Aus der Bibel
Wer mich liebt, der wird mein Wort halten;
und mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen
und Wohnung bei ihm nehmen.
Das habe ich zu euch geredet,
solange ich bei euch gewesen bin.
Aber der Tröster, der Heilige Geist,
den mein Vater senden wird in meinem Namen,
der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern,
was ich euch gesagt habe.
(Johannes 14,23.25.26)
Und als der Pfingsttag gekommen war,
waren sie alle an einem Ort beieinander.
Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel
wie von einem gewaltigen Wind
und erfüllte das ganze Raus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt,
wie von Feuer;
und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,
und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist
und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen,
wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
(Apostelgeschichte2,1-4)
GRUSS DER LANDESKIRCHE
Feuer und Flamme sein
Sie ist heute so notwendig wie einst, als sie entstand - die
Bitte um den Heiligen Geist am Beginn des sonntäglichen Gottesdienstes. Eine
knappe, aber genaue Zusammenfassung der Pfingstgeschichte.
"Komm, Heiliger Geist!" Er kann also auch gehen, sich entziehen,
unwirksam werden. Dann sind wir, wie der Volksmund sagt, "von
allen guten Geistern verlassen". Wir reden und handeln unsinnig oder
doch schwachsinnig. Vielleicht nicht gleich unmenschlich, aber nicht
allzu menschlich. Soll ja vorkommen, nicht nur bei den kleinen, sondern
auch bei den großen Leuten, wo es große Wirkungen hat.
Deshalb immer wieder die Bitte für uns und für andere: "Komm, Heiliger Geist!"
Und dann: "Erfüll die Herzen deiner Gläubigen!" Wir wissen es von
Uns selbst und meist noch besser von anderen, von Glaubenden ebenso
wie von Nichtglaubenden: Herzen können leer sein. Ein Bild für gedanken-
und gefühlloses, halt-, ziel- und sinnloses Leben. Deshalb die Bitte:
"Gib unseren leeren Gedanken und Gefühlen neuen Inhalt! Gib unserem
Leben Halt, Grund und Ziel! Lass unsere Herzen voll werden!"
Vor allem: "Entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe!"
Schon menschliche Liebe und Leidenschaft lässt sich mit der Glut des Feuers
vergleichen. Wie die Liebe, die Gott zu uns hat und in uns weckt, so
dass wir ihn "von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und
von allen Kräften" lieben können und unseren Nächsten wie uns selbst
Die Liebe, die menschliche wie die göttliche Liebe; besser:
die göttliche Liebe in, mit und unter der menschlichen Liebe - das ist der beste
Lebensinhalt. Sie lässt unsere Herzen brennen, sie lässt uns "Feuer und
Flamme" sein. Allein und miteinander, als Paar, als engagierte Gruppe und als
Gemeinde, als Kirche, als Christenheit. Davon handelt der letzte Satz des
Pfingstliedes. Nach drei Bitten ein Wort des Dankes: "... der du in Mannigfaltigkeit der
Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des
Glaubens". Eine Erinnerung an geistvolle, mit offenen Augen und
Ohren und mit offenen Herzen, das heißt auch: mit wachem Verstand
Gefeierte Gottesdienste. Sie verbinden uns nicht nur mit denen, die
zufällig oder nicht zufällig neben, vor oder hinter uns sitzen. Auch nicht nur mit allen Gliedern unserer Kirche, sondern mit suchenden, fragenden, hörenden,
betenden und feiernden, glaubenden, liebenden und hoffenden Menschen in aller
Welt.
Gott sei Dank!
Deshalb am Ende das "Halleluja", die immer wieder
notwendige Ermunterung zum Lob Gottes. Sie kommt im kleinsten
Pfingstgottesdienst ebenso zum Ziel wie auf dem Melsunger
Landeskirchentag, zu dem ich noch einmal herzlich einlade.
Christian Zippert Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
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