Der Sturmtiger

Am 5.August 1943 wurde vorgeschlagen das 38cm Wurfgerät der Kriegsmarine auf ein Tiger Fahrgestell zu montieren. Bereits am 20.Oktober 1943 hatte Alkett einen Prototypen fertiggestellt, der auf dem Truppenübungsplatz Arys vorgeführt wurde. Auf dem Bild rechts handelt es sich um den Prototypen, der noch auf dem gummibereiften Laufwerk des Tiger E lief. Am 19.April 1944 wurde beschlossen 12 Aufbauten und Rohre für Sturmmörser vorzubereiten. Bis Dezember 1944 wurden jedoch lediglich 18 Sturmtiger hergestellt. Am 11.Oktober 1944 erhielt die Sturm-Mörser Abteilung 1001 die ersten 4 Sturmtiger. Auch die Sturm-Mörser Abteilungen 1002 und 1003 erhielten Sturmtiger, von denen Anfang März 1945 noch 13 einsatzbereit waren.
Das Fahrgestell des Tigers wurde für den Sturmtiger beibehalten und Stahllaufräder verwendet. Es wurde ein kastenförmiger Aufbau aufgesetzt, der die fünfköpfige Crew und die Kanone schützte. Dieser Aufbau war vorn 150mm stark gepanzert, an den Seiten und hinten jeweils 80mm, das Fahrgestell vorn 100mm, seitlich 60mm und hinten 80mm. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs betrug 65 Tonnen, war 6,28m lang, 3,57m breit, 2,85m hoch und besaß einen Maybach HL230P45 Motor mit 650 PS, womit eine Geschwindigkeit von 40km/h erreicht werden konnte.
Als Bewaffnung war der 38cm Raketenwerfer RW61 L/5,4 eingebaut, sowie ein MG34 in der Fahrerfront. Es konnten 14 Schuß der Raketen Sprenggranate 4581 mitgeführt werden. Diese hatte ein Gewicht von 345kg, eine Länge von 1489mm und trug 125kg Sprengstoff. Beim Abfeuern einer solchen Granate ergab sich eine Rückstoßkraft von 30 Tonnen! Die Verbrennungsgase wurden umgeleitet und durch kleine Öffnungen im Rohrmantel nach vorne freigesetzt. Die V0 betrug 45m/s. Nach Verlassen des Rohres zündete das Raketentriebwerk und beschleunigte die mit dem 40kg Pulvertreibsatz auf 250m/s. Das ergab eine Schußweite von 5650m. Nur 317 solcher Granaten sind bei der Truppe angekommen. 1945 wurde noch unter der Nummer 4592 eine Hohlladungsgranate entwickelt, die 2,5m Stahlbeton durchschlagen konnte!
Rechts sieht man ein Foto vom Sturmtiger, nachdem das Geschoß den Lauf verlassen hat, und der Raketenmotor gezündet hat. In diesem Zusammenhang gibt es noch einen kurzen Filmauschnitt, im Quicktime-Format, von einem feuernden Sturmtiger ... ein absolut sehenswertes Muß!! Wer daran interessiert ist, sollte dem Copyright Besitzer der Filmsequenz eine Mail schreiben, ich musste aus sein Geheiß hin den Link entfernen!

Wenn ihr an mehr Info's oder Fotos darüber interessiert seid, dann lest bitte in den erwähnten Büchern nach.

Literatur:
- Encyclopedia of German Tanks of World War two, Chamberlain, Doyle, Jentz, 1993, Arms and Armour Press
- Waffen und Geheimwaffen des deutschen Heeres 1933-1945, Hahn, 1998, Bernard & Graefe
- Panzer-Kampfwagen Tiger und seine Abarten, Spielberger, 1994, Motorbuch
- Panzerkampfwagen Tiger in der Truppe, Fleischer, 1998, Podzun-Pallas



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