Rezensionen
INTRO
Skagottväterchen LAUREL AITKEN ist ja schon ein älteres Haus
und hat laut Info seine erfolgreichsten Jahre auch hinter sich: 1968-72,
da soll er zum jamaikanischen Reggae-Hohepriester geworden sein. Abgesehen
davon, daß ich vom Reggaekult keine Ahnung habe und immer nur an
Babylon oder Haile Selassie denke, welcher aber wohl auch als reiner Sympathieträger
nicht durchgeht, trifft es sich ja gut, daß diese besten Jahre des
Mr AITKEN auf dem "Nu"-Label fixiert wurden, welches wiederum zum "Pama"-Label
gehört und daher .... Nun ist es also raus: Das hier ist eine Quasi-"Early
Tapes"-Compilation (eine Art wohlgemerkt, weil der Hohepriester damals
schon zehn Jahre dabei war und es sich hier auch nicht um Tapes handelt),
welche ich von den wenigsten Artisten schätze, weil sich da gerne
vormalig aus guten Gründen Verborgenes findet. Und bei LAUREL? Ein
Fundus von bisher unveröffentlichten B-Seiten oder auch ganzen Singles
ist hier zu finden, gekrönt von einer "Anzahl eher kommerzieller Love-Songs,
die seine Musik einem größeren Publikum zugänglich machen
sollten." Ehrlichkeit, wem sie gebührt, für mich zieht dieser
Reggae urjamaikanischer Art nicht viel, vor allem nicht, weil die vielbeschworene
Authentizität hier a.k.a. recht bescheidene Aufnahmequalität
nach Early-Tape-Art dem Hörgenuß nicht sonderlich förderlich
ist. Das Teil hat aber den einen oder anderen Genreklassiker drauf ("Scandal
In A Brixton Market", "Reggae Popcorn"), den man schon mal - in besseres
soundliches Gewand gehüllt - gehört hat und sich dessen gerne
erinnert. Fazit: Fans probechecken, ob das Teil wirklich Value-for-money-Charakter
aufweist und unbekannte Perlen beherbergt.
Folke Schneider / © Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de
Skageschichte,
29. Mai 2002
Rezensentin/Rezensent:
skaudi
(Mehr über mich) aus Fussach, Vorarlberg Österreich
Hier handelt es sich um ein Stück Geschichte. Nämlich in
diesen Jahren (69-71) wandelten sich Aitkens Kompositionen. Es entwickelte
sich langsam der Reggae. Und dies ist an diesem wunderschönen Album
gut zu "sehen".
Die Songs sind ruhig, kaum mehr Trompetten und haben einen Reggae Rythmus.
Dazusagen muss man auch noch das die Audioqaulität der Stücke
nicht so besonders ist, aber dies ist kein Wunder. Denn diese Aufnahmen
stammen ausnahmslos von Vinyl Kopien, da die Master Taps schon vor langer
Zeit zerstört wurden. In Anbetracht dieser Tatsache kann man auch
wieder von einer guten Klangqualität sprechen, und vielleicht trägt
das leichte Knistern auch zur Atmosphäre bei, und man wird sich bewusst
was man hier eigentlich hören darf. Nähmlich ein Stück Ska
Geschichte.
Das einzige was vielleicht ein bisschen stört ist das dünne
Booklet des Albums, denn es wäre doch recht interessant gewesen etwas
über die Hintergründe dieser Lieder zu erfahren.