Erlebnisbericht: 10.Potsdamer SKA-Festival vom 2.7.-3.7.1999

Dieses Jahr stand also das 10 jährige Jubiläum des Potsdamer SKA-Festivals an. Leider wurde im Vorfeld (für meinen Geschmack) zu wenig Werbung für dieses Ereignis betrieben, und eigentlich stand auch erst sehr kurz vorher die endgültige Playlist fest. Für mich stand jedoch schon von vornherein fest, daß ich da sein werde, um gemütlich im Wald zu zelten, zu grillen, Bier zu trinken, der netten Musik zu lauschen, und vor allem nette Leute zu treffen.
Doch schon einige nette Leute sagten ihr Erscheinen ab, sei es aus Geld- oder Fahrmöglichkeitmangel oder weil ein anderes "wichtiges" Konzert besucht werden sollte oder was anderes anlag (Grüße an dieser Stelle an eben diejenigen: Kim, Bruno, Lisa, Schmitti, Heike, Judith, Tanja, Wuschel und FF). Nichtsdestotrotz setzten Erik, Esther und ich am frühen Freitag die Segel und fuhren im vollbepackten Auto gen Potsdam!
Nach einem fiesen Stau und über 10 Baustellen (die A2 besteht aus mehr Baustellen als freier Autobahn!) kamen wir gegen 14Uhr in Potsdam an und es dauerte nicht lange, bis wir unseren "Stammplatz" im Wald am Lindenpark wiedergefunden hatten, der uns schon seit den letzten Jahren als Partyplatz diente! Ansonsten war es noch ziemlich leer im Wald ... wir waren also früh genug da. Selbst im Wald war es schon ziemlich warm, und ein wenig matschig und verschwitzt saßen wir nun dort auf unserem Baumstamm und tranken als erste Amtshandlung ein kühles Beck's (Esther natürlich nicht). Frisch gestärkt ging es dann an den Zeltaufbau, und hier zeigte sich, daß bei Erik's und Esther's Zelt Stangen fehlten, jedoch hat Erik es geschafft mithilfe von Buschmesser, Babusstöcken und Panzerband das Zelt richtig schön aufzubauen .. das war wirklich eine Glanzleistung! Nachdem diese Hürde genommen war, ging es zum gemütlichen Teil über ... der Grill wurde angeworfen und das erste Beck's Faß angezapft ... was für eine Wohltat! Um 16Uhr wollte ich mich mit Birgit aus Rostock am Eingang treffen, wo aber niemand auftauchte, dies schob ich dann aber darauf, daß eh erst um 17Uhr Einlaß und Kartenverkauf war. Also um 17 Uhr nochmal zum Eingang, und gewartet, während Esther schonmal 2 Karten für beide Tage kaufte. auch um 17Uhr, nix von Birgit ... also kam ich um 18Uhr nochmal wieder, während Esther und Erik nun hineingingen, um sich die Bands anzusehen. Als Birgit dann immer noch nicht auftauchte bin ich zum Zelt zurück, habe mich am Bier gelabt und gehofft, daß sie wenigstens hier mal auftaucht, nachdem ich ihr ja beschrieben hatte, wo unser Zelt steht und ich wie vereinbart (und die nächsten Tage auch) mit meiner BW-Tarnhose rumlief. Aber nix war ... (Also Birgit ... kannst Dich ja mal wieder melden!). Jetzt zeigte sich schon, daß dieses Festival irgendwie nicht der Bringer war, denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren saß ich nun allein draußen und keiner da, den man kannte ... Armin war in Holland (und es war sehr unklar, ob er noch kommen würde), von den Berlinern fehlte jede Spur und auch sonst sah es ziemlich mau aus. Aber sowas konnte mir da die Laune nicht mehr verderben, denn immerhin war schönes Wetter und ich hatte das Faß Beck's für mich allein. Und gerade als ich mich mit dem Faß in meinen Kofferraum begeben wollte, kamen Bine, Sandra, Maria und Simon durch den Wald gestapft ... ich war ziemlich erleichtert und der Jubel war groß!! Jetzt konnte man endlich ausgiebig miteinander Bier trinken und schnacken, da es ja doch wieder einige Monate her war, daß man sich zuletzt gesehen hat. Und während wir in gemütlicher Runde saßen und Fotos anschauten, betrat unser Stargast die Szene ... Brückenwilli ... ja, tatsächlich kam Armin da mit seinem Auto angebrummt nach beschwerlicher Fahrt quer durch Deutschland nach Potsdam! Nun kam Partystimmung auf ... der Bierkonsum erhöhte sich, im Hintergrund spielten die Toasters und bis 22Uhr wurde dem Alkohol gehörig zugesprochen ... so ging es dann mit einiger Schlagseite zum Lindenpark, der nun seine Tore für alle geöffnet hatte und im Saal einen SKA-Allnighter veranstaltete. Dort wurden die besten SKA-, Reggae- und Soul-Scheiben aufgelegt und es wurde mächtig das Tanzbein geschwungen!!! So traf man dann noch ein paar mehr Leute wie den Tobi aus Marburg, Erik's Schwester und den "Bibelforscher" und noch einige Bremer ... ich machte mich noch über den Grillstand her und auch der Bierstand wurde noch diverse Male aufgesucht. Das ist auch der Grund meiner Erinnerungslücken, was diesen Abend betrifft, vor allem die Gespräche mit den Leuten ... Irgendwann zu später Stunde torkelten wir im dunkeln Richtung Zelte, die wir auch sofort und ohne gegen einen Baum zu laufen fanden! Dort wurde noch ein erleuchtendes Feuer im Grill entfacht und mein roter Wodka machte die Runde (den im nachhinein alle für ihre Kopfschmerzen verantwortlich machten). Irgendwann kraxelte ich dann in mein Zelt und schlief ein, doch wie sollte es auch anders sein? Schon um 7 Uhr am nächsten Morgen war wieder Lärm draußen ... diesmal war es Maria, die offensichtlich nicht mehr pennen konnte, und so mit ihrem lautstarken Gesabbel die Leute am Schlaf hinderte! Zum Glück konnte ich dann nochmal kurz die Augen zumachen, bis Erik bei mir im Zelt auftauchte und auch noch in Ruhe schlafen wollte, da in seinem Zelt der Terror herrschte. Irgendwann tauchte auch Armin noch auf, der die Nacht im Auto gepennt hatte, obwohl ihm in der Nacht noch das Zelt aufgebaut worden war!! Naja ... um 9 war die Nacht dann wirklich vorbei und Stück für Stück kamen alle aus ihren Zelten gekrochen!
Den meisten, inklusive mir, standen die kurze Nacht und die Kopfschmerzen ins Gesicht geschrieben und so half man sich mit einem Bierchen und später dann mit Zähneputzen und waschen über den Berg. Dank Bine hatten wir eine behelfsmäßige Dusche, die uns den Tag über noch sehr geholfen hat!! Bine und Sandra beschwerten sich noch über die Männer hier auf dem Festival, da offenbar alle schwul waren ... Bine stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, und ihr Spruch, den wir noch öfter hören sollten, war:"Nur Schwule und Bremer hier ... was für ein Wochenende!". Sandra hatte sich für die Nacht auch einen Untermieter für's Zelt zugelegt, der nach ihrer Aussage auch schwul sein mußte, da er in der Nacht nur reden wollte. So kam er nicht drumrum sich den Tag über (immer wenn er mal kurz am Zelt auftauchte), sich die Frage "Bist du etwa schwul?" gefallen zu lassen. Dies verneinte er zwar stets, aber niemand glaubte ihm so recht ... naja, es dauerte ja auch nicht lange, bis er eh immer mit heftigem Schlingerkurs durch den Wald getorkelt kam um nochmal Bier ausm Zelt zu holen. Kurz vor 11 Uhr machten sich dann Armin, Erik, Esther, Maria und Simon auf den Weg zu Maria's und Simon's Wohnung, um zu duschen und Simon wegzubringen, da er am nächten Tag zu einer Übung musste, während Bine und Sandra noch einkaufen gingen! Ich hielt die Stellung und thronte auf Bine's gemütlicher Sitzluftmatraze, während ich den Grill anheizte um was zu essen! Zum Glück waren Bine und Sandra schon bald wieder da und wir gammelten auf dem Waldboden herum und es fiel auf, daß von den ganzen Leuten, die im Wald zelteten, fast keiner da war. Die Sonne schien, und selbst im Wald wurde es ziemlich warm, so daß alle Aktivitäten auf ein Mindestmaß beschränkt wurden. Gegen Mittag tauchte erfreulicherweise Silke auf und erweiterte unsere kleine Runde etwas ... ihre stetigen Feststellungen im Laufe des Tages, daß es dieses Jahr ganz schön langweilig sei, mußten wir leider bestätigen, denn es fehlte einfach an Leuten! Irgendwann tauchte auch Tobi auf, der überglücklich schien, daß er uns ENDLICH gefunden hat, um dann erschreckt festzustellen, daß Armin gar nicht da war, bei dem er seine Sachen im Auto hatte. Nun wäre das alles nicht schlimm, wenn er nicht am Nachmittag zu einem anderen Konzert gewollt hätte und natürlich seine Sachen haben wollte. Nunja, Armin war halt nicht da, und wir vertrösteten Tobi, daß Armin ja nicht mehr soooo lange wegbleiben könnte, da sie ja schon einige Stunden wegwaren und eigentlich nur duschen wollten. Also trollte Tobi sich wider von dannen um später nochmal wiederzukommen. Kurze Zeit später rafften Bine, Sandra, Silke und ich uns endlich mal auf noch zu einem Laden zu wandern, um noch Getränke zu kaufen ... bei diesem etwa ein Kilometer Fußmarsch durch glühende Sonne merkten wir erst, wie warm es wirklich war ... Hölle!!! Zurück am Zelt angelangt, war Tobi schon da und hinterließ Armin einen "netten" Brief, da dieser immer noch nicht da war, und Tobi aber los musste! Gegen 16 Uhr begann dann wieder die erste Band zu spielen, und wir hatten wenigstens wieder schöne SKA-Musik als Hintergrund ... und irgendwann nach 17 Uhr kam Armin dann endlich wieder an .. nach über 6 Stunden!!! Natürlich hatten der Verkehr und die Frauen schuld!!! Nichtsdestotrotz ging es dann daran das nächste Faß zu öffnen und den Grill anzuheizen! So saßen wir in gemütlicher Runde beim gezapften Bier, während das Fleisch auf dem Grill bruzzelte ... es war also Urgemütlich! Bis dann irgendwann zwei Herren in grünen Anzügen, Barett und Waffe auftauchten (irgendwie SEK, oder sowas?!?) und uns sehr freundlich darauf hinwiesen doch nicht hier im Wald zu grillen, sondern besser auf der Straße oder dem Spielplatz! Glücklicherweise waren wir nahezu fertig mit grillen, so daß wir diesen schnell ablöschen konnten! Dann ging es auch schon daran daß die meisten wieder reingingen, um sich die Bands anzusehen. Nach einigen weiteren Bier meldete sich mein Magen mit ultrafiesem Sodbrennen, das ich durch Einnahme eines halben Fladenbrotes zu unterdrücken versuchte, was teilweise gelang, jedoch war mir der Durst auf Bier gründlich verdorben. Allgemeine Langeweile machte sich etwas breit und bei mir machte sich die kurze Nacht bemerkbar, so daß ich kurzentschlossen ins Zelt krabbelte um für ein paar Minuten die Augen zu schließen! und ich hab wirklich gut gepennt, bis Erik kurz vor Konzertende wieder auftauchte und mich aus dem Schlaf riß! Wenigstens war ich jetzt um einiges fitter und wir setzten uns wieder nach draußen auf den Baumstamm bis es schon sehr dunkel wurde und wir unseren Spaß mit Erik's Scheinwerfer hatten, der wirklich alle anderen Taschenlampen ausstach! Ich glaube, es war gegen halb zwölf, wo wir uns auch wieder auf den Weg in den Lindenpark machten um die anderen Leute wiederzutreffen. ich stellte aber schnell fest, daß ich stocknüchtern war und irgendwie nicht die rechte Stimmung aufkommen wollte. Maria wurde dann noch von irgendwelchen Leuten angemacht ... naja, Streß halt! Im Laufe des Abends war ich aber dann doch noch in der Lage ein paar Bier zu mir zu nehmen und mit ein paar Leuten zu quatschen ... als Überrachungsgast tauchten denn noch Raik, seine Freundin und Olli auf, mit denen mal wieder niemand gerechnet hat!! Dennoch bin ich relativ früh in die Koje, wo ich dann mitten in der Nacht nochmal unsanft geweckt wurde ... Armin hockte vor meinem Zelt, rüttelte am Reißverschluß und brüllte: "Thoooooomsen ... ich brauch dein Feuerzeug!". Nunja, nachdem ich diesen Wunsch erfüllen konnte hatte ich eine recht erholsame Nacht, wenn man mal die Besoffenen aussen vor lässt, die gelegentlich um die Zeltstadt torkelten und man immer das Gefühl hatte, daß sie gleich ins Zelt stolpern!! Um 8 Uhr kam dann Silke in mein Zelt gekrochen, voll wie 1000 Russen und wollte nur noch eins: schlafen!!! Um 9 Uhr hab ich mich dann aus dem Zelt gepult, und Silke meinen Schlafsack überlassen. Draussen krabbelten auch gerade Armin und Erik aus ihren Schlafstätten ... Armin also wieder aus dem Auto, wo er die Nacht plötzlich eingeschlafen ist, nachdem er in Marias Schoß lag und davon erzählte, wie schlecht ihm ist ... woraufhin Maria das Auto lieber verlassen hat!
Nun ging es langsam aber sicher daran, einen geordneten Rückzug zu unternehmen. Armin war recht schnell reiseklar, da er noch den langen Weg zurück nach Holland vor sich hatte! Kurz nach 10 Uhr hatte er alles verstaut und wollte aufbrechen als sein Wagen beim anlassen nur noch leises Knurren von sich gab ... haha ... wieder einmal war die Batterie alle, weil er die ganze Nacht Musik gehört hatte!! Aber kräftiges anschieben brachte ihn schnell wieder auf Touren und er machte sich von dannen! Auch die Berliner packten langsam ihre Sachen und verabschiedeten sich bis wir drei Bremer wieder allein waren! Nun hieß es auch für uns so langsam: aufklaren! Zelte wurden gesäubert und zusammengepackt, und nochmal großes Lob an Erik für hervorragende Aufräumarbeit! Unser Platz wies nicht mehr ein Fitzel von Müll auf, während andere Idioten ihren Müll bergeweise im Wald zurückließen (ganz toll, ihr Heckenpenner!). Um 12Uhr waren wir soweit fertig und ich wollte mich noch mit Lydia und Marco aus Berlin treffen, die ich im Urlaub kennengelernt hatte und nun noch Bilder anschauen wollte. Nunja, Marco hatte verpennt aber Lydia hatte es geschafft, und so setzten wir uns noch kurz zusammen um Bilder zu kucken und etwas zu schnacken. Dann aber hieß es auch für uns: aufbrechen! Denn es stand ja noch eine relativ lange Fahrt vor uns, und es war wieder mal höllisch heiß! Zuerst wurde noch ein Dönerladen besucht und dann die Heimreise angetreten, die ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief, außer daß wir trotz Schiebedach alle geschwitzt haben, wie Sau. Und ein Wochenende im Wald ohne Dusche machte sich auch durch die Unmengen an Dreck am Körper bemerkbar, so daß wir in Bremen noch kurzentschlossen einen See angelaufen haben, um mal eben hineinzuhüpfen um uns etwas Linderung (Wärme und Dreckmässig) zu verschaffen! Danach haben wir bei Esther und Erik noch das restliche Grillgut auf den Grill gelegt und aufgefuttert, und dann machte ich mich auf den Heimweg und war auch heilfroh endlich zu Hause zu sein!
Bleibt als Resümee, daß es ein spaßiges und sehr sonniges Wochenende war, aber leider fehlte die richtige Stimmung, da echt zu viele Leute fehlten! Nichtsdestotrotz hoffe ich, daß es auch nächstes Jahr das SKA-Festival gibt, und wir werden wieder da sein! Ich hoffe, daß ich noch jemanden finde der noch ein paar Takte über die Bands schreiben kann ...


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