1.SC Norderstedt - Hamburger SV (A) 1:2 (1:1)


1.SC Norderstedt: Jacobsen (4. Hansen) - Rector - Jaensch, Behnke - Grudzinski, Fischer, Dreyer (74. Grabow), Klitzke - Goch - Siedschlag, Grobitzsch (76. Zoric)

Hamburger SV (A): Behrendsen - Wittfot - Simunic, Blättermann, Kück - Gümüs, Schmidt (12. Matiebel), Grammozis (39. Schindler), Ostermann - Yilmaz, Smith (55. Krausz)

Tor: 0:1 Matiebel (18.), 1:1 Goch (24.), 1:2 Yilmaz (83.)

gelbe Karte: Dreyer / Schmidt, Ostermann, Blättermann, Kück

gelb-rot: Fischer (71./leichte Tätlichkeit)

rot: Matiebel (71. Grätsche von hinten in die Beine)


Spielbericht

Mit einem Saisonrekord begann das Spiel - 1.115 Zuschauer sahen das Derby zwischen dem 1.SC Norderstedt und den Amateuren des HSV. Und was zu erwarten war, trat auch ein: es wurde ein hartes, ruppiges Spiel - eben ein Derby. Und so begann es auch.
Die vierte Minute: Jacobsen stürmt aus dem Fünfmeterraum, um einen Ball aufzunehmen. HSVer Volker Schmidt rammt ihn unnachgiebig und bricht ihm dabei das Handgelenk - wohl das Ende der Saison für den SCN-Rückhalt. Schmidt sah für diese Aktion nur gelb - glimpflich. Für Jacobsen muß Ersatzkeeper Hansen ran. Die Fans - betroffen.
Die SCN-Abwehr war trotzdem sicher. Wieder und wieder lief der SCN-Libero Rector, bester Mann auf dem Platz, den Gegnern den Ball ab. Aber in der 18. Minute war er auch machtlos. Nach einem Ostermann-Freistoß köpfte Behnke den Ball zur Strafraumlinie weg, der für Schmidt eingewechselte Matiebel schoß aus 15 Metern, Wittfot ließ den Ball durch die Beine laufen, und das Leder kullerte ins lange Eck zum 1:0. Der Fehler lag aber nicht allein bei Behnke. Der Matiebel-Schuß war sekundenlang unterwegs - genug Zeit, um ihn wegzubolzen.
Der SCN antwortete sechs Minuten später. Grudzinski flankte von links, Siedschlag legte per Kopf in die Mitte, wo SCN-Spielmacher Goch aus fünf Metern keine Probleme hatte, den Ball im Tor von Nils Behrendsen unterzubringen (24.).
Spielerisch lief beim HSV wenig zusammen, und Torgefahr ging kaum von den Rothosen aus. Das lag einerseits daran, daß die SCN-Abwehr sicher stand, insbesondere der klasse spielende Libero Frank Rector glänzte. Andererseits war es ein Spiel mit vielen kleinen unnötigen Fouls, die keinerlei Spielfluß zuließ. Nur der 1.SC Norderstedt bracht so etwas wie einen Spielaufbau zustande. Und so dauerte es lange bis zur nächsten Chance. Und die hatte der SCN durch einen Schuß von Siedschlag aus 22 Metern, der weit am Tor vorbeiging (37.).
Profi Dimitrios Grammozis mußte dann nach 39 Minuten das Feld räumen. Der Grieche war keineswegs sauer, nur enttäuscht von seiner eigenen Leistung. Über ihn lief nichts zusammen.
Die letzte Chance hatte der HSV durch einen 16-Meter-Volleyschuß von Matiebel, der links am Tor vorbeirauschte. So blieb das Fazit, daß das Spiel den Tabellenplätzen entsprach. Der HSV erzielte mit Glück das 1:0, der SCN glich verdient und mit einer schönen Kombination aus und stand defensiv bombensicher.
Die zweite Halbzeit begann wieder mit spielerischer Klasse. Siedschlag flankte vom rechten Strafraumeck sanft auf Grobitzsch, der den Ball mit der Brust annahm, doch Marco Kück schlug ihn rechtzeitig weg (53.). Der HSV beschränkte sich auf Konter, nachdem der zweite Stürmer Olufemi Smith mit Leistenproblemen ausgewechselt werden mußte. Einer davon brachte die Norderstedter in Bedrängnis. Wittfot paßte lang auf Matiebel, der Rector enteilt war, doch der Schuß aus 20 Metern ging rechts am Tor vorbei (56.). Einen Schuß von Gümüs entschärfte Hansen mit Problemen (58.).
Dann der Aufreger. Robert Matiebel senste Björn Dreyer von hinten um. Der bereits verwarnte Jens Fischer hatte seine Nerven nicht unter Kontrolle und stürmte auf Matiebel zu. Grund genug, nach einiger Aufregung erst Fischer die gelb-rote Karte zu zeigen. Dann mußte auch Matiebel mit "dunkelrot" vom Platz. Dreyer verletzte sich bei dieser Aktion an der Achillessehne, mußte mit einer Trage vom Spielfeld gebracht werden - die zweite Verletzung, die von Ralf Schehrs Kloppertruppe (schon 6 Platzverweise in der aktuellen Saison) verursacht wurde. So kam es, daß Norderstedt die nächsten drei Minuten mit neun Mann spielte, ehe Grabow für Dreyer und Zoric für den schwachen Frank Grobitzsch kamen.
Der SCN schien aber nicht geschockt. Stefan Siedschlag zog aus halblinker Position aus 19 Metern ab, doch ein Hamburger fälschte zur Ecke ab (81.).
Doch das Glück ließ die Amateure des HSV nicht hängen. Yilmaz zog mit dem Ball von links in die Mitte, schoß aus 18 Metern. Der Ball wäre rechts vorbeigegangen - wenn da nicht Stefan Behnke im Weg gewesen wäre. Der Manndecker fälschte den Ball ins eigene Netz ab (83.).
Der SCN wirkte jetzt ideenlos. Zoric paßte steil auf Grabow, der allein vor Behrendsen auftauchte. Doch der Abwehrspieler machte alles falsch - anstatt ihn am Torwart vorbeizuschlenzen oder zu lupfen, versuchte er zu tunneln. Ohne Erfolg (85.). Dann legte Siedschlag von der Grundlinie zurück auf die Strafraumline zu Goch, der sofort abzog, doch der Ball streifte nur den Außenpfosten (86.). Die letzte Chance hatte der SCN mit dem Schlußpfiff. Rector spielte lang auf Siedschlag, der sich per Fallrückzieher versuchte - rechts vorbei. Das war's!
Der SCN nutzte seine Chancen nicht, wie zuletzt gegen Celle. Die HSV-Amateure traten aber auch die Norderstedter kaputt. So war das 2:1 für die Amateure äußerst unverdient, denn nur der SCN konnte überzeugen.

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