Sprüche über Mathematik

Mathematische Vorträge sollte man nach der "Drittelregel" ausrichten:
Das erste Drittel soll für alle Mathematiker verständlich sein, das zweite für die Fachleute des jeweiligen Gebietes und das dritte für niemanden mehr.
Schließlich muß der Referent demonstrieren, daß er mehr weiß als seine Zuhörer.
Häufig ist dabei - ganz unmathematisch - das erste Drittel deutlich kürzer als die beiden anderen. (Die Zeit, 5.12.97)
"Was der Mathematiker tut, kann er kaum jemandem so recht klarmachen. -
Und es will so recht auch niemand wissen." (Jochen Brüning, Humboldt-Universität in Berlin)
"Die größte Entdeckung des 19. Jahrhunderts besteht in der Erkenntnis, daß die Naturgleichungen linear sind; die größte Leistung des 20. Jahrhunderts im Nachweis, daß sie nichtlinear sind." (T.W. Körner: Fourier Analysis, 1988)
Murpheys Gesetz:
Alles, was schiefgehen kann, geht auch schief.
Auch berühmten Mathematikern kamen gelegentlich Zweifel an ihrem Tun:

Lagrange, 1840, in einem Brief an d'Alembert:
"Ich bin mir nicht sicher, ob ich in 10 Jahren noch Mathematik treiben werde. Mir scheint meine eigene Mathematik bereits zu hoch, und falls wir nicht auf eine ganz neue Ader stoßen, werden wir früher oder später ganz von ihr lassen müssen...
Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Mathematik an den Akademien eines Tages eine ähnliche Rolle spielen wird wie die Inhaber der Arabistik-Lehrstühle an den heutigen Universitäten."
(Zum Glück ist man seitdem noch auf viele "Adern" gestoßen; man zählt heute rund 2000-4000 Teilgebiete der Mathematik.)

J.-B. Delambre, 1810, in: Rapport historique sur le progres des sciences mathematiques depuis 1789:
"Die Möglichkeiten der bestehenden mathematischen Verfahren sind nahezu ausgeschöpft."


Nun gehen wir mal der Frage nach, warum es soviele Nicht-Mathematiker gibt:

Rene Descartes, "Regeln zur Leitung des Geistes":
"... Trotzdem darf es nicht in Verwunderung versetzen, wenn sich der Geist vieler aus freien Stücken eher anderen Studien oder der Philosophie zuwendet [als der Arithmetik und der Geometrie]: Es kommt das nämlich daher, daß ja ein jeder es sich kecker herausnimmt, bei einem dunklen, als bei einem klaren Gegenstand Vermutungen aufzustellen, und es weit leichter ist, bei einer beliebigen Frage irgend etwas zu mutmaßen, als bei einer noch so leichten bis zur Wahrheit selbst vorzudringen."


Hierzu fällt mir keine Überschrift ein:
(man beachte, daß die vorangegangene Aussage falsch ist)

Euler hat 1748 in seiner "Introductio in analysin infinitorum" die Entwicklung der Erdbevölkerung berechnet unter der Annahme, daß sie sich alle 100 Jahre verdoppelt. Er schreibt weiter:
"...somit sind die Einwürfe jener Leute recht lächerlich, welche nicht zugeben wollen, daß die ganze Erde von einem Menschenpaare aus in so kurzer Zeit [seit der Schöpfung] habe bevölkert werden können."
(Im 17. Jahrhundert hatte der Alttestamentler John Lightfoot, eine Zierde der Universität Cambridge, "ausgerechnet", der Schöpfungsakt habe am 23. Oktober des Jahres 4004 v. Chr., und zwar um 9 Uhr morgens, stattgefunden.) Wer sich da wohl lächerlich gemacht hat...


Das gestörte Verhältnis des Mathematikers zu Zahlen:

Es gibt drei Sorten von Mathematikern:
Die einen können zählen, die anderen nicht.
(Wer das jetzt nicht verstanden hat, kann bei mir per Email nachfragen.)


Mathematiker-Witze (uralte)

Ein Ballonfahrer hat sich verirrt und fragt jemandem, der unter ihm auf dem Erdboden steht danach, wo er sich befindet. Der Befragte überlegt und antwortet dann: 'In einem Ballon.'
Der Betreffende muß ein Mathematiker gewesen sein: Die Antwort war absolut korrekt, aber auch absolut nutzlos.

Ein Ingenieur, ein Physiker und ein Mathematiker fahren im Zug. Durchs Fenster sind drei schwarze Schafe zu sehen. Der Ingenieur sagt: 'In dieser Gegend scheinen die Schafe schwarz zu sein.' Der Physiker widerspricht: 'Wir wissen nur, daß in dieser Gegend mindestens drei Schafe schwarz sind.' Darauf der Mathematiker: 'Auch das ist nicht richtig. Wir wissen nur, daß in dieser Gegend mindestens drei Schafe von mindestens einer Seite schwarz sind.'

Wer schon mal ein paar mathematische Beweise gesehen hat, wird die folgenden beiden Witze verstehen:

Ein Ingenieur, ein Physiker und ein Mathematiker erleiden Schiffbruch und landen getrennt voneinander auf einer einsamen Insel. Jeder hat nur je eine Konservendose retten können. Doch wie öffnen?
Der Ingenieur wirft seine Dose 100 mal gegen einen Stein, die Dose geht auf, und er überlebt.
Der Physiker ritzt in den Strandsand eine wüste Rechnung. Er schlägt die Dose in dem berechneten Winkel gegen einen Stein und überlebt.
Den Mathematiker findet man nach Tagen tot. Neben ihm in den Sand geritzt: 'Die Dose sei offen.'

Der kürzeste Mathematiker-Witz:
Sei epsilon kleiner null.


Mathematische Witze

e-hoch-x geht zusammen mit einer Konstanten spazieren. Da sehen sie in der Ferne einen Differentialoperator.
Sagt die Konstante
"Laß uns schnell abhauen! Wenn ich auf den Differnentialoperator treffe, bleibt von mir nichts übrig!"
Sagt e-hoch-x:
"Keine Angst! Bleib einfach in meiner Nähe; wir multiplizieren uns; dann kann dir nichts passieren."
Als der Differentialoperator bei ihnen angekommen ist sagt e-hoch-x: " Hallo! Ich bin e-hoch-x!"
Erwidert der Differentialoperator:
"Angenehm. Und ich bin d-nach-dy!"
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