doch sie brauchten nicht viel Kraft, um den Deckel zu öffnen. Sie sahen hinein und in etwa zehn Metern Tiefe befand sich ein Schacht. Die Freunde erinnerten sich sogleich wieder an die Zeit vor einem Jahr, wo sie schon einmal was mit einem Schacht zu tun hatten. Aber hier gab es keine Möglichkeit in den Schacht zu gelangen. Zum einen fanden sie es schade, dass sie nicht hinunter konnten, zum anderen waren sie auch wieder froh, denn vermutlich war der Schacht im zweiten Weltkrieg eine Art Schutzbunker und vielleicht lagerte somit noch jede Menge Munition unter ihren Füßen. Also gingen sie weiter den Weg entlang und hofften bald am Ziel anzukommen. Unterdessen hatte der Wind stark zugenommen, dafür war der Himmel wieder strahlend blau und die Sonne schien. Jedoch war der Tag nicht gerade warm. Zusammen mit zwanzig Grad Außentemperatur und dem Wind, fühlte sich die Luft recht kühl an. Dann plötzlich blieb Philipp stehen und fand auf dem Weg irgendeinen Gegenstand. Gerade als er diesen aufheben wollte, ertönte aus Maria ein lautes „Nein“. Sie machte sich Sorgen, denn sie befürchtete, dass dieser Gegenstand ein Stück Munition aus dem zweiten Weltkrieg sein könnte. Dennoch hob Philipp diesen Gegenstand trotz unruhigem Gefühl auf und sagte, dass es wie ein Messer aussehe. Sie packten den Gegenstand in eine kleine Tüte und vereinbarten sich, diesen mit nach Hause zu nehmen, um in Dresden im Archäologischen Institut das Alter dieses Gegenstandes überprüfen zu lassen. Nur zwei Kilometer vor dem Ziel fanden sie erneut etwas Sonderbares. Dieses Mal sah es aus, wie eine Art Krug. Maria sagte: „Der sieht ja auch so alt aus, wie das Messer. Also entweder sind wir in Sachen finden, Glückspilze oder das ist normal, dass hier alles so alt aussieht oder irgendeiner hat sich einen Scherz erlaubt und hat diese Gegenstände älter erscheinen lassen.“ Ihr Schatz antwortete, dass sie die Lösung spätestens dann erfahren werden, wenn er wieder in Dresden beim Studium ist und diese Dinge im Institut abgegeben hat. Die Freunde gingen weiter und erreichten nach einer weiteren Viertelstunde wieder den Ort Karlshagen, wo sie bis zum Zeltplatz weiterliefen und sich vor Müdigkeit in ihre Zelte legten. Die Uhr zeigte bereits kurz nach fünf, da knurrten bei allen der Magen. Also beschlossen sie, jetzt schon Essen zu gehen und anschließend Bianca anzutexten, ob sie noch mal vorbei kommen möchte. Gesagt, getan, Nach dem Abendessen erschien noch einmal Bianca und mit ihr gingen sie alle weiter an den Strand. Doch kaum sahen sie das Meer, blieben sie stehen. Dennis und Peter strahlten vor Freude, denn endlich gab es mal richtig schöne Wellen. Obwohl es nicht ungefährlich und das Wetter auch stürmisch war, ließen sie es sich nicht nehmen, ihre Surfbretter aus den Zelten zu holen. Beide waren erfahrene Bauchsurfer und vor allem Dennis kannte sich auch ganz gut mit den Wellen aus. In Windeseile stürzten sich die beiden ins Meer, während die anderen sich langsam in die See hineinwagten. Der Wind erreichte mittlerweile Windstärke sieben, wobei die Böen noch viel stärker waren. Somit erreichten die Wellen beachtliche Größen und das Wasser schob sich weit auf den Strand hinaus. Den beiden Mädels war es am Anfang ein bisschen zu kalt, aber Philipp gab ihnen den Mut und meinte, dass man sich beim Toben in den Wellen schnell erwärmt. Also gingen sie alle hinein ins Meer und hatten jede Menge Spaß mit den Wellen. Doch man merkte, dass die Strömung in manchen Lagen ziemlich stark war, sodass man sich kaum auf dem Boden halten konnte. Plötzlich sah Philipp, wie seine Geliebte vom Sog unter die Wasseroberfläche gezogen wurde. Zum Glück war er nicht weit weg und somit konnte er ihr recht schnell zu Hilfe eilen. Allerdings hatte sie einen Mundvoll Salzwasser unbewusst verschluckt und musste deshalb mehrmals kräftig husten und spucken, während Philipp ihr auf den Rücken klopfte. Letztlich lief dann doch noch alles gut. Und kaum konnte sie wieder richtig nach Luft schnappen, brach sich vor ihren Augen eine knapp zwei Meter hohe Welle, aber sie war noch in Philipps Händen und wurde somit festgehalten. Dann fingen sie alle an zu lachen, weil ihnen die Wellen dennoch Spaß machten. Nach zehn Minuten gingen die beiden Mädels jedoch wieder an Land, während die Jungs sich in den Wellen weiterhin austobten. Die Sonne ging mittlerweile langsam unter, als Philipp seinen Bruder bat, ihm das Surfen ein wenig beizubringen. Mit voller Stolz und viel Energie erklärte Dennis seinem großen Bruder die wichtigsten Punkte, die beim Surfen zu beachten waren. Unterdessen erzählte Maria der Bianca ein paar Erlebnisse, die die vier Freunde in den letzten Monaten und Jahren so erlebt haben. An manchen Stellen staunte selbst Bianca nicht schlecht und nach dem Ende von Marias Erzählung unterhielten sich die beiden nochmals über Kevin. Dabei fing Bianca mit ihrem One-Night-Stand an: „Kurz nachdem ihr wieder zurück zu eurem Zelt gegangen seid, habe ich Kevin um den Sex gebeten, allerdings erst dann, wenn er mir versprach, sich die Sache mit euch und vor allem Dennis genauestens zu überlegen. Er zögerte zwar einen Moment, willigte dann aber schließlich doch ein. Also liefen wir im Dunkeln zum Strand hinunter und schauten nach, ob keiner in der Nähe war. Ich spürte allerdings, dass Kevin irgendwie schon heiß auf mich war und somit kamen mir die Gedanken, ob er das nur für mich tat. Je nachdem, es gab so gut wie kein Vorspiel bei der ganzen Sache. Kaum waren wir nackt, da drang er schon in mich ein und hatte wahrscheinlich auch seinen Spaß dabei. Ich selber fand das Gefühl eigentlich auch ganz schön und es tat mir auch überhaupt nicht weh, aber es hätte durchaus länger sein können, also mehr in Richtung genießen, anstatt die schnelle Nummer zu wählen. Er war eben sehr schnell fertig und spielte dann weiter mit seinen Fingern an mir herum.“ „Hat er überhaupt ein Kondom verwendet ?“ „Nein, er hatte an dem Abend keins dabei, aber ich habe vorher die Pille genommen.“ „Ja, aber du wusstest doch nicht mal, ob er eine Krankheit hatte. Ich finde das echt verantwortungslos von ihm.“ „Du hast ja auch Recht Maria, aber ich glaube, wir konnten uns beide nicht halten und in dem Moment war uns auch alles egal.“ „Bereust du diesen One-Night-Stand ?“ „Nein irgendwie nicht. Es ging zwar sehr schnell, aber gleichzeitig war es auch aufregend. Aber noch einmal würde ich mit ihm keinen Sex wagen.“ „Was meinst du Bianca, war seine Entscheidung von ihm oder hat er es uns nur so gesagt, weil er mit dir schlafen durfte ?“ „Ich weiß es nicht Maria. Auf der einen Seite sah das Verhältnis zwischen Kevin und Dennis in den letzten Tagen recht gut aus, aber auf der anderen Seite kann ich es mir auch nicht vorstellen, dass man solch eine Entscheidung über Nacht treffen kann. Ich glaube, dass er dazu noch Zeit braucht. Wie er letztendlich in ein paar Monaten oder Jahren drüber denkt, wissen wir nicht, aber akzeptieren müssen wir es schon, denn jemanden zwingen, seine Meinung zu ändern, bringt in meinen Augen nur sehr wenig. Aber er ist erst sechzehn, auch wenn er sich in seinem Charakter älter fühlt, als er in Wirklichkeit ist. Ich schätze, er wird noch vieles lernen.“ Nach diesem recht ausgiebigem Gespräch zwischen Maria und Bianca, sahen sie, wie die Jungs aus dem Wasser zurück an Land liefen. Draußen war es schon fast dunkel und die drei erzählten den beiden Mädels über das Abenteuer in den Wellen. Dennis erwähnte, dass sein älterer Bruder Philipp bei ihm viel gelernt hat und nun auch Bauchsurfen konnte. Bei den Erzählungen mussten alle häufig lachen, aber die Zeit ging schnell vorüber und somit war es auch an der Zeit, sich von Bianca zu verabschieden. Sie sagte: „Freunde, meine Eltern und ich werden morgen früh zeitig nach München zurück fahren, um möglichst keinen Stau zu haben. Es ist schließlich schon halb zwölf und ich muss mich jetzt von Euch verabschieden. Ich danke auch euch noch mal, für den wunderschönen Urlaub. Es hat richtig Spaß mit euch gemacht und ich denke, dass wir anhand der Zettel die Kontakte weiter halten können und ich würde mich freuen, euch bald wieder sehen zu können.“ Den Freunden ging das alles sehr nahe, sodass sie Tränen in den Augen hatten. Also verabschiedeten sich Dennis und Peter von Bianca, während Philipp und Maria mit ihr noch ein Stück mitliefen, damit sie nicht so alleine durch die dunkle Nacht schreiten musste. Nach etwa fünfhundert Metern blieben sie dann stehen und somit sagten auch Philipp und seine treue Maria „Auf Wiedersehen“, während Peter und Dennis in ihrem Zelt eine unvergessliche Liebesnacht erlebten. Und nach Mitternacht waren dann alle in ihren Schlafsäcken und schliefen ein, wobei die Jungs immer noch die Wellen, die anscheinend durch ihren Körper glitten, im Ruhezustand fühlten.
Am Donnerstagmorgen wachten die vier Freunde gegen acht Uhr wieder auf und gingen ihren morgendlichen Aktivitäten, wie Sport und Schwimmen nach. Der Wind war noch etwas mäßig, aber schon deutlich schwächer, als noch am letzten Abend. Frühstück aßen sie im strahlenden Sonnenschein und anschließend hatten sie eine Tagesberatung. Sie planten, mit dem Zug nach Koserow zu fahren und von dort den ganzen Rückweg am Strand zu laufen. Und somit machten sie sich zum Bahnhof Karlshagen auf und warteten dort auf den Zug, der bereits fünf Minuten später aus Richtung Peenemünde ankam. Der Zug rollte und die Freunde schauten sich die Landschaft an, die unterwegs zu sehen war. Am meisten fuhren sie durch den Wald, aber ab und an kamen auch eine Wiese oder ein Feld oder auch ein paar Wohnhäuser. Nach einer knappen halben Stunde hieß es dann, aussteigen, denn der Zug hielt in Koserow. Zuerst wussten sie gar nicht, wo sie lang gehen sollten, aber Dennis wieß daraufhin, dass es immer Richtung Küste gehen musste. Unterwegs sahen sie eine kleine Kaufhalle und nutzten diese, um Proviant für unterwegs einzukaufen. Vor allem zu Trinken nahmen sie sich sehr viel mit, denn sie wussten, dass eine Wanderung durstig machte. Dann ging es weiter, jedoch bergauf. Dennis erklärte den anderen, dass in Koserow direkt an der Küste der höchste Berg der Insel steht und sechzig Meter über dem Meer hinausragt. Auf dem Weg zum Gipfel gelangten sie in einen Waldpark, der ziemlich gut bewachsen war. Mittendrin standen an den Wegen Naturtafeln, aus denen man ablesen konnte, welche Tiere und Pflanzen hier beheimatet sind. Nach einer Wegstrecke von paar hundert Metern sahen sie mehrere Imbissbuden, aus denen es lecker duftete. Die vier Freunde konnten dem Geruch nicht widerstehen und setzten sich an einer Imbissbude hin und kauften sich eine appetitliche Bratwurst mit Brötchen und viel Ketchup. Obwohl ihr Frühstück noch nicht allzu lange her war, ließen sie es sich richtig schmecken. Peter sagte anschließend: „Man das schmeckt ja lecker. Ich könnte glaub ich noch eine essen. So eine köstliche Bratwurst hab ich glaube ich noch nie gegessen. Aber ich möchte es ja nicht übertreiben, schließlich muss ich auf meine Figur achten.“ Die anderen fingen an zu lachen, denn sie wussten, dass Peter ziemlich schlank war und sich jeden noch so fettigen Happen erlauben konnte. Dennis erinnerte sich anschließend an die Karte von Usedom und kam auf folgende Idee: „Wisst ihr was, wir könnten doch eigentlich auf unserer Heimreise statt über Wolgast, über den Ort Usedom zurückfahren. Dann könnten wir nämlich unterwegs hier anhalten und noch mal die Bratwurst genießen oder meinetwegen auch für unterwegs einpacken lassen.“ Die anderen staunten, stimmten zu und freuten sich somit schon auf die nächste Bratwurst am Sonntag. An den Öffnungszeiten der Imbissbude sahen sie, dass sie auch am Sonntag geöffnet hat. Nach der leckeren Zwischenmahlzeit waren sie zwar noch nicht alle satt, ließen es aber doch, eine zweite Portion zu holen, da der Preis auch nicht gerade billig war. Anschließend gingen sie den Park weiter entlang, bis sie von oben auf das Meer und den Strand hinunterschauen konnten. Der Anblick war einfach herrlich. Die Freunde spürten, wie die frische Seeluft in ihre Nase stieg, während einige Sonnenstrahlen, die durch den Wald zogen, auf ihrer Haut landeten. Danach ging es weiter den Weg auf dem Berg entlang. Auf einmal sieht Maria ein Reh und wollte sich das genauer anschauen. Doch plötzlich beachtete sie nicht den Abhang vor ihr. Sie stolperte und rutschte am Waldboden den Abhang hinab, bis sie ein Zaun zum stehen brachte. Zum Glück war der Boden nicht allzu hart und Maria rutschte auch nicht sehr schnell den Abhang hinab, sodass sie von alleine wieder aufstehen konnte. Allerdings waren die anderen drei dann auch schon bei ihr und machten sich natürlich Sorgen, ob ihr was Ernsthaftes passiert war. Aber sie sagte, dass es ihr, bis auf ein paar Schürfwunden recht gut ging. Philipp sah sich die Wunden an, spülte sie mit Wasser aus und verarztete diese mit einem Pflaster. Maria humpelte die ersten paar Meter noch etwas, konnte aber mit der Zeit immer besser laufen. Sie liefen weiter den Weg entlang und sahen schon bald eine Möglichkeit, diesen Berg in Richtung Strand zu verlassen. Zwar waren es jede Menge Stufen, aber für unsere Freunde war solch eine Hürde eine Leichtigkeit. Am Strand angekommen, machten sie eine Pause und gingen auch gleich in der Ostsee baden. Der Wind war mittlerweile fast abgeflaut und auch die See war schon ziemlich ruhig, sodass kaum eine Welle noch zu sehen war. Nach ein paar Schwimmrunden gingen sie wieder an Land und ließen sich kurz von der Sonne trocknen, die die Luft auf angenehme 26 Grad erwärmte. Dann ging es weiter am Strand entlang zurück in Richtung Karlshagen. Auch wenn man es nicht der Strecke ansah, war sie jedoch noch ziemlich lang. Nach etwa zwei Kilometern Wanderung fing Dennis aus Langeweile das Wasser mit seinen Füßen ein wenig in die Luft zu spritzen. Mit der Zeit wurde das allerdings Peter zu nervig, sodass er sagte: „Ach Schatz, lass das mal bitte. Hör doch einfach mal auf damit, das nervt !“ Die Worte von Peter klangen nicht gerade sanft. Daraufhin machte Dennis einen liebtraurigen Blick und schaute zu seinem Schatz hinüber, dessen Laune sich aber nicht besserte. Daraufhin gab Dennis ihm einen Kuss und sagte: „Weil du es bist und ich dich lieb habe.“ Peter fing wieder an zu lächeln und freute sich, dass Dennis das einsah. Somit liefen sie Kilometer um Kilometer, bis sie endlich gegen halb zwei Uhr nachmittags, Zinnowitz erreichten. Dort schauten sie sich in dem Ort etwas genauer um und staunten nicht schlecht über die vielen schönen weißen Häuser, die die Stadt erleuchteten. In manch ein Geschäft gingen sie auch hinein, um noch etwas für ihre Verwandten einzukaufen. Dann sah Maria ein Schild mit der Aufschrift „Minigolfanlage“ und machte auch die anderen darauf aufmerksam. Sie schauten auf die Uhr und beschlossen, noch eine Runde Minigolf spielen zu gehen. Und tatsächlich war auch die Anlage geöffnet. Sie liehen sich Schläger und Bälle aus und spielten die achtzehn Bahnen durch. Doch zwischendurch kam es zu einem Konflikt, wegen der roten Linie. Maria und Dennis stritten sich auf dieses Art und Weise, bis Peter eine Lösung fand und somit für Frieden sorgte. Am Ende gewann Philipp vor seinem Bruder Dennis, Peter und Maria, die allerdings über ihren letzten Platz nicht enttäuscht war. Dann liefen sie wieder auf die Strandpromenade und entschieden, diese auch bis nach Karlshagen durch den Wald weiterzulaufen. Bevor jedoch die Strandpromenade am Wald endete, sahen sie einen Stand, der Waffeln und Crepes machte. Die Freunde konnten es sich wieder nicht nehmen lassen und aßen alle ein bisschen von den frischen und süßen Leckereien, die durch die Wärme einen herrlichen Duft verbreiteten. Anschließend betraten sie den Waldweg und liefen diesen auch entlang. Die See war mittlerweile so ruhig geworden, dass sie vom nahe gelegenen Wald nicht einmal das Meer hören konnten. Nach einer guten halbe Stunde erreichten sie schließlich Trassenheide, wo sie sich alle ein leckeres Eis gönnten, welches in der Sonne recht schnell weg zu schmelzen drohte. Am Stand daneben sahen sie auch noch ein paar schöne Postkarten, die sie auch sogleich kauften. Nach diesem kleinen Halt, verließen sie Trassenheide in Richtung Zeltplatz Karlshagen. Unterwegs kamen ihnen ein paar Fahrradfahrer entgegen und somit ging bei Philipp ein Licht auf. Mit schnellen Zügen überzeugte er die anderen dazu, am nächsten Tag eine Radtour zu machen. Die anderen drei waren begeistert von der Idee und freuten sich mal wieder riesig. Schritt für Schritt liefen sie den Waldweg weiter, vorbei am Trassenheidener Zeltplatz mit seinen vielen Wohnwagen und Zelten. Langsam stöhnten sie allerdings, denn der Weg wollte einfach kein Ende mehr nehmen und deren Zeltplatz war nicht einmal in Sichtweite. Doch nachmittags um halb fünf erreichten sie endlich ihren Zeltplatz. Nun mussten sie sich nur noch von Block E zum Block B durchschlagen, was sie auch mit Bravour meisterten. Sie ließen sich sanft auf ihre Schlafmatratzen fallen und würden am liebsten schlafen gehen. Doch zuerst bekam jeder eine Tasse starken Eiskaffee, damit sie munter blieben. Und nach einer Weile wollten sie dann auch alle eine Runde schwimmen gehen, was sie auch taten. Die See war mittlerweile schon fast ganz glatt und somit wunderten sie sich, wie innerhalb von 24 Stunden das Meer so ruhig werden konnte. Doch kaum waren sie an der Sandbank angelangt, ertönte ein kurzer Schrei von Dennis. Er schaute ins Wasser, während die anderen zu ihm kamen. Und als es auch die anderen sahen, erschraken auch sie sich fast zu Tode, denn im Wasser schwamm eine Qualle. Der Anblick der vier Freunde war nicht gerade berauschend, sodass sie recht schnell die Ostsee verließen. Dennoch erblickten sie unterwegs noch zehn weitere dieser Weichtiere. Mit großem Schrecken gingen sie an Land, trockneten sich ab und mussten diesen Schock erst einmal überwinden, indem sie wieder zu Petra gingen und dort ihr Abendessen verspeisten. Danach spielten sie noch eine Runde und wollten zum Sonnenuntergang an den Strand gehen. Doch viel sahen sie nicht, denn es war an dem Abend dichter Nebel. Die Luft war total still und ruhig und auch das Meer war spiegelglatt. Sie gingen direkt zum Wasser und sahen tausende Quallen darin herumliegen. Dennis erwähnte, dass sie glücklicherweise am Freitag eine Radtour geplant hatten, denn zum Baden hätte er am Vormittag wohl möglich keine Lust gehabt. Und somit verließen sie wieder den Strand, denn man sah ja sowieso nicht allzu viel. Nach einem weiteren Spiel gingen sie zu Bett und schliefen nach dem Wandertag leicht erschöpft, aber auch erleichtert in ihren kuscheligen Schlafsäcken ein.
Am nächsten Morgen gingen sie gleich nach dem Aufstehen zum Strand wo sie noch immer die Nebelsuppe und sie spiegelglatte See sahen. Somit war ihr Frühsport nicht all zu lange, denn das Wetter machte einen recht schnell wieder müde. Und auch das Frühstück mussten sie dieses Mal ohne Sonne genießen. Nach dem leckeren Morgenschmaus machten sie sich bereit für die bevorstehende Radtour. Nach fünfzehn Minuten laufen, kamen sie bei einem Laden an, der Fahrräder verlieh. Dort liehen sich die Freunde vier Fahrräder aus und bezahlten sogleich für den ganzen Tag, wobei sie bis spätestens 19 Uhr wieder da sein mussten. Anschließend fuhren sie mit ihren Fahrrädern zum Bahnhof Karlshagen. Dort stiegen sie mit den Treteseln ein und bezahlten die Fahrt bis nach Ahlbeck, wo sie knapp eine Stunde später, also um kurz vor elf Uhr ankamen. Doch bevor sie die Rücktour planten, schauten sie sich erst einmal die Stadt an, von der sie auch sogleich begeistert waren, denn Ahlbeck hatte viel zu bieten. Und so gingen sie von Geschäft zu Geschäft und kauften ab und an noch etwas Schönes für sich oder für ihre Freunde und Verwandten ein, wobei die Seebäder nicht gerade preiswert waren. Nachdem sie sich durch die Stadt hindurch gejagt hatten, kamen sie an der Strandpromenade an. Von hier aus gingen sie weiter auf die große Seebrücke und liefen auf ihr bis ans andere Ende. Das Meer war bereits nicht mehr ganz so ruhig, wie noch am Morgen und auch die Sonne schien wieder. Die Freunde genossen die herrliche Aussicht von der Brücke und nach fünfzehn Minuten liefen sie wieder zurück an Land. Dort gingen sie mit den Fahrrädern weiter in Richtung Heringsdorf, wo sie nochmals eine Seebrücke entlang liefen und diese ebenso bestaunten. Um dreiviertel eins besuchten sie dann ein Restaurant, welches vom Preis her angemessen und vom Angebot reichhaltig war. Dort aßen sie auch ihr Mittagessen und ließen es sich so richtig schmecken. Eigentlich sahen sie schon vorher auf der Karte die leckeren Eisbecher, aber nach dem Hauptmenü waren sie so gesättigt, dass sie es am Ende doch lieber sein ließen. Nach der köstlichen Mittagsmahlzeit stiegen sie wieder auf ihre Fahrräder und verließen nun endgültig das Seebad Heringsdorf. Nun hatten unsere vier Freunde eine lange Strecke vor sich, freuten sich jedoch schon jetzt, bald wieder am Zelt zu sein. Sie fuhren nicht allzu schnell, denn sie hatten noch viel Zeit und deshalb genossen sie lieber die schöne Landschaft und die frische Luft des Meeres. Dabei sahen sie immer wieder da Meer, fuhren aber hauptsächlich durch Wälder hindurch, bei denen der Radweg gekennzeichnet war. Um halb vier Uhr nachmittags kamen sie wieder mal in Koserow an und konnten es mal wieder nicht lassen, am Imbissstand Halt zu machen, um die leckere Bratwurst zu genießen. Obwohl sie sich mittags eigentlich satt gegessen hatten, vertilgten sie die Bratwurst mit Leichtigkeit und man sah ihnen an, dass es ihnen schmeckte. Doch wiederum reichte es nicht, um ein Eis hinter her zu essen. Dann ging die Tour weiter in Richtung Zinnowitz. Doch plötzlich fuhr Maria über einen recht spitzen Stein, der ihrem Vorderrad einen Platten bescherte. Zum Glück war in einem der vier Fahrräder Flickzeug zu finden und somit machte sich Peter an die Arbeit, das Vorderrad zu reparieren. Nach einer guten halben Stunde hatte das Fahrrad wieder voll Luft und somit konnte die Fahrt weiter gehen. In Zinnowitz angekommen, fuhren sie auch an der Minigolfanlage vorbei, bei der sie jedoch keinen Halt machten, da sie recht schnell zu ihrem Zeltplatz zurück wollten. Der restliche Fahrradweg bis dorthin verlief jetzt nur noch durch den Wald. Nur Trassenheide war noch dazwischen gewesen. Und dann endlich, um halb sechs Uhr abends kamen sie erschöpft am Waldweg heraus, wo sich gleich gegenüber Petras Bistro befand, bei der sie auch Halt machten. Doch sie hatten kaum Hunger, sondern eher Durst und tranken deshalb jede Menge Apfelschorle, die ihren Körper wieder erfrischen ließ. Und danach aßen sie ihr verdientes Eis, ehe sie sich erneut auf das Fahrrad setzten, um es zum Fahrradverleih zu schaffen. Dort angekommen, gaben sie die Fahrräder ab und liefen mit angespannten Beinen und Po zurück zum Zeltplatz. Dort legten sie sich erst einmal eine halbe Stunde in ihre Zelte, damit sie sich ein wenig von den Strapazen der Fahrt erholen konnten. Anschließend spielten sie noch ein paar Runden, ehe sie beschlossen, abends ihre Muskeln mit Schwimmen zu lockern. Doch zuerst wollten sie natürlich noch wissen, ob sich die Quallen noch im Wasser befinden. Zufälligerweise saß auch das ältere Ehepaar vor dem benachbarten Zelt. Philipp ging also hinüber und fragte ganz höflich, nach der Situation im Wasser. Die Dame antwortete ihm, dass nur früh noch welche zu sehen waren, aber nachmittags waren sie dann alle wieder weg. Philipp bedankte sich für die nette Auskunft und erzählte es sogleich seinen drei Freunden. Und somit gingen sie hinunter zum Strand und machten es sich dort erst einmal gemütlich, bis es dunkel wurde, denn sie hatten vor, erstmalig alle gemeinsam nackt baden zu gehen. Und tatsächlich gingen sie splitternackt ins Wasser, welches auch wieder ein paar Wellen hatte. Stockdunkel war es nicht, da der Mond schien, der wiederum fast Voll war. Und sie fühlten sich wohl im lauen Wasser der Ostsee. Die Muskeln entspannten sich zwar langsam wieder, jedoch brauchten sie wohl noch etwas mehr Entspannung. Und so kam es dazu, dass beide Pärchen auf der Sandbank ihre Gefühle im Wasser freien Lauf ließen. Es störte auch keinen, wenn sie nur zehn Meter von einander entfernt waren, denn jeder war mit seinem Partner und dem Liebesspiel beschäftigt. Sie genossen jede Sekunde, denn es war nicht nur wohltuend für die Seele, sondern auch ein romantischer Augenblick inmitten der Nacht. Nachdem alle fertig waren, schwammen sie an Land und trockneten sich dort ab, ehe sie sich wieder in die Zelte bewegten und dort vor Erschöpfung, aber auch vor Erleichterung einschliefen.
Am Samstagmorgen wachten alle gut ausgeschlafen um halb neun Uhr auf und streckten sich erst mal in alle möglichen Richtungen. Von der Wanderung am Freitag spürten sie jedoch nicht mehr allzu viel. Wahrscheinlich hat ihnen das abendliche Schwimmen im Wasser gut getan und somit die Muskeln gelockert. Allerdings ließen sie die morgendlichen Sportaktivitäten aus und holten somit gleich die frischen Brötchen am Kiosk-Stand. Dort kaufte Dennis auch wieder die Bild-Zeitung, damit er was für den Strand zum Lesen hatte. Anschließend gingen sie zum Zelt zurück und servierten das leckere Frühstück, welches sie auch mit viel Genuss bei strahlendem Sonnenschein schmecken ließen. Nachdem sie alles verspeist hatten, machten sie sich bereit für den Strand, wo sie heute den ganzen Tag verbringen werden. Peter und Dennis nahmen auch wieder ihre beiden Surfbretter mit, denn sie hörten schon das Rauschen des Meeres, was auf Wellengang hinwies. Am Strand angekommen, zogen sie sich recht schnell aus und gingen in Badesachen im Meer baden, wobei das männliche Paar lieber mit den Wellen beschäftigt war, als mit Schwimmen. Draußen ließen sie dann ihre Körper trocknen, indem sie ein paar Runden Boccia spielten. Anschließend legten sie sich in die Sonne, wobei Dennis die Bild-Zeitung las und sagte: „Morgen soll eine Gewitterfront mit Hagel und Sturm, Deutschland von West nach Ost überqueren und den Osten schon am Nachmittag erreichen. Das heißt, dass es morgen eine Fahrt mit schwüler Luft wird. Vorher sollen es noch mal, so wie heute dreißig Grad werden, danach gibt es eine Abkühlung um zehn Grad.“ Sein Bruder Philipp sagte weiter: „Dann können wir ja nur von Glück reden, dass wir morgen schon abreisen. Auf ein Unwetter hier an der Ostsee, während des Zeltens, hätte ich auch keine Lust, um ehrlich zu sein.“ Dann las Dennis weiter in der Zeitung und musste an einer Stelle etwas mehr lachen und sagte: „Stellt euch mal vor. In einem Haus irgendwo in Niedersachsen wurde zuerst eine Katze als vermisst gemeldet. Später fand man diese halb aufgefressen im Keller, wo sich gerade eine Ratte an dem Kadaver zu schaffen machte. Wahrscheinlich wurde die junge Katze von der Ratte auch getötet und…“ Die Worte von Dennis wurden unterbrochen, denn auf einmal schauten alle auf das Meer hinaus und sahen, wie mehrere Menschen auf einer Art Banane durch das Meer gezogen wurden, bis diese ins Wasser fielen. Peter sagte: „Sieht aus, wie Rodeo auf dem Wasser“ Sie sahen sich alle an und vereinbarten, das auch mal machen zu wollen. Nur Maria war verängstigt, also holte Philipp aus dem Zelt Kamera und Fotoapparat, damit Maria auch Etwas zu tun hatte. Die vier gingen bis zum Hauptstrand vor und bezahlten, damit sie mit der Banane fahren durften. Und tatsächlich machte es den drei Jungs einen Höllen-Spaß, durch das Wasser zu reiten. Währenddessen filmte und fotografierte Maria die lustige Szene, die knappe fünfzehn Minuten dauerte. Nach dieser Tortour kamen die Jungs nass, aber mit viel Freude zurück und waren froh, so etwas Mal mitgemacht zu haben. Sie sahen aber auch Tretboote im Wasser liegen, beschlossen aber, damit nachmittags zu fahren. Mit voller Stolz gingen sie wieder zu ihrem Strandplatz zurück und wollten sich gerade in die Sonne legen, als plötzlich der Bauch von Dennis knurrte. Sie schauten auf die Uhr, die schon halb eins anzeigte. Somit liefen sie erst einmal wieder zu Petras Bistro, bei der sie wieder ihre Mittagsmahlzeit aßen und sich danach noch ein Eis gönnten. Um halb zwei waren sie wieder am Strand und legten sogleich mit einer Runde Beachvolleyball los. Beide Pärchen spielten gegeneinander, wobei das Männer-Paar am Ende klar und deutlich gewann, aber Hauptsache, es machte allen viel Spaß. Anschließend zog es sie ins Wasser, wo sie erstmal eine Partie Frisbee spielten, ehe sich die Jungs in den Wellen austoben konnten. Selbst Philipp, der am Mittwoch bei seinem jüngeren Bruder das Surfen gelernt hatte, konnte gut mit den Wellen mithalten. Nach über ein und einer halben Stunde, verließen sie endlich das Wasser und ließen sich von der Sonne trocknen, während sie wieder vor zum Hauptstrand liefen, um Tretboot zu fahren. Währenddessen filmten und fotografierten sie erneut, wobei sie sich mehrmals abwechselten. Am Anfang war es nicht ganz so einfach, gegen die Wellen anzukämpfen, aber mit der Zeit bekamen sie das recht gut hin. Nachdem sie auch diesen Spaß hinter sich gebracht hatten, spielten sie am Strand noch einige Runde Mensch ärgere dich nicht, ehe es langsam auf den Abend zuging. Schnell sammelten sie noch ein paar Muscheln, die sie im warmen Sand fanden. Um fünf Uhr nachmittags gingen sie aber bereits zurück zum Zelt, denn sie wollten schon das Nötigste für die Abreise zusammenpacken. Zwischendurch aßen sie ein letztes Mal bei Petra ihr Abendessen und am Ende reichte es noch für ein kleines Kartenspiel. Zirka zwanzig Minuten, bevor die Sonne unterging, liefen sie an den Strand und genossen den letzten Urlaubs-Abend in vollen Zügen. Peter hatte seine Gitarre dabei und spielte ein paar schöne Lieder, wobei die meisten so traurig waren, als wenn man bereits Abschied nahm. Die vier Freunde waren allerdings froh, einen solch schönen Urlaub erlebt zu haben, aber leider verging die Zeit einfach zu schnell. Der Abend war ruhig und romantisch, nur die Wellen hörte man ein wenig rauschen. Die Sonne war bereits untergegangen, als die beiden Jungs noch mal ihre Bretter holten, um die Wellen auch mal bei Nacht zu erleben. Dann gingen sie alle vier wieder nackt schwimmen, ehe sie sich bei Dunkelheit an den Strand legten. Nur der Vollmond brachte ein wenig Licht in die Dunkelheit. Und dieses Mal ließen beide Pärchen ihren Gefühlen am Strand freien Lauf und genossen jede Sekunde, die sie hatten. Damit sie nicht sandig ins Bett gehen mussten, schwammen sie erneut eine Runde im Dunkeln und gingen anschließend um elf Uhr nachts schlafen. Am Sonntag, dem 31. Juli, mussten unsere Freunde bereits um sieben Uhr aufstehen, damit sie pünktlich um neun Uhr abfahren konnten. Ein letztes Mal frühstückten sie im herrlichen Sonnenschein, bevor sie sich an die Arbeit machten, alles zusammen zu packen und im Auto zu verstauen. Zum Schluss standen dann nur noch die Zelte, welches sie vor dem Abbau von Sand und anderem Dreck befreiten. Während Maria die Stangen und Heringe ordentlich einräumte, machten sich die drei Jungs an das Zusammenlegen der Zelte heran. Dabei machte Peter beinahe einen Fehler, indem er eines der Zelte aus versehen verkehrt herum legen wollte, so dass es fast einen Riss bekommen hätte. Philipp gab anfangs laute Worte von sich, beruhigte sich aber recht schnell, denn Peter sah den Fehler rechtzeitig ein. Als nun letztendlich alles im Auto verstaut war, verabschiedeten sie sich einerseits von ihren Zeltnachbarn, also dem älteren Ehepaar und andererseits an der Rezeption, wo sie zuvor noch den Aufenthalt bezahlten. Dann fuhren sie vor zum Hauptstrand und parkten dort das Auto, weil sie noch einmal schwimmen gehen wollten, denn es war erst dreiviertel neun. Ein letztes Mal schwammen sie in der Ostsee, die mittlerweile 21 Grad warm war und fuhren anschließend in Richtung Heimat, jedoch nicht über Wolgast, sondern über die Stadt Usedom. Zwischendurch machten sie, wie geplant in Koserow halt, wo sie die leckere Bratwurst einpacken ließen, damit sie unterwegs nicht verhungerten. Auf der Rückreise merkten sie, dass es schnell warm und schwül wurde, sodass sie, wie bei der Hinfahrt, mit freiem oder leicht bekleidetem Oberkörper fuhren. Auf halber Strecke aßen sie dann mit viel Genuss die Bratwurst und wechselten sogleich den Fahrer, indem Dennis den Part am Steuer übernahm. Auf der Autobahn von Berlin in Richtung Cottbus merkten sie, dass die Sonne schon etwas milchiger erschien, worauf Dennis einen Wetterumschwung ankündigte. Und schon bald, nachmittags um drei, kamen sie endlich wieder in ihrem Heimatort an. Doch kaum hatten Philipp und sein Bruder ihre beiden liebsten zu Hause abgesetzt, sahen sie schon die dunkle Gewitterwand, die genau in ihre Richtung zog.
Und als dann das Unwetter losging, erzählten die vier Freunde ihren jeweiligen Eltern, was sie so alles im Urlaub erlebt hatten. Sie sprachen vom Wiedersehen mit Kevin, mit dem es anfangs große Probleme gab und freuten sich auch, die nette Bianca kennen gelernt zu haben. Und auch von ihren Unternehmungen berichteten sie ausgiebig, nämlich über die Radtour, die Wandertour und der Ausflug nach Peenemünde, aber ebenso auch die vielen schönen Tage am Strand, wo sie jede Menge Spiel, Sport und Spaß hatten. Für die Freunde war der Urlaub eines der schönsten und abwechslungsreichsten Ausflüge in ihrem Leben. Doch eins bleibt uns noch immer verborgen: Aus welcher Zeit stammten wohl die Fundstücke, die sie auf dem Rückweg von Peenemünde fanden ? Diese Frage werden wir in der nächsten Folge unserer vier Freunde aufklären.
In Band 4 waren Maria und Kevin die Hauptpersonen, wobei auch Dennis und Bianca eine große Rolle spielten. Einen Höhepunkt bei dieser Geschichte gibt es nicht, dafür mehrere große Ereignisse, wobei anfangs die Dialoge viel Bedeutung aufwiesen. Was aus Kevin und Bianca geworden ist, werdet ihr in Band 15 erfahren, welches Ende 2006 / Anfang 2007 erscheinen wird. Auch dieses Band ist mehr als zur Hälfte reine Wahrheit, der Rest erfunden.
Auch zu diesem Band wurde wieder Karten zum besseren Verständnis angefertigt.
Titel: „Vier Freunde – Ein Urlaub mit Spannungen, Gefühlen und Freunden“
Autor: Christian Frohs
Datum: Januar 2005
Ort: Weißwasser
Wörter: 17892