So dachten wir zumindest, bis wir aus dem Wald ins freie Gelände der eigentlichen Rodel gelangten. Offensichtlich hatten sich durch den stürmischen NW-Wind der letzten Tage in den leeseitigen Rinnen des Wildkamms, der die westliche Begrenzung der Rodel bildet, große Triebschneemengen angesammelt, die sich spontan gelöst hatten und in die Rodel als Staublawine abgegangen waren.
Obwohl zahlreiche Gruppen unterwegs waren, wurde wie durch ein Wunder nur eine Tourengeherin von der Lawine erfasst und teilweise verschüttet. Sie konnte von ihren Begleitern ausgegraben werden und erlitt lediglich eine Rissquetschwunde am Kopf, als sie von den Schneemassen gegen einen Baum geschleudert wurde. Wir erreichten die Unfallstelle kurz nach dem Abgang der Lawine, als bereits der Hubschrauber der Bergrettung im Anflug war. |