Einleitung

Zunächst möchte ich hier nochmal auf die VK-Nummern eingehen, um nochmal zu erläutern, was die einzelnen Zahlen zu bedeuten haben, da in dieser Rubrik der Panzer II in der Literatur oft nur von den VK-Nummern geredet wird!
Diese Projektnummern zeigen an, worum es sich handelt: VK sagt an, daß es sich um ein Vollkettenfahrzeug handelt, die erste Zahl, bzw die ersten beiden Zahlen zeigen an, in welcher Gewichtsklasse das zu entwickelden Projekt liegt, also das VK1801 war mit 18 Tonnen projektiert. Die letzten beiden Ziffern zeigen an, um das wievielte Projekt in der Gewichtsklasse handelt, das VK1303 war also das 3.Projekt in der 13 Tonnen Klasse.
Der Panzer II Ausf.F war der letzte in der Reihe der Panzer II nach alter Art. Mit der Entwicklung der Ausf.G waren es "Panzer II neuer Art", welche vom Erscheinungsbild nur noch sehr wenig an den ursprünglichen Panzer II erinnerten. Dabei wurde vor allem ein neues Fahrwerk konstruiert, und die Panzerung im wesentlichen verbessert. Welche Ausf. nun welche Veränderungen erfahren hat, darauf gehe ich jetzt im folgenden ein:


Panzer II Ausf.G (VK 901)

1938 erteilte das HWA einen Auftrag für ein leichtes kettengetriebenes Aufklärungsfahrzeug, das man als VK901 bezeichnete. Man forderte eine Höchstgeschwindigkeit von 60km/h. Als Motor wurde der Maybach HL62TRM genommen, der eine Leistung von 140PS erbrachte. Dies reichte jedoch lediglich für eine Höchstgeschwindigkeit von 50km/h. Das Gesamtgewicht betrug etwa 9,5 Tonnen und damit hatte das VK901 ein Leistungsgewicht von 14,7 PS/t.
Der Prototyp wurde Ende 1939 fertiggestellt, und es wurde ein Auftrag über 75 Stück einer 0-Serie ab Oktober 1940 ausgeschrieben, es gab jedoch so viele Verzögerungen, daß nur 12 Stück von April 1941 bis Februar 1942 ausgeliefert wurden.
Das VK901 war 4,24m lang, 2,38 breit und 2,05m hoch. Als Bewaffnung wurde das EW141 MG und ein MG34, die im Turm untergebracht waren, benutzt. Die Panzerung betrug 30mm an Turm- und Rumpffront, sowie 15mm an Seiten und Rückseite von Turm und Rumpf.
Nach einigen Quellen gab es außer dem Panzer II Ausf.G auch noch die Ausführungen: G1, G2 und G4. Mir ist allerdings nicht bekannt, welche Spezifikationen es für die einzelnen gibt, bzw. welche Unterschiede zwischen ihnen bestanden.
Es ist nicht bekannt, ob ein VK901 zum Fronteinsatz gelangte.


Panzer II Ausf.H (VK 903)

Das VK903 sollte die Produktionsausführung des VK901 werden mit stärkerem Motor und verstärkter Panzerung.
Am 1.9.1941 wurde von MAN ein Prototyp ausgeliefert. Es wurde der 200PS starke Maybach HL66p Motor eingebaut, der endlich die geforderte Geschwindigkeit von 60km/h erbrachte. Dazu kam das neue SSG 48 Schaltgetriebe vom Panzer 38(t) n.A.
Die Frontpanzerung von Turm und Rupf bestand nach wie vor aus 30mm Platten, während Seite und Heck von Turm und Rumpf auf 20mm erhöht wurden. Dies erhöhte auch das Gewicht auf 10,5 Tonnen, wobei das Leistungsgewicht dennoch 19PS/t erreichte. Die Bewaffnung sollte aus einer 2cm KwK 38 L/55 und einem MG34 bestehen.
Es wurde zunächst ein Auftrag über 200 Stück erteilt, es gab jedoch ständig Verzögerungen, bis das Projekt Ende 1942 aufgegeben wurde. Letztendlich wurden offenbar vier Fahrzeuge fertiggestellt, von denen es aber offenbar keine Fotos gibt.


Panzer II Ausf.J (VK 1601)

Bei diesem Panzerprojekt, das von MAN und Daimler-Benz durchgeführt wurde, ging es um die stärkste mögliche Panzerung, die an der Vorderseite von Turm und Rumpf auf 80mm, sowie an Seite und Heck von Turm und Rumpf auf 50mm erhöht wurde. Das Gewicht stieg damit auf etwa 17 Tonnen. Da als Motor nur der Maybach HL45p mit 140PS benutzt wurde, wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 31km/h erreicht.
Die Einstiegsluken befanden sich, wie beim VK1801, als kreisrunde Öffnungen an den Seiten. Eine 0-Serie von 30 Stück wurde auferlegt, das erste VK1601 wurde im Juni 1940 fertiggestellt. Die Produktion wurde nach Auslieferung von 22 Stück wieder eingestellt.
Die Bewaffnung bestand aus einer 2cm KwK 38 L/55 und einem MG42. Über die Abmessungen und weitere Einzelheiten ist wenig bekannt. (Falls jemand noch weiter Info's hat ... Mail an mich bitte!)
Sieben der produzierten VK1601 wurden der 12.Panzerdivision unterstellt und 1943 an der Ostfront eingesetzt. Ansonsten wurden die VK1601 für Fahrschulzwecke und Sonderformationen gebraucht.
1944 wurde von den Alliierten ein VK1601 gefunden, das in ein Bergepanzerwagen umgebaut worden ist (siehe Bild rechts), durch Entfernung des Turms und Aufsetzen eines Krans. Wann der Umbau erfolgte und wer dafür verantwortlich war, ist nicht bekannt.


Panzer II Ausf.M (VK 1301)

Beim Auftrag zu diesem Panzerprojekt sollte eine im Aussehen und Außenmaßen dem VK901 gleichkommende Ausführung sein. Das Gefechtsgewicht war hier nun auf 12,9 Tonnen angestiegen. Ende April 1942 wurde ein Prototyp in Weichstahlausführung fertiggestellt.
Das Bild zeigt diesen Prototypen Anfang 1942 bei der Wintererprobung in St.Johann (Tirol). Dieser Prototyp scheint der einzige hergestellte dieser Ausführung zu sein, er diente sozusagen nur als Vorläufer des VK1303, das als nächstes behandelt wird.
Die Panzerung dieser Ausführung war wie beim VK903 30mm an Front und 20mm an Seiten und Heck von Turm und Rumpf. Als Motor kam der 200PS starke Maybach HL66p zum Einbau.
Die Bewaffnung bestand ebenfalls aus einer 2cm KwK38 L/55 und einem MG34. Weitere Einzelheiten zu dieser Ausführung sind nicht bekannt.


Panzer II Ausf.L "Luchs" (VK 1303) Sd.Kfz.123

Am 15.9.1939 wurde der Auftrag erteilt für ein gepanzerten Vollketten-Aufklärungsfahrzeug. Dies resultierte nach den diversen Vorläufern, die schon beschrieben wurden, in dem Panzer II Ausf.L "Luchs". Die Firmen MAN und Daimler-Benz wurden wieder mit dem Bau diese Panzers betraut. Von dem Einführungsauftrag über 800 dieser Fahrzeuge wurden lediglich 100 fertiggestellt, nachdem im August 1942 die ersten vier Versuchsfahrzeuge erprobt wurden, wurde im Januar 1943 beschlossen nur 100 Stück herzustellen.
Das Gefechtsgewicht betrug 11,8 Tonnen, wobei die Panzerung, wie beim VK903, vorn 30mm, an den Seiten und am Heck 20mm betrug. Der Motor Maybach HL66p wurde in den "Luchs" eingebaut und leistete aufgrund eines Drehzahlbegrenzers nur 180PS bei 2800 U/min. Mit einem Leistungsgewicht von 15,3PS/t ergab sich noch eine Höchstgeschwindigkeit von 60km/h.
Die Länge des "Luchs" betrug 4,63m, war 2,48m breit und 2,21m hoch. Die Kettenbreite betrug 36cm, und bei einer Kettenauflagelänge von 2,2m ergab sich ein Bodendruck von 0,75kg/cm2. Mit dem Tankinhalt von 235 Liter betrug die Reichweite des "Luchs" auf der Straße etwa 290km. Das Fahrgestell bestand aus gummibereiften Vollscheibenrädern, die über querliegende Drehstäbe abgefedert waren. Zusätzlich wurden die erste und letzte Laufrolle durch einen Stoßdämpfer unterstützt. Die verwendeten Ketten wichen vom bisherigen Panzer II Design ab, denn sie wiesen nunn, das Skelett-Muster auf, mit der Glieder Verbindung, die der vom Panzer III ähnelt. Es wurde eine Doppelreihe von Führungszähnen verwendet, um der Laufwerkskonfiguration zu entsprechen. Die Grabenüberschreitfähigkeit betrug 1,6m, Gewässer bis 1,4m Tiefe konnten durchwatet werden und 60cm hohe Hindernisse überklettert.
Die Bewaffnung bestand aus einer 2cm KwK38 L/55 für die 330 Schuß in 33 Magazinen mitgeführt wurden und einem MG34 mit 2250 Schuß. Die 2cm Kanone verfeuerte entweder die Pzgr AP, the Pzgr 40 AP oder die Spgr HE.
Für die Aufklärungsrolle besaß der "Luchs" zwei Radiogeräte, das Fug12 und das Fug Spr a. Das Fug12 war ein 80 Watt Sender/Empfänger für Langreichweiten-Kommunikation über eine 2m Antenne. Das Fug Spr a war ein UKW Sender/Empfänger für die Kommunikation zwischen den einzelnen Fahrzeugen, über entweder eine 1,4m oder 2m lange Antenne.
Der "Luchs" wurde den Aufklärungsabteilungen der Panzertruppe zugeführt und wurden haupsächlich an der Ostfront eingesetzt. (Das Bild links zeigt einen "Luchs" wahrscheinlich in Rußland).
Nachdem sich zeigte, daß sowohl Panzerung als auch Bewaffnung unzureichend waren, wurden noch 31 Stück vom "Luchs" produziert, die in einem, neukonstruierten, offenen Turm eine 5cm KwK 39/1 L/60 trugen. Aber auch dieses war nicht zur Zufriedenheit der Truppe.
Einer der wenigen erhalten gebliebenen Panzer II Ausf.L "Luchs" ist heute im "Royal Armored Corps Tank Museum" in Bovington zu bewundern, ein weiterer steht im Panzermuseum in Saumur/Frankreich, welcher sogar fahrbereit ist.



Wenn ihr an mehr Info's oder Fotos darüber interessiert seid, dann lest bitte in den erwähnten Büchern nach.

Literatur:
- Encyclopedia of German Tanks of World War two, Chamberlain, Doyle, Jentz, 1993, Arms and Armour Press
- Deutsche Panzer Raritäten, Sawodny, 1982, Podzun-Pallas
- Die Panzerkampfwagen I und II und ihre Abarten, Spielberger, 1991, Motorbuch
- Artikel "Panzerkampfwagen II Ausf.L (SD KFZ 123) (Luchs)" von Richard Benham


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