Kaufkraft der Kinder und Jugendlichen hoch wie nie

Circa 32 Milliarden Mark stehen zur Verfügung

 

Die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik hat in diesem Jahr ein Rekordniveau erreicht. Die rund 11- bis 19-Jährigen verfügen insgesamt über circa 32 Milliarden Mark (16,36 Milliarden Euro) an Geld, Geldgeschenken und Sparguthaben. Dies ist das Ergebnis der Kids-Verbraucher-Analyse 2001, die gemeinsam von den Verlagsgruppen Lübbe und Bauer und dem Axel Springer Verlag ins Leben gerufen wurde.

Für die Untersuchung wurden zwischen Januar und März des laufenden Jahres insgesamt 3082 Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern befragt. Erstmals wurden auch die 18- und 19-Jährigen statistisch erfasst.

 

Allein die 6- bis 17-Jährigen verfügen demnach über eine Kaufkraft von über 20 Milliarden Mark (10,22 Milliarden Euro), dies sind 6,5 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Ihr Geld dürfen sie zunehmend selbstständig ausgeben. Von diesem kaufen die Kleinsten vor allem Süßigkeiten. Die 13- bis 19-jährigen Jungen geben es für Getränke, Disco- und Kinobesuche und CDs aus, die Mädchen außerdem für Kleidung und Kosmetik. Ganz oben auf der Wunschliste steht das Handy. Fast ein Drittel der 6- bis 19-Jährigen besitzt bereits ein Mobiltelefon, 40 Prozent der Befragten wünschen  sich eines. Für die durchschnittlichen monatlichen Kosten in Höhe von rund 48 Mark ohne Grundgebühr kommen die Jugendlichen nach eigenen Angaben zu 78 Prozent selbst auf. Bereits selbstverständlich sind für 40 Prozent Fernsehapparat, Hi-Fi-Anlage, Game-Boy und CD-Player. Von immer mehr Jüngeren werden diese hochwertigen Geräte gekauft. Jeder Dritte wünscht sich einen Computer. Monatlich haben die Kids und Teens zwischen 6 und 19 Jahren durchschnittlich einen Betrag von 110 Mark zur Verfügung. Dieser setzt sich aus Taschengeld, Geschenken und dem Lohn für Jobben oder Berufstätigkeit zusammen. Allerdings gibt nur etwa jeder Fünfte das Geld gleich wieder aus. Besonders fleißige Sparer sind die 16- bis 19-jährigen Mädchen, die ein durchschnittliches Guthaben von 1878 Mark besitzen. Das größte Sparziel ist bei Mädchen und Jungen der Führerschein. Während Jungen Geld für ein Auto, einen Computer oder ein Mountainbike sparen, bewahren es die Mädchen für Bekleidung, Urlaub und ein Fahrrad auf.

 

Beim Surfen im Internet haben die Mädchen (36 Prozent) die Jungen (34 Prozent) inzwischen überholt. Jedes dritte deutsche Kind surft bereits im Internet. Das Netzwerk wird der Studie zufolge von 74% Prozent der Befragten als Informationsquelle für Schule und Freizeit und von 54% zum Schreiben von E-Mails benutzt. Mehr als die Hälfte der  Jugendlichen (57 Prozent) nutzen zumindest hin und wieder das Internet. Der Anteil der Jugendlichen mit Internet-Erfahrung hat sich damit seit 1999 (29 Prozent) nahezu verdoppelt.   

 

80 Prozent der Befragten geben an, häufig oder ab und zu Bücher zu lesen. In den letzten vier Jahren gibt es hier der Studie zu Folge sogar einen Aufwärtstrend.

 

Immer mehr Wert legen die Jugendlichen mit zunehmendem Alter auf ihr äußeres Erscheinungsbild: Über 50 Prozent der Mädchen zwischen 16 und 19 Jahren verwendet laut der Studie regelmäßig Lippenstift, Wimperntusche, Make-up und Nagellack. Aber auch die Jungen verwenden häufig Stylingprodukte.

 

In ihrer Freizeit steht für Mädchen sowie für Jungen das Zusammensein mit Freunden an erster Stelle.

Seit 1998 ist das Taschengeld der Kinder um jährlich zehn Prozent gestiegen – deutlich stärker als die Löhne ihrer Eltern. Das geht aus einer Untersuchung der Bausparkasse LBS hervor, die mehrere Jahre lang 2000 Kinder und Jugendliche zur Höhe ihres Taschengeldes befragen ließ. Durchschnittlich erhält ein Neunjähriger 24 Mark Taschengeld im Monat, ein Vierzehnjähriger bekommt 47 Mark. Erstaunlicher Weise ergab die Studie, dass das Geld der Mädchen im Durchschnitt fünf Mark weniger beträgt, als das der Jungen. Nur ein Prozent erhält nie Taschengeld.

 

Kein Wunder also, dass Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 17 Jahren für die Werbung treibende Wirtschaft zu den interessantesten Zielgruppen gehören.

 

Quellen:

Internet, Zeitungsausschnitte aus der OHZ

Ergebnisse der

·         Kids-Verbraucher-Analyse 2000/2001

·         Bausparkasse LBS

·         Medienpädagogischer Forschungsbund Südwest

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