Einleitung

Nach der Entwicklung der Panzerkampfwagen I Ausf.A und B zeigte sich, schon bald, daß diese Typen nicht kriegsgeeignet waren, was darin resultierte, daß Ende 1941 fast alle Panzer I ausgemustert waren.
Daher wurde ständig versucht neue Panzertypen zu entwickeln, bzw vorhandene Panzertypen zu verbessern. Dies führte zu einer riesigen Zahl an Versuchsfahrzeugen, die mehr oder weniger in den Kriegsdienst gelangten.
Meistens wurden diesen Projekten, die in kleinen Stückzahlen gebaut wurden fast nie Suggestivnamen oder Sd.Kfz.Nummern zugewiesen. Vielmehr unterschied man diese entweder durch einen neuen Buchstaben in der Ausf. oder es blieb bei der Projektnummer, wie z.B. VK1801.
Diese Projektnummern zeigen an, worum es sich handelt: VK sagt an, daß es sich um ein Vollkettenfahrzeug handelt, die erste Zahl, bzw die ersten beiden Zahlen zeigen an, in welcher Gewichtsklasse das zu entwickelden Projekt liegt, also das VK1801 war mit 18 Tonnen projektiert. Die letzten beiden Ziffern zeigen an, um das wievielte Projekt in der Gewichtsklasse handelt, das VK1303 war also das 3.Projekt in der 13 Tonnen Klasse.
Im Text zum Panzer I Ausf.C finden sich bei einigen Angaben rote Sternchen (*). Bei diesen Angaben gibt es widersprüchliche Angaben, auf die ich im Anschluß eingehe. Falls jemand nähere Angaben über die korrekten Angaben hat ... bitte eine Mail an mich schreiben!


Panzer I Ausf.C (VK 601)

Am 15.9.1939 wurde an das Waffenamt ein Auftrag erteilt einen leichten Panzerkampfwagen für Auflärungszwecke zu entwickeln. Die Firma Krauss-Maffei in München war für das Fahrgestell und Daimler-Benz in Berlin für den Aufbau und Turm verantwortlich. Das Projekt lief unter der Bezeichnung VK601 bzw. als Panzerkampfwagen I Ausf.C.
Als Motor war der Maybach HL45P mit 150PS vorgesehen, der dem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 65km/h
* verleihen sollte. Als Bewaffnung stand der zwei Mann starken Crew eine 7,9mm EW141 ** Maschinenkanone und ein MG34 zur Verfügung.
Das Erscheinungsbild der Ausf.C war komplett anders als die Ausf.A und B. Zudem wurde die Panzerung wesentlich verbessert, sie betrug nun 30mm an Turm und Chassisfront, sowie 20mm an den Seiten und der Rückseite von Turm und Chassis.
Das Gewicht betrug 8 Tonnen, die Länge 4,19m, die Breite 1,92m und eine Höhe von 2,01m. Das Leistungsgewicht von 18,2 PS/t war bemerkenswert hoch, was auch der Grund für die hohe Geschwindigkeit ist. Bei einer Kettenauflagelänge von 2,20m und einer Kettenbreite von 39cm ergab sich ein Bodendruck von 0,46 kg/cm2. Die Kette bestand aus 89 Gliedern, und einige Fahrzeuge erhielten probeweise nadelgelagerte, geschmierte Gleisketten. Das VK601 konnte bis zu 78,5cm tief waten, 1,2m breite Gräben überschreiten, und 30cm hohe Kletterhindernisse überwinden.
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*** Panzer I Ausf.C wurden ab Juli 1942 hergestellt, von denen Anfang 1943 zwei der 1.Panzerdivision unterstellt, und in Rußland im Truppenversuch getestet wurden. (Das Bild links ist eines der wenigen, die das VK601 im Einsatz zeigen. Wahrscheinlich in der Normandie aufgenommen, während der aliierten Invasion). Die anderen 38 wurden in Reserve Einheiten des LVIII.Panzer Reserve Korps überstellt, und nahmen 1944 an den Kämpfen in der Normandie teil.
Die letzten Fahrzeuge wurden noch mit einem stärkeren Motor, dem Maybach HL61, ausgerüstet. Diese wurden dann als VK602 bezeichnet. Möglicherweise waren diese auch als Panzer I Ausf.D bekannt, über die nichts weiter bekannt ist. Sollte jemand der Leser dieses Textes mehr Informationen über den Panzer I Ausf.D verfügen, so möge er mich BITTE per mail darüber informieren, auch wenn es sich um ein noch so kleines oder unbedeutend erscheinendes Detail handelt!!!!

*: Hier sprechen einige Quellen von Geschwindigkeiten von 79km/h. Mir scheint jedoch die Geschwindigkeit von 65km/h realistischer und ich nehme an, die 79km/h hat vielleicht die Version mit den geschmierten Ketten geschafft, oder diese Geschwindigkeit bezieht sich auf das leistungsstärkere VK602.
**: Eine andere Quelle spricht von einer 13mm Panzerbüchse.
***: Auch hier gibt es abweichende Zahlen, denn es wird teilweise auch von 46 Kampfwagen gesprochen, die bestellt und auch gebaut worden sein sollen.


Panzer I Ausf.F (VK 1801)

Bei dieser Weiterentwicklung des Panzers I lag der Schwerpunkt auf bester Panzerung. Widerum zeigten wurde der Entwicklungsauftrag an die Firmen Krauss-Maffei und Daimler-Benz übertragen. Ein Auftrag von 30 Stück wurde am 22.12.1939 erteilt. Das erste Fahrzeug war am 17.6.1940 fertiggestellt, die komplette Auslieferung erfolgte 1942.
Die Panzerung war stark gesteigert, sie betrug nun 80mm an Turm und Chassis Front, sowie 50mm an den Seiten und der Rückseite von Turm und Chassis. Dadurch war aber auch das Gewicht erheblich angestiegen. Es betrug nun 21 Tonnen! Da aber noch der gleiche Motor (Maybach HL45p) wie beim VK601 benutzt wurde, ist das Leistungsgewicht auf 7,1PS/t abgesunken. Aufgrund des höheren Gewichts wurden die Gleisketten auf 54cm verbreitert, was bei einer Kettenauflagelänge von 2,2m einen Bodendruck von 0,84kg/cm2 ergab. Die Kette bestand aus 53 Kettengliedern pro Kette.
Das ganze Fahrzeug war 4,37m lang, 2,64m breit und 2,05m hoch. Die Bewaffnung bestand aus zwei MG34, die im Turm untergebracht waren. Zu den Fahrleistungen: Es konnte eine Höchsgeschwindigkeit von 25km/h erreicht werden, 1,5m breite Gräben konnten überschritten, 57cm tief gewatet und 33cm hohe Kletterhindernisse überwunden werden.
Von den 30 bestellten Fahrzeugen wurden auch alle ausgeliefert. Acht von diesen wurden zusammen mit den VK601 1943 in die 1.Panzerdivision nach Rußland überstellt. Zudem erhielt auch die 12.Panzerdivision Fahrzeuge vom Typ VK1801. Am 1.7.1943 meldete die 12.Pz.Div. drei von insgesamt sieben VK1801 einsatzfähig!

Wenn ihr an mehr Info's oder Fotos darüber interessiert seid, dann lest bitte in den erwähnten Büchern nach.

Literatur:
- Encyclopedia of German Tanks of World War two, Chamberlain, Doyle, Jentz, 1993, Arms and Armour Press
- Panzer-Kampfwagen I und II und ihre Abarten, Spielberger, 1991, Motorbuch Verlag
- Deutsche Panzer-Raritäten 1935-1945, Sawodny, 1982, Podzun-Pallas Verlag



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