Geschichten
II
Durch eigene Hand


Bin müde.
Brauche einen flimmerfreien Bildschirm.
Schreibe später.

Habe jetzt einen flimmerfreien Bildschrim.... deshalb:


10.6.98 3:31pm
Die Tür schwingt langsam zu, mit einem leisen Geräusch fällt sie ins Schloss, ich mache mich daran die Treppe zu ersteigen, Tritt für Tritt bis in den dritten Stock.
Dort angelangt blicke ich den Flur entlang, links und rechts mit unzähligen Türen gesäumt und einem Fenster am Ende sehe ich ihn vor mir. Teurer schwarzbrauner Teppich ist ausgelegt, der gut zu den durchwegs braunen Türen passt. Die weissen  Wände und die weisse Decke verleiht dem Flur eine gewisse Leichtigkeit. So beginne ich mich zu deinem Zimmer zu begeben, welches, soweit ich weiss, am Ende de Flurs sich befindet. zu einem forschen Gang ansetzend, schreite ich jetzt den Gang entlang. Der Regenmantel den ich trage schützt mich trotz der schwülen Hitze nicht vor einem leichten Frösteln, das mich überkommt, beim Gedanken gleich vor dir zu stehen.
Mein Blick lasse ich von der rechten auf die linke seite schweifen und studiere dabei die verschlossenen Türen, die alle abweisend förmlich wirken, und mit dem Teppich zu verschmelzen scheinen, der meine Schritte dämpft und sie federnd erscheinen lässt. In der Mitte des Flurs angelangt beginne ich mich daran zu erinnern wie ich mir ausgemalt habe, wie du reagieren wirst, doch erscheinen mir alle vorgefassten Gedanken unwirklich, ja richtiggehend unpassend, deshalb verdränge ich diese Erinnerung und fixiere meinen blick auf die linke flurseite, wo ich dein Zimmer erblicken werde, was auch später der Fall ist.
Anstatt sogleich an die Tür zu tretten und zu klopfen, mache ich noch die zwei Schrite bis zum Fenster und stütze mich mit meinen Hanballen auf dem Fenstersims auf, wobei ich meinen Blick nach draussen gerichtet habe.
Die Gebäude, die sich vor mir erstrecken sind für mein Auge uninteressant, vielmahr sind es die gräulich - weissen Wolken, die am Himmel hangen, aus denen leichter Regen fällt.
die Wolken bilden runde, eckige Erhebungen sind undurchschaubar, zusammengeschweisst, in Gruppen oder sie tragen kleine Seen in sich, durch die das Blau des Himmels leutchtet. Klar wie ein Bergsee scheint das Licht aus diesen Lücken, der Farbe deiner Augen gleich. Vor mich hin träumendstehe ich am Fenster bis mir einfällt, dass ich nur an die Türe neben mir zu klopfen habe um mich im selben Blau deinerAugen zu verlieren. Mit einer schnellen bewegung stehe ich vor deiner Tür den Arm erhoben klopfe ich kurz und hart gegen die Tür.
>leer<
Keinen einzigen Gedanken kann ich fassen, kein Wort das ich sagen könnte. Bevor ich mir klar werden kann, dass ich kein wort herausbringen werde, öffnet sich die Tür und vor mir stehst du.
Fragende Augen erblicken mich, doch breitet sich sogleich ein Verständnis darin au. "Ach Du!" sie wirft einen hastigen Blick über die Schulter, ihre Haare wehen um ihren Kopf, ein zweiter Blick auf mich. "Du musst entschuldigen, aber heute ist dein Besuch sehr schlecht, ich habe viel zu tun, wärst du gestern gekommen." Mit einem Schulterzucken stellt sie sich hinter die Tür und beginnt diese langsam zu zuschieben. "Tut mir leid, ein andermal vielleicht." Mit einem schnappenden Geräusch schliesst sich die Tür. Alle Gleider hängen von mir herunter, ich habe das Gefühl, dass sich meine Kleidung von mir löst und zu Boden fällt. Ich spüre ein Ziehen im Nacken, da ich mit geschlossenen Augen und dem Kinn auf der Brust für einige Sekunden da stehe.
Schnellen Schrittes gehe ich zur benachbarten Tür und klopfe schnell.
Die Tür öffnet scih und wieder sehst du vor mir. Ach dich hätte ich nicht erwartet, es ist etwas ungünstig, komm doch bitte ein andermal vorbei. Ich weiss du verstehst das. Wieder schliesst sich leise die Tür, wieder zieht es meinen ganzen Körper zu Boden.
Zur nächsten Tür rennend erhebe ich schon den Arm um anzuklopfen. Nachdem die Geräusche meines Einlassbegehrens verhallt sind, schwingt die Tür auf.
Du.
"Entschuldige," sagt sie, "ich wollte gerade ein Bad nehmen, du musst mich entschuldigen, wir sehen uns ein andermal." Sie schliesst die Türe und ich beginne zu rennen. Meine Beine ragen weit unter dem Regenmantel hervor, bei jedem Schritt sehe ich meine Beine bewegen, doch spüre ich sie nicht. An jeder Tür hämmernd renne ich den Flur entlang, ich spüre leichte Übelkeit in mir aufsteigen, meine Backenmuskeln spannen sich an, um hervorquellende Tränen zu unterdrücken, doch erfolglos, die Treppe hinunterstürzend, die Tür aufreissend will ich nur hinaus...
...im Gang stehst du, aus jeder Tür bist du herausgetretten und murmelst ihre Entschuldigung.
 
 

PS: Der Genitiv ist des Denkers liebstes Kind.


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