Die Methoden und Techniken in der Archäologie lassen sich grob in vier Gruppen unterteilen, die sozusagen auf alle archäologischen Ausgrabungen anwendbar sind. Jedoch gibt es natürlich auch Abweichungen, die je nach der Beschaffenheit der Umgebung und anderer Faktoren zu berücksichtigen sind.
Eine fünfte Gruppe ist die Datierung der archäologischen Funde, die jedoch nicht immer unmittelbar an einem Ausgrabungsort durchgeführt werden kann. Der Vollständigkeit halber werden hier aber auch die wichtigsten Möglichkeiten zur Datierung archäologischer Fundstücke aufgeführt.
Die vier Gruppen der archäologischen Feldarbeit sind:
1. Aufsuchen
2. Ausgraben
3. Analyse
4. Auswerten
Und die fünfte Gruppe, die nur teilweise direkt auf einer archäologischen Grabungsstätte durchgeführt werden kann ist:
5. Datierung
1. Aufsuchen
Das Auffinden archäologischer Fundplätze ist regional sehr unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden unterzogen. Oftmals hängt es davon ab, ob es oberirdische Bauten, wie Grabhügel, Ruinen oder ähnliches gibt. Fundplätze, die keine oberirdischen Bauten aufweisen lassen sich wesentlich schwieriger lokalisieren und bedürfen häufig aufwendigerer Methoden, wie zum Beispiel der Luftbildarchäologie, oder Reste von Geräten und Tonscherben, die an die Erdoberfläche gelangt sind.
Das Auffinden von untergegangenen Städten ist in der Regel einfacher, als die Lokalisierung von Dörfern, Einzelsiedlungen oder temporärer Lager.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Auffindung archäologischer Reste ist auch die Vegetation. Schon ein einfacher Grasbewuchs kann archäologische Stätten verbergen und sie bei einer Bodenbegehung unsichtbar erscheinen lassen. In Gebieten, die wenig vegetativen Bewuchs aufweisen, oder auf Feldern, ist das Auffinden archäologischer Reste dagegen wesentlich einfacher.
In den wenigsten Fällen gibt es schriftliche Hinweise auf ehemalige Anlagen oder Städte. Das Auffinden archäologischer Fundstellen ist oftmals wie Detektivarbeit, wozu das Befragen der ansässigen Bevölkerung ebenso gehört, wie das durchforsten der Umgebung nach Hinweisen und natürlich die Auswertung der Luftbildarchäologie.
Sobald man eine Stelle gefunden hat, die für eine archäologische Untersuchung geeignet scheint, wird die betreffende Stelle systematisch abgesucht.
Als erstes findet eine Begehung des Geländes statt, wobei nach archäologischen Funden, die sich an der Erdoberfläche befinden, gesucht wird. Je nach der Beschaffenheit des Gebietes wird diese Begehung zu Fuß, oder auch mit dem Auto durchgeführt.
Nachdem nun das Gelände für weitere archäologische Forschungen bestimmt wurde, wird eine ausführliche Landesaufnahme durchgeführt. Hier wird die Häufigkeit der Funde ermittelt und man versucht zu bestimmen, ob es sich möglicherweise um eine größere Anlage handelt, oder um einen kleineren Fundort.
Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die mit am meisten empfohlene Methode ist das sogenannte Wahrscheinlichkeitssammeln. Hierbei wird die Oberfläche des Fundplatzes in nummerierte Quadrate aufgeteilt. Nach dem Zufallsprinzip werden dann verschiedene Quadrate ausgesucht und vollständig abgesammelt. Durch die dort gemachten Funde lässt sich eine ungefähre Berechnung des gesamten Materials machen.
Um einen Fundplatz auch ohne ausgedehnte Grabung zu untersuchen gibt es noch verschiedene andere Methoden, bei denen zum Beispiel mit einem Bodenhohlbohrer Bodenproben entnommen werden. Diese Bodenhohlbohrer haben in etwa einen Bohrkern mit einer Bohrtiefe von
60 cm. Die so entnommenen Bodenschichten werden untersucht und können so Anzeichen auf archäologisches Material liefern.
Doch auch mit anderen Gerätschaften lassen sich mögliche Funde ohne Ausgrabung orten. Hierzu gehören die sogenannten geophysikalischen Geräte, zu denen auch das Magnetometer gehört. Das Magnetometer ermöglicht es, die magnetischen Eigenschaften des Untergrundes zu untersuchen. Ein großer Vorteil des Magnetometers ist seine Wetterunabhängigkeit, die es auch ermöglicht in feuchten Gebieten Messungen vorzunehmen. Jedoch gibt es auch Nachteile. Das Magnetometer spricht nur auf bestimmte Dinge an, wie Eisen, Ziegel und auch Brennöfen. Gelegentlich auch auf Steinmauerreste und Abfallgruben. Des Weiteren ist er nur bis zu einer Tiefe von zwei Metern einsetzbar, wobei die Interpretation bereits nach einem Meter schon Schwierigkeiten bereitet.
Zu den bekanntesten Methoden gehört die Verwendung des Wider-standsmesser. Dieser misst den Widerstand im Boden gegenüber künstlich eingebrachten elektrischen Strömen und ermöglicht so das Auffinden von Steinanlagen oder Hohlräumen. Jedoch können Kleinfunde auf diese Weise nur sehr schwer geortet werden.
Metalldetektoren werden dagegen eher selten eingesetzt, außer vielleicht von privaten „Schatzsuchern“.
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