Vier Freunde – Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Rätsel

 

In der letzten Geschichte, die unsere vier Freunde erlebten, fanden sie in einem zerfallenen Haus zwei rätselhafte Bilder, welches auf der einen, eine Karte gezeichnet war. Sie folgten den Weg, und kamen schließlich an dem Punkt an, wo sich auf der Karte ein Pfeil befand. Sie entdeckten zwei Steine. Auf dem einen war der Tod des letzten Wolfes in der Region gekennzeichnet, auf dem anderen fand man den Grabstein von „Karl Friedrich Wolf“, der genau an diesem Ort sowohl als Waisenkind gefunden, als auch 55 ½ Jahre später von zwei Jägern, erschossen wurde. Unsere vier Freunde Peter, Maria, Dennis und dessen Bruder Philipp wollten diesem Geheimnis zuerst zu Hause auf die Spur kommen, weil sie glaubten, dass Karl Wolf der Ur-Ur-Großvater von Dennis und Philipp gewesen sein könnte.

Etwa drei Tage nach ihrer Ferienwoche, kam Peter zu seinem neuen Freund Dennis, um ihn zu besuchen, denn beide waren ineinander verliebt. Sie gaben sich gleich zu Beginn einen Begrüßungskuss. Anschließend spielten die beiden vergnügt am Computer ein Abenteuer-Spiel. In diesem Spiel tauchten plötzlich an einer Seitenlichtung Ziegelsteine auf. Sie sahen sich an und so begann Peter seinen Geliebten zu fragen, ob er und sein Bruder denn schon die Mutter, wegen dem Rätsel, gefragt hätten. Dennis musste seinen Freund leider enttäuschen, aber er will es sofort mit Philipp besprechen, sobald er mit seiner Mutter wieder vom Einkaufen zurückkommt. Und die beiden beschlossen, dass auch Maria dabei sein sollte. Also riefen sie sie an und warteten nun gespannt darauf, dass Rätsel zu lösen.

Nach einer halben Stunde kamen dann Philipp und seine Mutter vom Einkaufen zurück, kurze Zeit später auch Maria. Die Mutter von Dennis und Philipp heißt Anja und alle zusammen haben sie den Nachnamen Krone. Als Anja sah, dass sich im Haus alle Freunde versammelt hatten, fragte sie, ob es irgend einen Anlass gäbe. Die vier setzten sich im Wohnzimmer auf die Couch und zeigten der Mutter das Photo, sowie auch die Karte, die sie im verlassenen Haus gefunden hatten. Dann erzählten sie von dem Pfeil auf der Karte, nämlich das dieser zwei Grabsteine kennzeichnet. Sie wollten wissen, ob der Ur-Ur-Großvater, der ja mit Nachnamen „Wolf“ hieß, auch ihrer war oder ob es damals noch einen anderen Herren mit diesem Nachnamen gab. Aber Anja war erstaunt, dass die Kinder das alles gefunden haben. Die Freunde fragten sie, ob es irgendeinen Zusammenhang gäbe, zwischen all den Fundorten. Die Mutter überlegte eine Weile, bis sie davon anfing zu erzählen, denn sowohl Anjas Mutter, als auch ihre Oma hatten davon berichtet. Die Kinder warteten gespannt und aufgeregt auf die bevorstehende Geschichte:

„Meine lieben Söhne: Es stimmt, was ihr erzählt. Ich bin die Urenkelin von Karl Friedrich Wolf. Er wurde am 14. Dezember 1845 von einem Förster gefunden. Er lag in einem Korb, zugedeckt mit einem Leinentuch. Der Förster fand das Waisenkind, kurz nachdem er wenige Meter daneben den letzten Wolf aus dieser Region erlegte. Dann gab er Karl an ein Waisenhaus ab, in der Hoffnung, dass sich seine Eltern melden würden, aber vergebens. Karl lernte seine Eltern nie kennen und hatte sie auch später nie gefunden. Er wuchs heran, ging ganz normal in die Schule und lebte bis zu seinem 16. Lebensjahr im Heim, bevor er dann für kurze Zeit verschwand. Mit achtzehn Jahren lernte er die schöne und reiche Katharina von Weimar kennen, mit der er schon ein Jahr später das erste Kind bekam. Sie gebar eine Tochter, namens Eva. Anschließend heirateten sie in einem fürstlichen Schloss. Nur zwei Jahre später kam Ellen zur Welt, mit 24 Jahren bekamen sie dann das Zwillingspaar Rafael und Hannes. Als Karl 26 Jahre alt war, trennte er sich von ihr, wobei Katharina die vier Kinder behalten durfte. Wenige Tage vor seinem 29. Geburtstag lernte er die charmante Elisabeth kennen, die er wenige Monate später heiratete. 1876 wurde ihr erster Sohn, Otto, geboren. Zwei Jahre darauf folgte Werner. Es blieb eine Weile still in der gut laufenden Beziehung, bis 1885 Annabell auf die Welt kam, die, wir ihr wisst, meine Großmutter war. Die fünf Familienmitglieder führten ein strenges, aber systematisches und liebevolles Familienleben. Karl erzählte aber niemals seinen Kindern, dass er als Waisenkind beim Wolfsstein gefunden wurde. Nur seine Frau Elisabeth wusste davon, die es später allerdings der Annabell weitererzählt hatte. Karl erfuhr von dieser Tat und daraufhin begann er, seine Tochter mehrfach zu vergewaltigen. Da war Annabell aber schon 15 Jahre alt. Wenige Monate später sahen Otto und Werner, wie ihr Vater ihre Schwester missbrauchte, obwohl dieser nicht wusste, dass hinter ihm seine beiden Söhne zuschauten. Am späten Nachmittag ging Karl Holz hacken, weil es an diesem Tag ungewöhnlich kalt war. Daraufhin machte seine Frau ein Photo, welches ihr jetzt in der Hand habt. Drei Tage später gingen er und seine beiden Söhne in den Wald, um für die Familie auf die Jagd zu gehen und ein Mittagessen nach Hause zu bringen. Doch dazu kam es nicht. An diesem besagten 6. Juni 1901 liefen sie elf Kilometer und fanden einfach kein Tier zum Erschießen. Schließlich erschien am Wolfsstein ein kleines Reh. Otto und Werner sagten zu ihrem Vater, der nah am Kitz stand, dass er es festhalten solle, damit sie es in Ruhe erschießen konnten. Aber die beiden schossen nicht auf das Reh, sondern gezielt auf ihren Vater. Die drei Schüsse hörte man durch den gesamten Wald, bis zu ihrem Haus. Elisabeth erschrak, als sie die Schüsse hörte und somit versteckte sie ihre Tochter in einem geheimen Verlies. Sie sagte zu ihr, dass sie nicht herauskommen soll, weil die beiden auch sie erschießen könnten. Als Otto und Werner von ihrer Jagd zurückkehrten, brachten sie das Kitz mit und sagten, dass sie es mit drei Schüssen erledigt hätten. Aber im kleinen Reh sah man nur einen Schuss. Die beiden fragten, wo ihre Schwester sei und Elisabeth antwortete daraufhin, dass sie abgehauen ist, weil sie es nicht ertragen konnte, dass ihre beiden Brüder Tiere erschießen, nur um Nahrungsbedingt zu überleben. Im Anschluss an das Festmahl setzte sich Elisabeth zur Ruhe und fing an, die Karte zu zeichnen, während ihre beiden Söhne sich schlafen legten. Doch sie hatte nicht viel zur Verfügung, also malte sie nur zwei Kreise für den See und den Punkt für das angrenzende Dorf. Dann noch ein paar Striche, die von dem ersten Kreis bis zum Wolfsstein verlief, an die sie noch den Pfeil markieren konnte, ehe ihr Schreibstoff zu Ende ging. Sie wusste, dass auch ihr Leben bald zu Ende gehen wird, weil sie den Hass der Söhne schon spürte. Also ging sie zum Verlies und gab der Annabell die Karte. Diese sollte warten, bis sie einen Schuss hört und dann sollte sie diesen Weg nachgehen, damit sie den Weg findet, wo ihr Vater erschossen wurde. Mit diesen Worten verabschiedete sie sich von ihrer Tochter. Wenige Stunden später, am Abend des 6. Juni 1901 kamen sich Elisabeth und ihre beiden Söhne ins Gespräch. Sie warfen ihr vor, alles gelogen und Annabell umgebracht zu haben. Dann sagte sie, dass die beiden sie töten sollen, wenn sie dieser Theorie glaubten. Daraufhin erschossen sie ihre Mutter mit jeweils einem gezielten Schuss aus jeder Flinte. Eine halbe Stunde später sahen sie eine Person auf dem Hof herumlaufen. Sie schauten nach und sahen, dass es Annabell war. Sofort fragten sie nach, woher sie komme und wohin sie wollte. Daraufhin antwortete sie, dass sie es geschafft habe, sich aus einem Bunker zu befreien, wo ihre Mutter sie tagelang festhielt und wollte sich nun an Elisabeth rächen. Otto antwortete ihr, dass sie das bereits erledigt hätten. Annabell wollte dann ihren Vater, wegen der Vergewaltigungsdelikte töten, aber Werner meldete, dass auch dies bereits geschehen war. Anschließend gab sie ihren Brüdern den Vorschlag darauf anzustoßen und ein Fest zu feiern. Die beiden stimmten ihr freudestrahlend zu und so bereitete Annabell drei Gläser mit Wein vor. Allerdings tat sie in zwei Gläser ein tödliches Gift hinein, um sich an den Mord ihrer Mutter zu gerechtfertigen. Sie stoßen an und tranken. Sie war die schnellste und forderte ihre Söhne nun heraus, wer der schnellere Trinker von den beiden ist. Aber beide waren zugleich fertig und nur wenige Minuten später bekamen sie keine Luft mehr und verendeten innerhalb weniger Sekunden qualvoll an dem Gifttrunk. Somit starb Otto mit 25 und Werner mit 23 Jahren, während Annabell als einzigste von der ganzen Familie übrig geblieben ist. Am nächsten Tag folgte sie dem Weg auf der Karte und fand ihren Vater tot und verblutet neben dem Wolfsstein liegen. Sie begrub ihren Vater und rollte einen Fünfzig-Meter entfernten Felsen heran. Dann meißelte sie die Inschrift auf diesen Felsen, die ihr sicherlich noch erkennen konntet. Noch am selben Tag beerdigte sie ihre Mutter und ihre beiden Brüder irgendwo im Wald, an drei verschiedenen Stellen. Weder das Verlies, indem Annabell gefangen gehalten wurde, noch die anderen drei Gräber wurden bis heute gefunden, geschweige denn entdeckt. Aber scheinbar hat noch niemand danach gesucht. Im ersten Weltkrieg war sie bei der Produktion von Chemiewaffen beschäftigt, während das Haus, indem sie seit 1911 nicht mehr wohnte, durch Infanterie zusammenfiel, bevor sie 1920 Franz Rettich heiratete und drei Jahre später meine Mutter Margrit auf die Welt brachte. Franz starb 1945 während des zweiten Weltkrieges. 1950 starb Eure Ur-Oma an einem Schlaganfall. Also kannte ich sie auch noch nicht. Meine Mutter wiederum heiratete 1952 Jakob Mendel, bevor ich 1956 auf die Welt kam. Allerdings trennte sich Jakob von meiner Mutter 1970, zwei Jahre bevor ich Euren Vater Manfred Krone kennen lernte, den ich vier Jahre später, also 1976, heiratete. Als ich dreißig Jahre alt war, kam Philipp auf die Welt und ein Jahr später schon Dennis. Als Dennis vier Jahre alt war, fing Euer Vater an zu trinken, bis er an den Folgen 1994 starb. Zu diesem Zeitpunkt war meine Mutter Margrit von ihrer Krebskrankheit so geschwächt, dass sie wenige Wochen später im Krankenhaus verstarb. Und nun sitzen wir hier und erzählen über die Vergangenheit, die kurioser Weise mit Eurem Rätsel zu tun hat. Nun wisst ihr die Geschichte.“

Nach diesen vielen Worten waren alle vier Freunde von der Geschichte überrascht, aber auch in Hoffnung, dadurch ein weiteres Abenteuer zu erleben. Peter fragte Anja, ob Annabell denn nicht irgendwo eine Spur hinterlassen hat, damit man das Verlies und die anderen drei Gräber finden konnte. Daraufhin antwortete sie, dass ihre Mutter mal von Zeichnungen und Bildern erzählt hat, die Annabell angeblich im verlassen Haus zurückgelassen hat, aber so richtig konnte auch sie sich das nicht vorstellen. Die Mutter erzählte weiter: „Damals gab es noch nicht die Seen, sondern nur zwei riesige Erdlöcher. In diesen Erdlöchern, fand man einige Nischen, indem kleine Höhlen zu erkennen waren. Aber man dachte, es seien einfache Erdlöcher und flutete somit das Becken mit Wasser.“ Den vier Freunden gingen einige Vermutungen durch den Kopf. Der eine behauptete, dass Verlies und die Gräber befinden sich als Art Keller unter dem verfallenen Haus. Der andere wiederum könnte sich eine Berghöhle oder ähnliches vorstellen. Doch sie verzweifelten immer mehr, als die Theorien aufgestellt wurden, dass die Gräber und das Verlies vielleicht schon zugemacht, zugeschüttet oder von einem See geflutet worden seien. Sie baten die Mutter darum, noch mal eine Ferienwoche verbringen zu dürfen, um vielleicht dieses Rätsel zu lösen und die Verstecke finden zu können. Anja zweifelte anfangs, aber als sie die Gesichter der Freunde sah, stimmte sie zu. Auch Marias und Peters Eltern sagten nicht nein und ließen sich später von Anja noch mal die Geschichte erzählen, während sich unsere vier Freunde für die bevorstehende zweite Ferienwoche bereit machten.

Kaum waren sie drei Tage zu Hause, schon ging es wieder los, zum campen in Richtung Traumplatz. Jeder fuhr zu sich nach Hause und packte jeweils seine Sachen ein. Hinzu kamen übliche Dinge, wie etwas zum Essen und zum Trinken. Dennis und Philipp transportierten wieder die Zelte und nahmen auch Geld mit, während Maria wieder ein paar Medizinische Dinge, für den normalen Bedarf, mitnahm. Peter steckte noch vier Paar Handschuhe ein, weil er wusste, dass man sie gebrauchen könnte und natürlich seine Gitarre. Und so trafen sich die vier Freunde Nachmittags gegen halb drei, wie versprochen, am Traumplatz. Sie bauten wieder ihre Zelte auf, räumten ihre Sachen ordnungsgemäß ein und gingen dann Holz sammeln, um für den abendlichen Grill zu sorgen. Dennis war schon ein bisschen verärgert, dass er wieder den Platz schmutzig machen musste, den er noch am Freitag sauber gemacht hatte. Aber er nahm es mit Humor, denn er wollte ja auch, das Abenteuer miterleben. Nachdem alle ihre Aufgaben vollbracht hatten, ging es ab in den See, zum Baden. Draußen ist es mit fast 30°C schön warm, doch das Wasser bietet mit 26°C nur eine kurze Erfrischung, aber der Körper fühlte sich scheinbar wohl, in diesem Element. Trotzdem vergaßen wohl die Vier, wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Peter, der als erster aus dem Wasser kam, schaute auf seine Uhr und sah, dass es schon kurz nach sieben Uhr abends war. Schnell rief er alle zu sich, dass das Abendessen wartet. Dennis rannte raus und kümmerte sich sofort um das Anheizen des Lagerfeuers, und das, obwohl er noch triefend nass war. Nach einer guten halben Stunde war es dann soweit. Sie konnten alle genüsslich ihre abendliche Mahlzeit verspeisen. Und als auch dies getan war, fingen sie wieder an, aus dem Leben zu erzählen. Maria fing an und erzählte, wie sie im Kindergarten immer alle Jungen vertrieb, wenn sie ihr nicht gehorchten. Sie war sozusagen immer die Chefin der Bande, bis ihr ein Junge mal ein deftigen Schlag ins Gesicht gab, wo anschließend die Nase blutete und alle anderen sie dabei auslachten. Seitdem hielt sich Maria lieber von den Jungs fern. Dabei schaute sie ihren Liebsten an, worauf er ihr versichern konnte, dass er sie garantiert nicht schlagen würde. Es vergingen ein paar Sekunden und er fügte noch hinzu, dass er es zumindest nicht ins Gesicht machen würde, worauf seine Geliebte ihn einen kleinen Stups gab, und die anderen dabei laut lachen mussten. Danach berichtete Dennis, wie er und sein Bruder früher immer gerne Flugzeug gespielt haben. Maria fragte, was sie denn damit meinten und er antwortete: „Der eine liegt mit dem Rücken auf dem Boden oder auf dem Bett und mit angewinkelten Knien, während der andere sich mit seinem Bauch auf die Knie legt. Dann streckt der obere alle Beine und Arme auseinander, so dass man schwebt, während der untere den oberen anhand der Kniebewegungen, die in alle Richtungen gehen können, steuert.“ Nach diesen Worten probierten es sogleich Philipp und seine treue Maria aus, wobei er unten lag. Mit der Zeit sagte sie, dass der Bauch doch irgendwann weh tun muss, wenn man ihn solange auf die harten Knie legt. Aber Dennis konnte sie beruhigen, indem er sagte: „Je mehr Muskeln du an deinem Bauch hast, desto weniger spürst du den Schmerz. Viel Fett kann aber auch helfen, als Federung, wird allerdings für den unteren irgendwann zu schwer.“ Philipp hob seine Knie in Richtung seines Gesichtes, so dass Maria langsam mit ihrem Mund, seinem Mund näher kam und so küssten sich die beiden, bevor sie das lustige Spiel beendeten. Peter fragte nach, wer von den beiden Brüdern denn immer oben lag, worauf Dennis die Antwort gab, dass sie sich häufig abwechselten, aber er selber lieber oben lag. Die Heiterkeit in der Gruppe beruhigte sich wieder und alle waren gespannt, was Philipp jetzt zu erzählen hatte. Er berichtete, wie er in der 10. Klasse an einem Sonntag Geburtstag hatte, an dem er auch kräftig sein 16. Wiegenfest feierte. Abends ging er dann mit ein paar Klassenkameraden auf eine schrille Party in der Nähe der Stadt, von der sie erst gegen halb drei nachts wieder nach Hause kamen. Vier Stunden später musste er schon wieder aufstehen, da er in der nullten Stunde schon Unterricht hatte, weil am Montag immer in der Stunde die Schüler weiter gefördert werden, die bereits sehr gut im Unterricht waren. Wie gesagt, um 6:45 Uhr kam er in der Schule an und ging müde, noch halb im Rausch und mit dröhnenden Kopfschmerzen zum Unterricht. Mitten in der Stunde musste er dringend auf die Toilette, um den Alkohol auszuschütten. Doch versehentlich kam er nicht auf die Herren-, sondern auf die Damentoilette. Alle fingen schon jetzt an zu lachen, doch der Hammer kam erst noch. Mitten auf der Toilette schlief Philipp plötzlich ein und bemerkte nicht einmal das Pausenklingeln, bis seine Klassenlehrerin in der Pause auf die Toilette kam und jemanden Schnarchen hörte. Sie erkannte sofort seine Stimme und weckte ihn. Aber als sie merkte, dass er noch leicht betrunken war, schickte sie ihn sofort nach Hause. Kaum betrat er am nächsten Tag das Schulgelände, spürte er, dass sich die Nachricht um die ganze Schule breit gemacht hatte. Daraufhin ließ er sich vom Arzt für die nächsten zwei Wochen krank schreiben. Nun konnten sich die anderen drei vor lachen kaum noch halten. Vor allem Dennis, der das alles, an dem besagten Montag, von Philipps einem Klassenkameraden erfuhr, in den Dennis damals sich zum ersten Mal verliebte und anschließend bei seinem Bruder das Coming-Out einleitete. Nachdem sich alle ausgelacht hatten, war nun Peter an der Reihe. Dieser berichtete, wie seine Eltern ihn mal bei einem Faschingsfest als Frau verkleideten. Er war zwar erst fünf Jahre alt, aber peinlich war ihm das schon, so dass damals sein ganzer Kopf rot anlief. Seitdem hatte er sich geschworen, niemals mehr Faschingskleider anzuziehen. Lieber zeichnete er Comics, indem er mit Bleistift verrückte Figuren malte oder Western- und Piratengeschichten somit erzählen wollte. Maria fragte ihn, ob das der Ursprung bei ihm war, warum er immer so ein Abenteurer ist. Doch Peter antwortete ihr: „Nein, das war nicht der Anfang meiner Abenteuerlaune gewesen. Ich selber liebe Tiere über alles und mag es, die Natur zu entdecken. Als ich noch klein war, hatten wir eine Schildkröte, als Haustier gehabt. Und mit der Zeit fing ich an, sie Tag für Tag und Stück für Stück zu beobachten. Ich notierte mir vieles und hielt alles fest, was die Schildkröte am Tag und in der Nacht so alles gemacht hat. Jetzt werdet ihr sicherlich sagen, dass eine Schildkröte doch nur faul herum liegt. Auf der einen Seite stimmt das, aber sie sind nicht so langweilig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Und somit sammelte ich meine Erfahrungen mit der Umgebung und dessen Umwelt. Später will ich mal nach Afrika oder Australien. Am liebsten, um mir das Große Barriere-Riff während eines Tauchganges anzuschauen und all das zu entdecken, was es nur zu entdecken gibt. Aber ich bin auch schon ganz auf unser Rätsel heiß, welches wir hoffentlich in dieser Woche noch lösen können.“ Dennis fragte ihn, ob er sich denn zu seinem Geburtstag in sieben Wochen etwas Besonderes wünsche. Aber er meinte nur liebevoll, dass Dennis schon so gut wie sein Geburtstagsgeschenk ist. Philipp fragte ihn, ob er sich denn auch für Archäologische Dinge interessierte, worauf Peter ihm sein stolzes „Ja“ gab. Philipp hatte im Hinterkopf, seinem besten Freund vielleicht ein Werkzeug-Set für Abenteurer zu schenken. Aber das wollte er sich noch sowohl mit Peters Eltern, als auch Maria und seinem Bruder durchgehen lassen. Nach diesem erfreulichen Abend sangen sie noch eine Weile, aber nur bis zum Sonnenuntergang, denn sie wollten heute zeitig ins Bett gehen, damit sie morgen soviel wie möglich unternehmen und entdecken können. Die Rollenverteilung in den Zelten ist mittlerweile zu einer Gewohnheitssache geworden. Während Maria und Philipp in dem einen Zelt schliefen, so sind es Dennis und Peter, die in dem anderen hausten. Alle kuschelten sich aneinander und schmusten ab und zu ein wenig herum, was selbstverständlich war, denn schließlich haben wir es hier mit zwei Pärchen zu tun. Dennis fügte seinem Freund noch hinzu, dass sie morgen Regen angesagt hätten, aber Peter war schon im Halbschlaf und antwortete mit einem müden: „Mir egal“. Und so schliefen unsere Freunde Hand in Hand ein und träumten wahrscheinlich schon von dem bevorstehenden Abenteuer. Doch um kurz vor vier Uhr wurden alle von merkwürdigen Geräuschen geweckt. Dennis sagte zu den anderen, dass sie sich beruhigen sollten, denn es ist doch nur ein Platzregenschauer, der bald wieder vorbei sein wird. Aber es blieb nicht bei einem normalen Platzregen, sondern es mischte sich noch Hagel zwischen die Tropfen und es dauerte nicht lange, da grollte es schon in der Ferne, was wiederum bedeutete, dass sie zur Zeit inmitten eines Unwetters steckten. Dazu wehte ein recht lebhafter Wind und so bekam Maria, die jüngste der Gruppe, langsam ein wenig Angst. Doch zum Glück hatte sie Philipp bei sich, so dass sie die Angst ein wenig unterbinden konnte. Nach einer Viertelstunde hörte es schließlich, bis auf ein paar Tropfen, auf zu regnen. Nur das Gewitter ging noch eine Weile, aber es war nicht sehr stark. Um halb acht wachten die vier fast alle zur gleichen Zeit auf. Draußen war alles feucht und nass und der Himmel war komplett mit Wolken bedeckt. Trotzdem machten sich die Freunde, wie jeden Morgen, auf zum Frühsport und zum anschließenden Baden, bevor sie mit frühstücken loslegten. Unterdessen fragte Philipp seinen Bruder, wie sich die Wetterlage wohl in den nächsten Stunden entwickeln würde. Dennis antwortete daraufhin: „Nach meiner jetzigen Einschätzung, wird es in den nächsten drei Stunden auf keinen Fall besser. Es wird mit maximal

20 °C kühl bleiben und wir müssen immer wieder mit Regen rechnen. Aber ein Unwetter, wie letzte Nacht, mit Hagel und Gewitter, schließe ich vorerst aus.“ Maria, Philipp und sein Bruder wollten daraufhin schon den heutigen Tag auslassen, aber als sie Peters Gesicht sahen, konnten sie es nicht widerstehen und beschlossen dann doch, heute zum zerfallenen Haus zu gehen.

Nach ihrem gewohnten, ausgiebigen Frühstück machten sie sich fertig zum wandern und entdecken. Dabei achteten sie auch auf die wetterfeste Kleidung. Peter zeigte noch den anderen, dass er für jeden ein Paar Handschuhe mitgenommen hat, damit sie sich beim „Ausgraben“ weder dreckig machten, noch Blasen an den Händen bekommen konnten. Und so liefen sie los, um dem Rätsel endlich auf die heiße Spur zu kommen. Nach einer knappen halben Stunde kamen sie schließlich an ihrem Ziel an. Vom Himmel kamen immer wieder ein paar Regentropfen herunter, aber das schien die vier überhaupt nicht zu stören. Da Peter der größte Abenteurer in der Gruppe war, beschlossen alle zusammen, dass auch er die Leitung dieses Rätsels übernehmen soll. Daraufhin fühlte er sich hoch geehrt und begann sogleich mit der Aufgabenverteilung. Er selber macht sich an die Arbeit, indem er die mehreren tausend Ziegelsteine Stück für Stück vom Berg abträgt und an die anderen in einer Kettenform weitergibt. Nach Dennis und Philipp war Maria die letzte, die die Steine in zehn Meter Entfernung von Peter in die umliegenden Büsche schmiss. Sie fragte, wie lange dass denn wohl dauern würde. Er antwortete ihr, dass sie nur bis zum Grundstein voran kommen müssten, weil, so behauptete er felsenfest, sich dort das unterirdische Verlies befinden müsste. Und so trugen die vier ein Ziegelstein nach dem anderen fort und näherten sich Stück für Stück dem Grund des Hauses. Nach einer guten Stunde meldete Peter, dass er am Boden angekommen war. Er sah einen Teppich liegen und dachte sich erst einmal nichts dabei. Doch dann erinnerte er sich an eines seiner Bücher, wo ein Versteck nicht gefunden werden konnte, weil es sich hinter einem Wandschrank befand. Vorsichtig legte er also den Teppich zur Seite, und tatsächlich befand sich darunter eine aufklappbare Bodentür. Zuerst wurden alle ganz fröhlich, dass sie es endlich gefunden hatten, aber Maria meinte anschließend, dass es vielleicht nur eine Vorratskammer sein könnte. Die erfreuten Gesichter neutralisierten sich für einen Moment wieder, aber Peter war dennoch davon überzeugt, das Verlies gefunden zu haben. Er zog an dem Ring, der sich auf der einen Seite der Bodenplatte befand, doch vergebens, er bekam sie einfach nicht auf. Dann trat Philipp, der Stärkste der Gruppe, zur Tür heran, aber auch bei ihm bewegte sie sich nur wenige Zentimeter. Nach einem ganzen Dutzend Anläufen, schafften sie es, die Bodentür bis zur Hälfte zur öffnen. Sie leuchteten mit ihren Taschenlampen in die scheinbar tiefe Dunkelheit, doch es stellte sich heraus, dass das Loch nur zehn Meter tief war. Aber wie sollten sie da herunter

kommen ? Und selbst, wenn sie einen Sprung nach unten wagen würden, wie würden sie dann wieder heraufkommen ? Dennis schaute sich den Schacht ein wenig genauer an, und fand tatsächlich eine Leiter. Allerdings mussten die beiden anderen Jungs dafür die Bodentür vollständig aufkriegen, damit sie an die Leiter heran konnten. Und so schafften es, Philipp und Peter, die Bodentür nach weiteren fünfzehn Minuten mit der Hand vollständig zu entfernen. Maria schlug vor, dass sie erst einmal alle Mittagessen sollten, um sich noch mal zu stärken, bevor sie in den tiefen Schacht hinab steigen würden. Es stimmten alle mit knurrenden Mägen hinzu, und so aßen sie ihr kaltes, aber leckeres Pausenbrot auf. Dennis überlegte laut und wunderte sich, wie Elisabeth, die Tür damals wohl auf und zubekommen konnte. Peter konnte es nur so beantworten: „Wahrscheinlich war sie eine starke Frau gewesen und außerdem hatte sie es bestimmt nicht mit Hand aufbekommen. Sie musste irgend ein Werkzeug, vielleicht eine lange Stange gehabt haben, um die schwere Bodentür zu öffnen. Aber eins würde ich mich schon noch fragen: Das Öffnen der Tür war nicht gerade lautlos. Wie hatte sie es damals geschafft, die Karte ihrer Tochter Annabell zu geben, ohne dass Otto und Werner bei ihrem Mittagsschlaf wach wurden ? Denn wenn ich mir den Grundstein des Hauses so anschaue, welches ja sehr klein war, dann müssten die beiden es doch eigentlich mitbekommen haben oder sie tranken zum Mittag so viel Alkohol, dass sie tief und fest schliefen. Aber das kann uns ja jetzt eigentlich egal sein, denn wir müssen uns jetzt um das Verlies kümmern, um vielleicht dort die Anhaltspunkte für die anderen drei Gräber finden zu können.“

Nach diesen erkenntnisreichen Worten, machten sich die vier bereit, um in den unterirdischen Raum zu gelangen. Peter stieg als erster die Leiter hinab, es folgten ihm Dennis, Maria und zum Schluss Philipp. Sie beschlossen, vorerst nur eine von den vier Taschenlampen zu benutzen, um die Batterien sparsam verwenden zu können. Vor ihnen tauchte ein langer Gang auf, der trotz Licht, scheinbar kein Ende hatte. Vorsichtig gingen sie Schritt für Schritt den Gang entlang und beseitigten eine Spinnwebe nach der anderen. In Abständen von fünf Metern befanden sich links und rechts kleine Nischen, in denen Regale standen, aber die wollten sie sich später anschauen. Nach langen 200 Metern stießen sie auf eine Sackgasse, die aber wahrscheinlich keine Sackgasse ist. Wieder ein zusammengefallener Ziegelhaufen, der sicherlich damals, als eine Art Mauer, den langen Gang trennte. Doch um weiter gehen zu können, müssten sie erst den Berg Ziegelsteine soweit abtragen, dass sie hindurch kriechen konnten. Da es aber nur ein paar hundert Steine waren, beschloss Peter, die Arbeit aufzuteilen. Während er und Philipp sich an das Abtragen des Haufens heran machten, untersuchten Dennis und Maria die fast vierzig Regale, um vielleicht ein paar Hinweise über die Gräber finden zu können. Sie durften sogar eine zweite Taschenlampe benutzen. Doch mehr als die Hälfte der Regale waren komplett leer, während sich in den anderen diverse Weinflaschen, Werkzeuge und alte Photos befanden. Doch auf den Bildern konnten sie keinerlei Hinweise erkennen oder finden. Auch die Weinflaschen waren schon leer, in der Hoffnung, aus dem inneren der Flaschen vielleicht ein Stück Papier in die Hände zu bekommen. Und mit den Werkzeugen konnten sie sowieso nichts anfangen. Nach ihrer scheinbar sinnlosen Entdeckungstour kehrten sie zur eingefallenen Mauer zurück, um Philipp und Peter zu helfen, aber die waren nicht an dem Ort anwesend, sondern sind den Gang schon weiter gelaufen. Dennis beschloss, hier auf sie zu warten. Auf einmal machte Maria eine merkwürdige Entdeckung. Auf manch einem Stein war ein Strich oder Punkt eingeritzt. Was hatte das wohl zu bedeuten ? Die beiden waren sprachlos, und standen somit vor einem neuen Rätsel. Dann kehrten auch wieder ihre anderen beiden Freunde zurück und meldeten, dass der Gang noch mal hundert Meter lang sei, bevor er wieder in einem Schacht nach oben endet, der aber nur mit einer Holztür versehen war. Anschließend erzählte Dennis den beiden von den seltsamen Zeichnungen auf den Ziegelsteinen. Philipp und Peter standen auch vor einem Rätsel, bis Maria fragte, ob das eine Art Puzzle sein könnte, um zu den drei Gräbern zu kommen, aber Peter überlegte und sagte anschließend: „Ausschließen kann ich das auch nicht, aber dennoch bezweifle ich diese Vermutung, aus folgendem Grund: Annabell müsste die Zeichnung gemacht haben, nachdem sie ihre Brüder umgebracht hatte, oder sie wusste bereits, wo sie sie nach dem Mord vergraben werde. Denn als sie von Otto und Werner an dem Abend auf dem Hof gesichtet wurde, muss sie das Verlies auch in der Nähe dieses Hofes verlassen haben. Deshalb behaupte ich, dass der andere Ausgang zum ehemaligen Garten führt, denn sonst hätte sie durch das Haus wieder zurück müssen, aber sie war schlau, und nahm die Außentür. Bleibt die Frage, ob Elisabeth ihre Tochter tatsächlich in dem Verliesabschnitt versteckt hatte, wo man nur von dem Haus aus heran kommen konnte. Aber auch dafür gibt es eine Antwort: Schaut Euch mal die unterste Reihe Ziegelsteine an. Sie befinden sich noch fest auf dem Boden, was wiederum bedeutet, dass diese beim Einreißen nicht mit beschädigt wurden. Und die Malereien auf den beiden Ziegelsteinen in der untersten Reihe zeigen in Richtung Haus. Also folgende erste Vermutung: Annabell wurde von Elisabeth von zu Haus aus eingesperrt. Sie bekam allerdings die Bodentür von unten nicht mehr auf, so dass sie dachte, sie sei gefangen. Doch ihre Rachegefühle waren stärker, also überlegte sie sich ganz genau, wie sie ihre Brüder zur Strecke bringen könnte. Außerdem wollte sie, dass die beiden keine letzte Ehre bekommen, indem sie niemals nebeneinander beerdigt werden sollten. Und so ritzte sie die drei Gräber in die Ziegelsteinmauer ein, bevor sie diese, anhand der im Regal liegenden Werkzeuge, einriss und somit ihr durchdachtes Werk vollbringen konnte. Denn auf Ziegelsteinen lässt es sich besser ritzen, als auf den Lehmwänden an der Seite des Ganges. Es gibt aber auch noch eine zweite und letzte Variante: Elisabeth sperrte ihre Tochter tatsächlich vom Hofeingang her ein. Annabell sah, dass sie sich in einer Sackgasse befand. Am Abend verließ sie den Bunker über die Holzbodenklappe, die sicherlich leichter aufging, als die Metallplatte im Haus. Dann brachte sie ihre Brüder um und wusste nicht, wie es nun weitergeht mit ihr, denn sie hatte scheinbar kein Geld oder irgendwelche anderen Wertschätze bei sich. Sie fand die Bodentür im Haus und schaffte es tatsächlich, sie zu öffnen. Damit erhoffte sie sich, hier unten vielleicht ein paar brauchbare Sachen zu finden. Die leeren Regale könnten dafür Zeugen sein. Dann ritzte sie die Zeichnung in die Wand, wo sie ihre Familie begraben hatte. Doch sie war stur und habgierig und wollte wissen, ob sich hinter der Wand noch ein paar Schätze befanden, aber sie fand nur ihr altes Versteck wieder. Obwohl sie noch zehn Jahre lang in diesem Haus lebte, stieg sie wahrscheinlich nie wieder in das Verlies hinab, außer dass sie etwas versteckte oder, wie ihr ja sehen konntet, Wein zu lagern versuchte, den sie natürlich austrank. Es bleiben nur diese beiden Vermutungen, mehr nicht. Doch ich möchte sie nicht unbedingt sofort lösen, weil ich erst einmal die Gräber suchen möchte. Was meint ihr ?“ Die anderen drei Freunde stimmten ihm, noch mit erstauntem Gesicht, zu und Dennis wollte sogleich, mit dem Puzzeln anfangen. Aber Maria schaute auf die Uhr und sah, dass es kurz nach halb fünf Uhr Nachmittags war. Peter gab dann den Vorschlag, morgen wieder hier her zu kommen, um ganz in Ruhe das Puzzle zusammen setzen zu können. Die vier wollten dieses Mal den Ausgang mit der Holztür nehmen, aber auch diese bekamen sie nicht richtig auf. Dennis holte ein paar Werkzeuge aus den Regalen, und so brachen sie das Holz durch. Aber wo landeten denn die Freunde auf einmal ?! Mitten auf einer vier Quadratmeter großen Inselfläche, die sich im Wasser des Sees befand. Doch das Festland war nur fünf Meter entfernt und so konnten sie den Rest, barfuss durch das Wasser waten. Von dort sahen sie auch das ehemalige Haus und so vermuteten sie, das es stimmt, dass hier wohl der Hof oder der Garten gewesen sein muss, bevor man diesen See anlegte. Anschließend kehrten sie zum Traumplatz zurück. Kaum dort angekommen, wurden schon wieder neue Fragen gestellt. Philipp fragte: „Wie ist es möglich, dass das Wasser vom See nicht durch die Lehmwand des Schachtes eindringen konnte ?“ Keiner konnte darauf eine passende Antwort geben, aber alle waren sich einer Meinung, dass die Lehmschicht wohl dick genug sein musste, um bis jetzt so gut standhalten zu können. Die nächste Frage kam von Dennis: „Der See wurde doch angeblich erst irgendwann nach dem Familienmord geflutet. Diejenigen, die den See mit Wasser füllten, hätten doch, bei einem Kontrollgang die Holzbodenklappe sehen müssen. Wieso haben sie das außer acht gelassen ?“ Peter erklärte sich die Antwort folgendermaßen: „Wahrscheinlich wurde in dem See mehr Wasser eingelassen, als geplant, und so schwappte er noch ein paar Meter weiter in Richtung Festland und umspülte somit den Eingang.“ Nach diesen Worten fing es wieder an zu regnen. Und dadurch stellte Maria folgende Frage: „Die Türen haben wir offen gelassen, so dass es jetzt bestimmt hineinregnet. Aber wie dicht müssen die Luken gewesen sein, dass sie in mehr als hundert Jahren kein Regenwasser in den Schacht ließen !?“ Auch darauf fanden die anderen keine Antwort und somit wollten sie erst einmal Abendessen, damit sie von dieser Fragerei für kurze Zeit befreit waren. Trotz leichtem Regen, aßen sie ganz in Ruhe ihre gewohnte Mahlzeit, während sie um das Lagerfeuer im Kreis saßen. Nachdem sie alles mit Genuss verspeist hatten, stellte Philipp schon die nächste Frage, die aber berechtigt war, denn: „Was machen wir, wenn eines oder mehrere der Gräber heutzutage im See liegen ? Schließlich hat Mutter erzählt, dass vor dem Fluten einige kleine Höhlen zu finden waren, die sie aber bedenkenlos missachteten.“ Darauf Peter: „Dann müssen wir eben, entweder tauchen oder es leider fallen lassen mit dem Abenteuer.“ Daraufhin gaben alle zur gleichen Zeit ein „Das wär Schade“- Ausruf. Aber sie waren froh, mit dem seltsamen Rätsel so weit gekommen zu sein und waren stolz, immerhin das Verlies gefunden zu haben. Die Vermutung, dass sich auch die Gräber auf oder unter dem Gelände des ehemaligen Hauses befinden könnten, schlossen sie somit aus. Nach diesen Worten hörte es auch schon wieder auf zu regnen, aber dennoch sahen sie keinen Sonnenuntergang an diesem Abend. Trotzdem sangen sie wieder in fröhlicher Runde mit der wunderschönen Begleitung von Peters Gitarre. Maria fragte ihn, wie und wann er mit diesem Instrument anfing. Er antwortete: „Ein Mal waren wir zu Weihnachten bei meinen Großeltern, die in der Nähe von Berlin wohnten. Dort trafen wir auch eine meiner Tanten, die uns an diesem Abend mit Weihnachtsliedern auf der Gitarre unterhielt. Damals war ich gerade mal sechs Jahre alt und ich ging schon in die erste Klasse. Aber es hatte mich so fasziniert, dass ich knapp zwei Jahre später, kurz vor meinem Einzug in die dritte Klasse, zur Musikschule ging und somit anfing, Gitarre zu spielen. Und ich bin heute noch aktiv in der Musikschule dabei. Ende des Jahres macht sogar ein Kurs auf, die Mundharmonika spielen wollen und ich darf da mit machen, worauf ich mich jetzt schon riesig freue.“

Die vier Freunde sangen und tanzten noch bis es stockdunkel war und nur das Feuer den Nachthimmel noch erhellte. Dann machten sie sich wieder auf zum schlafen gehen. Während das Pärchen um Philipp und Maria schnell einschlief, zog es das andere Liebes-Paar wieder in die Freiheit, denn sie wollten wieder miteinander schlafen, und das schon zum zweiten Mal. Sie zogen sich nackt aus, gingen in den See und gaben ihren Gefühle freien Lauf. Dabei war es Totenstille, es wehte kein Lüftchen und keine Menschenseele war weit und breit, bis auf Maria und Philipp, die aber schon schliefen. Dennis und Peter genossen regelrecht ihr Liebesspiel im warmen Wasser, ehe auch sie sich dann schlafen legten. Die Nacht blieb dieses Mal ruhig und so schliefen die vier Freunde tief und fest und träumten wahrscheinlich vom weiteren Abenteuer.

Am Mittwochmorgen wurden sie um kurz nach sieben das erste Mal wach und wunderten sich, warum es draußen so kalt war. Dennis sagte zu den anderen, dass sich gegen Mitternacht die Wolken schon verzogen haben müssen, und somit die Sterne zum Vorschein kamen. Dadurch wurde die wärmere Luft ins All frei gelassen, und da kein Wind wehte, konnte auch der See die Luft nicht anwärmen. Sie beschlossen daraufhin, sich noch ein bisschen hinzulegen.

Schließlich waren dann alle um halb neun putzmunter und begannen sogleich wieder ihr alltägliches Morgenprogramm mit Joggen, Gymnastik und Schwimmen. Die ganze Prozedur dauerte immer eine knappe dreiviertel Stunde. Dann frühstückten sie und freuten sich auf den bevorstehenden Tag. Und da auch wieder die Sonne schien und kein Wölkchen den Himmel trübte, war die Laune gleich doppelt so gut. Doch bevor sie sich auf den Weg zum Verlies machten, mussten sie erst einmal einkaufen fahren, damit sie etwas anständiges zum Essen hatten. Und so fuhren sie alle in die kleine Stadt und besorgten sich das, was sie brauchten. Dennis fragte seinen Freund, ob sie Batterien brauchen werden. Peter antwortete ihm, dass es durchaus sinnvoll wäre, Batterien mit zu nehmen, da er nicht wusste, wie lange sie beim Puzzeln brauchen werden. Also nahm Dennis so viel mit, dass jede Taschenlampe mindestens ein Mal ein weiteres „Leben“ bekommen konnte. Und als sie ihre Einkäufe erledigt hatten, stürzten sie sich wieder auf ihre Fahrräder und fuhren zurück zum Traumplatz. Dort verstauten sie ihre frische Ware und ließen nur ihr Mittagessen, ein paar Getränke und die Batterien in den Rucksäcken. Anschließend machten sie sich auf den Weg zum Verlies. Mit Absicht gingen sie durch die Holzbodentür, da der Weg bis zur eingefallenen Mauer nur halb so lang ist, wie wenn sie durch die Hausbodentür gegangen wären. Als sie an ihrem Ziel ankamen, wussten sie erst einmal nicht, wie und wo sie anfangen sollten. Aber dem Abenteuer-Chef der Gruppe, Peter, fiel schnell eine sinnvolle Lösung ein. Er sagte zu den anderen: „Ich würde sagen, wir sortieren alle Ziegelsteine aus, die eine Markierung oder einen Hinweis aufbringen. Die anderen legen wir bei Seite. Dann versuchen wir uns ein Bild der Lage zu machen und könnten die Regale zum weiteren Aussortieren der gezeichneten Ziegelsteine verwenden. Maria und Philipp, ihr fangt auf der anderen Seite an, Dennis und ich machen gleich hier los.“ Die anderen drei verstanden, was Peter ihnen sagte, und somit begannen sie, Stück für Stück die Ziegelsteine auszusortieren. Dennoch mussten sie sich untereinander mit weiteren Aufgaben abwechseln. In jeder der beiden Gruppen war einer verantwortlich, die Steine auf Markierungen zu erkennen und sie zu sortieren. Der zweite hielt währenddessen die Taschenlampe und gab dem anderen das Licht, damit dieser alles gut sehen konnte. Jeder kam mal mit jeder der beiden Aufgaben dran, wobei Philipp seine Maria, aus Liebe, lieber die Taschenlampe in die Hand gab, damit sie nicht so viel schleppen musste. Ist ja auch selbstverständlich, denn sie war erst vierzehn und er achtzehn Jahre alt. Doch während sie alle sprichwörtlich nach grob und fein sortierten, zählten sie die Ziegelsteine, welches am Ende genau 500 waren. Nach fast eineinhalb Stunden hatten sie es endlich geschafft. Dann legten sie die beiden Haufen mit den markierten Steinen zusammen und gönnten sich anschließend eine ruhige Mittagspause. Um sowohl Batterien für die Taschenlampen zu sparen, als auch frische Luft und Sonnenenergie tanken zu können, gingen sie nach draußen und aßen dort ihr bereits fertig gebratenes Schnitzel und das dazu gelegte Brot.

Als die vier mit dem Mittagessen fertig waren, kehrten sie sofort wieder ins Verlies zurück und standen nun vor der schwierigsten Aufgabe ihres Abenteuers. Wenn sie dieses Puzzle nicht lösen, können sie auch nicht die drei geheimnisvollen Gräber finden. Von den 500 Ziegelsteinen, blieben aber immer noch sechzig übrig. Und diese mussten sie nun auf unterschiedliche Art und Weise so kombinieren, dass daraus ein oder mehrere sinnvolle Bilder entstanden. Es verging schon eine halbe Stunde, da hatten sich die Freunde jeden Stein erst ein Mal angeschaut, dafür aber umso genauer. Dennis, der in seinem Kopf ein gut funktionierendes, geographisches Gedächtnis hatte, wusste auch am besten mit den Steinen etwas anzufangen. Er erzählte den anderen, was ihm beim Durchgehen der sechzig Steine so alles auffiel: „In meinen Augen sind das drei Bilder, die alle eine Art Rahmen um sich haben. Dies konnte ich an den jeweiligen Eckzeichnungen erkennen. Jedes Bilderrahmen hat doch vier unterschiedliche Ecken, nämlich oben links, oben rechts, unten links und unten rechts. Beispielsweise kann man unten rechts daran erkennen, dass eine Linie von oben nach links, oder auch von links nach oben verläuft. Nun gibt es zwar die Gefahr, dass man durch Drehen wiederum eine andere Ecke herausbekommt, aber da wir zwölf solcher Ecken haben, kann man diese Anzahl getrost durch vier teilen. Und da jedes Bild vier Ecken hat, sind es letzt endlich drei Bilder. Und somit geht es weiter: Von den verbleibenden 48 Ziegelsteinen haben dreißig eine ziemlich gerade Linie. Meines Erachtens nach, verbinden diese Linien die Ecken des Bilderrahmens. Das bedeutet, dass nur noch achtzehn Steine übrig bleiben, die den Rest des Bildes ausfüllen. Wenn jedes Bild gleich groß ist, dann hat es vier Eck-Ziegelsteine, zehn weitere, die dem Bilderrahmen gehören und nur noch sechs, die in die Mitte des Bildes gehören. Und da alle 42 Steine, die zum Bilderrahmen gehören, keine weitere Markierung besitzen, die an einen Stein der Bildmitte grenzen könnte, brauchen wir uns nur noch um die achtzehn Ziegelsteine der jeweiligen Bildzentren kümmern. Das Problem ist, dass wir kein Stein falsch legen dürfen. Weder in eine verkehrte Richtung, noch in die Reihe der anderen Bilder.“ Alle waren erstaunt, als sie die mathematisch-geographischen Worte von Dennis hörten. Maria sah erst überhaupt nicht durch, aber er versprach ihr, das noch mal alles zu erklären, wenn sie das Puzzle fertig haben. Und so verging Stunde um Stunde, bis sie endlich um halb fünf alle Puzzleteile zusammen hatten und diese auch bildlich einwandfrei zueinander passten. Dennis erklärte Maria noch einmal die Mathematik der Ziegelsteine, worauf sie dies endlich verstand. Die Zeichnungen waren ein wenig hyroglyphisch dargestellt, aber Dennis behauptete wieder folgendes: „Auf dem einen Bild sind, schätzungsweise fünf Kilometer östlich von unserem See, drei Punkte markiert. Laut meinem Wissen befinden sich an dieser Stelle drei einzeln stehende große Linden. Am besten, wir schauen dort mal vorbei. Das zweite Bild zeigt einen Adlerkopf über einem Halbkreis, etwa zwei Kilometer südlich vom ersten Bild und somit nicht weit vom Wolfsstein entfernt. Der Halbkreis stellt in den meisten Karten eine Höhle dar. Beim Adlerkopf gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder sieht die Höhle aus wie ein Adlerkopf oder über der Höhle findet man Adler und Adlerneste. Aber ich denke, auch das könnten wir finden. Das dritte Bild ist sogleich das Entfernteste und schwierigste, was wir wohl vor uns haben. Vom See-Damm aus befindet sich der Punkt drei Kilometer westlich, also in Richtung zweiten See. Vom Traumplatz immerhin dreizehn Kilometer entfernt. Doch wie wir wissen, hat dieser zweite See viele Sumpfgebiete, und deshalb wird es schwierig, die Stelle zu finden.“ Peter fragte, wieso er sich so sicher sei, dass gerade der eine Punkt auf der dritten Karte und nicht die anderen Markierungen die Fundstelle sein könnten. Dennis antwortete ihm daraufhin, dass bei den ersten beiden Bildern auch die gesuchte Stelle in exakter Mitte der Karte sich befindet. Maria zeichnete die drei Karten genau ab, denn sie konnte von allen am besten etwas malen oder zeichnen. Und so lösten unsere vier Freunde auch das Puzzle und somit stand ihnen die Entdeckung der Gräber in unmittelbarer Greifnähe. Die vier räumten ihre Sachen zusammen, stiegen die Leiter wieder nach oben. Anschließend schlossen sie die beiden Luken und legten Gras und Ziegelsteine drauf, so dass keiner ihnen auf die Schliche kommen konnte, und das Verlies weiterhin ein Geheimnis blieb. Um kurz vor halb sechs kamen sie wieder an ihrem Traumplatz an. Peter und Philipp gingen dann Holz sammeln, während Maria das Essen vorbereitete und Dennis das Lagerfeuer entzündete. Es dauerte nicht lange, und schon holten die beiden Sammler genügend Holz-Nachschub, damit das Feuer richtig schön brennen konnte. Und so aßen unsere vier Freunde wie immer in vergnüglicher und ruhiger Runde. Auch das Wetter spielte draußen mit, denn die Sonne schien und heizte die Luft auf eine angenehme Temperatur auf. Nach dem Essen legten sie sich alle eine halbe Stunde in den Sand und ließen sich von der Sonne ein wenig bräunen. Dabei sagte keiner einen Ton; es war Mucksmäuschen still. Vor dem Sonnenuntergang schwammen sie wieder um die Wette und hatten dabei soviel Spaß, dass sie sich vor Überfreude kaum noch halten konnten. Dann sangen sie noch ein paar Lieder, während das Licht des Tages, langsam von dem Dunkel der Nacht überholt wurde. Gegen halb elf legten sie sich schlafen, denn sie waren müde und kaputt von dem heutigen Tag.

Am Donnerstagmorgen wachte Philipp wie immer als erster auf. Doch es war erst kurz vor acht Uhr. Er nutzte die Zeit zum Warten, indem er ein paar Runden im spiegelglatten See umher schwamm. Nach einer halben Stunde kam Maria laut gähnend aus ihrem Zelt gekrochen und sah ihren Geliebten, wie er aus dem Wasser an Land ging. Zärtlich küssten sie sich und so gingen die beiden noch einmal in dem See baden. Um dreiviertel neun kamen auch Peter und Dennis aus dem Zelt und fingen gleich an, zu joggen. Anschließend machten alle vier ihre alltägliche Morgen-Gymnastik, ehe die beiden Jungs dran waren, mit schwimmen. Maria und Philipp joggten noch ein wenig im weichen Sand und dann war es mal wieder so weit, um zu frühstücken. Die Zeit verging und schnell war der kleine Zeiger der Uhr auf der Zehn gelandet. Nun mussten sich die Freunde beeilen, denn sie hatten noch ein weiten Weg vor sich. Zu ihrer Gepäckausrüstung gehörten neben Nahrungsmittel und Wasser auch Taschenlampen, Batterien und natürlich die drei Karten dazu, die Maria im Verlies abgezeichnet hatte. Und so gingen sie los, zum ersten Grab, welches etwa fünf Kilometer östlich von ihrem Traumplatz entfernt sein soll.

Tatsächlich kamen die vier nach einer knappen Stunde an dem Punkt an, wo sich das Grab befinden müsste. Wie von Dennis vermutet, bildeten die drei Punkte auf der Karte, die drei stehenden Linden. Sie schauten nach, was sich zwischen den Linden befand. Aber sie sahen nur viel Gras und Gebüsch, und sonst nichts, bis Peter ein Dornenstrauch inmitten dieses Brachlandes auffiel. Vorsichtig ging er hin, und wollte sehen, was sich unter dem Busch befindet. Langsam zweigte er die kleinen Äste auseinander, doch mit einem Schlag rutschte er mit seinem Arm ab, so dass die Äste mit den Dornen, Peter genau auf dem Arm trafen. An sechs Stellen fing er gleichzeitig an zu bluten, zwei Dornen steckten sogar noch in seinem Arm fest. Maria holte, so schnell es ging, ein paar Pflaster heraus, die sie ihrem Geliebten Philipp übergab. Doch zuerst musste er die Dornen vorsichtig herausziehen, bevor er Peter mit Pflastern verarzten konnte. Nach wenigen Minuten hatten sie es dann geschafft, und konnten sich nun auf die weitere Suche begeben. Mit zwei Taschenmessern durchschnitten sie Stück für Stück den Dornenbusch und konnten nun auf den Grund des Waldbodens schauen. Und tatsächlich fanden sie einen kleinen Schacht, der wiederum aus Ziegelsteinen bestand. Auf dem einen Ziegelstein war der Name „Otto“ versehen und als sie das lasen, waren sie überglücklich vor Freude und wollten damit schon fast ein Fest ankündigen. Sie nahmen ihre Taschenlampen und leuchteten in den Schacht hinein, der fast zehn Meter tief war. Unten sahen sie ein Skelett, welches noch immer nicht vollständig verwest war. Im Anscheinen hatte der kühle Boden das Skelett ein wenig mumifiziert. Als sich Peter ein wenig mehr über den Schacht beugte, um vielleicht noch mehr erkennen zu können, sprang er gleich wieder auf, denn aus dem Schacht roch es dermaßen ekelhaft, dass er sogleich zum nächsten Busch ging, und dort sein Frühstück wieder auf dem Boden landete. Der Geruch zog auch die anderen drei langsam in die Nase, aber sie verschwanden noch rechtzeitig von diesem Ort, so dass sie sich noch beherrschen konnten. Schließlich machten die vier, in fünfzig Meter Entfernung vom Schacht, eine kleine Verschnaufpause und gönnten sich ein paar Schlückchen Wasser aus ihren Flaschen. Nach einer Viertelstunde machte Dennis ein paar fotografische Aufnahmen von diesem Ort, während die anderen beschlossen, sich heute noch das zweite Grab anzuschauen, und sich lieber für den nächsten Tag das dritte Grab aufhoben. Und somit gingen sie weiter in Richtung Süden, denn dort soll sich in nur zwei Kilometer Entfernung das zweite Grab befinden. Sie kamen um zwölf Uhr an einer zugewachsenen Höhle an, wie Dennis es erst vermutet hatte. Doch Philipp fragte seinen Bruder, was es mit dem Adlerkopf auf sich hatte, worauf er darauf noch keine Antwort fand. Der Eingang der Höhle, war so stark von Rangpflanzen zugewachsen, dass sie nicht hindurch konnten. Also mussten sie wieder ein paar Stränge abschneiden, um in das innere zu gelangen. Dennis schaute nach oben und sah auf der Stirn des Höhleneinganges einen Adlerkopf in den Felsen eingeritzt. Somit konnte er die Frage von Philipp endlich beantworten. Sie gingen hinein und leuchteten mit zwei Taschenlampen den Weg. Aber sie sahen, dass die Höhle ziemlich breit und lang war und deshalb benötigten sie auch die anderen beiden Taschenlampen. Aber bei denen mussten sie erst einmal die Batterien wechseln, bevor es weiterging. Schnell spürten sie, dass es deutlich kühler war, als in der Außenwelt. Jeder hatte wenigstens eine dünne Jacke mit, die sie nacheinander anzogen. Stück für Stück gingen sie der Dunkelheit entgegen, während hinter ihnen das Licht mehr und mehr verblasste. Die Luft war dermaßen feucht, dass ihnen die Nase fast ununterbrochen lief. An den Seitenwänden fanden sie diverse Malereien, mit denen sie aber nichts anfangen konnten, außerdem ließen diese nach, je mehr sie ins innere der Höhle gelangten. Durch die Länge der Höhle und das Vorsichtig laufen der Freunde, dauerte es über eine Stunde, bis sie an einer Holztür ankamen. Auf ihr stand der Name „Werner“ geschrieben und wieder freuten sich die vier, dass sie ein weiteres Grab gefunden hatten. Nach langem hin und her überlegen, wie sie die Tür aufbekommen würden, schafften sie es schließlich doch, die kuriose Kombination zu knacken. Hinter der Holztür war ein kleiner Raum, auf dem der Boden größtenteils mit einer Schicht Sand bedeckt war. Und in diesem Sand fanden sie das zweite Skelett, welches laut Aufschrift, den Werner darstellen sollte. Dennis bat die anderen wieder darum, mit ihren Taschenlampen für ordentlich Licht zu sorgen, damit er ein paar Fotos machen konnte. Das Skelett an sich, war vollständig verwest und es stank auch nicht so stark, wie in dem Schacht, wo Otto vergraben wurde. Plötzlich hörte man etwas rumoren. Maria erschrak vor begonnener Angst, aber ihr Freund Philipp konnte sie beruhigen, denn er sagte, dass es sein Magen war, den sie hörte. Die anderen beiden meldeten, dass es somit Zeit war, wieder aus der Höhle zu gehen, um ein ordentliches Mittagessen genießen zu können. Die vier Freunde drehten sich also wieder um, schlossen die Holztür, und kehrten Schritt für Schritt zum Ausgang zurück. Die Uhren zeigten bereits zehn nach zwei Uhr, da kamen sie aus der Höhle heraus und freuten sich, wieder Sonne und Wärme auf ihrem Körper spüren zu können. Sie packten alle ihre belegten Brote aus, nahmen sich jeweils eine Wiener in die Hand und tranken dazu ein wenig Wasser, welches sich in der Höhle ein wenig abgekühlt hatte.

Nach der erholsamen Mahlzeit machten sie sich auf den Rückweg zu ihrem Traumplatz. Sie gingen langsam und gemütlich, denn sie hatten Zeit und waren nicht in Eile, die gerade mal sechs Kilometer zu rasen. Zum dritten Grab wäre es jetzt zu weit, denn sie hätten vom zweiten Grab aus, achtzehn Kilometer laufen müssen, mit den anschließenden dreizehn Kilometern, die sie zurück zum Traumplatz machen müssten. Als sie bei ihren Zelten wieder ankamen, war es mittlerweile schon kurz vor vier Uhr nachmittags. Dennis hatte aber noch etwas vor. Am gestrigen Tag vergaß er, das Verlies und das alte Haus zu fotografieren, und somit beschloss er, noch einmal dort hinzugehen. Peter meldete sich zu Wort und sagte, dass er mitkommen möchte, worauf Dennis einverstanden war. Unterdessen beschloss sein Bruder, mit Maria einkaufen zu fahren. Und somit teilte sich wieder die Gruppe und jeder hatte seine Aufgaben. Als Peter und Dennis am verlassenen Haus ankamen, öffneten sie die Holzbodentür und stiegen von dort aus ins Verlies hinab. Langsam tasteten sich die beiden vor und fotografierten ein Bild nach dem anderen, während der andere mit zwei Taschenlampen gleichzeitig für Licht sorgte. Dennis knipste alles, was er unten nur sehen konnte, unter anderem auch die noch fertig liegenden Puzzle-Bilder. Doch dann kam Peter auf eine geniale Idee, die er seinem Freund erklärte: „Weißt du was, Dennis ? Wir trennen die Puzzle-Teile voneinander und mischen sie mit den anderen Ziegelsteinen wieder zusammen. Denn wenn ein Fremder diesen unterirdischen Gang finden und betreten sollte, dann möchte ich nicht, dass er auf Anhieb die drei Bilder findet, sondern er soll dann selber versuchen zu puzzeln.“ Dennis stimmte ihm zu und gab seinem Freund einen riesigen Kuss. Die beiden machten sich an die Arbeit, die 500 Ziegelsteine wieder zu einem Haufen zusammen zu legen. Nach vollbrachter Tat stiegen die beiden aus dem Verlies und betraten wieder das Land. Während Peter die Holzbodentür schloss, machte Dennis noch ein paar Photos vom restlichen Gelände, ehe sie zum Traumplatz zurückkehrten. Dort angekommen, waren Maria und Philipp schon längst wieder da und wunderten sich, wo die beiden wohl geblieben sind. Peter erklärte den anderen, dass sie die Puzzle-Teile mit den anderen Ziegelsteinen, wie zuvor, zu einem Haufen zusammen geschmissen haben, um für fremde die Lösung des Rätsels nicht sofort verraten zu können. Maria und ihr geliebter Freund waren stolz über die Idee der anderen beiden. Es ist mittlerweile halb sieben geworden, da machten sich die vier zum Wett-Schwimmen bereit, bevor sie mit dem Abendessen anfingen. Anschließend sangen sie ein paar Lieder, indem Peter sie mit der Gitarre begleitete. Gleich nach dem Sonnenuntergang legten sich alle schlafen, denn am nächsten Tag hatten sie die längste Wanderung bevor, die durchaus mehr als 25 Kilometer betragen wird, weil sie wussten, dass das letzte Grab von Elisabeth ist.

Am Freitagmorgen war es dann soweit; der große Wandertag stand bevor. Um dreiviertel sieben standen Philipp und Maria auf, eine Viertelstunde später folgten Dennis und Peter. Wie jeden Morgen, wurde eine Runde gejoggt, ein paar Gymnastikübungen gemacht und anschließend ein bisschen im See geschwommen. Draußen schien bereits die Sonne, doch die Temperaturen waren noch nicht so warm, da es noch früh am Morgen war. Nach ihrem Guten-Morgen-Sport frühstückten erst einmal alle ganz in Ruhe, damit sie sich für die bevorstehende Wanderung stärken konnten. Dennis gab den anderen kund, dass der heutige Tag sehr warm und schwül werden wird und die Sonne fast ununterbrochen scheinen könnte. Die anderen fingen jetzt schon an, kräftig zu pusten. Um kurz nach acht Uhr waren alle mit dem Frühstück fertig und wurden satt. Anschließend wurden wieder die Rucksäcke wander- und abenteuertauglich gepackt und so zogen sie los, am See entlang. Aber dieses Mal nicht am alten Haus vorbei, sondern die Strecke, die sie in der letzten Woche zurück gekommen sind, also vorbei am einsamen Strand, wo Philipp und Maria ihre Liebe preisgaben. Der Weg in der Richtung ist nicht so steil, wie der andere, und außerdem einen knappen Kilometer kürzer, weil sie im anderen Fall noch über den Damm hätten laufen müssen. Und so kamen sie nach fünf Kilometern am einsamen Strand an, und machten dort gleichzeitig ihre erste Pause. Aber sie tranken nur etwas. Das Frühstück lag erst eine Stunde zurück und baden wollten sie vielleicht erst auf dem Rückweg, da sie nicht wussten, wie lange sie für die Tour brauchen werden. Nach fünf Minuten ging es weiter auf dem Hauptweg entlang. Kurz vor der Kreuzung, wo der eine Weg den Damm überquert und der andere den zweiten See umläuft, machten sie ein zweites Mal Rast. Nun hatten sie nur noch knapp vier Kilometer vor sich, bis sie zu ihrem Ziel. Als auch diese, zehn Minuten lange Pause, zu Ende war, wanderten sie weiter auf den hinteren See zu. Am besagten Ziel angekommen, suchten sie nun das Grab von Elisabeth. Sie teilten sich untereinander auf, so dass jeder sein eigenes Areal absuchen konnte. Doch sie mussten sehr lange suchen, da es in dieser Gegend von Pflanzen nur so wilderte. Schließlich ging Peter am See entlang und nach wenigen Metern fand er tatsächlich einen Schacht, der zwar einen halben Meter auch über Land hinausragte, dennoch aber von Meterhohen Pflanzen überwuchert war. Die anderen drei, die noch bei der Suche waren, eilten schnell heran und hofften, das Grab endlich gefunden zu haben, welches sich nur fünf Meter von einem Sumpf entfernt, befand. Sie öffneten die Grube, und fanden die Aufschrift „Elisabeth“ darunter stehen, wonach sich ihre Vermutungen wahrheitsgemäß bestätigten. Anschließend klappten sie das Brett mit der Aufschrift hoch und konnten nun ungehindert in das Grab schauen. Das Skelett von Elisabeth war zerfallen und im Schädel konnte man eindeutig ein Einschussloch erkennen, welches darauf hinwies, dass sie mit einem Kopfschuss getötet wurde. Doch die vier fanden nicht nur ihr Skelett, sondern etwas weiterhin merkwürdiges neben ihr liegen. Nach mehreren Versuchen bekamen sie den wertvollen Fund aus der Grube heraus und wollten nun wissen, ob sich dadurch ein weiteres Rätsel auftat. Was die Freunde in der Hand hielten, war eine Art Papyrusrolle. Normalerweise gibt es Papyrus nur im fernen Ägypten, aber man wusste, dass es sich ewig halten konnte und jeder Witterung stand hielt. Vorsichtig rollten Peter und Philipp die Rolle auf und fanden auf ihr wieder eine Karte gezeichnet. Dennis fielen sofort wieder die beiden Kreise auf und ein Pfeil, der sie ins Stutzen brachte. Er erklärte den anderen folgendes: „Laut dieser Karte befindet sich der Pfeil nur zweihundert Meter von unserem Traumplatz entfernt, und zwar mitten im See. Dazu wurde das Zeichen gemalt, dass sich in einer Art Höhle oder Gang etwas befinden musste.“ Sie rollten die Karte weiter auf, und am letzten Ende fanden sie eine legendenähnliche Beschreibung mit folgendem Satz: „In der großen Grube, am östlichen Rand, habe ich in einem Schacht ein Medaillon versteckt. Wer es findet, darf es behalten. Gezeichnet Elisabeth.“ Dennis machte daraufhin wieder ein paar fotografische Aufnahmen. Peter schlug nun folgendes vor, was die anderen im ersten Moment zwar nicht begeisterte, sie aber dennoch vom Abenteuer überwältigt wurden: „Also Freunde, machen wir uns auf, dieses Medaillon zu suchen. Ich weiß zwar, dass der Schacht vom See geflutet wurde, aber ich kann sehr gut tauchen und würde es am liebsten heute noch finden wollen. Ich weiß ja, dass ihr euch am liebsten heute ausruhen wollt, aber es ist DAS Abenteuer, und ich bin mir sicher, dass das Medaillon das letzte Stück unseres Rätsels sein wird.“ Die vier Freunde schlossen wieder das Grab und machten sich auf den Rückweg zum Traumplatz. Während sie liefen, aßen sie ihr Mittagessen und hielten ständig die Wasserflaschen in der Hand, um unterwegs Schlückchenweise trinken zu können. Die Jungs zogen sich ihre Oberbekleidung aus, weil die Sonne sie ganz schön ins Schwitzen brachte. In einem Affenzahn-Tempo kamen sie nach zwei Stunden Rückweg um halb drei bei ihren Zelten wieder an. Doch zu allererst mussten alle eine Pause machen und nach Luft schnappen. Dann beschrieb Dennis seinem Freund, wo er ungefähr im See den Schacht vermutete. Nach einer Viertelstunde Pause, bereitete sich Peter auf den Tauchvorgang vor. Er ging ins glasklare Wasser und tauchte ab, aber er kehrte schnell wieder zurück. Er sagte zu den anderen: „Ich habe tatsächlich eine Art Schacht in sechs Metern Tiefe entdeckt, wo ich etwas goldiges Glänzen sah, doch ich komm einfach nicht heran. Dennis, hilf mir mal bitte, indem du mich die ersten Meter anschubst und ein wenig schiebst. Vielleicht klappt es dann.“ Die beiden versuchten ihren Einsatz, doch es gelang ihnen immer noch nicht. Sie tauchten wieder auf und überlegten, wie sie am besten ran kommen könnten. Peter sagte weiter: „Mit einem langen Stab oder Gegenstand sollten wir es möglichst nicht versuchen, da die Gefahr besteht, dass das Medaillon aus dem Schacht herausrutscht und in weitere Tiefen abstürzen könnte. Dennis, dein Schieben war einwandfrei, aber noch nicht genug, da die Reibung zu groß ist. Ob du es willst oder nicht, wir müssen uns komplett ausziehen, um so wenig wie möglich Reibung unter der Wasseroberfläche zu verursachen.“ Dennis schaute seinen Freund erst ein bisschen schief an, aber Maria hörte das und wollte schon in ihr Zelt gehen. Aber Dennis sagte zu ihr: „Bleib da Maria. Wir möchten, dass du mit zuschaust, und uns ist es egal, dass wir dich nackt präsentieren.“ Mit diesen Worten nahm Philipp die Badehosen seiner Freunde ab und so tauchten sie ein drittes Mal in die Tiefen des Sees hinab. Und tatsächlich: Sie schafften es, dass Medaillon zu bekommen. Alle ließen untereinander Freudenschreie ausrufen und feierten schon jetzt eine Riesen-Party. Nackt, aber gelassen kehrten die beiden Finder an Land zurück und präsentierten stolz, das goldige Stück, welches gerade mal so groß, wie die Handfläche war. Doch was befand sich in dem Medaillon ? Alle Rätselten erst, bevor sie sich entschlossen, es aufzumachen. Vorsichtig öffnete Peter das prachtvolle Stück und nun sahen sie etwas, was sie schon immer sehen wollten, nämlich wie ihre Vorfahren, die das Rätsel auslösten, aussahen. In dem Medaillon befindet sich ein Familienbild von Karl-Friedrich Wolf, seiner Frau Elisabeth, sowie deren beiden Söhne Otto und Werner und natürlich die Tochter Annabell. Vom Alter der drei Kinder schätzten sie, dass das Bild um 1900 gemacht worden sein musste. Dann fragten sie sich untereinander, ob jetzt noch irgendwelche Fragen offen sind. Maria fragte schließlich, wie die Papyrusrolle in das Grab von Elisabeth kam und warum ihre Tochter die Rolle beziehungsweise das Medaillon nicht genommen hatte. Daraufhin antwortete ihr geliebter Freund, dass die Mutter zum Zeitpunkt der Beerdingung sicherlich noch angezogen war und sich unter oder in ihren Sachen die Rolle versteckt gewesen war, so dass Annabell diese nicht finden konnte. Als auch diese Frage geklärt wurde, waren alle ganz glücklich, denn sie hatten nun das gesamte Rätsel gelöst, dessen Lösungen an Ort und Stelle gefunden und alle Fragen beseitigt. Um vier Uhr nachmittags fuhren sie wieder einkaufen und nahmen auch dieses Mal, genauso wie in der Vorwoche, etwas Alkohol und diverses Knabberzeug mit. Dann aßen sie sich beim Abendessen satt und konnten somit die Party steigen lassen. Alle sangen, tanzten und spielten fröhlich miteinander, denn es gab ja auch eine großen Grund zum feiern. Bis um halb zwei in der Nacht vergnügten sie sich und tranken, wie auch beim letzten Mal, alles an Alkohol weg. Nur ein paar Chips ließen sie noch übrig, ehe sie sich in die Zelte verkrochen. Aber es war noch lange nicht vorbei. Im angeheiterten Rausch ihrer Promille-Werte machten sie in ihren Zelten weiter, wobei es dieses Mal ruhiger war, weil statt Musik und Tanz, die Erotik im Vordergrund stand. Peter und Dennis schliefen gleich zwei Mal in einer Stunde miteinander, wobei beide Male ziemlich schnell und ohne Romantik passierten, bevor sie einschliefen. Anders, als bei den Jungs, ging es bei Philipp und Maria zu. Sie hatten sich nun gemeinsam fest vorgenommen, heute ihr jeweiliges „Erstes Mal“ zu erleben. Trotz Alkohol im Blut, ließen sie ein romantisches Vorspiel auf sich ergehen. Nach mehr als dreißig Minuten, wollten sie es nun wissen, wie es mit dem Höhepunkt ist. Philipp zog sich noch ein Kondom über, denn er wollte seine junge Freundin nicht unbedingt schon heute schwängern. Und somit schliefen die beiden zärtlich und leidenschaftlich miteinander, während sich ihre Liebesgefühle wohl auf dem höchsten Punkt ihres Lebens befanden. Nach vollbrachter Aktion waren sie stolz, nicht mehr Jungfrau zu sein, und somit schliefen sie Hand in Hand miteinander ein. Die Nacht war ruhig und sternenklar.

Am Samstagmorgen, besser gesagt fast Mittag, wachten Peter und Dennis als erste von den vieren auf. Sie streckten sich in alle Richtungen und zogen das gewohnte Morgenprogramm alleine durch. Dann aßen sie auch schon Mittag, bevor um kurz vor zwölf Maria und Philipp aufwachten. Sie verzichteten diesmal auf die sportlichen Aktivitäten und setzten sich zu den anderen beiden und aßen ebenso ihr Mittagessen. Im Anschluss an ihre Mahlzeit verkündeten sie, dass sie seit letzter Nacht keine Jungfrauen mehr waren. Die anderen beiden schauten erst erstaunt, gaben dann aber Beifall und die vier umarmten sich alle miteinander. Dennis sagte zu den anderen: „Also, was wir hier an Aufgaben alles schaffen, das schafft wohl keiner. Wir müssten eigentlich jetzt schon Geld verdienen. Wir erleben unseren ersten Sex, haben das erste Mal ein richtiges Abenteuer, lösen noch prompt das geheimnisvolle Rätsel und bringen ein Erbstück mit nach Hause, welches hundert Jahre nie gesucht oder gefunden wurde. Wir sind richtig gut im Geschäft, oder was meint ihr ?“ Die anderen stimmten zu, und beschlossen, das Medaillon der Mutter von Dennis und Philipp zu übergeben. Schließlich hat sie die Geschichte erzählt, ohne die unsere vier Freunde vielleicht das Rätsel hätten nicht lösen können. Außerdem ist sie die alleinige Erbin von Elisabeth. Und wenn sie mal tot ist, trägt es garantiert eines ihrer Söhne.  Nach diesen vielen Worten, gingen sie alle noch eine Runde schwimmen. Anschließend bauten sie wieder ihre Zelte ab, säuberten den Platz und fuhren alle zu Anja. Diese ließ sich die Abenteuer erzählen, die die Kinder in den letzten Tagen erlebt hatten. Zum Schluss übergaben sie ihr das gefundene Medaillon, im Zeichen daran, dass sie es bis zu ihrem Tod tragen sollte. Anja liefen ein paar Tränen aus dem Auge, denn sie war stolz auf ihre Kinder. Am Ende backte sie ihren Spezial-Quark-Kuchen, den die vier über alles mochten. Sie aßen sich satt und somit endete das Abenteuer des geheimnisvollen Rätsels.

 

 

 

Band 2 sollte man dann gelesen haben, wenn man zuvor Band 1 gelesen hat, denn beide stehen in Verbindung mit einer Geschichte. In Band 2 war Peter die hervorgehobene Hauptperson, da er die gesamte Suchaktion um das geheimnisvolle Rätsel leitete. Der Höhepunkt von Band 2 ist nicht so eindeutig zu finden, wie in Band 1. Er soll sich aber an der Stelle befinden, wo alle die Ziegelsteine fertig gepuzzelt haben und Dennis den anderen die geographischen Orte der drei Gräber erklärte. 

 

Titel: „Vier Freunde – Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Rätsel“

Autor: Christian Frohs

Datum: September 2004

Ort: Weißwasser

Wörter: 10926

 

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