KurzmeldungsarchivStadtrad: Der ADFC bedauert das Scheitern des Projekts, weil damit eine wichtige Chance vertan worden ist, das Radfahren auch für bisher nicht aktive Radnutzer attraktiv zu machen.Unabhängig davon, welche Gründe zum Scheitern des Stadtrades geführt haben - worüber wir uns jeder Vermutung enthalten -, unterstützen wir auch weiterhin die Stadtrad-Idee. Die in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 20. 8. 97 geäußerte Auffassung des Bauausschußvorsitzenden Ernst Barkhoff, daß eine Neuauflage des Stadtrades mit einer "Anschubfinazierung" aus dem Radförderprogramm geleistet werden könnte, lehnen wir jedoch strikt ab. Entweder ist die Stadtrad GmbH aus eigenen Mitteln und eigenem Vermögen lebensfähig, oder die Gesamtkonzeption ist verfehlt. Im letzteren Fall könnten auch öffentliche Zuschüsse das Projekt nicht retten. (Pressemitteilung des ADFC-Vorstands vom 21.8.97) Zweite Chance verdient: [...] Welches Projektkind ist denn schon bei seiner
Geburt perfekt? Mehr Professionalität kostet. Die Ansprüche nach Professionalität hoch zu
schrauben, aber die dafür notwendige Finanzierung eifersüchtig zu hintertreiben - das paßt
nicht zusammen. [...] Manche Presseerklärung des ADFC in diesem Zusammenhang wäre
aus meiner Sicht - und ich schreibe dies auch als ADFC-Mitglied - besser unterblieben.
[...] Sommerloch: Laut Focus plädiert der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Behrendt für eine gesetzliche Radfahrer-Haftpflichtversicherung. Die Bundesregierung hat abgewunken. (18.7.) Neuer Vorstand: Am 10. Juli ist Richard König auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurückgetreten. Zur neuen Vorsitzenden wurde Annette von Stieglitz gewählt - bei nur fünf Gegenstimmen. Die Zahl der Anwesenden: rekordverdächtige 100. (11.7.) Nur Geduld: Wegen der jüngsten Turbulenzen erscheint die nächste HannoRad später als geplant. Die Redaktion bittet um Verständnis. (11.7.) Bessere Bahn: Die HannoRad unterstützt das "Manifest der 1435 Worte - Für eine Flächenbahn - Gegen den Kurs aufs Abstellgleis" von Dr. Winfried Wolf, MdB, und dem Umkehr e.V. Die Unterzeichnung ist mit einer Spende für eine überregionale Anzeigenkampagne verbunden. (6.5.) Preis pervers: Bahnfahrten nach Berlin sind billiger, wenn man zusätzlich ein Auto mietet. Während fünf Personen (Bahncard, Hin- und Rückfahrt zweiter Klasse) mit Rädern mehr als 440 DM berappen müssen, kostet sie die "rollende Raststätte" ab 173 Mark -- erster Klasse. (29.4.) Weg weg: Radfahrern bleibt an der für Kraftfahrzeuge freigegebenen Bischofsholer Brücke nur die provisorische Querung per Fußgängerampel - für mehr als ein Jahr. Danach wird man die Brücke wieder unterqueren dürfen - in einer Schleife entlang des Messeschnellwegs. (16.4.) Osterei: Regnerische Feiertage und die Frühlings-HannoRad laden zum Lesen ein. Die Online-Themen unter anderem: Fahrradstation wird konkret, Stadtrad kommt später, Liegeräder mit vielen Neuheiten, Rad-Routing im Test. (26.3.) Stauplanung: Je mehr Autos ein Ziel anlockt, desto längere Staus entstehen auf den Zufahrten. Dieser einfache Zusammenhang war während der CeBIT zu beobachten. Trotzdem plant die Messe AG weitere Parkplätze. Dabei konnte man schon in diesem Jahr Termine nur noch bei der Anreise per Fahrrad einhalten. (20.3.) Restbetrag: Der 1997er Etat für den Radverkehr ist in Höhe von drei Millionen DM beschlossen - ein Erfolg für den ADFC. Und doch immer noch nicht Hannovers hohem Radverkehrsanteil angemessen, entspricht das doch gerade einmal dem Gegenwert zweier Üstra-Fahrten pro Einwohner. Zum Vergleich: Allein der Autotunnel am Pferdeturm wird mit 100 Millionen DM veranschlagt. (20.2.97) Reförmchen: Waigel ist fertig; die große Steuervereinfachung blieb aus. Immerhin kam eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale in Höhe von 40 Pf/km heraus. Bisher durften Radfahrer 14 Pf/km pauschal geltend machen. Der Wermutstropfen: Erst ab sportlichen 15 km darf abgerechnet werden. (24.1.97) Nachwuchs: Die HannoRad-Redaktion gedeiht gut. Nachdem Viktoria bereits im September das Licht der Chefredaktion erblickte, relativiert der kleine Johannes seit kurz vor Weihnachten so manchen Online-Plan. Die beiden mögen uns immer genug Kraft lassen, für umwelt- und menschengerechte Verkehrsmittel und damit für ihre Zukunft einzutreten. (2.1.97) Waldschonung: Die Eilenriede leidet unter starkem Verkehr und heftigem Straßenbau. Einige Wunden sollen nun heilen: Die Zahl der Rad- und Fußwege wird reduziert. Eine Wiederaufforstung des Messeschnellwegs ist aber noch nicht geplant. (4.12.96) Zu billig: Auto fahren. Laut Umwelt- und Prognose-Institut zahlte schon 1990 jeder Steuerzahler 10 Mark am Tag für den Autoverkehr drauf - ob Autofahrer oder nicht. Die Diskussion um Kindergeld, Vermögen- und Mineralölsteuer lenkt davon ab - und davon, daß letztere nicht zweckgebunden ist. (17.10.96) Waldschilder: Nach einer inoffiziellen, aber wirkungsvollen Sperrung unter der Bruchbrücke Bischofshol ist in deren Umgebung eine bunte Sammlung von Rad-Umleitungsschildern zu bewundern. Den Anfang machten ADFC und Forstamt. Endlich ist auch das Tiefbauamt aktiv geworden und fügt täglich ein paar Schilder hinzu. (10.10.96) Umsteuern: Zur Reform des Jahres könnte der aktuelle Vorschlag der Unionsparteien werden, die Kilometerpauschale bei der Fahrt zur Arbeit auf 20 Pfennig zu senken. Das wären für Radfahrer immerhin sechs Pfennig mehr als jetzt. :-) (2.10.96) Dumm gelaufen: Zwei Wochen vor Inkrafttreten des millionenteuer ausgearbeiteten neuen Busnetzes hat die Üstra bekanntgegeben, daß es nicht funktioniert. Etliche Linien werden nun verkürzt oder im Takt vermindert. Vielleicht ein Anlaß, die drastischen Preiserhöhungen zu bedenken? (15.9.96) Halb so schlimm: Niedersachsens Landeschef Gerhard Schröder meinte Mitte August, eine Erhöhung der Mineralölsteuer träfe "jeden, der zur Arbeit fährt." Dank Verbrauchswerten von unter einem Liter Schmieröl auf 100.000 Kilometer können wir aber auch bei drastischen Preisanhebungen den Weg zur Arbeit genießen. (8/96) Alko-logisch: Bundesverkehrsminister Wissmann ließ in der Bild vom 12. Juli abdrucken, warum es kein Alkoholverbot auf Deutschlands Straßen geben wird: "In 90 Prozent der alkoholbedingten Unfälle haben die Blau-Fahrer deutlich mehr als 0,8 Promille im Blut, mehr als die Hälfte sogar über 1,5 Promille." (7/96) |