Der Stern am Himmel

"Der Stern am Himmel" war mein allererstes Gedicht, was ich im astronomischen Sinne niederschrieb. Es ist auch schon sehr lange her, seit ich es verfasst habe. Ich kann mich nicht mehr sehr gut daran erinnern, wann das war. Doch ich glaube, es war 1993 oder 1994 gewesen.
Es war auch mein zweites oder drittes Gedicht überhaupt, was ich je schrieb. Damals hatte meine Mutter einmal Geburtstag und ich schrieb ihr mein erstes Gedicht. Es hiess "Mein Geburtstag" - ein schlichter Name. Später hatte ich noch ein weiteres Gedicht über ein paar marschende Ameisen im Wald geschrieben und ein noch sehr gutes Frühlingsgedicht, dass mich durch das Lesen des Gedichtes "Frühling übers Jahr" von Johann Wolfang von Goethe veranlasste, es zu schreiben.
Als ich dem Astro-Club des Planetarium in Aschersleben beitrat, kam mir irgendwann einmal der Gedanke, ein Gedichte zu verfassen, was mit Sonne, Mond und Sterne zu tun haben könnte. Ich war damals noch ein ziemlich kleiner Datz und hatte wenig Ahnung in Sachen Astronomie (was sich mit der lange Zeit im Astro-Club um 180 Grad bald änderte). Meine damalige Klassenlehrerin, Frau Hanka Neubauer, hatte am Anfang diesen Astro-Club geleitet. Da wir alle "kleinen Mitglieder" noch früher unverfroren waren und einen Einblick in die Astronomie überhaupt haben wollten, wählte ich für mein erstes Gedicht eine einfache Erzählung über einen hellen und unbekannten Stern, der oben am Nachthimmel scheint.
Ich hatte in diesem Gedicht eine althochdeutsche Ausdrucksweise genommen (falls es die wirklich geben sollte, ansonsten habe ich eine erfunden). Zum Beispiel verwendete ich bei den Verben immer die Endung "et" statt die typische Endung, die je nach Person und Einzahl oder Mehrzahl lauten. Zum Beispiel für das Verben "laufen" würde ich "laufet" benutzen oder statt "es lebt" findet man "es lebet".
Praktische Beispiel finden sich im Gedicht wieder:
Von mir gewählten Ausnahmen und Sonderheiten sind "seine Größe, seine Schwere, seine Volle; alles missen." (Vers 20, Wort 8) oder "Oh Gott, du mir vergiebe." (Vers 16, Wort 5).
Im alten Mittelalter verwendete man früher oft Apostrophe (z. B.: "ich seh'" - heute noch gänglich, aber es wird eher "ich sehe" benutzt) oder Wortumstellungen (z. B.: "des Vaters Sohnes"- heute heisst es "der Sohn des Vaters"). Ich habe von diesen Sprachmerkmalen ebenfalls etwas eingefügt. In Vers 8 Wort 4 verwende ich "Leut' ". Ich finde, dieses Wort passt zum Sprachrhythmus etwas besser als das Wort "Leute".
Natürlich gibt es nebenbei einige Wortneuschöpfungen. Zum Beispiel habe ich für "helle Punkte" das neue Wort "Punktehell" (5-5) verwendet oder für "etwas helles" heisst es in Vers 17 "Diese große Hell...".
In dem Gedicht wird auch eine kleine Frage gestellt, um welchen Stern es handeln könnte: "Ist das der Große Stern "Rana" von Azulamich?" (Vers 13). Als ich damals diesen Vers mir ausdachte, wusste ich noch nicht welche Namen ich für diesen Stern erdenken sollte. Ich hatte damals diesen Gedanke, es sollte irgendwie persisch oder griechisch klingen und dachte nebenbei an das Land "Mesopotanien". Ursprünglich hatte in den ersten Varianten für den Namen "Rana" das Wort "Babylon". Doch "Babylon" klangt ein bisschen angeberisch. Irgendwann kam ich auf die Idee, den Namen "Rana" zu verwenden. Dieser klang nun etwas verfremdet und mysthisch geheimnisvoll - genau der passenden Name, den ich suchte. "Rana" habe ich übrigens von der japanischen Mangaserie "Ranma ½" abgeleitet.
Der von mir erdachte Name "Azulamich" setzt sich aus "Azula" und "mich" zusammen. Das Wort "Azula" könnte ein Eigenname für ein Stern sein, den ich irgendwo einmal gelesen habe und das Wort "mich" ist nichts weiteres als die ersten vier Buchstaben meines Vornamens "Michael".
Zum Schluss sei gesagt, dass Vers 22 - "Nur die Sterne, die Sieben;" - eine Anspielung auf den Sternhaufen "Plejaden" (Siebengestirn) ist.


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