Mit Musik meine ich jene Art von Klängen, die von lebenden(?) Menschen
mit richtigen Instrumenten live erzeugt werden können. Diese Instrumente
sollten möglichst kein Computer und kein
Plattenspieler sein, sondern Bass, Gitarre, Schlagzeug, Violine, Dudelsack,
Oboe, Blockflöte, Mundharmonika und ähnliches. (I like Techno - unplugged.)
Besonders haben es mir die härteren Klänge angetan. Oder besser
was der größte Teil der Menschheit für hart hält.
Allerdings war ich nicht schon immer auf dem Pfad der Tugend und ich
muß zugeben, daß ich ziemlich lang durch's Leben geirrt bin,
ohne Kenntnis von richtiger Musik zu nehmen. Es begab sich im Jahre 1989,
da ich im TV den Videoclip zu Alice Cooper's Poison sah. Das war der
erste Song in meinen Leben, der mich wirklich faszinierte (ich war immerhin
schon 15). Also kaufte ich mir die ganze CD (Trash).
Im Nachhinein betrachtet, war es Glück, daß es gerade diese CD war,
denn mit ihrem eingängigen Sound machte sie es mir leicht den Zugang zum
Hard Rock zu finden. Der Weg für härtere Sachen war geebnet. Denn
auch Alice Cooper hatte den Ruf, schreckliche, satanistische und "schmutzige"
Musik zu machen, umso verblüffter war ich natürlich, als ich die
Musik zum ersten Mal mit meinen eigenen Ohren hörte. Meine zweite
Platte war Blow up your video von
AC/DC. Hier war
es ähnlich: Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Hetzwelle gegen AC/DC
gerade ihren Höhepunkt erreicht, und als quasi Uninformierter (hier
fällt mir grad auf, daß sich die Wörter "uninformiert" und
"uniformiert" ziemlich gleichen...) mußte man annehmen, daß
AC/DC eine der größten Bedrohungen für das christliche
Abendland seien. Was weiß ich, was alles in die Buchstabenkombination
AC/DC, die übrigens für Gleichstrom/Wechselstrom steht,
hineingedichtet wurde. Meine dritte Lieblingsband wurde
DIO, das erste was ich von
denen hörte, war Dream evil. So kämpfte ich mich bis ins
Jahr 1991, ein weiteres historisches Datum. Ein Kumpel hatte sich 1916
von Motörhead gekauft, fand die
LP (ja genau, so eine Platte, die man von zwei Seiten abspielen kann!) aber
überhaupt nicht umwerfend und somit fiel es ihm auch nicht schwer, sie
mir zu leihen. Beim ersten Hören empfand ich die Musik einfach als brutal,
naja, beim ersten Mal tut's noch weh, das trällerte doch auch schon
Roy Black (RIP). Aber nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte, stellte
ich fest, daß dies die geilste (man verzeihe mir die Gossensprache)
Musik war, die ich je gehört hatte, insbesondere Going to Brazil
haute mich echt um. Nun ja, auf jeden Fall war eine neue große Liebe
geboren. Die nächste einschneidende Begegnung hatte ich am 26.10.92 auf
einem Manowar-Konzert in Hof. Als Vorgruppe agierten die völlig unbekannten
Skyclad. Die Band
fiel schon dadurch auf, daß eine Violinistin mit auf der Bühne
stand. Die durfte aber nicht etwa nur langsame Parts spielen, sondern lieferte
sich mit den Gitarren wahre Duelle. Die recht simpel gestrickten Lieder von
Manowar klangen danach nur noch halb so gut, überhaupt
war das Konzert von Manowar einfach nur LAUT. Sehr LAUT sogar. Die einzigen,
die auf diesem Lautstärke-Niveau bessere Musik machen können, sind
Motörhead. Aber was red ich:
Jemand der noch nie auf einem Manowar- oder Motörhead-Konzert
war, kann sich diese Lautstärke sowieso nicht vorstellen. Zurück zu
Skyclad. Diese spielten
anfangs ihrer Karriere Thrash-Metal mit (ganz) leichten Folk-Einflüssen.
Von Platte zu Platte trat das Folk-Element jedoch mehr in den Vordergrund bis
jetzt schließlich The Answer Machine?
veröffentlicht wurde. Diese Platte hat mit Metal nun definitiv nicht
mehr das geringste zu tun und in welche Schublade ich sie stecken soll,
weiß ich auch nicht. Aber inzwischen ist mir egal, ob auf einer Band
das Etikett "Metal" klebt oder nicht, Hauptsache sie macht gute und ehrliche
Musik, und diesen Sinneswandel habe ich nicht zuletzt Skyclad zu verdanken.
Wer die sympathischen "verruckten Engländer aus Newcastle" einmal
live erlebt hat, muß sie einfach lieben. Und genau um diese Liebe mal
wieder neu aufleben zu lassen, fuhr ich am 27.12.96 nach Chemnitz um Skyclad
zusammen mit
Subway to Sally, die ich live noch nicht kannte, auf der Bühne zu
erleben. Erste Enttäuschung: Skyclad konnten nicht auftreten, da
Martin Walkyier erkrankt war! Toll! Aber schau ich mir halt mal Subway to
Sally an, die sollen live ja ganz gut sein. Ha! Ganz gut? Es stellte sich
heraus, daß Subway to Sally die mit Abstand beste Live-Band sind, die
ich kenne! Seit diesem Erlebnis lasse ich kein Subway to Sally-Konzert mehr
aus, welches halbwegs erreichbar ist. Also Leute, ich sage Euch: Wenn
Subway to Sally irgendwo
in Euerer Nähe aufspielen, geht hin! Ihr werdet es nicht bereuen, auch
wenn Ihr kein einziges Lied von STS kennt und werdet mir ewig dankbar sein.
Bitte, gern geschehen.
Ach ja, Subway to Sally spielen eine Art Metal mit mittelalterlichen
Einflüssen (inkl. Geige und vorallem dem DUDELSACK) und kicken ungemein
ass. Weitere Informationen gibt's auf der
STS-Homepage.
Aber STS waren nicht die einzige Überraschung, die Chemnitz im Dezember
1996 zu bieten hatte. Anstelle von Skyclad traten nämlich The Merlons
auf. Diese Band aus Erlangen ist seitdem auch einer meiner Favoriten. Genau
wie die neuen Skyclad lassen sich auch The Merlons nicht so richtig
einordnen. Auf einem Plakat las ich mal sowas wie "medieval mystic crossover".
Die Band verwendet auch alle möglichen altertümlichen Instrumente und
ab und zu, wenn auch ganz selten, darf auch mal die E-Gitarre sprechen. Aber
auch ohne E-Gitarre schaffen es The Merlons einen dichten und zeitweise
ziemlich druckvollen Sound zu erzeugen, wie ich es vorher nicht für
möglich gehalten hätte.
Puuuh, das reicht erst mal. Aber: es gibt noch so einiges zu erzählen.
Watch out!
Die wohl vollständigste Sammlung an Hard'n'Heavy-Links bietet die
Mega's page of bands.
Und nun, quasi als Einkaufsführer, meine persönliche TopTen: