FRÜHER SKILAUF |
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Die Anfänge Das geschätzte Alter des Ski schwankt zwischen 2000 und 5000 Jahren. Das finnische Wort "suski" für Ski deutet auf ein Alter von 4500 - 5000 Jahren hin. Felszeichnungen aus der jüngeren Steinzeit geben Zeugnis vom Vorhandensein des Ski als Fortbewegungsmittel. Die bis heute älteste Abbildung eines Skiläufers fand man 1929 anlässlich einer Torfabtragung auf der nordnorwegischen Insel Rödöy. Sie zeigt einen mit Klopfstein in den Fels gehämmerten Skiläufer mit Hasenohren und ist etwa 4000 Jahre alt. |
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Neben dieser Zeichnung fanden sich in der Gegend des Onegasees weitere Felsbilder aus verschiedenen Zeitepochen. So etwa eine ca. 4000 Jahre alte Skiläuferszene aus der jüngeren Steinzeit oder die Felsgravur einer Jagdszene auf Skiern mit einem Alter von etwa 3000 Jahren. |
Skiläufer mit Hasenohren; älteste bekannte Abbildung eines Skiläufers. |
Skiläuferszene aus der jüngeren Steinzeit. Steinzeitjäger in Tiergestelt bei der Elchjagd |
Moorfunde Abgebrochene Skier wurden mehrfach in Mooren gefunden, wo sie unter Luftabschluss oft erstaunlich gut erhalten geblieben sind. So etwa der "Ski von Hoting", der bislang älteste Ski, gefunden im Moor bei Hoting in Schweden. Sein Alter wurde auf etwa 4500 Jahre berechnet. Er misst 110cm und wurde mit Steinwerkzeugen hergestellt. |
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Der "Ski von Hoting" |
Der zweitälteste bekannte Fund stammt aus Kiinula in Finnland und ist eta 4000 Jahre alt. Sowohl die Form, als auch die Bezeichnungen für Skier lassen annehmen, dass diese ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind. |
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Die Ski von Kiinula |
Es wird angenommen, dass die "Erfindung" der Skier von den Völkern des Altaischen Gebirges gemacht worden ist. Leider sind solche Moorfunde aus Sibirien noch nicht bekannt, obwohl es zahlreiche Hinweise über die Verwendung von Schneeschuhen bei den Samojeden gibt. Zwei Ausdrücke für den Ski, die auf den Wurzeln "saan" und "suk" aufgebaut sind, finden sich heute in abgewandelter Form in den meisten Sprachen wieder. Das Alter des Ski muss also höher als 4500 Jahre angenommen werden. Das altnordische Skidh heisst Scheit oder Spatholz. Die Ursache für die Entwicklung des Ski waren entweder der Schnee oder die Sümpfe. Der Mensch der Vorzeit lebte von erlegten Tieren. Im Sumpf und im Schnee kam er nur schwer an die viel schnelleren Tiere heran. Er musste die Trittfläche seiner Fellschuhe vergrößern, um weniger einzusinken und sich schneller fortbewegen zu können. Es ist durchaus denkbar, dass die Schaffung einer Möglichkeit, Sümpfe zu begehen und zu überqueren durch Vergrößerung der Trittfläche ("der Sumpfschuh") zuerst da war und die Übertragung auf die ähnliche Situation "Schnee" erst sekundär entstand. Es ist aber ebensogut auch umgekehrt möglich. |
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Rahmenschneeschuhe |
Möglichkeiten der Enstehung des Skis Entstehung aus dem Tretschneeschuh: Eine ovale Holzplatte wurde später mit Fell bedeckt. Entstehung aus der Schlittenkufe: Die Ähnlichkeit zwischen Schlittenkufe und Ski ist augenscheinlich. Zudem weist die Schlittenkufe mit den Skiern gleiche Wortwurzeln auf. So heisst im Japanischen der Ski "zori" und der Schlitten "suri", im Slowenischen der Ski "smucka" und der Schlitten "smuce" und das polnische Wort für den Ski "narta" geht auf die russische Bezeichnung für den Hundeschlitten "rta" zurück. Der mongolische Worstamm "tsana" bedeutet sowohl Ski als auch Schlitten. Entstehung aus dem Fellschuh: Die ursprüngliche Fußbekleidung war eine Kombination aus Mokassin und Sandale (=steife Sohle"). Aus der Sandale könnte durch den Gebrauch mit einem Tretschneeschuh der Ski entstanden sein. Die Urheimat der Skier ist nach den vorliegenden Quellen Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika. Für unseren Ski sind Skandinavien, Lappland und Finnland die Herkunftsgebiete. Arten von frühen Skiern Verschiedenste Formen sind überliefert: Skier ähnlich unseren Schneereifen; auch ungleich lange Skier, ein kurzer fellüberzogener "Abstoß-Ski" und ein langer "Gleitski" mit tiefer Rille und aufgebogener Spitze wurde gefunden. Diese Skier sind alle parallelkantig. Die Länge der Skier variiert stark. Bis zu 5m lange Skier für die Robbenjagd wurden gefunden, um damit Brücken über die Atemlöcher der Robben schlagen zu können. Zeugnisse über den Skilauf in der frühen Geschichtsschreibung In Sagen und Berichten tauchen immer wieder Beweise für die Existenz des Ski auf. Älteste Zeugnisse geben Berichte des byzanthinischen Geschichtsschreibers Procopius (550 n. Chr.), des gotischen Mönchs Jordanes (552) und des Langobarden Paulus Diaconus (720 - 790). Sogar aus China sind Überlieferungen bekannt über skilaufähnliche Tätigkeit in der Tang-Dynastie (618-907). In den Liedern der Edda und den isländischen Sagen wird vom Skilauf berichtet. Auch über Kriege auf Skiern ist zu lesen. |
Die Verwendung einer Fellsohle auf Schnee ließ sicher bald erkennen, dass Gleiten die Fortbewegung beschleunigt, ebenso wie die weitere Vergrößerung der Trittfläche eine Minderung des Einsinkens in Sumpf oder Schnee bedeutete. So wuchs der Trittschneeschuh in die Länge und wurde auf die Fellschuhe mit Mehrohrbügel und Riemen gebunden. Erst durch die Erfindung des Fellskis konnte das wildreiche Inland Nordeurasiens im Wimnter erobert werden. Ein weiterer Vorteil war die Geräuschlosigkeit des Fellskis beim Anpirschen. |
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