Sie hatten gerade die Tür hinter sich geschlossen, als der Regen erst wirklich einsetzte. Susanne ging gerade ins Bad um vier Handtücher zu holen, als das Telefon im Flur klingelte. „Hallo?“ – „Hi, Dad. Wie läuft es in Neapel?” – „Was, aber du hast es mir doch versprochen!“ – „Und warum nicht?“ – „Können die nicht einmal auf dich verzichten!?“ – „Das ist fies dein Job ist dir wichtiger als ich!“ – „Du versprichst immer etwas, was du nachher nicht hältst!“ – „Ja, tschüss!“
Währenddessen im Wohnzimmer:
„Also, was wolltet ihr uns fragen?“, versuchte Carina die beiden auszuquetschen. „Das verraten wir euch, wenn Susanne wieder da ist.“ „Nagut, aber nur, weil ihr es seit.“ Jetzt kam auch Susanne wieder ins Zimmer. „Hey Süße, wo sind denn die Handtücher?“ „Was? Ach ja, die hab ich vergessen.“ „Susi, was ist los? Ist was mit deinem Dad?“ „Ja, er kommt nicht zum Abschlussball...“ „Was? Er hatte das doch versprochen? Komm mal her. Setz dich zu mir.“ Carina nahm ihre Freundin erst mal in den Arm und schon kullerten ein paar Tränen ihre Wange herunter.
In der Zeit gingen Adam und Ryan in die Küche, um sich bei Carinas Oma nach Handtüchern und Carinas Nachnamen zu erkundigen. „Entschuldigung, aber ihr Nachname klingt nicht sehr Amerikanisch... Wir haben uns schon beim Klingeln gewundert.“, fragte Ryan neugierig. Carinas Oma verteilte ein paar Handtücher und antwortete dann auf die Frage: „Kann er auch nicht, denn wir stammen aus Deutschland. Ok, der Name ist auch nicht typisch Deutsch...“ Und so erfuhren Adam und Ryan Carinas Vergangenheit und die Umstände mit denen sie in die USA gezogen war. „Und wieso wohnt dann Susi hier?“, wollte Adam wissen. „Ihr Vater ist auf Geschäftsreise in Neapel. Und...“ „Und da wird er auch noch etwas bleiben.“, ergänzte Susanne, den Satz. Sie und Carina waren nun auch in die Küche gekommen. „Wieso denn das?“, wollte Carinas Oma wissen. „Ich dachte er kommt nächste Woche, wegen dem Abschlussball...“ „Aber er wird nicht kommen!“ Als Susanne vom Telefongespräch erzählt hatte, ging es ihr deutlich besser. „Aber jetzt bedauert mich nicht. Ich bin das ja gewohnt.“ „Das hatten wir auch nicht vor.“, grinste Adam. „Und was hattet ihr beiden vor?“, mischte sich jetzt auch Carina wieder ins Gespräch ein. „Zum Beispiel euch zu fragen, ob ihr mit uns auf den Abschlussball geht.“ „Wenn es unbedingt sein muss... Sonst geht ja keiner mit uns“, versuchte Susanne todernst zu antworten, doch dann prustete sie laut los und sagte: „Natürlich! Ich würde gerne mit dir hingehen, Adam. Eine bessere Begleitung kann man eh nicht bekommen.“ Adam strahlte und ging mit Susanne ins Wohnzimmer, um mit ihr alle Details zu bereden. „Und was ist mit dir? Möchtest du mich als Begleitung haben?“, fragte Ryan. Carina blickte ihm in die Augen. Er blickte sie mit sehr viel Hoffnung an, was sie wieder zuckersüß fand. „Ja, sehr gerne. Ich würde mich wirklich freuen, wenn du mit mir hingehen würdest.“ Dann nahm Ryan Carinas Hand und zog sie langsam aus der Küche in den Flur. Doch sie gingen nicht weiter ins Wohnzimmer. „Ich habe gefühlt, dass du mit mir hingehen würdest. Oder besser gesagt gehofft.“ „Das hat man dir an den Augen ablesen können. Um ehrlich zu sein ich habe auch gehofft, dass du mich fragst.“ Ryan kam langsam näher und wollte sie küssen. Carina schloss ihre Augen, doch kurz bevor sich ihre Lippen berührten kamen Adam und Susanne in den Flur. Ryan und Carina gingen instinktiv einen Schritt auseinander. „Oh, wie ich sehe stören wir beide euch bei etwas. Macht ruhig weiter, wir gehen in die Stadt. Ich muss schließlich mein Pariskostüm anprobieren.“ „Warte wir kommen mit. Schließlich wartet auch das Romeokostüm auf mich.“ Carina war etwas überrascht über Ryans Antwort, doch auch irgendwie froh, wie cool er die Situation gerettet hatte.