Der Schaukelstuhl



Da sitz' ich also in dem Gestühle
Hin und her, so weiß ich nicht:
Wie bring ich all' die Gefühle
Und dann noch Recht in mein Gedicht?

Wen muß man alles fragen?
Was schafft sich ein eigenes Recht?
Wieder weiter warten, darfst's nicht sagen
Zerstör den Zauber nicht im Gefecht

So sag' ich's mir, doch mein Verlangen sitzt tief und lacht mich hämich an
Du Vorsichtiger, du wirst versagen, der Anständige kommt nicht voran

So setz' ich oft schon dann ein Ende, wo noch gar kein Anfang war
Nehm' dem Spiel sogleich die Pointe, werd' ganz ernst, ich armer Narr

Sind wir doch gar erwachsene Leute
Kennen sehr wohl auch den Diskurs
So werd' ich selber dann zur Beute
Zuviel gedacht hast du Hanswurst

Du änderst nicht den Lauf der Dinge
Auch die Natur des Menschen nicht
Viel leichter es Dir gleich gelinge
So - man nicht dagegen ficht!

Genieße ganz des Tages Wonne
Ehre den, der schenkt so frei
Frag' nicht gleich, was danach komme
-Hilfst Du mir dabei?




Go back!

This poem was written by Thomas Zieringer in 1994
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