Andy's Bonsai- Seite

Bonsai - klein, aber oho !

Übersicht:

Geschichte

Die Formung von Bäumen zu Bonsai hat eine lange Geschichte:
Vor gut 2000 Jahren wurden in China die ersten Bäume in Schalen gepflanzt. Aus dieser Zeit stammt folgende mythische Überlieferung:
Während der Han- Dynastie um 200 v.Chr. lebte der Zauberer Jiang- Feng. Ihm wurde die Fähigkeit zugeschrieben, ganze Landschaften mit Gebirgen, Bäumen und Flüssen aufs Tablett zaubern zu können.

Diese miniaturisierte Gestaltung nennt man in China Pensai.
China hatte schon immer einen großen kulturellen Einfluß auf Japan. So kam es auch, daß Wandermönche des Zen- Buddhismus um ca. 600 n.Chr. die ersten Pensai nach Japan brachten. In der japanischen Kaiserstadt Kyoto, welche in der damaligen Zeit schon kulturell sehr aufgeschlossen war, begannen adelige Damen und Herren, neben der Kunst des Blumensteckens (Ikebana), auch mit der Gestaltung kleiner Bäume in Töpfen.
Die chinesischen Schriftzeichen Pensai werden in Japan als Bonsai gelesen. Doch nicht nur der Begriff änderte sich, sondern auch die Gestaltung. In der Abgeschlossenheit Japans wurde die höchste Vollendung der Bonsai- Kunst erreicht. Sie Suche nach Einfachheit, Perfektion und Harmonie wurde idealisiert. Die Geduld der Japaner brachte die vollendetsten Bonsai zutage. Man braucht Geduld über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, um einen Bonsai so perfekt zu gestalten.
Ende des vergangenen Jahrhunderts begann der Siegeszug der Bonsaikunst um die ganze Welt.

An der Weltausstellung in Paris 1878 und London 1908 stellten die Japaner ihre Kunstwerke erstmals in der westlichen Welt aus. Man wußte damals noch nichts von dieser Kunst, außer in England, wo man wegen der Kolonialzeit schon früh die ersten Vereinigungen gründete. Noch heute ist England in Europa führend.
Nach dem 2. Weltkrieg und der vorübergehenden Besetzung Japans durch die USA gelangten mehrere Bonsai nach Amerika. Doch die Einfuhrbestimmungen zwangen die Amerikaner, anstelle der Bonsai- Bäume die Bonsai- Meister zu importieren.
Vor gut 30 Jahren hielten die Bonsai auch Einzug in Mitteleuropa.

Was ist Bonsai ?

Leider geistern nur allzu viele Fehlinformationen herum. Es ist aber keine spezielle Pflanzenart oder Züchtung. Es gibt auch keine Bonsai- Samen zu kaufen.
Vielmehr wird durch spezielle gestalterische Maßnahmen dieser Kleinwuchs erreicht. Einerseits haben die Wurzeln nur einen beschränkten Platz zur Verfügung, andererseits beschränkt man das Wachstum durch den Triebschnitt auf ein Minimum. Ebenfalls werden die Wurzeln von Zeit zu Zeit geschnitten.
Geeignete Pflanzen für die Bonsaikunst sind theoretisch fast alle. Beliebt sind unter anderen die einheimischen Lärchen, Wacholder, Buchen, Kiefern und subtropische Pflanzen wie Feigengewächse. Da die subtropischen Bonsai aus einem gemäßigteren Klimagebiet stammen, können sie nur als Zimmerbonsai verwendet werden. Jedoch das wirft auch wieder Probleme auf. Meistens haben sie zuwenig Licht und eine zu geringe Luftfeuchtigkeit um gesund zu gedeihen.
Die Blattgrösse kann nur beschränkt beeinflußt werden. Deshalb sind kleinblättrige Arten besonders geeignet.
Die Größe von Blüten und Früchten kann gar nicht beeinflußt werden.

Gestalterische Maßnahmen

Setzt man einen fertigen Bonsai ins Freie und läßt ihn in Ruhe wachsen, so würde er zu einem normal großen Baum heranwachsen. Deshalb müssen Bonsai immer wieder beschnitten werden. Sowohl Haupt- wie auch Seitentriebe werden regelmäßig zurückgeschnitten. Bei Laubbäumen läßt man den frischen Trieb zuerst bis auf ca. fünf Blätter wachsen und schneidet ihn dann auf zwei bis drei Blätter zurück.
Als zweite wachstumshemmende Maßnahme wird der Wurzelschnitt angewendet. Alle zwei bis fünf Jahre, je nach alter, wird der Bonsai frisch eingetopft. Dabei wird der Wurzelballen um etwa einen Drittel oder die Hälfte gekürzt. Beim Eintopfen verwendet man immer frische Erde. Diese gibt dem Baum die nötigen neuen Nährstoffe.

Um Ästen eine neue Position zu geben, wird das Drahten angewandt. Dabei wird der zu positionierende Ast mit einem Draht (meistens eloxierter Aludraht) spiralförmig umwickelt. Danach kann der Ast vorsichtig in die neue Position gebogen werden. Bei dieser Technik muß darauf geachtet werden, daß der Draht nicht in den Ast einwächst. Nach zwei Monaten bis ein Jahr wird der Draht wieder entfernt. Der Ast bleibt dabei in seiner neuen Form, oder er wird erneut gedrahtet.
Eine weitere gestalterische Maßnahme ist das Jin oder Shari. Dabei werden Stamm- oder Astpartien entrindet und zu 'totem Holz' gestaltet. Der Zweck ist, einen alten Baum darzustellen, welcher schon vieles durchgemacht hat wie zum Beispiel Blitzschlag, Sturm, Hagel usw. Es ist darauf zu achten, daß der Saftfluss im Kambium unter der Rinde nicht total unterbrochen wird, weil sonst der betroffene Ast oder Baum abstirbt.

Gestaltungsformen

Um dem künstlerischen Aspekt gerecht zu werden, müssen gewisse grundlegende Gestaltungsregeln eingehalten werden. Es wird meistens darauf geachtet, daß der Baum eine Art 'Vorderseite' hat. Auf der Vorderseite sollte die Sicht auf den Stamm zumindest im unteren Teil frei sein, so daß der Stammverlauf sichtbar wird. Die Äste sollten abwechselnd einmal nach links und rechts stehen.
Bei älteren Exemplaren muß darauf geachtet werden, daß der Stammfuss gut ausgebildet ist. Die Wurzeln sollten sternförmig vom Stamm ins Erdreich führen.
Es gibt verschiedene Grundstilformen, nach welchen in der klassischen japanischen Bonsai-Kunst gestaltet wird.

Ein weiterer Aspekt bildet die Schale. Sie sollte in Form und Größe der Gestaltung angepaßt werden. Um so dicker der Stamm, desto tiefer darf die Schale sein. Die Schale bildet zusammen mit dem Baum eine Einheit und sollte somit den Geamteindruck positiv beeinflussen. Es gibt verschiedene Schalen auf dem Markt. Unter anderen auch sehr große, welche für die Gestaltung von Wäldern gebraucht werden. Beliebt sind auch Ton- Scherben oder Zement- Schalen mit bizarren Formen, welche der Gestaltung einen speziellen Touch geben.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Es gibt verschiedene spezielle Scheren und Zangen, die man bei der Gestaltung der Pflanzen braucht.

Meistens sind sie länger als normale Baumscheren. Man kommt so einfacher und tiefer in die zum Teil sehr fein verzweigten Baumkronen hinein.
Eine weitere spezielle Bonsai- Zange ist die Konkav- Zange.

Mit ihr werden ganze Äste oder Astpartien abgetrennt. Der Schnitt geht tiefer hinein als mit einer Baumschere und erleichtert dadurch das vernarben der Schnittstelle.
Da die Pflanze in ihrer kleinen Schale nur einen begrenzten Vorrat an Nährstoffen hat, müssen die Bonsai regelmäßig gedüngt werden. Es gibt im Fachhandel verschiedene Möglichkeiten: Neben dem normalen Flüssigdünger gibt es auch Düngerkugeln aus Japan. Diese Düngerkugeln werden einfach auf die Erdoberfläche gesetzt, und die Nährstoffe gelangen dann mit den Giesswasser allmählich ins Erdreich. Nach etwa zwei bis drei Monaten müssen diese Düngerkugeln wieder ersetzt werden. Es gibt neustens auch einen ganz speziellen Dünger, nämlich Insektenkot- Dünger. Ganz kleine Mengen dieses Düngers genügen, um die Pflanze mit genügend Nährstoffen zu versorgen. Er ist aber auch dementsprechend teuer.

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