Die Billendorfer Kultur
1938 legte W. Kropf die erste Monographie zur Billendorfer Kultur vor. Diese Monographie, die eine umfassende
Untersuchung des damaligen Fund- und Befundbestandes beinhaltet, gilt noch heute als eines der Standartwerke.
Aufgrund seiner auf Grabfunden basierenden Arbeit, setzte sich W. Kropf mit den Grab- und Bestattungssitten
auseinander. Auch versuchte er das Verbreitungsgebiet der Billendorfer Kultur, sowie auch die Einflüsse anderer
Kulturen zu beleuchten. Die in den Gräbern vorkommenden Gefäße, sowie die Kleinfunde wurden von ihm das erste Mal
detailliert beschrieben.
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Kropf gliederte die Billendorfer Kultur chronologisch in drei Stufen und stützte diese Gliederung anhand
geschlossener Grabfunde. Mit Hilfe typologischer Merkmale von Gefäßen arbeitete Kropf eine Früh-, eine Haupt-
und eine Endstufe heraus, wobei die von Kropf beschriebene Endstufe dem von W. Frenzel definierten Bautzner
Typus entspricht. Als eines der Hauptkennzeichen sieht auch Kropf die Wulstleistengefäße mit gerautem Unterteil
und deren verwandte Formen.
Auch sollen doppelkonische und eiförmige Töpfe, die oftmals mit wulstig abstehenden Henkeln versehen sind,
der Endstufe zuzurechnen sein. Jedoch treten solche Gefäßformen nicht nur im Billendorfer Bereich auf,
sondern sie finden sich ebenfalls bei den Westgermanen (Jastorfer Kultur) und den Frühgermanen (Pommersche Kultur).
Die hohen doppelkonischen Gefäße stehen nach Kropf am Ende der typologischen Entwicklung der Billendorfer Keramik.
Als besonders wandlungsfähig in ihrem typologischen Erscheinungsbild bezeichnet Kropf die Spitzkännchen und
Ofenmodelle. Die spätesten Spitzkännchen weisen überproportionierte Henkel auf, während der Hals meist kurz
und erweitert ist. Das Unterteil ist spitz oder auch rundlich, sowie mit warzenförmiger Knubbe versehen.
Bei den Ofenmodellen stehen am Ende der Entwicklungsreihe eher spulenförmige Teile, wobei Ober- und Unterteil
schälchen- oder scheibenförmig auftreten können.
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