STEP BY STEP RHEIN-RUHR
Treffpunkt 11:00 Uhr vorm Bahnhof Essen-Werden (S6)
Abfahrt ab Essen-Hbf 10:48 Uhr - Essen-Werden 10:59 an (S6 Richtung Köln)
Abfahrt ab Köln-Hbf 9:37 - Leverkusen-Mitte 9:57 - Langenfeld 10:07 - D-Benrath 10:16 - Düsseldorf Hbf 10:30 - D-Rath 10:42 - Ratingen-Ost 10:47 - Essen-Werden 11:01 an (S6 Richtung Essen)
Wanderstrecke:
Alternative 1: Essen-Werden,Bhf 0 km - Essen-Heidhausen, DJH 1 km - Essen-Heidhausen 2,5 km - Essen-Fischlaken, Hespertal 5,5 km - Essen-Kupferdreh,Rodberg (B227) 8,5 km - Essen-Kupferdreh, Priemberg 10 km - Essen-Kupferdreh,Deilbachtal 12,5 km - Hattingen-Winzermark,Denkmal 14,5 km - Hattingen,Isenburg 16,5 km - Hattingen, Ruhrschleife 18 km - HAT-Altstadt 21 km
Wanderwegmarkierung: von E-Werden - Hattingen-Isenberg Raute 4, danach X 28
Wir wandern vom Bahnhof Essen-Werden über die Ruhrbrücke in dem hier leider durch den Ausbau der Bundesstraße 224 stark beeinträchtigten Stadtkern von Werden und gehen vor der Abteikirche rechts und dann die Straße Klemensborn steil bergauf. Wir haben die Möglichkeit diese Straße direkt bis zur Barkhovenallee zu gehen oder vorher auf einen deutlich längeren Waldweg auszuweichen. Die teilweise recht vornehme Barkhovenallee gehen wir nach links entlang und gehen an der Jakobsallee erneut links. An dieser Straße steht noch das ehemalige Rathaus der Gemeinde Werden-Land im Unterschied zur Stadt Werden. Mit ca. 180 m über dem Meeresspiegel gilt Heidhausen als höchstgelegener Stadtteil von Essen. Immerhin sind wir damit auf dem kurzen Stück von der Ruhr in Werden 130 m gestiegen.
Jenseits der B224 geht es im Zickzack durch ein Wohngebiet bergab. Durch Felder bergab erreichen wir das Hespertal mit nur noch 90 m Höhenlage. Vor Erreichen der Talstraße gehen wir rechts und kommen bald nach Oberhesper, wo wir ca. 400 m die Straße aufwärts gehen und dann wie könnte es anders sein steil bergauf nach links abbiegen und durch Wald die Ludscheidtstraße in der Streusiedlung Rodberg erreichen. Der weiter südlich befindliche Velberter Teil dieser ehemals selbständigen Ortschaft heisst Rottberg.
Ein kurzes Stück die Ludscheidtstraße nach links und dann rechts auf einen Feld- und Waldweg an Bauernhäusern vorbei erreichen wir die B224, der wir nach rechts etwa 150 m folgen. Dann gehts links, wenn ich mich recht entsinne auf einem sehr schmalen und kaum erkennbaren Weg entlang der Grenze zwischen einem Feld und dem Wald, der schon zu Velbert gehört. Erst gehts bergauf, dann bergab ins Asbachtal. Dem 2. Talweg folgen wir nach rechts. An der nächsten Einmündung gehts scharf nach links und sofort wieder rechts bergauf auf den Priemberg und bald wieder bergab Richtung Deilbachtal. Dort halten wir uns rechts talaufwärts.
Der Deilbach ist der letzte bedeutende Ruhrzufluss vor der Mündung in den Rhein. Von seiner Quelle am Einern in Wuppertal bis zur Einmündung in den Baldeneysee in Essen-Kupferdreh sind es über 20 km. Dabei bildet er teilweise die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen. Nach etwa 1,5 km überqueren wir den Bach und die Bahnstrecke Essen - Wuppertal, die 1831 beinahe die erste Bahnstrecke in Deutschland geworden wäre, wenn der König von Preussen nicht aufgrund des schweren Lokomotivunglück in England einen Rückzieher gemacht hätte. So ist halt die Strecke Nürnberg - Fürth zu der Ehre gekommen. Wir gehen die Nierenhofer Straße nach Velbert-Nierenhof ca. 100 m nach rechts entlang, bis wir die Kohlenstraße erreichen. Achtung Rheinländer, ab hier nicht mehr über die sturen Westfalen schimpfen, wir erreichen Hattinger Gebiet und damit Westfalen. Nun gehts nach links in die Kohlenstraße. Diese Straßenbezeichnung geht wohl auf einen alten Kohlentreiberpfad zurück, denn die Straßenbezeichnung bleibt von Velbert-Nierenhof über Hattingen Niederwenigern bis zum allerdings ursprünglich dem Amt Hattingen zugehörigen Essen-Burgaltendorf identisch. Nach rechts in die Buschstraße bergauf immer wieder an einzelnen Häusern vorbei auf den Grenzberg im Hattinger Stadtteil Winzermark. Etwas kurios: Der Hattinger Stadtteil Winz liegt 2 km östlich auf der anderen Ruhrseite und ist weder durch Brücke noch Fähre von hier erreichbar, sondern nur über die Innenstadt von Hattingen. Von hier auf den Vogelsberg und bergab in die Ortschaft Balkhausen, jenseits des Tales auf den Isenberg und weiter zur Isenburg. Von hier teilweise über Treppen steil abwärts zur Ruhr und entlang der Ruhrschleife ruhraufwärts und nach Unterquerung der Eisenbahnbrücke nach rechts am Bahnhof Hattingen vorbei zur Bahnhofstraße. Diese nach rechts entlang über die Brücke der Ruhrtalbahn bis zur Hattinger Altstadt. Von hier können die ganz Eiligen sofort zum Bus- und S-Bahnhof Hattingen-Mitte verschwinden oder auch noch eines der vielen gastronomischen Angebote der Hattinger Altstadt wahrnehmen.
Alternative 2: Essen-Werden, Bhf 0 km - E-Werden, Stauwehr Baldeney 1,2 km - E-Kupferdreh, Haus Scheppen 5 km - E-Kupferdreh, Bhf 8,5 km - E-Kupferdreh, Deile 10,5 - HAT-Niederwenigern, Kohlenstraße 12 km - HAT-Winzermark,Denkmal 14,5 km - Hattingen,Isenburg 16,5 km - Hattingen, Ruhrschleife 18 km - HAT-Altstadt 21 km
Wanderwegmarkierungen: von Essen-Werden - Essen-Kupferdreh unmarkiert entlang des südlichen Ruhr- bzw. Baldeneyseeufer, danach unmarkiert bis zum Bhf Kupferdreh, dann mit Raute 8 bis zum Reulsbergweg, dann Raute 3 bis Hattingen-Winzermark, dann Raute 4 bis zum Isenberg, dann X28 bis Hattingen-Altstadt
Vom Werdener Bahnhof geht unser Weg jenseits der Ruhrbrücke nach links entlang der Ruhr bis zum Stauwehr und dann weiter entlang des Baldeneysees am Haus Scheppen vorbei bis zum Königlich Preussischen Bahnhof zu Kupferdreh, heute Bhf Kupferdreh,Hespertalbahn der Museumsbahn durchs Hespertal. Von hier nach rechts durch die Prinz-Friedrich-Straße bis zum heutigen Bahnhof Essen-Kupferdreh. Entlang des Kupferdreher Markt und nach Überquerung der Kupferdreher Straße in die Byfanger Straße. Danach rechts in die Narjesstraße bergauf und weiter durch den Reulsbergweg zum Volkspark Kupferdreh. Nach dessen Durchquerung nach links den Reulsbergweg entlang. Nach einiger Zeit rechts in einen kleinen Weg und später nach links durch die Deile. Bald erreichen wir die Niederweniger Straße und diese gehen wir nach rechts bis zur Kohlenstraße, wo wir wie bei der ersten Alternative die rheinisch-westfälische Grenze überschreiten. Die Kohlenstraße nach rechts und nach ca. 500 m nach links in die Straße Ketteltasche. Über die Lange Straße nach rechts erreichen wir das Denkmal am Grenzberg. Der weitere Weg geht wie bei der 1. Alternative.
Werden ist ein kirchengeschichtlich sehr interessanter Ort: ehemalige Abteikirche, jetzt Propsteikirche St. Ludgerus (Jahr 799) mit Grabkammer des Heiligen Ludgerus, Schatzkammer der ehemaligen Reichsabtei Werden, einem der bedeutendsten Kirchenstaaten durch das Mittelalter hindurch. Welcher deutsche Kleinstaat, wie Werden es war, hat schon 1000 Jahre als nur Gott, dem Kaiser und dem Papst untertan erlebt. Von dem vor der Säkularisation vorhandenen mehr als 10000 historische Schriften umfassenden Bestand aus in Werden geschriebener (z. B. der Heliand) und untergebrachter Literatur (Codex Argenteus, heute wertvollster Schatz der Universitätsbibliothek in Uppsala) ist nicht mehr viel vorhanden. Zahlreiche Orte im weiten Umkreis sind in den Werdener Heberegistern zum 1. Mal urkundlich erwähnt worden. Zeitweise soll die Abtei Werden der größte Grundbesitzer im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gewesen sein, zeitweise aber auch das reinste Tollhaus, so dass den Werdener Mönchen und Äbten von Hildegard von Bingen die Leviten gelesen wurden.(Wer weiss, was da vielleicht auch in homosexueller Hinsicht abging??) Die Ludgerusprozession wird bereits seit dem 13. Jahrhundert durchgeführt und ist damit die älteste Prozession in Deutschland (weit älter als die allgemein übliche Fronleichnamsprozession). Die Pfarrkirche St. Lucius in der nördlichen Werdener Altstadt gilt als älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen. Ausser zahlreichen Fachwerkhäusern ist auch noch die Fassade des mit knapp 1,5 m Breite schmalsten Hauses in Deutschland erhalten.
Baldeneysee: Der in den dreissiger
Jahren entstandene und mit ca. 2,5 km² Fläche, 9 Millionen m³
Inhalt und ca. 8 km Länge bei bis zu 650 m Breite größte der 5
unmittelbar von der Ruhr durchflossenen Stauseen ist ein
beliebtes Ausflugsziel. Der Name leitet sich ab vom am See
gelegenen Haus Baldeney (Baldeney=enge Aue). Ob Segelfreunde,
Surfer, Skater, Wanderer oder Leute, die einfach ihren Kaffee und
Kuchen mit Seeblick geniessen wollen. Wer will, kann auch eine
Rundfahrt über den See oder auch mit Umsteigen am Stauwehr auf
der Ruhr bis nach Essen-Kettwig und von dort bei erneutem
Umsteigen nach Mülheim fahren. Für jeden ist also etwas dabei.
Das Nordufer des Baldeneysee steigt sehr stark an, an den Korte
Klippen (Aussichtspunkt) ist man in 200 m Luftlinien Entfernung
vom Seeufer bereits 100 m über dem See. Oberhalb des
Baldeneysees, aber schon älter als dieser liegt die Villa Hügel,
die ehemalige Residenz der Krupps, heute wird sie für
verschiedene größere immer wieder wechselnde Ausstellungen
benutzt, sowie für die Historische Sammlung Krupp.
Hespertalbahn: Ab Haus Scheppen besteht bei Lust und Laune auch die Möglichkeit, die Hespertalbahn bis Kupferdreh zu benutzen, da die Museumsbahn am 21.5. gegen 12:15 Uhr von dort Richtung Kupferdreh fährt.
Isenburg bei Hattingen: Die Isenburg bei Hattingen, ca. 1200 errichtet, wurde 1225 auf Befehl des Kaisers zerstört, nachdem Friedrich von Isenburg den Erzbischof von Köln und Reichsstatthalter des Heiligen Römischen Reiches Engelbert II von Berg ermordet hatte. Von der Isenburg hat man einen guten Ausblick über die Ruhrschleife nach Hattingen und über den Bochumer Süden.
Isenburg (Baldeneysee):Die über dem Baldeneysee gelegene Isenburg ist 1241/42 von dem ältesten Sohn Friedrichs von Isenburg errichtet worden und wurde 1244 vom Kölner Erzbischof in Besitz genommen. Nachdem der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg in der Schlacht von Worringen (heute Köln-Worringen) 1288 durch Truppen der Stadt Köln und der rheinischen und westfälischen Adels besiegt wurde, ist auch diese große Burg zerstört worden.
Hattingen: Die Altstadt der 600 Jahre alten Stadt und ehemaligen Hansestadt Hattingen hat noch zahlreiche Fachwerkhäuser, besonders das spitz zulaufende Bügeleisenhaus ist ein beliebtes Fotomotiv. Zahlreiche Terassencafes und -restaurants laden zum Verweilen ein. Besonders schön sitzt man meiner Meinung nach am Kirchplatz.
letzte Änderung am 07.05.00 durch Gerold