Der Anschlag

 

Ich laufe durch die Straßen,

voller Schmutz,

voller Dreck.

Die Sonne scheint herab,

heiß,

und unerträglich.

Ich sehe Menschen,

verschiedene Gestalten,

verschiedene Gesichter.

Die Frauen,

verhüllt,

verdeckt,

verborgen.

Ich sehe Kinder,

fast nackt

und dürr,

mit Ball,

mit Puppe,

mit Gewehren,

als Spielzeug.

 

Und die Männer?

Als Beschützer,

als Soldat,

als Polizist.

Bewaffnet,

gerüstet,

wehrhaft.

Immer bereit für

Kampf,

Abwehr

Und Krieg.

 

Die Augen der Menschen,

fürchtend,

ängstigend,

traurig.

Ihre Gesichter,

verstaubt,

verschmutzt,

verblasst.

Ich gehe weiter,

in die Stadt,

zum Markt.

Jeder bietet,

was zu essen,

was zu trinken,

Kleidung

sonst nichts.

Keine Blumen,

keine Geschenke,

kein Schmuck.

Die Menschen reden,

einfach über alles

und über jeden.

Keine Seele vermag zu schweigen.

Der Markt ist belebt,

einfach lebendig.

Auf der anderen Seite,

ein Lieferwagen.

Alle schauen hin,

gehen hin

und bestaunen.

Was hat er bei sich?

 

Doch plötzlich,

ein lauter Knall,

lauter als der Donner.

Die Erschütterung,

tief zu spüren.

Ein zittern,

ein beben,

ein wackeln.

Ein Feuerball,

heller als der Blitz,

heißer als die Sonne,

größer als ein Baum.

Der Druck,

wirft mich zu Boden.

 

Doch dann,

auf einmal Stille.

Die Sicht,

trüb und dunstig,

die Luft,

schmutzig und stickend.

Auf den Straßen,

Blut,

Tränen,

Dreck.

Es riecht nach

Verzweiflung,

Elend,

und Tod.

 

Die Menschen,

weinen,

schreien,

klagen.

Sie laufen,

rennen,

hasten.

Ihre Hände,

falten sich,

betend in den Himmel.

Ihre Knie,

sacken zu Boden,

mitten in das Verderben.

In ihren Augen,

Trauer,

Wut,

Hoffnungslosigkeit.

 

In der Tiefe des Staubes,

liegt der Verlust,

das Ende,

der Tod.

Verstreute Menschen,

blutüberströmt,

zerfetzt,

auseinander gerissen.

Die Puppen,

unversehrt.

Die Kinder,

verletzt,

verwundet,

getötet.

Die Frauen,

entkleidet,

zerrissen,

gebrochen.

Waffen liegen auf der Straße,

von den Männern,

verloren,

und entrissen.

 

Über die Leichen,

werden Tücher gelegt,

weiß,

die Farbe der Unschuld.

Im staubigen Nebel,

keine Sonne,

sondern Dunkelheit,

dunkel wie der Tod.

Die Luft,

stinkt bestialisch,

nach Abschaum,

Verbrechen,

Tod.

 

Das Leben in den Straßen,

verlassen,

vergessen,

ohne Rückkehr.

Die Erinnerung,

gebrannt,

gemeißelt,

verewigt.

Familien,

gesplittert,

getrennt,

und geteilt.

 

Mein Weg,

verlässt diesen Ort,

den Ort des Schreckens,

den Ort des Grauens,

den Ort des Anschlags.

 

„Der Anschlag“, verfasst von Christian Frohs, am Dienstag, 26 September 2006 in Weißwasser.

Wörter: 347

zurück     Lyrikenindex    Startseite

1