So war dann vor ein paar Monaten im Internet (www.kassierer.com <-SEHR empfehlenswert) zu lesen, daß eine neue Scheibe in der Mache ist, was mich zu Beifallsstürmen hinriss! Wenig später folgten dann Tourdaten, und somit war der 12.November der Tag, an dem ich sicher ins Logo fahren würde, um wieder einmal in die dunklen Tiefen menschlichen Daseins abzutauchen!!
So war es denn, daß ich mich am 12.11. ins Auto packte, und Armin (den erst nach langer Überredungskunst), Pedi, und zwei Kumpels von meinem Bruder mit dazu, um gen Hamburg zu düsen, was keine weiteren Probleme mit sich brachte, außer einer Parkplatzsuche, die aber dann doch noch erfolgreich verlief, jedoch einige Minuten Fußmarsch mit sich brachte ... eigentlich nicht schlimm, nur war es schon ziemlich kalt!
Beim Logo waren wir dann so ziemlich mit die ersten, die da waren. Angesichts der kalten Temperaturen zog es uns dann auch gleich nach drinnen, wo uns der erste Schock bevorstand ... 20,-DM Eintritt für nur eine Band!!! Wahrlich, die Kassierer machten ihrem Namen alle Ehre. Drinnen trafen wir sogleich auf Peter, einen Kommilitonen von mir, und meinen Bruder, der jetzt das erste Mal solch ein Konzert erleben durfte! Zunächst hieß es aber mal ein paar Bierchen zu schlürfen (obwohl es nur ekeliges Astra dort gab) und sich mit Leuten zu unterhalten. Da traf ich dann auch Stefan (oder besser, er traf mich), mit dem ich seit einiger Zeit per email in Verbindung stand und der zur Minderheit der bunthaarigen Studenten gehört.
Nach ein paar Ewigkeiten und diversen Bier später sah es dann so aus, daß die Kassierer endlich beginnen würden, und so ging es dann auch fröhlich los ... mit neuem Intro und den vier munteren Gesellen, die die Bühne betraten, um uns mit lustigen Weisen zu erfreuen.
Das Programm bot wieder einmal alle bekannten Kassierer Highlights, obwohl Wölfi sich diesmal nur einmal kurz entblößte, um seinem kleinen Mann die große Welt zu zeigen. Es wurden bekannte Mitgröhl Songs gespielt, wie natürlich der "Sozialarbeiter", "Außenbordmotor", "Mach die Titten frei, ich will wichsen", "Frauenarzt", "Stinkmösenpolka" und viele mehr. Auch ließen es sich Nikolai, Mitch und Volker nicht nehmen, ihr Gehänge der breiten Masse zu präsentieren, sei es, daß Volker sich für "Älterer Herr" auszog und allein auf der Gitarre seine Liebe zu alten Männern gestand, oder Nikolai sich einer intensiven Darmuntersuchung mit einem grünen Handschuh zu unterziehen hatte (jener Handschuh flog danach munter ins Publikum ...). Es wurden wieder einmal sämtliche Register gezogen, Volker furzte bekannte Songs, und Nikolai zeigte seine Scheide ... es war zum wegschmeissen! Die Stimmung war jedenfalls kochend, wie auch das ganze Logo ... es herrschten mindestens 40°C bei 100% Luftfeuchte ... das Kondenswasser tropfte von der Decke, und es wundert mich, daß der Schweiß nicht zentimenterhoch im Raum stand! Erstaunlich fand ich, daß bei jedem Lied allerübelster Pogo getanzt wurde, daß man es wahrlich nicht lange im Gewühle aushalten konnte. Einige wenige Songs waren auch von der neuen CD "Musik für beide Ohren", die aber wirklich Spaß bereiteten ... so hat der neue Song "Blumenkohl am Pillemann" Chancen einer der neuen Kassierer Klassiker zu werden, aber auch weitere Songs wie "Besoffen sein" (die neue Alkoholiker Hymne), "Vati ist tot" und "Arm ab", zu denen Wölfi stets das Textblatt zu Hilfe nehmen mußte, heizten so ordentlich ein. Zwei neue Instrumentalstücke namens "Gleich reiß ich dir den Sack ab" und "Morgen weide ich deinen Vater aus" zwingen zum Pogo tanzen!
Nach etwa zwei Stunden, zwei Zugaben und zwei Liter Schweiß pro Nase war der Spuk vorbei und es ging daran noch eben die neue CD zu ergattern, die mit wahnsinnigen 25,-DM für 50 Minuten Musik zu Buche schlägt. Aber als Kassierer Fan ist diese CD ein Muß!
Dann ging es an die Heimfahrt, wobei Armin und Pedi offenbar im Logo blieben, während wir anderen draussen in der Kälte auf sie warteten. Zwei Spähtrupps im Logo konnten sie dann nicht ausfindig machen, und so entschloß ich mich beim Auto auf sie zu warten, was ich dann ganze 2 Stunden tat, und danach entnervt allein nach Hause fuhr! Leider konnten die beiden nämlich das Auto nicht mehr wiederfinden und wurden irgendwann aus dem Logo geschmissen, woraufhin sie die Nacht in der Bahnhofsmission verbringen mussten. Diese Erfahrung zeigt, daß man trotz langjähriger Freundschaft explizit vorher ausmachen sollte, wo man sich wiederzutreffen hat, denn hier gingen unsere Vorstellungen etwas auseinander! Nichtsdestotrotz war es ein tolles Konzert!