Vier Freunde – Freundschaft und Bruderherzen
An einem schönen Sonntagmorgen erwacht Peter aus seinem Schlaf mit strahlendem Gesicht. Denn heute treffen sich die vier Freunde, um eine Woche Ferien zu erleben. Doch bevor es losgeht, gibt es erst einmal ein ordentliches Frühstück mit ofenwarmen Brötchen und einem erfrischenden Milchshake. Als die Mutter in die Küche kommt, sieht sie, wie ihr Sohn das Essen regelrecht herunter schlingt. Sie sagte, dass er doch noch Zeit hätte, aber er ist scheinbar so aufgeregt, dass er nur noch an die bevorstehende Woche denken muss. Nachdem Peter sein Frühstück verdaut hatte, rief er erst einmal seine drei Freunde an. Alle zusammen hatten denselben Vorschlag, sich um halb eins am Traumplatz zu treffen. Also schwang sich der 15-jährige Peter auf sein Fahrrad und fuhr los. Doch er ist schon um zwölf Uhr am Treffpunkt angekommen. Geduldig wartet er auf seine anderen drei Kumpels. Als zweite erschien die 14-jährige Maria, es folgten der 17-jährige Dennis und sein Bruder Philipp, der 1 Jahr älter ist. Nach einer rührenden Begrüßung folgt nun das Mittagessen. Jeder hat so sein Stück Brot oder Brötchen mitgenommen, die alle samt mit Käse und Schinken belegt waren. In der großen Hitze, die ja nicht ungewöhnlich für Mitte Juli ist, kann man nicht sehr viel essen. Nachdem der kleine Mittagssnack verspeist wurde, machten sich alle an das Aufbauen von den beiden Zelten heran. Diese hatten Dennis und Philipp mitgebracht. Jeder weiß, wo er schläft, denn es ist nicht das erste Mal, dass unsere vier Freunde gemeinsam zelten fahren. Maria schläft mit Peter in einem Zelt und Dennis und Philipp im anderen. Obwohl Philipp wusste, dass sein Bruderherz schwul ist, störte ihn das nicht, mit ihm in einem Zelt zu schlafen. Nachdem alle beiden Zelte windfest nebeneinander standen, räumten Maria und Philipp die Sachen in die schattigen Ecken ihrer jeweiligen Unterkünfte, während Dennis und Peter in den nahe gelegenen Wald flüchteten, um Holz für den späteren Abendgrill zu sammeln. Doch Dennis sammelte gerade mal halb so viel, wie Peter. Seine Blicke schwenkten sich eher mehr auf Peter, als auf den Boden. Als alle vier ihre Aufgaben erledigt hatten, gingen alle in den angrenzenden See baden. Sie schwammen um die Wette, tauchten unter und hatten Spaß den jeweils anderen mit Wasser nass zu spritzen. Dabei schweifte Dennis mit seinen Gefühlen immer mehr ins Tiefe, wenn er den stählernen Waschbrettbauch von Peter sah. Er wusste, dass er mit seinen Gefühlen erst einmal aufpassen musste, um nicht die Stimmung in der Gruppe zu verderben. Nach mehr als einer Stunde baden und plantschen in dem 25 ° warmen Wasser, zog es Maria und Philipp an den Strand, um sich in der Sonne aufzuwärmen, während Dennis und Peter noch eine Weile im Wasser um die Wette schwammen. Es ist mittlerweile halb fünf und die Sonne verlor so langsam an Kraft. Die drückende Wärme von fast 33 ° ist mittlerweile auf angenehmere 28 °C gesunken. Und da lagen sie nun auf dem Strand, unsere vier Freunde, denen noch hoffentlich eine schöne Ferienwoche bevorstand.
Kurz nach 18 Uhr baute Dennis das Lagerfeuer auf und zündete es an. Er konnte schon als Kind gut mit dem Feuer umgehen und deshalb fragt sich Philipp wieder, warum sein Bruder lieber Friseur werden will, anstatt Feuerwehrmann. Doch Dennis erwidert immer, dass er lieber ein paar nette Leute beim Haare schneiden kennen lernen möchte, als beim Retten aus der Flammenhölle. Philipp selbst hat soeben sein Abitur gemacht und möchte ab Oktober Medizin studieren, während Maria und Peter noch zur Schule gehen. Nach diesem beruflichen Gespräch, ging es nun an das Abendessen. Egal, ob Bratwurst, Schnitzel oder Toast; alles wurde über dem Feuer gegrillt und als eine leckere Mahlzeit verspeist. Sie aßen sich satt und tranken anschließend aus der kühlen Wasserflasche, die sie zuvor im kühlen Boden verbuddelt hatten. Alle legten ihre Hände auf die vollen Bäuche und stöhnten vor dem Druck, der sich, durch das zu viele Essen, im Magen aufgebaut hatte. Während Dennis ständig Holz in das Lagerfeuer legte, damit es weiter brannte, erzählten sich die anderen Geschichten aus ihrem Leben. Maria erzählte, wie sie als kleines Kind panische Angst bekam, wenn sie nur in ein Waldstück lief. Auch wenn sie mit ihren Eltern Pilze oder Beeren sammeln ging. Einmal hatte sie so laut durch den Wald geschrieen, dass die Polizei mit Blaulicht angefahren kam, bloß weil ein Waldbewohner dachte, dass jemand ermordet worden sei. Peter sprach über seine Vergangenheit, die noch nicht all zu lange her ist. Als er zwölf Jahre alt war, wurde er von einem fremden Mann in ein Auto gezerrt. Er konnte von Glück reden, dass Passanten ihm geholfen haben. Nur fünf Tage später stellte sich der gleiche Täter der Polizei und gestand, bereits ein Kind ertränkt zu haben. Alle waren wie erstarrt, denn sie wussten, dass Peter vermutlich auch umgebracht worden wäre, wenn die Passanten nicht rechtzeitig eingegriffen hätten. Philipp erzählte im Beisein seines Bruders vom Tod dessen Vater. Er sprach darüber, wie er jeden Tag sich bis zum Abwinken vollsäufte, zwei Schachteln Zigaretten am Tag rauchte und seine Frau mehrmals gewalttätig schlug. Letzten Endes starb er an Lungenkrebs und an einer kaputten Leber, die einen tödlichen Schlaganfall auslöste. Als der Vater von Philipp und Dennis starb, war Dennis gerade mal zehn Jahre alt. Nach diesen schockierenden Worten erzählte Dennis, wie er in diesem Alter noch in die Hosen gemacht hat, wenn er mal Alpträume bekam. Mindestens ein Mal die Woche musste die Mutter die Bettwäsche wechseln. Als er das seinen drei Freunden schilderte, bekamen sie alle wieder ein lächelndes Gesicht. Doch die Stimmung, ums Geschichten erzählen, ging weiter. Jeder gestand, dass er noch Jungfrau ist. Auch Dennis, der bereits vor sechs Monaten sein Coming-Out bei seinen Eltern und Freunden hatte. Es ist bereits kurz nach neun Uhr abends, als alle sich umdrehten, um den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen. Langsam versanken Licht und Wärme im stillen Schein des Sees. Doch während die Sonne unterging, schaute Philipp zu Maria hinüber und sah sie an. Er schwärmt für Mädchen, die lange Haare und ein niedliches Gesicht haben, auch wenn Maria ihre Augen voll auf den roten Ball am Horizont konzentrierte. Aber nicht nur Philipp fing an, sich zu verlieben. Auch Dennis, der ebenso Blicke, in Richtung Peter warf. Dennis hat schon einen richtigen Schwarm Schmetterlinge im Bauch und würde am liebsten mit Peter in einem Zelt schlafen. Das gleiche hat auch Philipp mit Maria gedacht. Als die Sonne endgültig verschwunden war, holte Peter seine Gitarre heraus, die er extra für diese Ferienwoche mitgebracht hatte. Die vier Freunde setzten sich um das warme Lagerfeuer und warteten gespannt auf das Können von Peters Gitarrespielen. Er spielte mal schnelle und mal sanfte Lieder, während alle zusammen mitsangen oder vor sich hinsummten. Über den Sträuchern am See tanzten dazu fröhlich ein paar Glühwürmchen und über den Köpfen aller, leuchtete der Vollmond und erhellte mit seinem Schein die schwarze Nacht. Nach vielen schönen Liedern hieß es dann, schlafen zu gehen. Es ist schließlich schon 23 Uhr und unsere Freunde haben morgen eine Wandertour geplant. Sie putzten sich ihre Zähne mit dem lauwarmen, aber klaren Seewasser und gingen dann in ihre jeweiligen Zelte. Während Maria und Peter schnell einschliefen, waren Dennis und Philipp noch immer wach. Philipp flüsterte, wie sehr er Maria mag und wie hübsch sie aussieht, weiß aber selber noch nicht, ob er sich in ihr verliebt hat, denn sie ist eigentlich zu jung für ihn. Doch unterdessen konnte Dennis seinem Bruder wahrlich bestätigen, wie sehr er sich in Peter verknallt hat. Philipp hatte das schon geahnt, denn er kennt seinen Bruder, der sich schon mehrmals in Jungs verguckt hat. Jedes Mal waren seine Augen bei seinem Lover und wenn ihm irgendjemand etwas gesagt hatte, konnte er es danach nicht Widergeben. So auch heute, wo Philipp gesehen hat, dass Dennis nur mit der halben Portion Holz aus dem Wald kam und beim baden er gar nicht reagierte, als Maria und sein Bruder ihn nass machten. Aber Philipp weiß, wie sehr sich Dennis ändert, wenn er verliebt ist. Er ist ruhiger und verträumter, in den meisten Fällen aber nicht ganz bei der Sache. Und er sieht viel zufriedener aus, als er es scheint. Denn Dennis hatte eine schwere Pubertät hinter sich. Er litt häufig daran, immer der kleinste und schwächste in der Klasse zu sein. Seine Entwicklung kam spät, aber dafür umso stärker. In den letzten zwei Schuljahren war er zwar nicht mehr der kleinste, aber immer noch einer, von dem niemand etwas wissen wollte. Auf Klassenfahrten wurde er viel mit bösen Streichen attackiert, meistens nachts, während er schon schlief. Manchmal schmissen sie ihn aus dem Zimmer heraus und sperrten ihn nackt auf der Mädchentoilette ein. Zum Glück machte er sein Coming-Out nicht vor der Schulklasse. Es wäre zu einem Desaster unvorstellbaren Ausmaßes gekommen. Denn Dennis hat das Gymnasium nach der 10. Klasse wegen schlechter Noten abgebrochen und ist seit einem Jahr schon ohne Job. Im September fängt er eine Lehre als Frisur an, auch wenn es nicht sein Traumberuf ist. Sein erstes Coming-Out hatte er seinem Bruder vor zwei Jahren anvertraut. Damals war Dennis das erste Mal in einen Jungen verliebt und Philipp konnte es gut verstehen, wenn man verliebt ist. Also hielt er die Liebe zu einem gleichgeschlechtlichen Menschen seines Bruders auch geheim. Und Philipp sagte ihm immer wieder, wenn Dennis sich neu verliebt hat, dass er es so lange niemanden verraten würde, bevor sein Bruder eigenhändig sein Coming-Out einleitete. Vor einem halben Jahr hat er es dann geschafft, seiner Verwandtschaft, sowie Maria und Peter, zu gestehen, schwul zu sein. Auch wenn keiner böse oder schwer überrascht war, Dennis selber brach dabei häufig in Tränen aus und litt eine Zeitlang unter Schlaf- und Essstörungen. Aber sein Bruder stand ihm stets zur Seite, hielt ihm nachts häufig die Hand, bis er einschlief und lenkte ihn mit diversen Spielen und anderem Programm ab. Philipp baute ihn sozusagen wieder auf. Dennis erzählte häufig von Träumen, indem er sich selber umgebracht hatte. Doch wenn er wieder mal die Liebe gefunden hat, dann ist er wie von seinen Lasten befreit, und so gefällt Philipp ihn am besten und ist stolz, wenn es seinem kleinen Bruder gut geht.
Nachdem er diesen Trip durch die Vergangenheit gedanklich durchging, schlief Philipp ein, während sein kleiner Bruder noch immer wach da lag und nicht einschlafen konnte, weil ihm die Liebe mal wieder sprichwörtlich durch den Magen ging. Nach einer langen Stunde, wach liegend im Bett, nahm Dennis die Hand seines älteren Bruders und kuschelte sich ein wenig an ihm und tatsächlich schlief auch er, wie in alten Zeiten, nach wenigen Minuten ein.
Am nächsten Morgen, als Philipp aufwachte, merkte er, dass sein Bruder bereits wach war. Dennis erzählte ihm gleich, dass er die halbe Nacht nicht schlafen konnte und immer nur dann einschlief, wenn er die Hand seines Bruders nahm. Aber Philipp verstand die Situation, denn er liebt sein Bruderherz über alles, wenn er Schmetterlinge im Bauch hat. Sie standen auf und setzten sich raus in die warme Sonne. Nach nur zehn Minuten traten auch Maria und Peter vors Zelt und alle vier joggten erst einmal ein paar Runden auf dem Strand. Dann nannte noch jeder eine Frühsportart, den die anderen machen mussten, bevor es danach zum morgendlichen Schwimmen im See ging. Nach etlichen Runden im Wasser machten sich alle klar zum Frühstücken. Brötchen und Toast wurden untereinander aufgeteilt, mit leckerem Honig und Marmelade beschmiert und köstlich und in Ruhe verzehrt. Dazu gab es frische Milch oder Saft zum Trinken. Nach diesem ausgewogenen Frühstück packten unsere Vier Freunde ihre Rucksäcke voll und machten sich bereit auf die Wanderung um den großen See. Maria schlug vor, auch Badesachen mitzunehmen, falls ihnen noch ein schöner Strand unterwegs begegnen sollte. Peter fragte unterdessen Philipp, ob er Geld hätte zum Einkaufen. Und dieser meinte, dass er an alles gedacht hätte, damit sie nicht verhungern würden. Um kurz nach zehn schlossen sie die Zelte und machten sich auf zum wandern. Dennis sagte zu den anderen drei, dass laut Karte der Wanderweg um den See eine Länge von knapp zwanzig Kilometer haben muss. Maria stöhnte ein wenig über die bevorstehende Strecke, aber Philipp meinte zu ihr, dass sie zwischendurch ein paar Pausen machen werden. Weiterhin meldete Dennis, dass es auf der anderen Seite des Sees, in einer kleinen Bucht einen wunderschönen Strand gibt, wo man vielleicht baden gehen könnte. Daraufhin waren alle vier begeistert und freuten sich schon auf die Abkühlung. Nach etwa zwei Kilometern Wanderung fiel Peter plötzlich auf, dass in einer Lichtung ein kleiner Haufen Ziegelsteine lag. Langsam, aber sicher, liefen alle durch das hohe Gras und das enge Gebüsch bis zur Lichtung. Und tatsächlich: hunderte von Ziegelsteine, die vermutlich mal ein Haus zusammenhielten. Da Peter ein Abenteurer ist, legte er ein paar Steine zur Seite und fand auf Anhieb zwei alte Fotos, die schwarz-weiß und schon halb zerkratzt waren. Alle rätselten vor sich hin, was auf den Fotos zu sehen sein könnte, bis Dennis auf dem einen Bild etwas erkennen konnte, was er schon einmal gesehen hatte. Auch die Person kam ihn bekannt vor. Philipp hatte dann die gleiche Vermutung und die beiden beschlossen, das Bild nach der Ferienwoche mit nach Hause zu nehmen, weil sie glauben, dass ihre Mutter damit mehr anfangen kann. Das andere Photo steckte Maria in ihre Tasche. Sie wollen es sich später noch mal genauer anschauen, weil jetzt die Zeit dazu fehlen würde. Also machten sie sich wieder auf den Hauptweg, um die eigentliche Wanderung fortzusetzen.
Sie kamen auf ein Feld welches sie durchlaufen mussten. Alle stöhnten über die Hitze, die sich im Feld besonders staute, da es keinen schattigen Platz gab und somit die Sonne ungehindert auf die Gruppe scheinen konnte. Daraufhin zog Peter sein buntes Hemd aus, was beim Dennis die Gefühle wieder in die Höhe trieb. Auch Philipp entkleidete sein T-Shirt, um somit vielleicht bei Maria besser ankommen zu können. Der Weg durch das Gras- und Getreidefeld war mehr als drei Kilometer lang. Und noch immer keine Wolke an diesem strahlend blauen Himmel zu sehen. Es folgte eine Wiese, die Stück für Stück in einen Wald überging. Doch es stand schon die nächste Anstrengung bevor. Sie mussten einen steilen Hügel hinaufklettern, der manch einem zur Herausforderung wurde. Oben angekommen, sah man einen herrlichen Blick auf den gesamten See und auf den kleinen Ort, wo sie bald ihre Einkäufe erledigen mussten. Doch jetzt war erst einmal Pause angesagt. Jeder trank ein Schluck Wasser, welches leider nicht mehr so kühl war, denn während der Wanderung über Feld und Wiese muss es sich in der Sonne erwärmt haben. Allen lief der Schweiß regelrecht den Körper herunter. Sie ließen sich noch von einem seichten Wind kühlen, bevor ihre Füße wieder anfingen zu laufen. Maria sagte zu den anderen, ob es nicht besser gewesen wäre, Sandalen anzuziehen, damit die Füße nicht so qualmen würden, aber Peter räumte sofort ein, dass die Füße bei einer Wanderung mit Sandalen mehr weh tun würden, als mit Schuhen. Lieber will er qualmende Füße nachher im See kühlen, als am nächsten Morgen mit Muskelkater im Fuß aufzustehen. Die anderen stimmten ihm zu. Um kurz vor halb eins, kamen dann die Freunde im kleinen Ort an. Dort gingen sie erst einmal in ein Restaurant, wo sie ihren Hunger und ihren Durst in reichlichen Portionen stillen konnten. Nach dem Essen ließen sich die vier von Dennis beraten, wie es nun auf der Wanderung weitergeht. Er sei der einzige von den vieren, der alle geographischen Karten gut lesen konnte. In folgender Weise beschrieb er den weiteren Verlauf der Wanderung: Zuerst wollen sie einkaufen gehen, dann müssen sie wieder über eine Wiese laufen, bevor sie über eine kleine Brücke gelangen, die den See, mit einem weiteren angrenzenden See verbindet. Dann ist es nicht mehr weit bis zur Bucht mit dem kleinen Strand. Danach brauchen sie nur noch einen kleinen Hügel überwinden und noch mal durch einen Wald laufen, bis sie wieder am Traumplatz sind. Philipp fragte derweil, wie groß der andere See sei. Sein Bruder sagte zu ihm, dass der See einen Umfang von nur acht Kilometern hat, aber wegen der vielen Moor- und Sumpfgebiete, würde die Wanderung um den See die doppelte Strecke ausmachen. Als Dennis aber sagte, dass jetzt etwa die Hälfte der heutigen Strecke schon vorbei sei, fiel vor allem Maria ein Stein vom Herzen, denn sie ist noch nicht so vertraut im Wandern, wie die anderen drei. Dann machten sie sich alle auf den Weg in die kleine Kaufhalle, die aber einiges zu bieten hatte. Jeder legte soviel in den Warenkorb, wie sie selber bis zum nächsten Frühstück brauchen. Nach fast dreißig Minuten bezahlte schließlich Philipp alles und jeder verstaute seine Nahrung in den jeweils eigenen Rucksäcken und Taschen. Der weitere Weg, der wie geplant über eine Wiese ging, brachte auch Dennis dazu, sein Sweatshirt auszuziehen, welches schon vollkommen durchgeschwitzt war. Nach wiederum drei Kilometern kamen sie zur Brücke, unter die ein kleiner Bach fließt, der beide Seen miteinander verbindet. Dennis und Peter gingen zuerst hinunter, um den Schweiß ihres Körpers abzuwaschen. Kaum waren sie jedoch oben, rannte Philipp in Windeseile zum Bach hinunter und stürzte plötzlich über eine Wurzel. Alle erschraken, doch zum Glück fiel er mit seinen Knien auf einen weichen Sandplatz. Die Schramme an dem einen Knie brachte lediglich nur wenige Blutstropfen hervor. Trotzdem holte Maria Pflaster aus ihrer Tasche, die sie glücklicherweise eingesteckt hatte. Dennis sah, dass bei seinem Bruder alles in Ordnung sei und schaute sich, genauso wie Peter, ein wenig die beiden Seen an. Dabei wurde ihm wieder ganz schwindelig im Kopf, weil er Peters Oberkörper sah, der durch das frische Wasser glänzte, wie ein Diamant. Unterdessen beugte sich Maria über Philipps Knie und klebte ein Pflaster drauf. Philipp sah in der Zeit in Marias Augen, die durch den Wasserlauf des Baches, strahlend funkelten. Es hat ihn nun erwischt und er weiß, dass er sich verliebt hat. Er richtete sich, mit Marias Hilfe, wieder auf und die vier schauten sich nun gemeinsam die beiden Seen, die sich links und rechts befinden, an, bevor es mit der Wanderung weiter ging. Nach weiteren zwei Kilometern zwischen Sträuchern und Bäumen gelangten sie nun an die geheimnisvolle Bucht, die mit ihrem gelben Strand zum baden einlud. Es ist auch schon immerhin drei Uhr nachmittags und die Hitze hat jetzt, mit 32°, ihren Höhepunkt erreicht. Wieder schwammen sie um die Wette, spritzten sich gegenseitig nass und vergnügten sich im Wasser mit allem, was sich vom Menschen aus nur so bewegte. Peter und Dennis gingen als erste vom Land und tranken im schattigen Plätzchen ein paar Schlückchen Wasser. Plötzlich gab Maria, Philipp im seichten Ufer einen Schubs und er fiel wieder hin. Aber der Stoß war eigentlich so leicht, dass man gar nicht hätte hinfallen können, dachte sich Dennis und wusste, was sein Bruderherz jetzt vorhatte. Maria hielt ihn nun am Boden fest, als er auf einmal ein Geständnis ablegte, womit wahrscheinlich nur Dennis gerechnet hatte. Er gestand ihr, sich in sie verliebt zu haben. Und im Flüsterton sagte er zu ihr, wie schön sie sei, aber selbst das war nicht bei den anderen Freunden zu überhören gewesen, so dass sie vor Freude applaudierten. Doch Philipp wurde überrascht, als Maria das Gleiche zu ihm sagte. Peter sagte lustigerweise, dass sie von nun an, Freund und Freundin sind, bis das die Trennung sie scheide. Dabei mussten alle laut lachen, während Dennis vieles durch den Kopf ging. Auf der einen Seite war er glücklich, so seinen Bruder zu sehen, auf der anderen Seite war er sich unsicher und teilweise unglücklich. Er überlegte, wie er es wohl Peter sagen würde. Aber er wusste, dass es möglichst bald geschehen müsse. Nach einem kurzen Erfrischungsgetränk ging es nun weiter auf die Reise, die Stück für Stück dem Ziel näher kommt. Wieder mussten sie einen Hügel überwinden, der aber bei weitem nicht so steil war, wie der erste. Hinter dem kleinen Berg liefen sie nur noch etwa vier Kilometer, bis sie endlich wieder am Traumplatz ankamen. Die Freude war bei allen groß, denn nach fast sieben Stunden um den See waren sie sichtlich erleichtert, ihre durchnässte Kleidung auszuziehen und den ganzen Körper in den See zu tauchen. Die Füße hörten sprichwörtlich auf zu qualmen und die angespannten Wadenmuskeln waren auch froh, sich nun lockern zu können. Unsere Vier Freunde aßen an diesem Abend bereits schon um sechs, denn sie hatten nach dieser langen Wanderung richtig Hunger bekommen. Sie schlangen alles herunter, als wenn ihnen das Essen weglaufen würde. Dann erinnerte sich Maria an das Bild, was sie eingesteckt hatte. Nach langem hin und her überlegen, fiel Dennis auf, dass es so etwas wie eine Karte sein könnte. Er deutete auf einen Punkt hin, der an einem Kreis liegt, der wiederum an einem weiteren Kreis anschließt. Er behauptete felsenfest, dass der Punkt der Ort und die beiden Kreise die beiden Seen seien. An einer Stelle hat das Bild jedoch keine gerade Kante. Dennis merkte sofort, dass dies nur die eine Hälfte des Photos war. Schnell holte er das andere Bild heraus, aber dieses passe an keine Stelle des ersten Photos und es hat alles gerade Kanten. Sofort rannten Peter und Philipp wieder zum zerfallen Haus, in der Hoffnung, die zweite Hälfte zu finden. Maria und Dennis, die beide von der Wanderung kaputter waren, als die anderen beiden Freunde, unterhielten sich unterdessen. Maria fragte ihn, ob es vielleicht der Hinweis zu einem Schatz sein könnte. Dennis jedoch glaubte nicht an diese Vermutung. Sie sprachen weiter über die Liebe zwischen Maria und Philipp. Sogleich fragte er sie, ob die beiden heute nicht vielleicht in einem Zelt schlafen wollen !? Maria sagte allerdings zu ihm, dass sie noch nicht vorhabe, mit ihm zu schlafen. Aber Dennis konnte sie beruhigen, dass sein Bruder das auch bestimmt nicht vorhätte. Maria war erleichtert und sie stimmte dann doch zu, dass sie mit ihrem Freund in einem Zelt schlafen wird. Es dauerte nicht lange, da kamen auch schon die beiden Jungs vom alten Haus zurück. Und tatsächlich: Auf der zweiten Karte ist ein Pfeil markiert, der auf irgendetwas hindeutet. Sie beschlossen, diese Tour morgen zu unternehmen. Dennis schätzte den Weg auf runde sechs Kilometer. Maria berichtete unterdessen Philipp darüber, dass sie heute mit ihm in einem Zelt schlafen wird. Philipp fragte noch mal seinen Bruder, ob das auch wirklich in Ordnung wäre, wenn er zu Peter gehen würde. Dennis schaute seinen Bruder an und sagte ja, während sie mit den Augen zwinkerten. Philipp wusste somit, dass Dennis es heute dem Paul sagen würde, um ihm die Liebe zu gestehen. Nach einer kurzen Verweilzeit am Strand schauten sich alle wieder den herrlichen Sonnenuntergang an, bevor Peter erneut seine Gitarre rausholte und die Gruppe instrumental unterhielt, während das Lagerfeuer sie ein wenig wärmte. Dabei umarmten sich Philipp und Maria, während Dennis und Peter noch alleine dasaßen. Aber niemand von den vieren hatte an diesem Tag irgendwie Lust mitzusingen. Ab und an summte mal einer vor sich hin, aber die Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag war eindeutig größer, so dass die letzten musikalischen Klänge um 22 Uhr verstummten. Maria und Philipp gingen als erste ins Zelt, es folgte Peter, der allerdings noch eine Weile lesen wollte, so lange Dennis draußen mit dem Ersticken des Lagerfeuers noch beschäftigt war. Doch anscheinend wollte noch keiner so richtig einschlafen. Es entwickelten sich zwei Gespräche, die fast zum selben Zeitpunkt geschahen. Philipp und Maria steigerten ihre Liebe immer mehr in die Tiefe ihrer Gefühle. Er machte ihr wieder ein Liebesgeständnis, indem er ihr sagte, wie sehr er sie liebe und wie schön sie doch aussehe. Doch bevor Maria was sagen wollte, kamen sich die beiden näher und näher. Mit tiefen Blicken in ihren Augen, schafften sie es endlich, sich zärtlich zu küssen. Dabei umarmten sich die beiden und fingen an, sich zu kuscheln und ein wenig zu streicheln, bis Maria die Leidenschaft plötzlich unterbrach. Sie sagte zu Philipp, dass sie noch nicht so weit wäre, mit ihm zu schlafen. Aber er konnte Maria beruhigen, indem er ihr sagte, dass er das auch nicht vor hatte und er ihr noch Zeit geben würde. Philipp selbst, ist zum zweiten Mal in seinem Leben verliebt, hatte aber noch nie eine Beziehung. Für Maria wiederum war alles neu und nun weiß sie, wie es sich anfühlt, wenn man sprichwörtlich bis über beide Ohren verliebt war. Die beiden küssten sich wieder mehrmals und schliefen Arm in Arm miteinander ein.
Während der leidenschaftlichen Liebkosung des Pärchens, kam es zum Gespräch von den anderen beiden Freunden. Während Peter noch in seinem Buch stöberte, kam Dennis von draußen herein und fragte, was er denn da so liest. Peter antwortete ihm, dass er zur Zeit an einem Abenteuer liest, wo es um Piraten und Seeschlachten ginge. Doch er legte das Buch ziemlich schnell zur Seite und fing an über die Liebe des Pärchens im Nebenzelt zu reden. Er fragte Philipps Bruder, wie er sich denn fühle, wenn man den eigenen Bruder mit einer Freundin sieht und selber zur Zeit solo sei. Aber Dennis antwortete ihm, dass ihn das nicht stört und er doch im Moment auch verliebt ist. Peter war erst ein wenig überrascht und wusste nicht, dass Dennis auch schon jemanden gefunden hatte und fragte deshalb gleich weiter, ob er ihn denn kenne. Dennis´ Worte fingen an zu stottern und bauten sich nur langsam zu einem Satz auf, während sein Herz vor Aufregung raste. Letzten Endes sagte er zu Peter, dass er sich in ihn verliebt habe. Peter selber war wie ein Stein. Sein Herz schien stehen geblieben zu sein und sein Körper bewegte sich keinen Millimeter, während er Dennis starr anschaute. Dennis selbst entschuldigte sich bei ihm, aber könne nun mal nichts dafür. Seine Gefühle konnten sich bei diesem schlanken Körper und dieser schönen Ausstrahlung nicht zurück halten. Peter hatte das schon geahnt, weil ihm die vielen Blicke, die Dennis in letzter Zeit auf ihn richtete, schon komisch vorkamen. Aber er verstand die Worte seines Kumpels und schließlich gestand auch er, vor drei Monaten mal in einen Jungen verknallt gewesen zu sein. Da er sich aber auch ein mal in ein Mädchen verliebt hatte, ist er zur Zeit ziemlich durcheinander und weiß selber nicht, ob das mit dem Jungen nur ein Ausrutscher war. Dennis machte ihm dann den Vorschlag, es bei ihm vielleicht auszuprobieren. Er wolle zwar nicht mit ihm schlafen, aber meinte, dass man schon durch kuscheln, streicheln und küssen seine Erfahrungen sammeln und somit die Verunsicherung bremsen kann. Peter stimmte ihm zwar zu, er sagte ihm aber, dass er sich das noch mal ein oder zwei Tage überlegen müsse und vielleicht das, in eines der nächsten Nächte, mal versuchen möchte. Nur miteinander schlafen, würde ihm zu weit gehen, was Dennis selbstverständlich gut verstand. Er bat noch Peter, die Liebe zu ihm, noch nicht Maria zu erzählen und das sein Bruder das bereits wüsste. Die beiden versuchten nun einzuschlafen. Aber Dennis konnte es wieder ganz schlecht, also rückte er ein Stück Peter entgegen und nahm seine Hand, um zu wissen, ob es mit dem Einschlafen genauso funktionieren würde, wie mit seinem älteren Bruder. Tatsächlich schlief er wieder ein, doch Peter bekam das „Händchenhalten“ noch im Halbschlaf mit und scheinbar fühlte er sich dabei ebenfalls wohl.
Am nächsten Morgen war Philipp zuerst wach, wo ihm nur zehn Minuten später Peter folgte. Dabei ist es gerade mal erst dreiviertel acht und die Luft ist noch nicht so schwül und warm. Peter ging vertrauenswürdig zu Philipp und erzählte ihm, was Dennis am vorhergehenden Abend gesagt hatte. Er wiederum war nicht über die herausgerückte Wahrheit seines Bruders überrascht, denn er wusste ja bereits Bescheid über die Situation. Peter erzählte ihm außerdem über seine eigene Vergangenheit, dass er vor drei Monaten selber in einen Jungen verknallt war und ist noch scharf am überlegen, ob er die Erfahrung beim Dennis sammeln soll, weil er doch einen Vorschlag gemacht hatte. Philipp sagte zu Peter, dass dies seine Entscheidung sei, ob er es machen wolle oder nicht. Aber er redete ihm auch ein, dass er Dennis vertrauen soll und sich davor nicht verstecken müsse. Er kann ja jederzeit abbrechen, meinte Philipp dazu. Peter sagte zu ihm, dass er es bitte noch nicht Maria erzählen solle, worauf Philipp sein Versprechen gab. Nach diesem Gespräch kam auch Maria aus ihrem Zelt gekrochen. Der Mund wurde durch das Gähnen weit aufgerissen und sie streckte sich in alle Richtungen, bevor sie Philipp einen Guten-Morgen-Kuss gab, worüber Peter ein wenig erstaunt war. Es verging fast eine Stunde und Dennis wurde noch immer nicht wach. Schließlich ging sein großer Bruder ins Zelt und weckte ihn. Die anderen beiden bereiteten unterdessen das Frühstück vor. Während des Frühstücks redeten Dennis und Peter ziemlich wenig, doch nur die beiden und Philipp wussten, was los war. Maria fiel das nicht so auf, denn sie mag es, wenn sie zum Frühstück in soviel Ruhe wie nur möglich, essen konnte. Kurz vor halb zehn beendeten die Freunde ihre morgendliche Mahlzeit und machten sich wieder fertig für die heutige Wanderung. Peter fragte Dennis, ob er die Karte hätte und er nickte mit einem sanft lächelnden Gesicht. Jeder packte wieder seine Vorräte ein und nachdem alles gut verstaut wurde, ging es los, auf dem Weg zu diesem unbekannten Ort, der auf der Karte mit einem Pfeil gekennzeichnet wurde und angeblich nur sechs Kilometer entfernt sein soll. Doch die Gruppe kommt nur schleppend voran, weil Dennis mit teils senkendem Kopf ständig hinterher hing. Maria fragte ihren Geliebten, ob er denn heute irgendwie traurig sei. Aber Philipp sagte zu ihr, dass sein Bruder mal wieder in seinen Gedanken herumschwirrt, obwohl er genau wusste, dass die Liebe bei Dennis immer schlimmer für ihn wurde, ja regelrecht ihn ins Negative zog. Sie machten eine kleine Pause und tranken ein Schluck Wasser. Dennis bekam mal wieder sein Mund auf und sagte, dass sie erst zwei Kilometer geschafft hätten. Also begannen sie sogleich weiter zu laufen. Es verging eine weitere halbe Stunde, fast schon Mittag, da schafften sie gerade mal einen weiteren Kilometer, als sie urplötzlich einen lauten Schrei hörten, der eindeutig von Dennis stammte. Als sie sich umdrehten, war er fast hundert Meter entfernt und lag auf dem Boden, während er in seiner Hand die Karte hielt. Womöglich wollte er nach dem richtigen Weg Ausschau halten. Sie kamen an und Dennis verzog sein Gesicht und schrie vor Schmerzen. Erst dachten alle, er sein gestolpert und hingefallen, weil er während des Laufens die Karte las, aber Philipp machte eine furchtbare Entdeckung. In seiner rechten Wade waren zwei gleichgroße Punkte zu erkennen, aus denen es ein wenig blutete. Ein eindeutiges Indiz für einen Schlangenbiss. Vorsichtshalber versuchte Philipp ein wenig Blut herauszusaugen und spülte die Wunde mit Wasser ab. Da aber niemand sagen konnte, was für eine Schlange es war, geschweige denn, ob es eine giftige gewesen sein könnte, beschlossen alle, die Wanderung abzubrechen und zum Traumplatz zurück zukehren. Sie wickelten eine Binde um sein Bein und befestigten es mit einem Pflaster. Dennis ging es zwar den Umständen entsprechend gut, aber er hinkte, weil ihm das Auftreten starke Schmerzen bereitete. Peter und Philipp stützten ihn derweil. Der Rückweg, der begonnenen drei Kilometer, dauerte über eine Stunde. Zum Glück ging die Strecke größtenteils durch den Wald zurück, da es draußen schon 34°C heiß war und die Schwüle, aufgrund der bevorstehenden Gewitterneigung, dramatisch anstieg. Doch die letzten 500 Meter waren die schwersten, denn sie führten mitten durch die Sonne hindurch. Aber es kam noch schlimmer, als es war. Auf dem Weg durch die Sonne, brach Dennis´ Kreislauf zusammen und er sackte, wie ein Kartenhaus, zu Boden. Sein Bruder fühlte seine Stirn und merkte sofort, dass er hohes Fieber hatte. Sie legten ihn ins Zelt, auch wenn dieses wie eine Sauna war. Aber sie legten Handtücher und Decken auf das Zelt, um weitere Hitzeeinwirkung, zu verhindern. Dazu zogen sie Dennis fast komplett aus und kühlten ihn mit Lappen und ähnlichen Dingen. Das lauwarme Wasser des Sees nutzten sie zur Kühlung. Als sie bei ihm Fieber maßen, war die Temperatur mit 39,5 °C schon ziemlich hoch. Dennis selber war nicht bewusstlos, sondern er schlief, während sein Puls alarmierend raste. Doch nach einer Stunde schafften es auch die anderen nicht, das Fieber zu senken, im Gegenteil, es ist auf 39,8 °C angestiegen. Philipp versuchte nun Maßnahmen einzuleiten. Er gab Peter seinen Wohnungsschlüssel und bat ihm verschiedene Medikamente mitzubringen, sowie das Schlangenbuch. Philipps, Marias und Peters Eltern sind zusammen für ein paar Tage weggefahren, während sie ihre Kinder in die ersehnte Ferienwoche schickten. Peter schwang sich auf sein Fahrrad, denn er ist der schnellste von den vieren, während Maria und Philipp es weiter mit kühlen versuchten. Nach einer halben Stunde kehrte Peter erschöpft, aber mit den beauftragten Utensilien, wieder zurück. Philipp musste seinen Bruder wecken, damit er die Fiebersenkenden Medikamente einnehmen konnte. Dennis erhob sich kurz, schluckte die Tabletten herunter und fiel sofort wieder mit dem Kopf nach hinten. Seine Schwäche war somit nicht zu übersehen. Philipp ließ ihn nun schlafen, damit sein Körper in Ruhe kämpfen konnte. Draußen erklärte er, dass sein kleiner Bruder von einer giftigen, aber nicht tödlichen Schlange gebissen wurde. Die häufigsten Symptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, Müdigkeit, Schwäche und im schlimmsten Fall Erbrechen und Bewegungslosigkeit in einem kleinen Umkreis um die Wunde herum. Maria und Peter fielen jeweils ein kleiner Stein vom Herzen, denn sie hatten Angst bekommen, dass er an seinen Folgen vielleicht sterben würde. Aber Philipp war sich sicher, dass sein Bruderherz da durchkommen wird. Maria fragte aber noch, wie lange es dauern würde, bis er wieder gesund sein wird, worauf Philipp ihr antwortete, dass es darauf ankommt, wie viel Gift Dennis abbekommen hat und wie lange der Körper dafür braucht, es abzubauen. In der Regel dauert es zwanzig bis dreißig Stunden, was wiederum heißt, dass er noch eine schwere Nacht vor sich hat, am nächsten Morgen allerdings über dem Berg sein wird. Es ist mittlerweile halb drei geworden, da beschlossen die drei heute Nacht wieder die Betten zu tauschen, so dass Philipp für seinen Bruder da sein kann, falls es noch mal ernst werden könnte. Dann machten sich Maria und Peter mit ihren Fahrrädern auf den Weg, um für die ganze Mannschaft einzukaufen, während Philipp bei seinem Bruder blieb. Er maß noch mal Fieber bei Dennis; immerhin nur noch 39,3 °C. Die Medikamente schienen erst einmal zu wirken, aber Philipp wusste, dass die Körpertemperatur am Abend noch ein mal ansteigen wird. Draußen erreichte die Hitzewelle mit 35 °C ihren Höhepunkt. Die Feuchtigkeit stieg und stieg, denn es wurde immer schwüler und auch die ersten Schleierwolken kündigten einen kurzfristigen Wetterumschwung mit Abkühlung an. Philipp sah schon eine lange Nacht auf sich zukommen. Um kurz nach vier kehrten Maria und Peter vom Einkaufen zurück. Sie schmissen ihre Fahrräder in den Sand und fragten erst einmal Philipp, wie es seinem Bruder ginge. Er antwortete ihnen, dass die Medikamente das Fieber zum senken gebracht hätten, es aber am Abend wieder ansteigen werde. Maria verstaute die Lebensmittel in ihrem Zelt, damit Dennis viel Platz zum Schlafen hatte. Peter nahm sich währenddessen die Zeit, alle Fahrräder zu säubern und sie mit Luft wieder aufzupumpen. Dann saßen sie alle drei bis um 18 Uhr abends im Sand, während Philipp immer wieder Ausschau nach seinem jüngeren Bruder hielt. Das Abendessen zu Grillen, fiel heute aus, da keiner sich traute, das Lagerfeuer anzumachen. Es hätte auch noch Holz geholt werden müssen, aber dafür hatte keiner mehr die Lust dazu. Zum Glück hatten sie schon Fertiggerichte aus der Kaufhalle geholt, so dass sie diese gleich verspeisen konnten. Der Abend war nicht mehr so ruhig, wie die letzten, denn der Wind hatte etwas zugenommen. Trotzdem war es immer noch unerträglich, wie in einem Tropenhaus. Die Sachen, die die drei noch anhatten, klebten förmlich an der Durchgeschwitzten Haut, so dass sie nacheinander im See baden gingen, auch wenn sie dieses Mal kaum Spaß dabei hatten, weil sie häufig an Dennis´ Gesundheitszustand denken mussten. Dennis´ Fieber ist zum Abendessen auf 38,2 °C gefallen, doch nach dem Baden, als die Uhr kurz nach 20 Uhr zeigte, hatte er schon wieder 39°C. Philipp wusste, dass es um diese Zeit wieder ansteigen würde, denn die Tabletten wirken nur etwa sechs Stunden. Also weckte er seinen Bruder wieder und schaffte es nach mehreren Anläufen ihm eine Fiebersenkende und eine Abwehrunterstützende Tablette zu geben. Maria rechnete aus, dass er nachts gegen zwei Uhr wieder höheres Fieber haben wird. Philipp konnte das Bestätigen und ahnte eine schlimme Nacht voraus. Die drei sahen noch den Sonnenuntergang, bevor sie sich in ihre Zelte verkrochen, denn der Wind wurde langsam unangenehm. Peter und Maria lasen derweil lieber ein Buch. Sie machte sich ernsthafte Sorgen um Dennis und fragte Peter, wie schlimm wohl die Nacht für ihn werden könnte. Aber er beruhigte sie und meinte, dass Dennis stark genug sei, dies zu überwinden. Er war sich sicher, dass sein bester Freund morgen wieder laufen und Spaß haben wird. Die beiden wurden vom Lesen schnell müde und wollten nun schlafen. Unterdessen sah Philipp seinen Bruder an, streichelte ihn und spürte, wie sein Körper kämpfte. Dann legte auch er sich hin und versuchte ein wenig zu schlafen. Und so schritt die Nacht voran. Nach Mitternacht wurde der Mond mehr und mehr von Wolken verdeckt und genauso, wie die Wolken zunahmen, verschlechterte sich der Zustand von Dennis wieder. Um kurz nach halb zwei wurde Philipp durch mehrere Stöße wach. Er merkte genau, dass sein Bruder Schüttelfrost bekommen hatte. Das Fieberthermometer zeigte fast 40 °C an. Philipp wusste, dass Dennis jetzt auf dem höchsten Punkt des Berges angekommen war und so versuchte er seinen Bruder zu wecken und ihm vorm Schüttelfrost zu beruhigen. Doch das war wohl nicht die einzigste negative Situation, in der Dennis sich gerade befand, denn auf einmal richtete er sich panisch auf und schrie umher, während es draußen anfing heftig zu schütten und Blitze durch die Gegend zuckten. Dennis fragte sich immer wieder, wo er sei, und schrie, dass er hier raus müsse. Sein Bruder versuchte ihn zu beruhigen, um aus dem Alptraum, den er hatte, vollständig aufzuwachen. Aber Philipp schaffte es nicht ihn zu halten, so dass Dennis aus dem Zelt herausstürzte und wieder zusammenbrach. Dann fing er an, sich mehrmals zu übergeben, auch wenn nicht viel herauskam, da er ja seit achtzehn Stunden nichts mehr gegessen hatte. Philipp eilte hinterher, in der Angst, er könnte im Halbschlaf falsch liegen und somit ersticken, aber Dennis wurde durch das Brechen wach und wusste, wo und wie er sich übergab. Maria und Peter wurden unterdessen schon vom schreien wach und fragten Philipp, ob er Hilfe brauche und wie es Dennis nun ginge. Doch dieser antwortete, dass er jetzt den Gipfel erreicht hatte und beim Ausbrechen so einiges an Gift mit hinterherkam. Doch Dennis war zu schwach, wieder ins Zelt zu gelangen, da er noch hohes Fieber hatte und durch die Nüchternheit seines Magens kaum auf die Beine kam. Also schleifte ihn sein Bruder wieder herein. Trotz des Regens war es kaum zu glauben, dass sein Körper vor Hitze glühte. Philipp zog ihm noch das letzte Kleidungsstück aus und deckte ihn ein wenig zu. Dennis war zwar wach, aber ihm ging es ziemlich schlecht. Sein älterer Bruder gab ihm ein wenig Zwieback zum Essen, den Maria und Peter vom Einkaufen mitgebracht hatten, und etwas Wasser zum Trinken, so dass die Speiseröhre von der Magensäure wieder gereinigt wird und Dennis etwas im Magen zum Verdauen hatte. Denn bei einem leeren Magen helfen die Medikamente viel schlechter. Philipp gab ihm nach der kleinen Stärkung noch mal die Tabletten. Dann hielt er die warme und schweißnasse Hand seines Bruders, bis Dennis eingeschlafen war und er sich dann auch schlafen legen konnte. Das Unwetter draußen tobte auch nicht mehr lange und hörte kurz nach drei Uhr auf.
Nur fünf Stunden später waren Maria, Peter und Philipp schon wach, während Dennis noch schlief. Draußen regnete es leicht vor sich hin und es ist deutlich kühler geworden, als die Tage zuvor. Trotzdem trafen sich die drei draußen und besprachen die weitere Situation. Philipp erklärte den beiden anderen, dass sein Bruder nun auf dem Wege der Besserung sei, aber immer noch leichtes Fieber habe. Er wird nicht mehr soviel schlafen und langsam auch wieder Hunger kriegen und somit zu Kräften kommen. Bei dem Wetter planten sie auch keine Wanderung, sondern haben beschlossen, den heutigen Tag abzuwarten, was sich Freizeitmäßig so entwickelt. Außerdem soll Dennis heute den Tag zur Erholung nutzen, nachdem er die schwere Nacht hinter sich gelassen hatte. Die drei schwammen, trotz Regen, im See eine Runde, schließlich war das Wasser wärmer, wie die Luft, bevor sie dann ausgiebig frühstückten. Maria und Peter gingen in ihr Zelt zurück und lasen an ihren Büchern weiter. Er an einem Abenteuerbuch und sie an einem Roman. Philipp maß bei seinem Bruder die Körpertemperatur und stellte fest, dass sie noch immer 38,5 °C warm war. Er wollte ihm aber keine Medikamente mehr geben, da er sich die Situation noch einmal eine Stunde später anschauen wollte. Die Stunde nutzte er, um in seinen Medizinbüchern eigenhändig zu studieren, damit ihm das Studium leichter fällt. Gesagt getan, er maß um halb zehn bei seinem Bruder noch mal Fieber, und tatsächlich ist es immerhin um 0,3 °C gesunken. Den Rest wird er nun wohl alleine schaffen, dachte er sich. Dennis macht Fortschritte. Sein Puls raste auch nicht mehr und hatte sich mittlerweile stabilisiert. Um kurz nach zehn Uhr wachte er auf und wunderte sich, warum er nackt sei. Philipp fragte ihn, ob er ihn wieder anziehen sollte und Dennis nickte schwach mit dem Kopf. Also zog sein älterer Bruder ihn wieder an, während er fragte, wie es ihm so gehe. Er antwortete, dass ihm schlecht sei und er sich ziemlich schwach fühle. Das rechte Bein tat ihm außerdem noch weh. Philipp öffnete kurz die Binde und schaute nach der Wunde, die noch immer deutlich zu sehen war. Aber dennoch ist die Bisswunde geschlossen und schön sauber. Nur wenige Minuten später, schlief Dennis wieder ein, damit sein Körper weiterhin in Ruhe sich erholen konnte. Der Regen hat draußen auch schon fast aufgehört, da kam Maria zu ihrem Liebsten hinüber gelaufen und fragte, wie es seinem Bruder gehe. Er antwortete ihr, dass sich sein Gesundheitszustand genauso bessere, wie das Wetter. Dann kam auch Peter vorbei und er bekam auf die selbe Frage, die selbe Antwort. Doch scheinbar packte es ihn jetzt mit den Gefühlen. Als er Dennis friedlich in seinem Bett schlafen sah, ging ein Gefühlsblitz durch den Körper, der scheinbar ein paar Schmetterlinge mit sich brachte. Er fand Dennis´ Liegehaltung irgendwie süß. Anschließend gingen Maria und Peter ein wenig am Strand rauf und runter spazieren und genossen die frische, wenn auch noch kühle Luft. Um kurz vor zwölf war das Fieber auf stolze 37,4 °C gesunken. Und in dem Moment, als Philipp das Thermometer aus den Achseln seines geliebten Bruders herauszog, wachte dieser auf und sagte zugleich, dass er großen Hunger habe. Philipp sagte, dass das ein gutes Zeichen war und daraufhin wurden alle wieder fröhlich. Dennis wollte das Lagerfeuer anschmeißen, aber Peter sagte zu ihm, dass erst noch Holz geholt werden müsste, es allerdings überall zu nass sei, um das Feuer zu entfachen. Und Philipp erklärte ihm, dass er zu schwach sei, um jetzt schon aufstehen zu können. Dennis befolgte immer den Rat seines Bruders, wenn es ums medizinische ging. Und somit kam Maria mit dem Essen ins Zelt hineingekrochen. Doch scheinbar reichte es ihm nicht, also gab jeder der anderen drei ein Stückchen von der Mahlzeit an Dennis ab, denn er hatte ja noch kein Frühstück. Nach diesem leckeren Mittagessen kam der erste Sonnenstrahl durch die Wolken hindurch und gab allen vieren ein Stück Wärme ab, die sie genossen. Dann erzählten sie sich untereinander, wie sie aus ihrer Sicht die letzte Nacht erlebt haben. Alle waren froh, dass alles nun vorbei sei und es Dennis wieder gut ging. Am Nachmittag fuhren Maria und Peter wieder einkaufen und brachten zusätzlich noch drei volle Beutel mit, da sie sich dachten, dass Dennis noch mal soviel Essen könnte. Unterdessen holte Philipp seinen Bruder aus dem Zelt heraus und legte ihn an die Luft. Die Wolken lösten sich mehr und mehr auf und somit konnte die Sonne den Boden wieder aufheizen. Dennis genoss es, wieder an der frischen Luft zu sein und Energie zu tanken. Nachdem Maria und Peter wieder vom Einkaufen zurückkehrten, sagten sie, mit Einverständnis von Philipp, dass er versuchen solle, zu laufen. Mit Unterstützung und noch leichter Schwäche, konnte Dennis tatsächlich wieder anfangen, zu gehen. Das Aufdrücken seines rechten Beines war aber noch immer eine schmerzhafte Prozedur, wobei sein Bruder ihn beruhigen konnte, weil auch das bald nachlassen werde. Und dann sagte Philipp etwas Entscheidendes zu seinem kleinen Bruder: „So tapfer, wie Du diese Krankheit und dieses elende Gift besiegt hast, so tapfer habe ich dich noch nie gesehen. Ich bin richtig stolz auf dich. Du bist jetzt ein Mann und der tollste Bruder, den es gab, gibt und geben wird.“ Alle waren gerührt von dieser Aussage, doch vor allem Dennis konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Mit weinenden, aber mutigen Augen umschlossen sich die beiden Brüder in ihren Armen. Dennis fand erst keine Worte, dennoch schaffte er es „Danke“ zu sagen. Dann gingen Peter und Philipp Holz sammeln, während Maria und Dennis sich ein wenig über die letzten und noch restlichen, bevorstehenden Tage unterhielten. Um kurz nach sechs, konnte sich Dennis wieder ganz auf das Brennen des Lagerfeuers konzentrieren. Sie bereiteten sich das Abendessen zu und aßen sich satt. Maria war froh, dass sie mit Peter etwas mehr eingekauft hatten, denn Dennis hatte am Ende am meisten verzehrt. Das Wetter hatte sich unterdessen vollständig stabilisiert und es war auch nicht mehr so kühl, wie am Vormittag. Die Sonne schien und wärmte die Luft wieder auf. Die ein oder andere Wolke, störte niemanden, denn alle waren froh, die letzten 36 Stunden so gut überstanden zu haben. Nach dem sie gegrillt haben, holte Peter wieder seine Gitarre heraus und spielte ein paar Lieder vor, zu denen manch einer mitsang. Die Stimmung war richtig aufgeheitert. Doch beim Sonnenuntergang wurden sie wieder ruhiger, denn bei dem Anblick konnte keiner etwas sagen. Und somit war auch schon der Mittwoch fast vorbei. Den vier Freunden blieben nur noch der Donnerstag und der Freitag Vormittag, um die Ferienwoche zu erleben. Für Morgen hatten sie sich fest vorgenommen, endlich dem Pfeil auf der Karte nachzugehen und hofften zugleich, dass niemand von einer Schlange oder irgendeinem anderen Tier angegriffen wird. Nachdem die rote Sonne unter dem Horizont vollständig verschwunden war, machten sie sich langsam bereit zum Schlafen gehen, auch wenn keiner so richtig müde war. Peter fragte Philipp, ob er einverstanden wäre, wenn sein Bruder heute Nacht wieder die Zelte tauschen könnte, und dieser gab sein medizinisches Einverständnis. Außerdem hatte er auch wieder Sehnsucht nach seiner Maria, die er in den letzten beiden Tagen ein wenig Außeracht gelassen hatte, weil er sich um seinen jüngeren Bruder kümmern musste. Aber Maria akzeptierte dies und freute sich, mit Philipp wieder in einem Zelt schlafen zu können. Die beiden lagen auch als erstes in ihren Betten und kuschelten sich regelrecht aneinander, auch wenn es draußen mal gar nicht so kalt war. Dennis erstickte wieder das Feuer, während Peter weiter an seinem Buch las. Anschließend kroch auch Dennis ins Zelt mit den Worten, dass er doch noch gar nicht müde sei. Peter legte sein Buch weg und berichtete ihm das Gleiche. In dem Moment schauten sich die beiden tief in die Augen. Nach wenigen Minuten kamen sie sich näher und näher, bis sie sich schließlich auf den Mund genau küssten. Doch es sollte nicht bei einem Kuss bleiben. Sie fingen an, sich zu streicheln, zu umarmen und zu kuscheln. Schon nach kurzer Zeit merkte Peter, dass sein bester Freund erregt war. Aber auch ihm selber schien das langsam zu gefallen. Das Kuscheln hat sie richtig aufgeheizt, so dass sie sich ihre Oberbekleidung auszogen. Dann machte Dennis den Vorschlag, ins Freie zu gehen, da man dort mehr Platz zum bewegen hätte. Die beiden gingen also nach draußen und liebkosten sich dort in ihren Schlafsäcken weiter. Es dauerte nicht lange, dann war auch Peter von dem vielen Streicheln in höchster Erregung. Sie stiegen aus ihren Schlafsäcken und zogen sich splitternackt aus, bevor sie sich im Sand weiter herum wälzten. Es war zwar schon stockdunkel, aber sie spürten ihre zärtlichen Berührungen so stark, dass sie kein Licht brauchten. Das ganze Spiel ging noch eine weitere halbe Stunde. Aber dann hielten sie es nicht mehr aus und schliefen in voller Ekstase, bis zum Höhepunkt, miteinander. Beide erlebten somit zusammen ihr „erstes Mal“. Dabei verging die Zeit rasend schnell, so dass sie mit der ganzen Prozedur erst um halb zwölf fertig wurden. Peter und Dennis waren stolz und umarmten sich glücklich, da sie es endlich geschafft hatten, nicht mehr Jungfrau zu sein. Und Peter gestand nun offiziell, sich in Dennis verliebt zu haben. Dann legten sie sich zusammen nackt in einen Schlafsack, kuschelten sich aneinander und schliefen zusammen ein.
Am Donnerstagmorgen sah Philipp seltsamerweise seinen Bruder draußen mit Peter in einem Schlafsack liegen. Er ging leise hin, aber Dennis war schon eine Weile wach. Philipp schaute ihn dumm an, frei nach dem Motto, was sie denn hier für eine Show abzogen. Dennis hob ein wenig den Schlafsack und zeigte seinen Daumen nach oben. Sein älterer Bruder, sah, dass die beiden nackt waren und wusste nun, was der Daumen zu bedeuten hatte. Er konnte es einfach nicht fassen. Kaum hatte sich Dennis von seiner Krankheit erholt und schon schnappte er sich seinen Geliebten und schlief mit ihm. Dabei dachte sich Philipp immer, Peter sei zurückhaltend. Aber scheinbar hatten sich die beiden dann doch, auf schnellste Weise, zueinander gefunden. Anschließend kroch Dennis leise aus dem Schlafsack, um sich anziehen zu wollen, aber Peter merkte das, und wurde wach. Er sah seinen Freund, wie er nackt neben seinen Bruder stand. Die beiden schauten Peter mit einem lächelnden Gesicht an, wobei dieser anfing zu lachen. Dies weckte wiederum Maria, die auch gleich nach draußen kam. Dennis und Peter verdeckten ihre allerheiligsten Körperteile, während sie ihr erklärten, dass sie nun ein Paar sind und letzte Nacht miteinander geschlafen hätten. Maria blieb zuerst die Spucke weg, doch nach zwei Minuten freute sie sich über die beiden, die jetzt keine Jungfrauen mehr waren. Sie sagte, dass die vier Freunde von nun an zu zwei Pärchen zusammengewachsen sind. Alle stimmten freudestrahlend zu und die beiden Pärchen gaben sich untereinander einen dicken Kuss. Nach diesem erfreulichen Ereignis frühstückten unsere vier Freunde bei strahlendem Sonnenschein und angenehm warmer Temperatur. Dann fragte Maria, Dennis, ob er es sich überhaupt getraue, in den Wald zu gehen, nachdem er von einer Schlange gebissen wurde. Aber Dennis konnte scheinbar nichts mehr schocken und war somit frohen Mutes aufgeregt auf die bevorstehende Wanderung. Sie berieten sich weiterhin über den Tagesablauf. Zuerst wollten sie die Wanderung machen, von der sie spätestens um dreizehn Uhr wieder zurück sein müssten. Die Strecke habe ja nur sechs Kilometer zu bieten, hin und zurück also zwölf. Nach der Wanderung hatten sie vor, Mittagessen zu fahren und anschließend wieder gleich einzukaufen. Den restlichen Nachmittag wollten sie am Traumplatz verbringen und bis zum Abend mit Spiel, Spaß, Baden und Gesang verbringen. Nachdem sie wieder ihre Rucksäcke für die bevorstehende Wanderung fertig machten, hieß es loslaufen. Sie gingen die selbe Strecke entlang, wie noch vor zwei Tagen. Denn schließlich wollten sie das Geheimnis um den magischen Pfeil auf der Karte lüften. Dabei ging jedes Pärchen Hand in Hand, wobei Maria und Philipp den anderen beiden hinterher liefen. Die vier Freunde kamen in einem nie da gewesenen Tempo voran. An der Stelle, wo Dennis 48 Stunden zuvor von einer Schlange attackiert wurde, machten sie ihre erste Pause. Draußen war es nicht mehr so heiß, wie noch zu Wochenbeginn, aber auch bei weitem nicht so kühl, wie gestern, also genau richtig für unsere Wanderer. Sie tranken alle ein paar Schlückchen Wasser, bevor es nach zehn Minuten wieder weiterging. Schließlich hatten sie schon die halbe Strecke hinter sich gelassen. Doch auch nach dem sechsten Kilometer schienen die beiden Paare nicht an ihrem Ziel angelangt zu sein. Dennis schaute auf die Karte und stellte fest, dass diese per Hand gezeichnet wurde, und somit nicht maßstabsgetreu war. Der Pfeil an sich befand sich in der zweiten Kurve, nach einer langen Gerade, auf der sie sich jetzt befanden und der ersten Kurve. Also gingen sie weiter. Der lange gerade Weg schien einfach kein Ende zu nehmen, bis Peter laut sagte, dass er die erste Kurve erkennen konnte. Alle waren froh, diesen eintönigen Weg hinter sich zu haben. Beim Eintritt in die erste Abbiegung wurde der Wald auffallend dichter, beinahe einem Dschungelcharakter zu vergleichen. Die Biegung ging steil nach rechts, bevor man die zweite sehen konnte, die wiederum einen scharfen Bogen nach links machte. Und tatsächlich, mitten in dem Bogen waren zwei große Steine zu erkennen. Sie näherten sich und fanden etwas seltsames heraus. Auf dem einen Felsen stand drauf, dass hier an dieser Stelle der letzte Wolf erlegt wurde, und das war am 14. Dezember des Jahres 1845. Nur einen Meter daneben fanden die Freunde den zweiten Felsen, auf dem eine noch merkwürdigere Nachricht eingeschrieben stand: ‚Nachdem der letzte Wolf erledigt wurde, fand man noch am selben Tag aus ungeklärter Ursache ein fast nacktes Waisenkind. Diesem Kind gab man deshalb den Namen „Karl Friedrich Wolf“. Er zeugte sieben Nachkommen, ehe er am 6. Juni 1901 von zwei Jägern wieder an dieser Stelle erschossen wurde.’ Maria sagte, dass dieser Karl sowohl hier geboren, als auch gestorben sei. Für sie war das nichts ungewöhnliches und so zuckte sie mit den Schultern. Aber Dennis und sein Bruder Philipp gingen in dem Moment ein Licht auf, welches noch nicht vollständig brannte, sondern nur vor sich hin flimmerte. Ihnen fiel ein, dass der Ur-Ur-Opa von den beiden auch mit Nachnamen Wolf hieß. Doch was hatte das Ganze zu bedeuten ? Stand die Karte etwa in Verbindung mit dem anderen Photo, sowie mit dem eingefallen Haus und diesen beiden Steinen ? Sie stellten sich Fragen über Fragen, die sie zur Zeit noch nicht beantworten konnten. Vielleicht finden sie ja die Wahrheit, wenn sie ihre Mutter dabei um Rat fragen würden. Anschließend traten die vier wieder den Rückweg an, der nicht, wie erst vermutet sechs, sondern neun Kilometer lang war. Unterwegs flog den beiden Brüdern das Rätsel nicht mehr aus dem Kopf, aber sie kamen auf keine verbindliche Lösung. Sie waren so tief in sich versetzt, dass weder Maria, noch Peter etwas dagegen machen konnten, bis er schließlich sagte, dass Dennis das letzte Mal, während er in Gedanken war, von einer Schlange gebissen wurde. Die beiden erschraken sich erstmal und konzentrierten sich dann somit wieder auf ihre jeweiligen Partner. Um kurz nach halb zwei kamen sie dann alle wieder am Traumplatz an. Philipp schnappte sich das Geld, während die anderen schon hungrig mit ihren Fahrrädern bereit standen. In ihrem Ort angekommen, schlugen sich die Freunde die Bäuche voll, bis sie fast vor Übersättigung platzten. Das viele Denken um das große Rätsel hat sie richtig hungrig gemacht. Nachdem sie ihr Mittagessen in Ruhe verspeist hatten, machten sie sich auf dem Weg zum Einkaufen. Doch es blieb dies Mal nicht, dass sie etwas fürs Abendessen und dem darauf folgenden Frühstück holten, nein, Philipp hatte die Idee, am heutigen letzten Abend ihrer Ferienwoche auch ein wenig Alkohol zu kaufen. Alle waren einverstanden und er zeigte der Kassiererin seinen Ausweis, damit er die Ware auch sicher mit nach draußen nehmen konnte. Anschließend machten sie sich wieder auf den Rückweg zu ihrem Traumplatz. Und von nun an, schien eine endlos lange Party zu steigen, wobei der Alkohol noch außer acht gelassen wurde. Bis zum Abendessen vergnügten sie sich mit diversen Strandspielen. Zuerst spielten sie Volleyball. Dazu malten sie ein Feld, welches in der Mitte mit einem langen Strich geteilt wurde, was natürlich das Netz darstellen sollte. Auf jeder Seite waren immer zwei, die miteinander und gegen die anderen spielten. Jeder war mal mit jedem an der Reihe. Dabei war das Team um die beiden Brüder das Stärkste, denn beide gewannen früher mit ihren jeweiligen Klassen die Klassenmeisterschaft ihrer Schule. Nach Volleyball folgte ein nicht allzu anstrengender Sport, nämlich Boccia. Sieger wurde am Ende Maria, da sie dieses Spiel sehr gerne und regelmäßig mit ihren Eltern spielt. Als auch Boccia zu Ende ging, wollten alle erst einmal in den lauwarmen See baden gehen. Fast wie bei Olympia schwammen sie mehrere Disziplinen, bei denen fast immer alle Peter gewann. Er ist auch in seiner Klasse der beste Schwimmer und will vielleicht einmal später Rettungsschwimmer werden. Die Zeit verging wie im Fluge, und so bewegte sich der kleine Zeiger ihrer Uhren langsam auf die Zahl Sechs hinzu. Dennis entfachte wieder das Lagerfeuer, während sein Bruder und sein Freund für Holznachschub sorgten und Maria das Essen vorbereitete. Ein letztes Mal grillten die vier an einem so schönen Sommerabend. Sie genossen die Mahlzeit, die frisch vom Feuer gegrillt wurde, noch einmal ganz in Ruhe. Nach dem leckeren Abendessen machte Dennis das Feuer wieder aus und sie vollbrachten weitere sportlich, spaßige Aktivitäten, wie Federball, Frisbee, Fußball, Schach oder Mensch ärgere dich nicht. Außerdem wälzten sie sich im Sand herum und nahmen sich zwischendurch eine kurze Auszeit für einen verführerischen Kuss. Dann setzten sich alle in den flachen Bereich am Anfang des Sees, und schwammen los, als die Sonne anfing, unterzugehen. Sie schwammen ganz langsam der Sonne entgegen. Als diese den Horizont verließ, ging es wieder zurück an Land. Dennis zündete wieder das Lagerfeuer an und sie erzählten sich, während der Abenddämmerung, wie schön, aber auch spannend diese Ferienwoche für sie war. Sie begannen bei der Wanderung um den See, wo sie ein zerfallenes Haus mit seinen merkwürdigen Bildern fanden und Philipp bei der Brücke bergab stürzte. Am gleichen Tag gestanden er und Maria ihre Liebe zueinander. Oder am Dienstag, wo sie dem Schatz folgen wollten, es aber nicht dazu kam, weil Dennis träumend von einer Schlange gebissen wurde und die anderen drei sich Sorgen um ihren Freund machten. Die Nacht danach war ja für alle der schlimmste Zeitpunkt, weil Dennis auf dem höchsten Punkt seiner Krankheit stand und draußen es noch zusätzlich ziemlich gewitterte. Der Mittwoch begann zwar verregnet, aber mit der Besserung von Dennis´ Gesundheit, besserte sich auch das Wetter. In der darauf folgenden Nacht erlebten er und Peter ihr jeweiliges „Erstes Mal“, wonach sie am nächsten Morgen ihre Liebe zueinander gestanden. Dann folgte die Wanderung zum Schatz, der letzten Endes kein Schatz war, sondern sich als Rätsel herausstellte. Und am Nachmittag vergnügten sich unsere vier Freunde mit vielen Spielen und hatten dabei noch ihren Spaß. Und nun saßen sie in Gedanken da, bei der sie in die Vergangenheit hineindachten, bis Philipp aufsprang und einen lauten Schrei ausrief, dass nun die Party losgehen konnte. Sie sangen und tanzten mit Hilfe von Peters Gitarre um das Lagerfeuer herum. Dabei tranken sie den gesamten Alkoholkonsum aus, wobei die jüngeren weniger bekamen, als die älteren. Mehr als zwei Stunden lang und somit bis kurz nach eins, feierten sie fröhlich ihren letzten Abend in der Ferienwoche. Mit noch leicht angeheiterter Stimmung sahen sie noch eine halbe Stunde in die Sterne und beobachteten dabei die ein oder andere Sternschnuppe. Bei jeder Sternschnuppe, die sie sahen, gaben sich die jeweiligen Pärchen einen zärtlichen und leidenschaftlichen Kuss, bis sie nacheinander alle auf dem Strand einschliefen. Das Lagerfeuer wärmte sie noch eine Weile, bis es schließlich von alleine ausbrannte.
Am Freitagmorgen wachten die Freunde nur langsam auf. Um halb elf wurde Peter als erster von der Sonne geweckt, die schon vier Stunden auf sie drauf schien. So nach und nach standen die anderen drei dann auch auf; alle mit leicht verbranntem Gesicht, welches nicht durch das Lagerfeuer, sondern durch die Sonne ausgelöst wurde. Dennis hatte als einziger ein bisschen Kopfschmerzen, während die anderen mit so einem Problem gar nicht zu kämpfen hatten. Vor dem Frühstück zog es alle erst einmal in den See, indem sie sich wach schwammen. Der See an sich war sehr ruhig und mit 25°C angenehm warm. Die vier Freunde genossen es richtig, in diesem See zu baden, in dem sonst kaum ein Mensch baden geht. Auch wenn sie sich mal nicht zu einer Ferienwoche trafen, so kamen sie trotzdem mal für einen Tag hierher, wenn natürlich das Wetter mitspielte. Nach zehn Minuten frohen Schwimmspaß zog es die vier wieder an Land, um sich für das Frühstück zurecht zu machen. Viel Essen hatten sie nicht mehr, aber das Mittagessen ist ja auch nicht mehr weit. Dann packten sie einen großen Teil ihrer Sachen schon einmal zusammen und verstauten alles in den beiden Zelten. Denn sie hatten noch etwas vor. Um kurz vor halb zwölf fuhren sie mit ihren Fahrrädern die zehn Kilometer lange Strecke zu dem Ort, den sie am Montag, während ihrer Wanderung, besucht hatten. Um zwölf Uhr angekommen, machten sie erst einmal eine Bootstour. Dabei hatte jedes Pärchen ein Boot. Maria und Philipp fuhren mit dem Holzboot, den man auch als Kahn bezeichnen konnte. Die anderen beiden machten sich unterdessen auf dem Tretboot gemütlich. Sie drehten ein paar Runden und gingen nach einer halben Stunde wieder an Land, allerdings nicht, um aufzuhören, sondern um die jeweiligen Boote zu wechseln. Also fuhren jetzt Dennis und Peter den Kahn und die anderen beiden das Tretboot. Wieder paddelten und traten sie eine halbe Stunde auf dem See entlang, bis es die vier wieder an Land zog, aber dieses Mal, um endlich Essen zu gehen, denn sie hatten schon wieder Hunger bekommen. Alle wollten wieder in das gleiche Restaurant gehen, welches sie vor vier Tagen schon besucht hatten. Ganz in Ruhe speisten sie noch einmal ein leckeres Mittagessen, bevor sie sich dann, für die Rückfahrt zum Traumstrand, bereit machten. Dort angekommen, hieß es nun, langsam die Zelte abzubauen und zusammen zu packen. Dennis sorgte noch dafür, dass der Schandfleck, wo letzte Nacht noch das Lagerfeuer brannte, wieder sauber war. Stück für Stück leerte sich der Traumstrand, wo unsere vier Freunde eine tolle Woche erlebt haben. Um halb drei nachmittags standen dann schließlich nur noch Philipp, Dennis, Peter und Maria mit ihren jeweiligen Fahrrädern und dem gesamten Gepäck da. Dann verabschiedeten sie sich untereinander. Obwohl sie sich häufig mal für einen Tag oder Abend mal trafen, hatten alle Tränen in ihren Augen. Auch die beiden Pärchen mussten sich beim Abschied voneinander trennen, versprachen aber, es den Eltern zu erzählen und wollten sich außerdem in den nächsten Tagen wieder treffen.
Für unsere vier Freunde war die Ferienwoche, die sie erlebt hatten, eines der schönsten Ferienwochen ihres Lebens. Sie gingen nach Hause und hatten eine lange Erzählung ihren Eltern zu bieten. Doch eine Frage blieb noch offen: Was ist mit dem Rätsel ? Diese Frage wollen die Freunde in der nächsten Geschichte klären.
Dies ist meine erste Geschichte, die ich jemals in meinem Leben vollständig und bis zum Ende geschrieben habe. Sie basiert auf den beiden Gedichten „Unser Traum“ und „Unser Traum – der Tag danach“.
In dieser Geschichte ist Dennis von den vier Hauptpersonen die größte Hauptperson. Am Anfang der Geschichte wird viel über sein Leben erzählt. Und auch der Höhepunkt hat etwas mit Dennis zu tun, nämlich die Gewitternacht, in der er mit fast 40°C hohem Fieber zu kämpfen hat. Von allen Standorten und –plätzen sind der Traumstrand, der angrenzende See (nur kleiner) und der angrenzende Wald in Wirklichkeit zu finden. Von den Personen habe ich Dennis zu meiner Figur gemacht. Mehr als die Hälfte seines Lebens, Denkens und seiner Taten stimmen mit meinen überein. Von dem Rätsel stimmt das Datum des 14.12.1845 wahrheitsgemäß überein, denn an diesem Tag wurde wirklich der letzte Wolf hier in der Region Weißwasser erledigt. Alles andere dieser Geschichte, ist frei erfunden.
Titel: „Vier Freunde – Freundschaften und Bruderherzen“
Autor: Christian Frohs
Datum: September 2004
Ort: Weißwasser
Wörter: 10405